Radikale Hindu wollen mit Generalstreik Weihnachtsfeiern verhindern

(Göt­tin­gen) Natio­na­li­sti­sche Hin­du haben gedroht, mit einem Gene­ral­streik am 25. Dezem­ber 2008 die  Weih­nachts­fei­ern im indi­schen Bun­des­staat Oris­sa zu stö­ren. Dies berich­te­te die Gesell­schaft für bedroh­te Völ­ker (GfbV) am Mittwoch.

„Die Dro­hung der Hin­du-Extre­mi­sten muß sehr ernst genom­men wer­den, da sie inner­halb kür­ze­ster Zeit rund 350.000 gewalt­be­rei­te Anhän­ger mobi­li­sie­ren kön­nen“, warn­te der GfbV-Asi­en­re­fe­rent Ulrich Deli­us. Ihr letz­ter Gene­ral­streik am 25. August 2008 habe in den christ­li­chen Dör­fern des Kan­dha­mal Distrikts eine Spur der Ver­wü­stung hinterlassen.

Bei den von den radi­ka­len Hin­du bedroh­ten Chri­sten han­delt es sich vor allem um Urein­woh­ner (Adi­va­si), die zusam­men mit den Dalits („Unbe­rühr­ba­re“) im indi­schen Kasten­sy­stem auf der unter­sten Stu­fe stehen.

Hin­du-Extre­mi­sten der Bewe­gung „Swa­mi Lakhsh­ma­nan­da Saras­wa­ti Srad­an­hja­li Sami­ti“ wol­len zum Gene­ral­streik in Oris­sa auf­ru­fen, wenn nicht bis zum 15. Dezem­ber 2008 Ankla­ge gegen die Mör­der des natio­na­li­sti­schen Hin­du-Füh­rers Swa­mi Lakhsh­ma­nan­da Saras­wa­ti und vier sei­ner Anhän­ger erho­ben wird. Obwohl gemut­maßt wird, daß mao­isti­sche Rebel­len die Mor­de am 23. August 2008 began­gen haben, hat­ten radi­ka­le Hin­du Chri­sten für die Gewalt­ta­ten ver­ant­wort­lich gemacht und eine geziel­te Ver­fol­gung und Ver­trei­bung von Chri­sten aus ihren Dör­fern ein­ge­lei­tet. 60 Chri­sten wur­den bei den pogrom­ar­ti­gen Über­grif­fen getö­tet, rund 18.000 ver­letzt und 53.000 von ihnen aus 315 Dör­fern ver­trie­ben. Min­de­stens 4.640 ihrer Häu­ser und 151 Kir­chen wur­den zer­stört. Nur die Bewoh­ner durf­ten in ihren Dör­fern blei­ben, die zum Hin­du­is­mus bekeh­ren lie­ßen. Wer sich gegen die Zwangs­kon­ver­si­on gewehrt habe, sei bedroht oder erschla­gen worden.

Auch in den Vor­jah­ren hät­ten Hin­du-Akti­vi­sten schon ver­sucht, die Weih­nachts­zeit zu nut­zen, um mit spek­ta­ku­lä­ren Über­grif­fen auf Chri­sten für ihre natio­na­li­sti­schen Zie­le Stim­mung zu machen, berich­te­te Deli­us. Weih­nach­ten 2007 sei­en nicht nur Fei­ern in Kir­chen gezielt gestört wor­den, son­dern auch pri­va­te Weih­nachts­fei­ern. So sei­en Chri­sten aus ihren Häu­sern gezerrt und auf der Stra­ße geschla­gen wor­den. Inzwi­schen sei­en die Hin­du-Extre­mi­sten noch gewalt­be­rei­ter, um vor den lan­des­wei­ten Par­la­ments­wah­len im ersten Halb­jahr 2009 auf sich auf­merk­sam zu machen.

(PM/ JB)