Rheinische Post: Kardinal Kasper nennt Islam positive Provokation

(Düs­sel­dorf) Der deut­sche Kuri­en­kar­di­nal Wal­ter Kas­per hat den Islam als Her­aus­for­de­rung und posi­ti­ve Pro­vo­ka­ti­on für das Chri­sten­tum bezeich­net. Der 75 Jah­re alte Prä­si­dent des Päpst­li­chen Rates für die Ein­heit der Chri­sten sag­te im Gespräch mit der Rhei­ni­schen Post (Frei­tag­aus­ga­be): „Der Islam hat eine Strö­mung, die sich gegen das Chri­sten­tum wen­det. Inso­fern soll­ten sich die Chri­sten stär­ker ihrer eige­nen Iden­ti­tät bewußt wer­den.“

Auf die Fra­ge, ob Not­ker Wolf, der Abt­pri­mas der Bene­dik­ti­ner, Recht habe mit sei­ner Aus­sa­ge, daß Gott den Chri­sten viel­leicht den Islam als Pro­vo­ka­ti­on geschickt habe, um den eige­nen christ­li­chen Glau­ben wie­der mehr zu leben und zu ver­tei­di­gen, ent­geg­ne­te Kas­per: „Mög­li­cher­wei­se stimmt das. Wir müs­sen die Prä­senz des Islam in Mit­tel­eu­ro­pa als posi­ti­ve Pro­vo­ka­ti­on anse­hen, um uns auf unse­re Ursprün­ge zu besin­nen, um dann zu einem sach­be­zo­ge­nen Dia­log zu kom­men. Zu den hier­zu­lan­de teil­wei­se umstrit­te­nen Moschee­bau­ten mein­te der Kuri­en­kar­di­nal, hier leben­de Ver­tre­ter ande­rer Reli­gio­nen hät­ten das Recht auf das Fei­ern ihrer Got­tes­dien­ste und ent­spre­chen­de Got­tes­häu­ser.

Lei­der gebe es aber auch sol­che Moscheen, die als poli­ti­sche Agi­ta­ti­ons­zen­tren dien­ten. Dies zei­ge den grund­sätz­li­chen Unter­schied zwi­schen Chri­sten­tum und Islam: „Wir Chri­sten tren­nen ganz klar, was Gott und was dem Staat geschul­det ist; eine Unter­schei­dung, die der Islam so nicht kennt.

(ots)