Von Giuseppe Brienza*
Am 9. Februar 2026 verstarb im Alter von 96 Jahren in Lausanne in der Schweiz der international renommierte Physiker Antonino Zichichi, ein herausragender Protagonist der italienischen Forschung im Bereich der Elementarteilchen, außerordentlicher Wissenschaftsvermittler und einer der bedeutendsten Wegbereiter des Dialogs zwischen Wissenschaft und Glauben. Siehe vor allem auch seinen Beitrag: Die Evolutionstheorie ist keine Wissenschaft.
In seinem kulturellen und wissenschaftlichen Wirken bemühte sich Zichichi stets, die ideologischen Implikationen (Scientismus) bestimmter Thesen aufzuzeigen – allen voran den Evolutionismus und die anthropogene Interpretation des Klimawandels –, wie sie in der zeitgenössischen Publizistik vorherrschen. Dabei griff er auf eine streng logische (mathematische) Argumentation zurück und forderte von den Vertretern der von ihm kritisierten Theorien die Reproduzierbarkeit der behaupteten experimentellen Befunde. Er stützte sich auf die beiden, wie bekannt, fundamentalen Säulen der wissenschaftlichen Methode: logische Strenge beim Aufbau experimenteller Apparaturen und Reproduzierbarkeit.
„Noch heute“, wiederholte er in zahlreichen Schriften und Vorträgen, „bedeutet ein Experiment in unseren Laboratorien: einerseits eine Frage an denjenigen zu richten, der die Welt geschaffen hat, und andererseits die Konsequenzen aus der mathematischen Auswertung der experimentellen Ergebnisse zu ziehen.“
Die Trauerfeierlichkeiten für Prof. Zichichi, wie von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni beschlossen und zu Beginn der Regierungssitzung am 11. Februar bekanntgegeben, fanden am Freitagnachmittag, dem 13. Februar, in feierlicher Form als Staatsbegräbnis in Rom in der Basilika Santa Maria degli Angeli e dei Martiri statt, unter Teilnahme politischer Autoritäten wie Staatspräsident Sergio Mattarella sowie Vertreter nationaler und internationaler wissenschaftlicher Institutionen. Zeitgleich mit den Feierlichkeiten in Rom wurden zu Ehren Zichichis die Glocken seiner Geburtsstadt Trapani und in Erice, beide auf Sizilien, geläutet.
Der sizilianische Physiker erhielt im Verlauf seiner langen Karriere zahlreiche Auszeichnungen und Ehrendoktorwürden in vielen Ländern, darunter in Deutschland, Polen, den Vereinigten Staaten von Amerika, China, Argentinien, Rumänien, Georgien und der Ukraine. Weniger Anklang fand er bei Wissenschaftlern (oder sogenannten) der westeuropäischen laizistischen Elite, sowohl wegen seines ausdrücklichen katholischen Glaubens – seit 2000 war er aktives Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften – als auch wegen seiner kritischen Haltung gegenüber dem Evolutionismus.
Aus letzterem Blickwinkel wurde ihm offenbar nie verziehen, daß er die wissenschaftliche Basis des Darwinismus widerlegt hat, was insbesondere den letzten Abschnitt seiner wissenschaftlichen Laufbahn prägte. Nach Zichichis Auffassung, so argumentierte er, müsse man sich fragen: „Obwohl der biologische Evolutionismus den Anspruch erhebt, eine Wissenschaft zu sein, welche konkreten Beweise stützen ihn? In Laboratorien auf der ganzen Welt, teils geheim, wird versucht, grundlegende Fragen zu beantworten, wie etwa den Übergang von unbelebter zu lebender Materie – Antworten liegen jedoch noch nicht vor. Der Evolutionismus beschreibt Prozesse, die angeblich Millionen von Jahren beanspruchen, doch ohne strenge mathematische Grundlage oder reproduzierbare Experimente kann er nicht als galileische Wissenschaft gelten. Echte wissenschaftliche Stringenz verlangt greifbare Beweise, nicht nur Worte. Für den Fortschritt der Menschheit ist es von entscheidender Bedeutung, zwischen Wissenschaft und unbewiesener Theorie zu unterscheiden.“
Zichichi war Initiator des 1980 in Erice, Sizilien, gegründeten Wissenschaftszentrums „Ettore Majorana“, konzipiert als internationaler Treffpunkt für Wissenschaftler und als Bezugspunkt für Generationen von Forschern, und der Laboratori Nazionali del Gran Sasso (LNGS, Nationale Labors des Gran Sasso), das weltweit größte unterirdische Forschungslabor für Teilchenphysik, Astroteilchenphysik und Kernastrophysik. Sie befinden sich im Herzen des Gran-Sasso-Massivs in Italien, etwa 120 km von Rom entfernt unter einer 1400 Meter dicken Felsschicht, die eine natürliche Abschirmung gegen kosmische Strahlung bietet.
Er betrachtete Wissenschaft und Glauben als zwei nicht im Widerspruch stehende Dimensionen, die sich gegenseitig erhellen sollten, und pflegte Beziehungen der Wertschätzung und Zusammenarbeit mit verschiedenen Päpsten, insbesondere mit Johannes Paul II. und Benedikt XVI., wobei er nachdrücklich die Notwendigkeit betonte, alte Gegensätze zu überwinden, beginnend mit dem Fall Galileo Galilei. In der Tat pflegte der Begründer der experimentellen Wissenschaft zu wiederholen:
„Derjenige, der die Welt geschaffen hat, ist klüger als alle Philosophen, Mathematiker und Physiker zusammengenommen. Und der einzige Weg, zu erfahren, wie er sie erschaffen hat, besteht darin, ihm Fragen zu stellen.“
Unvergeßlich für das Leben und Wirken Zichichis war der Besuch von Papst Johannes Paul II. im Zentrum „Ettore Majorana“ in Erice am 8. Mai 1993 – ein greifbares Zeichen der möglichen Allianz zwischen wissenschaftlicher Forschung und geistiger Reflexion. Diese Gedanken wiederholte der sizilianische Physiker in allen seinen späten Schriften, so etwa in der Einleitung zum Essay „L’Atteso e l’Anticristo“ („Der Erwartete und der Antichrist“, Armando Curcio Editore, Rom 2017, S. 121) des Religionsgelehrten und Arztes Pater Giacobbe Elia, Franziskaner der Marianischen Missionsgemeinschaft, in dem er eine grundlegende Lehre zur Relativität und zu den ersten Gesetzen, die die Schöpfung ordnen, hinterließ:
„Der Schöpfer hätte nur das Chaos finden können, doch er offenbarte stattdessen die ersten grundlegenden Gesetze, die die Welt tragen… Keine wissenschaftliche Entdeckung kann dazu verwendet werden, die Existenz Gottes in Zweifel zu ziehen oder zu leugnen.“
*Giuseppe Brienza, Journalist und Publizist, Studium der Politikwissenschaften an der Sapienza in Rom, schreibt für Fides Catholica, Il Borghese, Corrispondenza Romana, Il Corriere del Sud, Autor mehrerer Bücher u. a. in der Reihe „St. Petersburger Abende heute“: „56 konterrevolutionäre Pfeile“ (2021), Vorschläge, Autoren, Ideen und Schlachten gegen gegnerische Kulturen (2025), aber auch Biographien über Evita Perón, Nelson Mandela und andere mehr.
Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Corrispondenza Romana
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