Wegen Gebrauch des Namens „Allah“ wilde Medienkampagne gegen katholische Zeitung in Malaysia

(Kua­la Lum­pur) Gegen die katho­li­sche Zei­tung Herald der Diö­ze­se Kua­la Lum­pur in Malay­sia ist eine wil­de isla­mi­sche Medi­en­kam­pa­gne im Gan­ge mit zum Teil schwer­wie­gen­den und belei­di­gen­den Angrif­fen. Die Kam­pa­gne, der sich ein Groß­teil der isla­mi­schen Pres­se des süd­ost­asia­ti­schen Lan­des ange­schlos­sen hat, wur­de von der Tages­zei­tung Utusan Malay­sia los­ge­tre­ten. Der katho­li­schen Zei­tung wird vor­ge­wor­fen, den Namen „Allah“ für Gott ver­wen­det zu haben. Am 1. Febru­ar lei­te­te Utusan Malay­sia die Kam­pa­gne mit schar­fen und belei­di­gen­den Angrif­fen ein, indem es das Diö­ze­san­blatt des Pro­se­ly­tis­mus beschul­dig­te und ihm vor­warf, durch die Ver­wen­dung des Namens „Allah“ für den „Gott der Chri­sten“ die „Nati­on zer­stö­ren zu wol­len“.

Der Erz­bi­schof der Haupt­stadt Kua­la Lum­pur, Msgr. Mur­phy Nicho­las Xavier Paki­am, teil­te in einer Pres­se­er­klä­rung mit, daß die Diö­ze­se und die katho­li­sche Zei­tung „kei­ner­lei Kom­men­ta­re“ zur Medi­en­kam­pa­gne abge­ben wer­den, solan­ge kei­ne Ent­schei­dung des Höchst­ge­richts zur Sache vor­lie­ge und sich die Chri­sten daher „nicht wirk­lich weh­ren kön­nen“.

Seit einem Jahr ist der Gebrauch des Namens „Allah“ für Nicht-Mus­lims ver­bo­ten. Die katho­li­sche Zei­tung hät­te die Schlie­ßung ris­kiert, wenn sie sich nicht den Anwei­sun­gen des Mini­ste­ri­ums für die inne­re Sicher­heit unter­wor­fen hät­te. Das Mini­ste­ri­um begrün­det das Ver­bot damit, daß der Gebrauch des Wor­tes „Ursa­che für eine mög­li­che Ver­wir­rung unter den Mos­lems und des Kon­flikts zwi­schen den bei­den reli­giö­sen Gemein­schaf­ten“ sein könn­te.

Die Diö­ze­se hat gegen das staat­li­che Ver­bot geklagt und erwar­tet eine Ent­schei­dung des Höchst­ge­richts, da es dar­in eine Ver­let­zung der Reli­gi­ons­frei­heit und der frei­en Reli­gi­ons­aus­übung sieht, die durch die malai­ische Ver­fas­sung garan­tiert wird.

Beob­ach­ter sehen in der Medi­en­kam­pa­gne einen Ver­such, die Chri­sten zu pro­vo­zie­ren, um Span­nun­gen und Kon­flik­te zu schü­ren, die dem Sicher­heits­mi­ni­ste­ri­um die Mög­lich­keit böten, wei­te­re Ein­schrän­kun­gen gegen die Chri­sten zu ver­hän­gen.

Wis­sen­schaft­ler und Poli­ti­ker haben mehr­fach dar­auf hin­ge­wie­sen, daß das Wort „Allah“ von den Chri­sten bereits lan­ge vor Moham­med ver­wen­det wur­de und die Chri­sten unter ande­rem im benach­bar­ten Indo­ne­si­en seit Jahr­hun­der­ten den Namen „Allah“ für Gott ver­wen­den, ohne daß dies Grund für Kri­tik oder gar Angrif­fe wäre.

(Asianews/JF)