Marienverehrung im Land der Gulag

(Kara­gan­da) Über 50 Jah­re lang muß­ten Chri­sten, die sich nicht davor fürch­te­ten ihren Glau­ben zu Chri­stus zu beken­nen, für ihren Mut mit dem Leben bezah­len. Doch die Über­le­ben­den haben die Flam­me des Glau­bens am Bren­nen erhal­ten: dar­un­ter auch vie­le Prie­ster und Ordens­leu­te, die ihr Amt im Unter­grund aus­üb­ten. Heu­te wird in dem Land, in dem die „Gulags“ Tod, Zer­stö­rung und Ver­nich­tung des Men­schen­le­bens und der Men­schen­wür­de brach­ten, eine Kathe­dra­le ent­ste­hen, die der Madon­na von Fati­ma gewid­met ist.

In Kara­gan­da wird genau dort ein Mari­en­hei­lig­tum errich­tet, wo vie­le Mär­ty­rer des Glau­bens ster­ben muß­ten. Wie die Orts­kir­che berich­tet, möch­te man dort vor allem auch der Opfer der Ver­fol­gung geden­ken und ein Zei­chen für die end­gül­ti­ge Wie­der­ge­burt des katho­li­schen Glau­bens nach jahr­zehn­te­lan­gem athe­isti­schen Kom­mu­nis­mus setzen.

Zur Zeit der Sowjet­uni­on war Kasach­stan ein Ort der Depor­ta­ti­on: wer sich dem kom­mu­ni­sti­schen Regime wider­setz­te wur­de in die unend­li­chen Step­pen Zen­tral­asi­ens depor­tiert und dort zur Zwangs­ar­beit bestimmt.

Da man vor allem in den Koh­le­berg­wer­ken vie­le Arbeits­kräf­te wur­den Mil­lio­nen von Men­schen aus ver­schie­de­nen Län­dern hier­her gebracht: so wur­de Kasach­stan zu einem „ein­zi­gen gro­ßen Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger“. Und unter den Depor­tier­ten waren auch vie­le Katho­li­ken, vor allem pol­ni­scher, ukrai­ni­scher und deut­scher Her­kunft aber auch aus Litau­en und Weißrussland.

Doch gera­de hier ent­stand auch ein spi­ri­tu­el­les Zen­trum, da die vie­len depor­tier­ten Prie­ster zum Ent­ste­hen einer Unter­grund­kir­che bei­tru­gen. Zu ihnen gehör­te auch der von Papst Johan­nes Paul II. 2001 selig gespro­che­ne P. Ale­xij Saritski.

Heu­te gibt es in Kara­gan­da mit sei­nen rund 2,5 Mil­lio­nen Ein­woh­nern eine Moschee, eine ortho­do­xe Kir­che und bald auch eine neue katho­li­sche Kathe­dra­le, in der man der Mär­ty­rer aus rund 120 Völ­kern geden­ken wird.

Die Geneh­mi­gung zum Bau erteil­ten die kasa­chi­schen Behör­den 2003, nicht zuletzt auch auf­grund der guten Bezie­hun­gen, die zwi­schen dem Staat und dem Hei­li­gen Stuhl ins­be­son­de­re nach dem Besuch von Papst Johan­nes Paul II. im Jahr 2001 ent­stan­den waren.

Der Bau der neue Kir­che im goti­schen Stil wird mit Unter­stüt­zung von Gläu­bi­gen aus aller Welt finan­ziert: Bischof Pavel Len­ga und sein Weih­bi­schof Atha­na­si­us Schnei­der bit­ten um wei­te­re Spen­den für die Fertigstellung.

(Fides)