Russisch-orthodoxe Kirche behält Beziehungen zur EKD

(Mos­kau) Die rus­sisch-ortho­do­xe Kir­che (ROK) will nach der Wahl von Bischö­fin Mar­got Käß­mann zur EKD-Rats­vor­sit­zen­den ihre Kon­tak­te zur Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land doch nicht abbre­chen. Aller­dings sei ein Neu­start der Bezie­hun­gen nötig, sag­te ein ROK-Spre­cher heu­te.

Damit mäßigt das Mos­kau­er Patri­ar­chat nach einem Brief Käß­manns den Ton in der Aus­ein­an­der­set­zung wie­der deut­lich. Nach der Wahl Käß­manns hat­te Kir­chen­spre­cher Erz­bi­schof Illa­ri­on zunächst mit einem Abbruch der Bezie­hun­gen zwi­schen der rus­sisch-ortho­do­xen und der pro­te­stan­ti­schen Kir­che in Deutsch­land gedroht.

Käß­mann hat­te dar­auf­hin einen Brief an Patri­arch Kyrill I. geschrie­ben und dar­an erin­nert, daß die gegen­sätz­li­chen Auf­fas­sun­gen über die Stel­lung der Frau in der Kir­che bis­her kein Hin­der­nis für den Dia­log gewe­sen sei­en. „Die Evan­ge­li­sche Kir­che Deutsch­lands hofft auf eine Fort­set­zung des theo­lo­gi­schen Dia­logs“, hieß es in dem Brief.

„Uns beun­ru­hi­gen die libe­ra­len Pro­zes­se, die in den west­li­chen Kir­chen pas­sie­ren. Die Wahl Käß­manns zur Kir­chen­vor­sit­zen­den ist für uns eine Her­aus­for­de­rung“, so der stell­ver­tre­ten­de Lei­ter des kirch­li­chen Außen­amts Filip Rja­bych heu­te gegen­über RIA-Novo­sti.

Den­noch habe das Mos­kau­er Patri­ar­chat nicht die Absicht, „sich zu iso­lie­ren“ und den Kon­takt abzu­bre­chen, füg­te er hin­zu. Die Bezie­hun­gen müß­ten aber neu gestal­tet wer­den, for­der­te der Geist­li­che.

(rufo)