Benedikt XVI. verweist auf das Beispiel der heiligen Theresia vom Kinde Jesu: Die „Wissenschaft der göttlichen Liebe“ machte sie zur Kirchenlehrerin

(Vati­kan) Die hei­li­ge The­re­sia vom Kin­de Jesu, deren Gedenk­tag heu­te began­gen wird, ist nach Wor­ten Bene­dikts XVI. ein Vor­bild für die Jugend. Papst Johan­nes Paul II. erhob sie 1997 auf­grund ihrer „Wis­sen­schaft der gött­li­chen Lie­be“ zur Kirchenlehrerin.

„Wir geden­ken heu­te der hei­li­gen The­re­sia vom Kin­de Jesu, der jun­gen Kar­me­li­tin von Lisieux, Kir­chen­leh­re­rin und Patro­nin der Mis­sio­nen“, erklär­te Bene­dikt XVI. heu­te, Mitt­woch, am Ende der Gene­ral­au­di­enz im Vati­kan. „Ihr Zeug­nis vom Evan­ge­li­um stär­ke euch, lie­be Jugend­li­che, in eurem Bemü­hen um die täg­li­che Treue zu Christus.“

Anschlie­ßend wand­te sich der Papst jenen Men­schen zu, die gesund­heit­li­che Beschwer­den haben oder im Ster­ben lie­gen: „Euch, lie­be Kran­ke, ermu­ti­ge sie, Chri­stus auf dem Weg der Prü­fung und des Lei­dens zu folgen.“

Schließ­lich rich­te­te Bene­dikt XVI. noch ein Wort an die Braut­leu­te. „Euch, lie­be Frisch­ver­mähl­te, möge sie hel­fen, aus euren Fami­li­en jenen Ort zu machen, an dem die Lie­be zu Gott und zu den Brü­dern und Schwe­stern wächst und gedeiht.“

Im Apo­sto­li­schen Schrei­ben Divi­ni amo­ris sci­en­tia zur Pro­kla­ma­ti­on der hei­li­gen The­re­sia vom Kin­de Jesus und vom Hei­li­gen Ant­litz, so ihr vol­ler Name im Kar­mel, zur Kir­chen­leh­re­rin betont Papst Johan­nes Paul II., daß die „Wis­sen­schaft der gött­li­chen Lie­be“ ein Geschenk sei, „das den Klei­nen und Demü­ti­gen gewährt wird, damit sie die Geheim­nis­se des Got­tes­rei­ches, die den Gelehr­ten und Wei­sen ver­bor­gen sind, erken­nen und verkünden“.

Der direk­te Vor­gän­ger Bene­dikts XVI. schil­dert den Lebens­weg der Hei­li­gen und erklärt anschlie­ßend, daß sie uns Schrif­ten hin­ter­las­sen habe, „durch die sie mit Recht den Titel einer Leh­re­rin des geist­li­chen Lebens ver­dient“. Zu die­sen Wer­ken gehö­ren drei auto­bio­gra­phi­sche Manu­skrip­ten – erst­mals ver­öf­fent­licht unter dem bald berühmt gewor­de­nen Titel „Geschich­te einer See­le“ –, 266 Brie­fe, 54 Gedich­te, acht poe­ti­sche Tex­te und Büh­nen­stücke sowie 21 Gebete.

„Wenn The­re­sia auch kei­ne gan­ze und eigent­li­che Samm­lung von Leh­ren vor­zu­le­gen hat, so leuch­ten doch aus ihren Schrif­ten außer­ge­wöhn­li­che Licht­blit­ze der Leh­re auf, die, gleich­sam durch die Gna­de des Hei­li­gen Gei­stes, die Offen­ba­rung in ihrem inner­sten Mark in ein­zig­ar­ti­ger und neu­er Sicht erfas­sen und die Unter­wei­sung auf her­vor­ra­gen­de Art dar­bie­ten“, so Johan­nes Paul II. „Der Kern ihrer Bot­schaft ist das Geheim­nis Got­tes selbst, der die Lie­be ist, des drei­ei­n­i­gen, in sich unend­lich voll­kom­me­nen Gottes.“

Die erbar­men­de Lie­be der drei gött­li­chen Per­so­nen sei der „Gip­fel­punkt“, wie es die Hei­li­ge ins­be­son­de­re „in ihrem ‚Akt der Wei­he an die barm­her­zi­ge Lie­be’ zum Aus­druck bringt. An der Basis steht, auf Sei­ten des Men­schen, die Erfah­rung, in Jesus Adop­tiv­kind des Vaters zu sein. Dar­in liegt die eigent­li­che Bedeu­tung der geist­li­chen Kind­schaft: in der vom Hei­li­gen Geist bewirk­ten Erfah­rung, Kind Got­tes zu sein. Fer­ner befin­det sich an der Basis, uns gegen­über, der Näch­ste, alle ande­ren, an deren Heil wir mit­ar­bei­ten müs­sen mit und in Jesus, mit die­ser sei­ner barm­her­zi­gen Liebe.“

Durch die geist­li­che Kind­schaft mache man die Erfah­rung, „daß alles von Gott kommt, zu ihm zurück­kehrt und in ihm bleibt, zum Heil aller Men­schen, im Geheim­nis der barm­her­zi­gen Lie­be. Das ist die Bot­schaft der Leh­re, die die Hei­li­ge hin­ter­ließ und die sie selbst gelebt hat.“

Lou­is und Marie-Zélie Mar­tin, die Eltern der so genann­ten „klei­nen The­re­sia“, wer­den am 19. Okto­ber, dem Welt­mis­si­ons­sonn­tag, in Lisieux selig gespro­chen werden.

(Zenit)