Die einflußreiche chinesische Wochenzeitung „Nan Gang Weekly“ veröffentlicht Artikel eines chinesischen Wissenschaftlers zum Gedenken an Papst Johannes Paul II. anläßlich des dritten Todestags

(Rom) In der Aus­ga­be vom 4. April ver­öf­fent­licht die chi­ne­si­sche Wochen­zeit­schrift Nan Fang Wee­kly den Arti­kel eines „in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten leben­den chi­ne­si­schen Wis­sen­schaft­lers“ zum Geden­ken an Papst Johan­nes Paul II. anläß­lich des drit­ten Todes­tags. Der Autor erin­nert Johan­nes Paul II. als „viel gelieb­ten“ Papst, der „das Gesicht der Welt und der katho­li­schen Kir­che ver­än­dert hat“.

„Vie­le unse­rer ‚Genos­sen’ sind immer noch der Ansicht, daß es sich bei dem Chri­sten­tum um eine west­li­che Reli­gi­on han­delt. Doch in Wirk­lich­keit ist das Chri­sten­tum heu­te vor allem in der drit­ten Welt ver­brei­tet. Auch der Katho­li­zis­mus des Vati­kans hat dank des am 2. April vor drei Jah­ren ver­stor­be­nen Papst Johan­nes Paul II. sein Pro­fil ver­än­dert.

„Heu­te kann man den Katho­li­zis­mus wohl nur noch schwer als west­li­che Reli­gi­on bezeich­nen. So wie der Bud­dhis­mus auch nicht mehr ein­fach als indi­sche Reli­gi­on bezeich­net wer­den kann. … Wie aus vor­läu­fi­gen Sta­ti­sti­ken her­vor­geht leben von den über 1 Mil­li­ar­de Katho­li­ken in aller Welt rund 490 Mil­lio­nen in Süd­ame­ri­ka, 120 Mil­lio­nen in Afri­ka, 110 Mil­lio­nen in Asi­en. Und damit leben 70% der Katho­li­ken in der drit­ten Welt…1998 kamen drei Vier­tel der in die­sem Jahr getauf­ten aus Ent­wick­lungs­län­dern … Nach vie­len Jah­ren kön­nen wir also auch sagen, das das Chri­sten­tum auch unse­rer Reli­gi­on ist… In vie­len west­li­chen Län­dern leben Katho­li­ken, die aus Asi­en, Ame­ri­ka und Afri­ka ein­ge­wan­dert sind“.

„Johan­nes Paul II. hat mit sei­ner fas­zi­nie­ren­den See­le oder viel­mehr dank sei­ner fas­zi­nie­ren­den See­le die Ein­heit der katho­li­schen Kir­che erhal­ten und gleich­sam die Bezie­hun­gen zu den Pro­te­stan­ten zum Juden­tum und zum Islam ver­bes­sert. Reli­gi­on ist glo­bal und das Chri­sten­tum ist bereits glo­bal. Und dies ist die neue ‚Far­be’ die Papst Johan­nes Paul II. der Welt hin­ter­las­sen hat. Wenn wir also von Reli­gi­on spre­chen, dann müs­sen wir uns eine neue Visi­on aneig­nen. Wenn wir dem Prin­zip der Tren­nung von Poli­tik und Reli­gi­on fol­gen, dann soll­ten wir unse­ren chi­ne­si­schen Chri­sten auch sagen dür­fen, daß ‚dies unse­re Reli­gi­on ist, ein Teil unse­rer moder­nen chi­ne­si­schen Kul­tur? Ange­sichts der Kon­tak­te zu Aus­län­dern des­sel­ben Glau­bens soll­ten wir dann nicht auch offen sagen dür­fen, daß ‚dies auch unse­rer Reli­gi­on ist, ein Teil der moder­nen Kul­tur des Aus­tau­sches’?“.

(Fides)