Fastenbotschaft der Liebe gegen Ausbeutung

(Radio Vati­kan) Die Lie­be Got­tes neu erfah­ren — das soll laut Bene­dikt XVI. jeder Christ in der kom­men­den Fasten­zeit. Im Vati­kan wur­de heu­te die dies­jäh­ri­ge Fasten­bot­schaft des Pap­stes vor­ge­stellt — mit einer geän­der­ten Per­spek­ti­ve: Statt Näch­sten­lie­be und sozia­len The­men geht es Bene­dikt in die­sem Jahr um die ver­ti­ka­le Ver­bin­dung zwi­schen Gott und Mensch. Seit 1976 stellt der Päpst­lich Rat „Cor Unum“ die Fasten­bot­schaf­ten vor. Des­sen Prä­si­dent, der deut­sche Kuri­en­bi­schof Paul Josef Cor­des, erklär­te heu­te:


Die­se Ver­än­de­rung im Den­ken kann man in der gan­zen Ver­kün­di­gung Bene­dikts XVI. fest­stel­len. War­um der Papst den Fokus sei­ner Pre­dig­ten auf Gott legt — dar­über kann ich nur spe­ku­lie­ren. Sicher erscheint es aber auch Bene­dikt XVI. so, daß Gott in unse­rer Zeit der gro­ße Abwe­sen­de ist, den der Mensch mal mehr oder mal weni­ger spürt. Mit die­ser Ver­ar­mung kann der Papst sich nicht zufrie­den geben. Das Feh­len Got­tes ist schlim­mer als mate­ri­el­le Not, denn so stirbt jede Hoff­nung und der Mensch bleibt allein mit sei­nem Schmerz und sei­nem Kla­gen.

Die Fasten­bot­schaft ist also Extrakt der Enzy­kli­ka „Deus Cari­tas est“. Die Lie­be Got­tes ist die Grund­la­ge aller Näch­sten­lie­be, sie soll die Men­schen dann zu sozia­lem Han­deln anstif­ten.

Bene­dikt XVI. spielt auch in der Fasten­bot­schaft mit dem Begriffs­paar Eros — Aga­pe, mit den Wor­te für die erseh­nen­de, lei­den­schaft­li­che Lie­be auf der einen Sei­te, die Hin­ga­be auf der ande­ren. „Die Lie­be, mit der Gott uns umgibt, ent­spricht der Aga­pe. Kann der Mensch etwa Gott etwas geben, was Er nicht schon besä­ße? … Doch Gott liebt auch mit der Kraft des Eros. … Der All­mäch­ti­ge erwar­tet das ‚Ja’ sei­ner Geschöp­fe wie ein jun­ger Bräu­ti­gam das sei­ner Braut.“ Am Kreuz offen­bart sich die­se Lie­be, daher der Titel der Bot­schaft: ‚Sie wer­den auf den schau­en, den sie durch­bohrt haben‘ (Joh 19,37). Der Durch­bohr­te selbst sei die­se Offen­ba­rung, so der Papst. Die Lie­bes­bot­schaft dahin­ter: „Am Kreuz bet­telt Gott selbst um die Lie­be sei­nes Geschöp­fes.“ Die Fasten­zeit sei Zeit, die­se Lie­be anzu­neh­men, doch das allein genü­ge nicht. Der Blick auf den gekreu­zig­ten Chri­stus drän­ge dazu, „die Wun­den zu erken­nen, die der Wür­de des Mensch­seins geschla­gen wer­den, … ins­be­son­de­re, jede Form der Ver­ach­tung des Lebens und der Aus­beu­tung der mensch­li­chen Per­son zu bekämp­fen und die dra­ma­ti­sche Ver­ein­sa­mung und Ver­las­sen­heit vie­ler Men­schen zu lin­dern“.