Warum schaut Ihr zu? Warum argumentiert Ihr nicht? Warum verkündet Ihr nicht die Wahrheit?

(Stift Hei­li­gen­kreuz bei Wien) Der Autor, ein afri­ka­ni­scher Christ, regi­striert mit Ent­set­zen das kir­chen­feind­li­che Kli­ma in Euro­pa und ist erstaunt, mit wel­cher Pas­si­vi­tät die Chri­sten sich dar­in fügen. Nwe­ke Kizi­to Chine­du, Prie­ster­se­mi­na­rist aus Nige­ria, stu­diert an der Päpst­li­chen Hoch­schu­le in Stift Hei­li­gen­kreuz bei Wien. Hier sein Text:

In West­eu­ro­pa, neh­men wir Öster­reich als Fall­bei­spiel, gibt es seit län­ge­rem einen hef­ti­gen Sturm der Kri­tik am Chri­sten­tum, eine anti­christ­li­che Strö­mung. Gläu­big zu sein, wird als eine bemit­lei­dens­wer­te Situa­ti­on angesehen.

Um es mil­de aus­zu­drücken: Die mei­sten Chri­sten war­ten hilf- und taten­los auf die voll­kom­me­ne Zer­stö­rung des bereits ange­schla­ge­nen Christentums.

Was mir Sor­gen macht, ist nicht etwa, daß die Kir­che schwie­ri­ge Situa­tio­nen nicht über­le­ben (Mt 16:18) oder daß Chri­stus Sei­ne Kir­che ver­las­sen wür­de (Mt 28:20). Ich mache mir über den Grad der Gleich­gül­tig­keit Sor­gen, mit der die Chri­sten in die­sem Land mit die­ser Situa­ti­on umgehen.

Es ist die tota­le Pas­si­vi­tät, mit der die Chri­sten der sich zer­stö­re­risch auf­bau­en­den Wel­le eines Anti­chri­sten­tums begeg­nen. Durch die Medi­en, vor allem durch die Tages­pres­se, die Maga­zi­ne, das Fern­se­hen und das Radio, sind die Men­schen tag­täg­lich mit Ideo­lo­gien kon­fron­tiert, denen nur star­ke, unter­schei­den­de Gei­ster und tief­wurzeln­der Glau­be stand­hal­ten kön­nen. Die Fra­ge ist: Wie gehen die Chri­sten damit um? Was haben sie bis jetzt dage­gen unternommen?

Ich lese die Tages­pres­se und bin bestürzt über den offen­sicht­li­chen Eifer, mit dem Jour­na­li­sten und Redak­teu­re unbe­grün­de­te Behaup­tun­gen auf­stel­len, unlo­gi­sche Schlüs­se zie­hen und feind­se­li­ge Kri­tik an der Kir­che und ihrer Füh­rung üben. Die Pas­si­vi­tät, mit der die Chri­sten auf die­se Angrif­fe reagie­ren, ohne Gewis­sens­bis­se zu haben, ist alarmierend.

War­um ent­schei­det man sich dafür, zuzu­schau­en, wie Wert­vol­les zer­stört wird, statt zu argu­men­tie­ren, zu ver­tei­di­gen und die Wahr­heit zu ver­kün­den — und zwar von einem ratio­na­len Stand­punkt aus? War­um soll­te man sein natür­li­ches Poten­ti­al, auf nega­ti­ve Ent­wick­lun­gen zu reagie­ren, nicht aus­schöp­fen, beson­ders wenn die­se auf einer läh­men­den Ideo­lo­gie gedeihen?

Jetzt ist die Zeit auf­zu­wa­chen, jeder soll auf sei­ne Wei­se und in sei­nem Lebens­um­feld spre­chen. Lest! Schreibt! Sprecht laut! Wir müs­sen uns vor­be­rei­ten, weil Chri­stus uns schon gewarnt hat:  „… denn die Kin­der die­ser Welt sind unter ihres­glei­chen klü­ger als die Kin­der des Lichts.“  (Lk 16:8)

Wir kön­nen die­se Ent­wick­lung nicht auf­hal­ten, indem wir auf ein Wun­der von Gott war­ten. War­um soll­te Er ein Wun­der tun, wenn Er uns schon die Fähig­keit dazu durch unse­ren Glau­ben und unse­ren Ver­stand gege­ben hat?
Das Gebet ist zwei­fel­los der erste Schritt, den wir tun müs­sen, aber wir dür­fen es nicht beim Knien belas­sen. Wir müs­sen han­deln. Wir schul­den das unse­ren Nach­kom­men. Die Men­schen tre­ten aus der Kir­che aus, weil sie die fal­schen Ant­wor­ten auf ihre Fra­gen bekom­men, und sie bekom­men die fal­schen Ant­wor­ten von den fal­schen Leuten.

Ein Durch­schnitts­öster­rei­cher, der die Tages­zei­tun­gen liest, wird eher dazu nei­gen, sei­nen Glau­ben zu ver­lie­ren, als ein Glau­ben­der zu blei­ben. Es ist Zeit, Chri­stus füh­ren zu las­sen. Laßt alle in eurer Umge­bung mer­ken, das hier ein Christ ist. Wo seid ihr? Was seht ihr? Was hört ihr? Was wißt ihr? Sprecht laut! Unser Schwei­gen ist unser Schmerz!“

(europe4christ.net/ news.stjosef.at)