Kommentar: Warum machen die deutschen Bischöfe die Piusbrüder nicht einfach überflüssig?

von Jens Falk

Die deut­schen Bischö­fe mögen die Pius­brü­der nicht. Da läge es doch nahe, die zahl­rei­chen Katho­li­ken, die dort prak­ti­zie­ren und schließ­lich die Arbeit der Bru­der­schaft durch ihr Gebet unter­stüt­zen und durch Spen­den finan­zie­ren, abzu­wer­ben.

Das wäre eigent­lich recht ein­fach. Den katho­li­schen Glau­ben unver­fälscht ver­brei­ten. Das gin­ge aller­dings nur auf der Basis der bis­he­ri­gen lehr­amt­li­chen Aus­sa­gen der Päp­ste und der Berück­sich­ti­gung aller Kon­zi­li­en der Kir­che. Nicht aber, indem das letz­te pasto­ra­le (nicht dog­ma­ti­sche) Kon­zil weni­ger katho­lisch aus­legt wird, und die­se Aus­le­gung einen dog­ma­ti­schen Anstrich bekommt.

Wür­de in jeder Pfar­re eine Sonn­tags­mes­se ange­bo­ten, in der Gott das Zen­trum ist, wür­den weit weni­ger Katho­li­ken die Kapel­len der Prie­ster­bru­der­schaft besu­chen. Statt­des­sen behin­dern die deut­schen Bischö­fe die „Alte Mes­se“ und boy­kot­tie­ren die Umset­zung des Motu Pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum. Die Vati­ka­ni­sche Anord­nung vom Novem­ber 2006, nach der in den Über­set­zun­gen des Meß­bu­ches in die Lan­de­s­pra­che die Wand­lungs­wor­te „pro mul­tis“ „für vie­le“ bzw. „für die Vie­len“ statt der der­zei­ti­gen Wor­te „für alle“ zu ver­wen­den sei­en, ist immer noch nicht umge­setzt.

Unmiß­ver­ständ­lich for­dern Katho­li­ken von ihren Bischö­fen auch ein kla­res katho­li­sches Bekennt­nis in poli­ti­schen, wirt­schaft­li­chen und gesell­schaft­li­chen Fra­gen. Soge­nann­te libe­ra­le, eigent­lich men­schen­ver­ach­ten­de Posi­tio­nen bei der Abtrei­bungs­pro­ble­ma­tik wie zum Bei­spiel vor zehn Jah­ren, als man nur sehr schwer­fäl­lig die Anwei­sung des dama­li­gen Pap­stes umsetz­te, kei­ne Tötungs­li­zen­zen aus­zu­stel­len, wider­spre­chen ein­deu­tig dem christ­li­chen Glau­ben.

Schi­zo­phren und heuch­le­risch ist es , wenn deut­sche Bischö­fe einer­seits vor Eso­te­rik war­nen, aber Welt­bild, ein Unter­neh­men das den deut­schen Bis­tü­mern gehört, eso­te­ri­sche Bücher anbie­tet, von den por­no­gra­pi­schen Medi­en ganz zu schwei­gen.

Es wären nur weni­ge Maß­nah­men der Bischö­fe und die Pius­brü­der könn­ten „ein­packen“. Wür­de vom Diö­ze­san­bi­schof in „sei­nem“ Dom zum Bei­spiel eine Sonn­tags­mes­se im „außer­or­dent­li­chen“ Ritus zele­briert (immer­hin wur­den die­ser dafür gebaut), der Pius­bru­der in der Kapel­le um die Ecke könn­te allein eine stil­le Mes­se lesen.

Wür­den die Bischö­fe mit der glei­chen Ener­gie, mit der sie, größ­ten­teils pole­misch, auf das Kir­chen­recht pochen und auf die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. ver­bal ein­schla­gen, den katho­li­schen Glau­ben ver­tei­di­gen, wären die Kir­chen der Bis­tü­mer vol­ler und die Kir­chen und Kapel­len der Pius­bru­der­schaft leer.