Papst vereinfacht Laisierung von Priestern

(Vati­kan) Die so genann­te Lai­sie­rung von Prie­stern, also ihre Rück­ver­set­zung in den Lai­en­stand, soll künf­tig ein­fa­cher wer­den. Das berich­tet die katho­li­sche Nach­rich­ten­agen­tur der USA, CNS. Nach ihrer Dar­stel­lung hat Papst Bene­dikt sei­ner Kle­rus-Kon­gre­ga­ti­on Voll­macht gege­ben, Lai­sie­run­gen und die Ent­bin­dung vom Zöli­bats-Ver­spre­chen schnel­ler durch­zu­füh­ren. Das betref­fe Prie­ster, die mit einer Frau zusam­men­le­ben, ihren Dienst seit mehr als fünf Jah­ren auf­ge­ge­ben haben oder mit ihrem Ver­hal­ten Anstoß erre­gen.

Die neu­en Voll­mach­ten gäl­ten nicht für Fäl­le von Prie­stern, die Min­der­jäh­ri­ge miß­braucht hät­ten, so CNS; in die­sen Fäl­len grif­fen viel­mehr wei­ter­hin die Regeln und Pro­ze­du­ren, die die vati­ka­ni­sche Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on vor­ge­se­hen habe. Die neu­en Voll­mach­ten an die Kle­rus­kon­gre­ga­ti­on in Sachen Lai­sie­rung habe der Prä­fekt, Kar­di­nal Clau­dio Hum­mes, den Bischö­fen in aller Welt schrift­lich mit­ge­teilt – unter dem Datum 18. April. Im Gespräch mit der Nach­rich­ten­agen­tur habe Hum­mes erklärt, die schnel­le­re Pro­ze­dur sei nötig gewor­den, „weil das Kir­chen­recht in vie­len Fäl­len nicht mehr geeig­net schien, neue Pro­ble­me zu beant­wor­ten“. So sehe das Kir­chen­recht zum Bei­spiel nicht die Mög­lich­keit vor, daß ein Bischof das Lai­sie­rungs-Ver­fah­ren begin­ne für einen Prie­ster, der sein Amt auf­ge­ge­ben habe.

Zwar bit­te ein Prie­ster, der sein Amt auf­ge­be, in der Regel um for­ma­le Dis­pens von sei­nem Zöli­bats-Ver­spre­chen. Aber, so Kar­di­nal Hum­mes gegen­über CNS: „Eini­ge gehen ein­fach, hei­ra­ten stan­des­amt­lich, krie­gen Kin­der – und die Bischö­fe hat­ten kei­ne Hand­ha­be, weil die Per­son, die gegan­gen war, nichts in die Wege lei­te­te. Wenn die­se Per­son nicht dar­an inter­es­siert ist, ihre Lage zu klä­ren, dann liegt es im Inter­es­se der Kir­che und des bis­he­ri­gen Prie­sters selbst, daß er dis­pen­siert wird, damit er in einer kor­rek­ten Lage ist, vor allem, wenn er Kin­der hat.“ Sol­che Kin­der eines Ex-Prie­sters hät­ten „das Recht auf einen Vater, der in den Augen Got­tes und vor sei­nem eige­nen Gewis­sen in einer kor­rek­ten Lage ist“. Einer der Grün­de für die neu­en Richt­li­ni­en sei es, „die­sen Men­schen zu hel­fen“, so Kar­di­nal Hum­mes. Immer wie­der hät­ten Bischö­fe sei­ne Kon­gre­ga­ti­on auf das Pro­blem von Prie­stern ange­spro­chen, die alles hin­wür­fen, ohne aber einen Antrag auf Lai­sie­rung zu stel­len. Künf­tig dür­fe da also der Bischof von allei­ne aktiv wer­den.

In sei­nem Brief an die Bischö­fe räumt Kar­di­nal Hum­mes nach CNS-Anga­ben ein, daß Sakra­men­te wie die Prie­ster­wei­he lebens­lang gül­tig blie­ben. Es gebe auch kei­ner­lei Grund, vom Zöli­bat abzu­rücken – die­ser sei „ein Geschenk an die Kir­che und drückt den Dienst des Prie­sters für die Kir­che in und mit Chri­stus aus“. Die Kir­che wol­le als „Braut Chri­sti“ „in der­sel­ben tota­len und exklu­si­ven Wei­se geliebt wer­den, mit der Jesus Chri­stus sie geliebt hat“. Die über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit der Prie­ster lebe „ihre Iden­ti­tät täg­lich in Treue zu ihrem Dienst“. Wenn aber skan­da­lö­se Situa­tio­nen ent­stün­den – nicht nur in Sachen Zöli­bat, son­dern gene­rell in der Lebens­füh­rung eines Prie­sters –, dann müs­se ein Bischof in die Lage ver­setzt wer­den, schnell und ent­schlos­sen zu han­deln. Aller­dings müs­se der Orts­bi­schof zunächst die Fak­ten sorg­fäl­tig unter­su­chen und den Betrof­fe­nen zunächst ermah­nen. „Doch wenn das nicht genügt, um den Skan­dal zu behe­ben, Gerech­tig­keit wie­der­her­zu­stel­len und die Per­son zu reha­bi­li­tie­ren, dann soll­te der Bischof dazu über­ge­hen, Stra­fen ver­hän­gen“, so der Brief, aus dem CNS zitiert, wei­ter. Die Agen­tur gibt an, daß Papst Bene­dikt die neu­en Richt­li­ni­en am 30. Janu­ar gebil­ligt habe.

„Die katho­li­sche Kir­che will bei Prie­stern kei­ne Grau­zo­nen mehr zulas­sen“, kom­men­tiert die ita­lie­ni­sche Nach­rich­ten­agen­tur Ansa. Sie weist dar­auf hin, was auch Kar­di­nal Hum­mes gegen­über CNS betont: Prie­ster hät­ten auch künf­tig das Recht, sich zu ver­tei­di­gen und zu recht­fer­ti­gen. Aller­dings müs­se am Schluß „eine kla­re Wahl ste­hen“, so Ansa.

(CNS/ Ansa/ RV)