Abfall vom Islam — Morgen um vier Uhr morgens ist die Hinrichtung

(Frank­furt) Nach Anga­ben der Inter­na­tio­na­len Gesell­schaft für Men­schen­rech­te (IGFM) ste­hen im Iran eine Rei­he von neu­en Hin­rich­tun­gen von kur­di­schen Gefan­ge­nen bevor. Mor­gen, am Mitt­woch den 11. Novem­ber um vier Uhr mor­gens, soll der 28jährige Ehsan Fatt­ahi­an durch den Strang hin­ge­rich­tet wer­den – unter ande­rem wegen Abfall vom Islam.

Der Anwalt des 28jährigen Ehsan Fatt­ahi­an ist am Sonn­tag den 8. Novem­ber dar­über infor­miert wor­den, daß er sich Mitt­woch, dem 11. Novem­ber um vier Uhr mor­gens im Zen­tral­ge­fäng­nis von Sanan­daj zur Hin­rich­tung sei­nes Man­dan­ten ein­fin­den sol­le. Sanan­daj ist die Haupt­stadt der ira­ni­schen Pro­vinz Kur­di­stan im Nord­we­sten des Lan­des, knapp 400 km west­lich von Tehe­ran. Ehsan Fatt­ahi­an und ande­re poli­ti­sche Gefan­ge­ne befin­den sich dort im Hun­ger­streik. 16 wei­te­re poli­ti­sche Akti­vi­sten der kur­di­schen Min­der­heit des Iran sol­len eben­falls auf Ihre Exe­ku­ti­on war­ten. Nach Anga­ben der IGFM wer­den die Hin­rich­tun­gen in der Regel durch Stran­gu­lie­ren voll­streckt, indem die Opfer mit einem Strick um den Hals lang­sam an einem Kran in die Höhe gezo­gen wer­den. Der Todes­kampf der Opfer daue­re zum Teil meh­re­re Minu­ten.

Ehsan Fatt­ahi­an, gebo­ren in Ker­man­schah, war im Juli 2008 ver­haf­tet und zunächst vom Geheim­dienst gefan­gen gehal­ten wor­den. In erster Instanz ver­ur­teil­te ihn die Erste Abtei­lung des Revo­lu­ti­ons-Gerichts der Stadt Sanand­adj wegen „Hand­lun­gen gegen die natio­na­le Sicher­heit“ zu zehn Jah­ren Haft, die er in der Ver­ban­nung in einem abge­le­ge­nen Gefäng­nis in Ram­hor­moz in Khou­ze­stan, im süd­li­chen Iran und weit ent­fernt von sei­nen Ange­hö­ri­gen ver­bü­ßen soll­te. Das Urteil wur­de jedoch von der Vier­ten Abtei­lung des Beru­fungs­ge­richts der Pro­vinz Kur­di­stan über­prüft und in ein Todes­ur­teil umge­wan­delt. Grund dafür sol­len „Kampf gegen Gott“, „Abfall vom Islam“ und angeb­li­cher „bewaff­ne­ter Kampf“ sein. In der Haft wur­de der jun­ge Mann mehr­fach schwer gefol­tert.

Der Hin­ter­grund für die Ver­hän­gung die­ses und ande­rer Todes­ur­tei­le gegen Kur­den, die sich für Min­der­hei­ten­rech­te im Iran ein­ge­setzt haben, sind nach Ansicht der IGFM mög­li­cher­wei­se die wie­der stär­ker wer­den­den Pro­te­ste in den Kur­den­re­gio­nen der Isla­mi­schen Repu­blik Iran.

(PM/ JB)