„Jeder Mensch ist eine Geschichte der Liebe, die Gott auf Erden schreibt“

Lie­be Brü­der und Schwe­stern,

nach dem Johan­nes­evan­ge­li­um hat Maria von Mag­da­la als erste den auf­er­stan­de­nen Herrn Jesus gese­hen. Sie wur­de sozu­sa­gen zur Apo­sto­lin der neu­en und größ­ten Hoff­nung, der Auf­er­ste­hung. Ihr Besuch beim Grab am Oster­mor­gen war ein Abbild der Treue vie­ler Frau­en, die in Erin­ne­rung an einen lie­ben Ver­stor­be­nen die Fried­hö­fe auf­su­chen.

Das lee­re Grab ließ sie zunächst nüch­tern dar­auf schlie­ßen, dass der Leich­nam weg­ge­nom­men wur­de, und sie berich­te­te es den Apo­steln. Maria ging dann noch­mals zum Grab, dop­pelt schwer bedrückt wegen des Todes Jesu und dem uner­klär­li­chen Ver­schwin­den sei­nes Leich­nams. Und da über­rascht sie Gott auf uner­war­te­te Wei­se. Als Jesus sie mit Namen anspricht, erkennt sie den Herrn, der lebt. Die­se erste Erschei­nung des Auf­er­stan­de­nen geschieht ganz per­sön­lich. Sie zeigt uns den Gott, der uns Men­schen kennt, sich unse­rer annimmt und sich um unser Leben küm­mert. Jeder Mensch ist eine Geschich­te der Lie­be, die Gott auf Erden schreibt. Wie bei Maria von Mag­da­la ist das Leben jedes Chri­sten in die­se über­strö­men­de Freu­de hin­ein­ge­nom­men: Wir haben einen Gott an unse­rer Sei­te, der uns beim Namen nennt und auf­rich­tet, der durch sei­ne Auf­er­ste­hung uns und die Welt ver­wan­delt.

Von Her­zen grü­ße ich die Brü­der und Schwe­stern aus den Län­dern deut­scher Spra­che. Gott lässt uns in den Mühen und Nöten des Lebens nicht allein. Der auf­er­stan­de­ne Herr ruft uns wie Mag­da­le­na beim Namen und will, dass auch wir in unse­rer Lebens­welt zu Boten der öster­li­chen Freu­de und Apo­steln sei­ner Hoff­nung wer­den. Dazu stär­ke euch der Hei­li­ge Geist mit sei­ner Gna­de.