Untersuchungskommission zur Gewalt in Orissa ist unwirksam und parteiisch

(Bhuba­ne­shwar) Mit den Ermitt­lun­gen zur anti­christ­li­chen Gewalt in Oris­sa soll­ten unab­hän­gi­ge und objek­ti­ve Rich­ter betraut wer­den, die eine ernst­haf­te und tief grei­fen­de Unter­su­chung durch­füh­ren ohne dabei Fak­ten oder Schul­di­ge zu ver­heim­li­chen: dies bekräf­tigt Erz­bi­schof Rapha­el Chee­nath von Bhuba­ne­shwar in einer Stel­lung­nah­me, die der Nach­rich­ten­agen­tur Fides vor­liegt. Bhuba­ne­shwar ist die Haupt­stadt des Uni­ons­staat Oris­sa, wo es mehr­fach zu Gewalt gegen christ­li­che Gemein­den kam und immer noch kommt.

In der Stel­lung­nah­me beklagt der Erz­bi­schof, daß eini­ge Rich­ter beauf­tragt wur­den, ohne zuvor die Gemein­den oder Ver­tre­ter der Opfer der Gewalt befragt wur­den: dies sei jedoch not­wen­dig, wenn man zuver­läs­si­ge Per­so­nen ein­set­zen wol­le, die über den Par­tei­en ste­hen und unab­hän­gig von der Regie­rung han­deln.

Anhand der unter­des­sen von den Kom­mis­sio­nen zur Gewalt im Dezem­ber 2007 und im August 2008 durch­ge­führ­ten Ermitt­lun­gen gehe hin­ge­gen her­vor, daß die Kom­mis­sio­nen „eher dar­an inter­es­siert sind, Feh­ler der Regie­rung des Staa­tes und der Sicher­heits­kräf­te zu decken“, als „Orga­ni­sa­tio­nen und Indi­vi­du­en zu iden­ti­fi­zie­ren, die sich hin­ter der Aggres­si­on ver­ber­gen“.

Es sei, so der Erz­bi­schof, extrem schwie­rig mit den Opfern der Gewalt zu spre­chen und sie als Zeu­gen zu hören – wie dies die Kom­mis­sio­nen ger­ne tun wür­den – da vie­le Chri­sten in die Wäl­der flie­hen muß­ten und in die­je­ni­gen, die in Auf­nah­me­camps leben, immer noch bedroht und ein­ge­schüch­tert wer­den.

„Die Bevöl­ke­rung in Oris­sa kennt die Schul­di­gen bestens. Es ist kein Geheim­nis. Was wir brau­chen ist des­halb kei­ne Kom­mis­si­on, die eine Wahr­heit fest­stellt, die bereit bekannt ist.“, so der Erz­bi­schof, „Es ist viel­mehr der poli­ti­sche Wil­le zur Gerech­tig­keit im Ein­klang mit den Prin­zi­pi­en der Indi­schen Ver­fas­sung und der in unse­rem Land gel­ten­den Geset­ze not­wen­dig“.

Bei die­ser Kam­pa­gne, so der Erz­bi­schof wei­ter, „wer­de ich von allen reli­giö­sen Gemein­den in Indi­en unter­stützt“, ein­schließ­lich der Mus­li­me und Hin­dus. „Ich bin fest davon über­zeugt, daß alle, die die Chri­sten im Namen der hin­du­isti­schen Reli­gi­on, angrei­fen, im Grun­de zutiefst anti-hin­du­istisch und anti-indisch sind“.

In sei­ner Ver­laut­ba­rung äußert der Erz­bi­schof auch die Ver­bit­te­rung dar­über, daß die indi­sche Regie­rung „nicht in der Lage zu sein scheint, ent­schlos­sen und mutig, lei­den­schaft­lich um mit Näch­sten­lie­be zu han­deln, damit radi­ka­le Kräf­te, die das Land spal­ten wol­len, bekämpft wer­den“.

„In Oris­sa ste­hen nicht zur die Zukunft der Chri­sten, deren Sicher­heit und Unver­sehrt­heit, auf dem Spiel“, so Erz­bi­schof Chee­nath abschlie­ßend, „son­dern die Zukunft unse­rer Demo­kra­tie“.

(Fides/ JB)