Nationaler Ethikrat verkommt zum reinem Lobbyverein der Forschungsindustrie

(Mün­ster) „Mit sei­nem letz­ten Vor­schlag zur Auf­he­bung der Stich­tags­re­ge­lung im Stamm­zell­ge­setz weist der Natio­na­le Ethik­rat in sei­ner Mehr­heit den Weg in die for­schungs­po­li­ti­sche Sack­gas­se. Zugleich ist es eine ethi­sche Bank­rott­erklä­rung, die Schutz­vor­schrif­ten zugun­sten der­je­ni­gen Embryo­nen, die im Aus­land für Expe­ri­men­te deut­sche For­scher getö­tet wer­den, aus dem Straf­recht her­aus­zu­neh­men und zu rei­nen Ord­nungs­vor­schrif­ten zu degra­die­ren“, kri­ti­siert Mecht­hild Löhr, die Bun­des­vor­sit­zen­de der Christ­de­mo­kra­ten für das Leben (CDL).


Die Christ­de­mo­kra­ten für das Leben (CDL) for­dern viel­mehr, daß Deutsch­land sei­ne Anstren­gun­gen bei der For­schung und The­ra­pie mit adul­ten Stamm­zel­len ver­stärkt. Löhr weist auf die stür­mi­sche Ent­wick­lung bei den The­ra­pien mit adul­ten Stamm­zel­len hin: „Füh­ren­de Medi­zi­ner bestä­ti­gen inzwi­schen: Hier­in liegt die Zukunft! Welt­weit gibt es kei­ne ein­zi­ge kli­ni­sche Stu­die mit embryo­na­len Stamm­zel­len. Selbst die größ­ten Befür­wor­ter der Nut­zung embryo­na­ler Stamm­zel­len rech­nen nicht in abseh­ba­rer Zeit mit der Ent­wick­lung von The­ra­pien. Adul­te Stamm­zel­len hin­ge­gen wer­den bereits mit stän­dig wach­sen­dem Erfolg the­ra­peu­tisch zur Behand­lung von über 65 Krank­hei­ten ein­ge­setzt, dar­un­ter beim Herz­in­farkt. Hier hat sich Deutsch­land inzwi­schen sogar als Spit­zen­for­schungs­stand­ort eta­blie­ren kön­nen, gera­de weil wir bis­her auf die ver­brau­chen­de Embryo­nen­for­schung wei­test­ge­hend bewußt ver­zich­tet haben.“


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Des­halb ist es laut CDL um so unver­ständ­li­cher, daß der Natio­na­le Ethik­rat die­se Erfol­ge nicht zur Kennt­nis nimmt und sich
statt­des­sen wie­der ein­mal — wie von sei­nem Begrün­der Ger­hard Schrö­der erhofft — als blo­ßes Fei­gen­blatt zur rück­sichts­lo­sen Durch­set­zung for­schungs­po­li­ti­scher Inter­es­sen erweist.„Die Mei­nungs­um­fra­gen im Früh­jahr die­ses Jah­res haben gezeigt, daß sowohl die Mehr­heit der Bevöl­ke­rung wie auch die Mehr­heit der ärzt­li­chen Spit­zen­ver­tre­ter der ver­brau­chen­den Embryo­nen­for­schung kri­tisch und ableh­nend gegen­über ste­hen, ins­be­son­de­re des­halb, weil hier mensch­li­ches Leben in sei­ner frü­he­sten Pha­se ver­zweckt wird.Die CDL spricht sich klar gegen eine Ver­schie­bung der im Stamm­zell­ge­setz fest­ge­schrie­be­nen Stich­tags­re­ge­lung aus: „Schon das gel­ten­de Stamm­zell­ge­setz drückt weni­ger als das ethi­sche Mini­mum aus. Von Deutsch­land soll­te kein wei­te­rer Anreiz zur Tötung von Embryo­nen für die For­schung aus­ge­hen. Das sind wir u.a. auch unse­rer Ver­gan­gen­heit schul­dig und dies soll­te auch wei­ter­hin gel­ten“, betont Löhr.

(pm/JF)