Mariawald: Erste tridentinische Messen bereits im Dezember

(Mariawald/Heimbach) In der Trap­pi­sten­ab­tei Maria­wald, die vor weni­gen Tagen die päpst­li­che Erlaub­nis zur Wie­der­auf­nah­me der vor­kon­zi­liä­ren Gebräu­che erhal­ten hat­te, wer­den schon im Dezem­ber die ersten Mes­sen im triden­ti­ni­schen Ritus gefei­ert. Das gab die Abtei auf ihrer Web­site bekannt.

Die Abtei hat­te das Pri­vi­leg zwar erbe­ten, war aber über­rascht, daß es schon nach weni­gen Wochen erteilt wurde.

Bis zur voll­stän­di­gen Umstel­lung auf die alten Gebräu­che von 1964 wer­de aber noch eini­ge Zeit ver­ge­hen, so der Abt, Dom Josef Voll­berg, in einem Gespräch mit der Tages­post. Der Kon­vent wer­de die römi­sche Erlaub­nis schritt­wei­se umset­zen. „Vor Weih­nach­ten wer­den wir bei­spiels­wei­se die ein oder ande­re Kon­vent­mes­se im über­lie­fer­ten Ritus haben, alles noch sehr ein­fach, wir sind noch am Ler­nen.“ Bis zur Ein­hun­dert­jahr­fei­er des Klo­sters am 29. Sep­tem­ber 2009 soll die Umset­zung der voll­stän­di­gen Rück­kehr der Abtei zur alten Tra­di­ti­on des kon­tem­pla­ti­ven Lebens und zur klas­si­schen Gre­go­ria­ni­schen Lit­ur­gie abge­schlos­sen sein. Wäh­rend der Über­gangs­pha­se wird die Abtei biri­tu­ell sein, danach sol­len Mes­sen nur noch in Aus­nah­me­fäl­len nach dem ordo novus gefei­ert werden.

Die Kehrt­wen­de erfor­de­re aller­dings Augen­maß, um die älte­ren Mön­che nicht zu über­for­dern, kön­ne aber Richt­schnur bei der Auf­nah­me neu­er Kon­vents­mit­glie­der sein, so der Abt weiter:

„Das wird aller­dings auch nicht in abso­lu­ter Buch­sta­ben­treue gesche­hen kön­nen, son­dern in einer gesun­den Abwä­gung, was ange­paßt wer­den muß, wenn es die Umstän­de ange­ra­ten sein las­sen. Alles muß ja auch für heu­ti­ge Men­schen leb­bar sein und ist nur ein Mit­tel zum Ziel. Letz­te­res besteht dar­in, am gött­li­chen Leben teil­zu­ha­ben und immer mehr das zu sein, was wir sein soll­ten: Mön­che, die der Lie­be zu Chri­stus nichts vor­zie­hen, wie es der hei­li­ge Bene­dikt in sei­ner Regel sagt. Eine gesun­de Dis­zi­plin und Stren­ge, die das Leben der Mön­che regelt, ist ein­fach wichtig!“

Abt Josef erhofft sich von der Wie­der­ent­deckung der alten Lit­ur­gie und der alten Eigen­ri­ten des Ordens der Zister­zi­en­ser der stren­ge­ren Obser­vanz eine Erneue­rung des mona­sti­schen Lebens und hofft – mit Blick auf die blü­hen­den alt­ri­tua­li­sti­schen Klö­ster in Frank­reich – auf zahl­rei­che Neu­ein­trit­te, die die aus­ster­ben­de Abtei wie­der­be­le­ben sollen.

Der Distrik­t­o­be­re der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. in Deutsch­land erklär­te in einer Pres­se­aus­sen­dung, daß er sich mit sei­nen Mit­brü­dern und sei­nen Anhän­gern „über die Rück­kehr des Klo­sters Maria­wald zur unge­bro­che­nen lit­ur­gi­schen und mona­sti­schen Tra­di­ti­on des Trap­pi­sten­or­dens“ freue. „Er hofft und betet, daß wei­te­re Klö­ster die­sem muti­gen Schritt im Sin­ne des Motu Pro­prio von Papst Bene­dikt XVI. fol­gen, damit das Ordens­le­ben in Deutsch­land wie­der auf­blü­hen kann.“

(Orden-Online/PM/JF)