Papstmessen nur noch mit Mundkommunion im Knien

(Vati­kan) Bei zukünf­ti­gen Papst­mes­sen wird sich die Mund­kom­mu­ni­on in knien­der Kör­per­hal­tung durch­set­zen. Die­se Ein­schät­zung äußer­te der päpst­li­che Zere­mo­ni­en­mei­ster Gui­do Mari­ni in einem Inter­view mit der Vati­kan­zei­tung L’Osservatore Roma­no vom Don­ners­tag.

Die Hand­kom­mu­ni­on sei ein Zuge­ständ­nis an ein­zel­ne Bischofs­kon­fe­ren­zen gewe­sen. Dem­ge­gen­über unter­strei­che die Pra­xis der Mund­kom­mu­ni­on die all­ge­mein gül­ti­ge lit­ur­gi­sche Norm, die, „ohne der ande­ren Hal­tung Abbruch zu tun“, bes­ser die Fröm­mig­keit för­de­re und die Gegen­wart Chri­sti im Altarsa­kra­ment ange­mes­se­ner zum Aus­druck brin­ge. Zuletzt bei der Rei­se Bene­dikts XVI. nach Apu­li­en wur­den eigens Kom­mu­ni­onbän­ke zur Spen­dung der Eucha­ri­stie auf­ge­stellt, wie auch schon bei der Mes­se zum Fron­leich­nams­fest. Zudem wies Mari­ni auf die gro­ße Bedeu­tung der Ori­en­tie­rung bei der Lit­ur­gie hin, „auch in prak­ti­scher Hin­sicht“. In der Zele­bra­ti­ons­rich­tung ver­mitt­le sich näm­lich „eine grund­le­gen­de theo­lo­gi­sche, anthro­po­lo­gi­sche und ekkle­sio­lo­gi­sche Tat­sa­che“. „Vom Herrn kommt das Heil, er ist der Osten, die auf­ge­hen­de Son­ne, auf die wir unse­ren Blick rich­ten müs­sen, und von der wir die Gabe der Gna­de emp­fan­gen müs­sen“, so Mari­ni wört­lich. Des­halb habe Papst Bene­dikt am Fest Tau­fe des Herrn in der Six­ti­ni­schen Kapel­le am Altar gefei­ert.

Mari­ni stell­te klar, daß es nicht dar­um gehe, „den Gläu­bi­gen den Rücken zuzu­wen­den“, son­dern viel­mehr dar­um, sich gemein­sam mit ihnen dem Herrn zuzu­wen­den. Es gebe beson­de­re Umstän­de, in denen „die künst­le­ri­sche Aus­ge­stal­tung des Sakral­rau­mes und sei­ne ein­zig­ar­ti­ge Schön­heit und Har­mo­nie“ eine Fei­er am alten Altar wün­schens­wert erschei­nen las­sen. Das sei heu­te im Peters­dom bereits der Fall, wo jeden Mor­gen zahl­rei­che Prie­ster nach dem „ordent­li­chen“ Ritus, aber an tra­di­tio­nel­len Altä­ren zele­brier­ten. Ob Bene­dikt XVI. auch ein­mal einen Got­tes­dienst nach den alten Büchern fei­ern wer­de, ließ Mari­ni offen. Der Zere­mo­ni­en­mei­ster übte Kri­tik am „ideo­lo­gi­schen“ Gebrauch der Aus­drücke „vor­kon­zi­li­ar“ und „nach­kon­zi­li­ar“. Nicht alles, was neu sei, sei wahr, das­sel­be gel­te aber auch für das, was alt sei. Das Motu Pro­prio, mit dem der Papst vor einem Jahr den Gebrauch des alten Meß­ri­tus wie­der groß­zü­gi­ger erlaub­te, beab­sich­ti­ge jeden­falls eine gegen­sei­ti­ge Berei­che­rung der bei­den For­men des römi­schen Ritus.

Auch der neue Hir­ten­stab wer­de nun dau­er­haft im Ein­satz blei­ben, sag­te der Päpst­li­che Zere­mo­ni­en­mei­ster. Er ent­spre­che mehr der römi­schen Tra­di­ti­on und sei außer­dem leich­ter als der Hir­ten­stab von Lel­lo Scor­zel­li, den die Päp­ste seit Paul VI. benutzt hat­ten. Der Stab in Kreuz­form, den erst­mals Papst Pius IX. benutzt hat­te, war erst­mals wie­der am Palm­sonn­tag die­sen Jah­res zum Ein­satz gekom­men.

Außer­dem kün­dig­te Mari­ni in dem Inter­view an, daß Bene­dikt XVI. ab Sonn­tag ein neu­es Pal­li­um tra­gen wer­de. Es ent­spre­che dem vom Johan­nes Paul II. benutz­ten, aller­dings sei­en die Kreu­ze – im Unter­schied zu den Pal­li­en der Metro­po­li­ten – rot statt schwarz. Das Pal­li­um ist das Ehren­zei­chen der Erz­bi­schö­fe, die eine Kir­chen­pro­vinz lei­ten. Bene­dikt XVI. trug statt des bis­her übli­chen kur­zen Pal­li­ums ein über die Schul­ter geschla­ge­nes, län­ge­res und brei­te­res Pal­li­um.

(OR/RV)