Ehemaliger Bundesverfassungsrichter plädiert für Freisprüche bei Ehrenmorden

(Ham­burg) Win­fried Has­se­mer ehe­ma­li­ger Rich­ter am Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Karls­ru­he (1996–2008), plä­diert dafür, bei „Ehren­mor­den“ auch „den sozia­len Kon­text und die Sozia­li­sa­ti­on des Täters“ zu brück­sich­ti­gen. Das sag­te er in einem Spie­gel-Inter­view. Da der Täter in „ande­ren sozia­len Mustern lebe, müs­se man auch einen soge­nann­ten Ver­bots­irr­tum in Erwä­gung zie­hen.“

Auf die Nach­fra­ge der Spie­gels: „Das heißt, wer von einem Ver­bot nichts weiß, geht straf­frei aus. Wer es hät­te ken­nen kön­nen, aber nicht gekannt hat, bekommt ein mil­de­res Urteil“ ant­wor­te­te Has­se­mer: „Genau. Ich den­ke, die­se Fra­ge muß man bei soge­nann­ten Ehren­mor­den beant­wor­ten.“

(SpO/JF)