Alessandra Borghese kandidiert für das italienische Parlament — Lebenszeichen des politischen Katholizismus

(Rom) Am 13. und 14. April fin­den in Ita­li­en vor­ge­zo­ge­nen Par­la­ments­wah­len statt. Unter den bekann­ten Bewer­bern auf den Kan­di­da­ten­li­sten befin­det sich auch Prin­zes­sin Ales­san­dra Borghe­se. Die jun­ge Röme­rin, durch ihre Bücher, Inter­views und Vor­trä­ge auch im deut­schen Sprach­raum bekannt, kan­di­diert für die katho­li­sche Unio­ne di Cen­tro (Zen­trums­uni­on) von Pier­fer­di­nan­do Casi­ni. Die aus altem päpst­li­chen und Reichs­adel stam­men­de Prin­zes­sin bewirbt sich, wie könn­te es anders sein, in ihrer Hei­mat­stadt Rom um einen Sitz im ita­lie­ni­schen Senat, der zwei­ten Kam­mer des Par­la­ments.

Nach einem auf­ge­wühl­ten Leben, das sie in einem ihrer Bücher beschreibt, fand sie zum katho­li­schen Glau­ben zurück. Ihr Wahl­pro­gramm faß­te die Röme­rin in den Wor­ten: „Für die Frau­en, für die Fami­lie und für das Leben“ zusam­men. Vor allem der Lebens­schutz ist ihr ein beson­de­res Anlie­gen. Im Par­la­ment will sie, soll­te sie gewählt wer­den, ihre Stim­me „für die katho­li­sche Kir­che“ erhe­ben.

Mit ihrer Kan­di­da­tur tritt die 45-jäh­ri­ge Jour­na­li­stin und Schrift­stel­le­rin in die Fuß­stap­fen ihrer Vor­fah­ren. Dem Für­sten­haus Borghe­se ent­stamm­ten zahl­rei­che Staats­män­ner. Mit Paul V. stell­te es im 16. Jahr­hun­dert auch einen Nach­fol­ger auf dem Stuhl Petri. Neben Staats­män­nern zeich­ne­te sich die Fami­lie vor allem auch durch eine Rei­he von Gene­rä­len aus.

Die Par­tei UDC ist die erfolg­reich­ste Nach­fol­ge­or­ga­ni­sa­ti­on der einst in Ita­li­en bestim­men­den Christ­de­mo­kra­tie und der Ver­such einer Reor­ga­ni­sa­ti­on des poli­ti­schen Katho­li­zis­mus nach der 1993 erfolg­ten Auf­lö­sung der DC. Die UDC war gehör­te bis­her zum Mit­te-rechts-Bünd­nis von Sil­vio Ber­lus­co­ni. Als die­ser im Febru­ar die poli­ti­sche Rech­te Ita­li­ens neu orga­ni­sier­te und das Auf­ge­hen der UDC in sei­ner Par­tei der Frei­hei­ten for­der­te, wäh­rend Casi­ni ein eigen­stän­di­ger Ver­bün­de­ter blei­ben woll­te, kam es zum Bruch. Der UDC kan­di­diert nun unab­hän­gi­gen von den bei­den gro­ßen Par­tei­blöcken von links und rechts und nimmt damit Nach­tei­le des Wahl­rechts in Kauf. Vor weni­gen Tagen schloß sich der UDC eine ande­re christ­de­mo­kra­ti­sche Neu­grün­dung, die Wei­ße Rose, um den Orga­ni­sa­tor des Fami­ly Day Savi­no Pez­zot­ta an. Am Fami­li­en­tag hat­ten sich in Rom mehr als zwei Mil­lio­nen Men­schen ver­sam­melt, um für eine ernst­haf­te Fami­li­en­po­li­tik und das Leben und gegen die Ein­füh­rung der Homo-Ehe zu demon­strie­ren. Bei den Par­la­ments­wah­len von 2006 erreich­te die UDC 6,5 Pro­zent der Stim­men.

JF