Kardinal Fernández bei Leo XIV. – kurz nach der Antwort der Piusbruderschaft

Römische Audienzen


Kardinal Victor Manuel "Tucho" Fernández mit Papst Leo XIV. Wurde gestern die Causa Piusbruderschaft besprochen?
Kardinal Victor Manuel "Tucho" Fernández mit Papst Leo XIV. Wurde gestern die Causa Piusbruderschaft besprochen?

Am 19. Febru­ar 2026 ver­merk­te das Tages­bul­le­tin des vati­ka­ni­schen Pres­se­am­tes eine regu­lä­re, aber nicht unin­ter­es­san­te Audi­enz: Papst Leo XIV. emp­fing Kar­di­nal Víc­tor Manu­el Fernán­dez, Prä­fekt des Dik­aste­ri­ums für die Glau­bens­leh­re – kei­ne 24 Stun­den nach der Ant­wort der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X.

Die Mit­tei­lung bleibt knapp, wie es im Vati­kan üblich ist. Doch der Zeit­punkt weckt Auf­merk­sam­keit. Nur einen Tag zuvor ging beim Kar­di­nal­prä­fek­ten die offi­zi­el­le Ant­wort der Pius­bru­der­schaft auf das Gespräch (hier die Stel­lung­nah­me des Glau­bens­dik­aste­ri­ums) ein, das am 12. Febru­ar zwi­schen Kar­di­nal Fernán­dez und dem Gene­ral­obe­ren der Bru­der­schaft in Rom statt­ge­fun­den hatte. 

Anlaß für das Gespräch (hier die Stel­lung­nah­me der Pius­bru­der­schaft) war die am 2. Febru­ar erfolg­te Ankün­di­gung durch den Gene­ral­obe­ren Pater Davi­de Pagli­a­ra­ni, daß die Bru­der­schaft beab­sich­ti­ge, am 1. Juli neue Bischofs­wei­hen vor­zu­neh­men. Bereits am näch­sten Tag hat­te Pagli­a­ra­ni die Ein­la­dung Roms zu Gesprä­chen auf dem Tisch liegen.

Es liegt daher nahe, daß die Fra­ge der Bischofs­wei­hen der Pius­bru­der­schaft bei der gest­ri­gen Audi­enz von Kar­di­nal Tucho Fernán­dez bei Leo XIV. zur Spra­che kam. Die Fra­ge der Bezie­hun­gen zwi­schen Rom und der seit 50 Jah­ren kano­nisch nicht aner­kann­ten tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Gemein­schaft bleibt ein kir­chen­po­li­tisch sen­si­bles Feld mit erheb­li­cher Signalwirkung.

Ob die Unter­re­dung bereits Wei­chen gestellt hat, ist von außen nicht zu erken­nen. Das vati­ka­ni­sche Tages­bul­le­tin schweigt sich über Inhal­te tra­di­tio­nell aus. Doch allein die zeit­li­che Abfol­ge deu­tet dar­auf hin, daß Bewe­gung in der Sache ist. Die mit Span­nung erwar­te­te Fra­ge ist, ob Leo XIV. einen ande­ren Kurs ein­schlägt als sein Vor­gän­ger Fran­zis­kus, des­sen Kampf gegen die Tra­di­ti­on auf sei­ner Agen­da ganz weit oben stand.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can­Me­dia (Screen­shot)

4 Kommentare

  1. Die Fra­ge ist, ob die Pius­bru­der­schaft sich nicht selbst schach­matt gesetzt hat…Rom muss doch jetzt nichts mehr machen als abzuwarten.

  2. „Die mit Span­nung erwar­te­te Fra­ge ist, ob Leo XIV. einen ande­ren Kurs ein­schlägt als sein Vor­gän­ger Fran­zis­kus, des­sen Kampf gegen die Tra­di­ti­on auf sei­ner Agen­da ganz weit oben stand.“
    Für mich ist die alles ent­schei­de­ne Fra­ge wie Satan zur Tra­di­ti­on der Katho­li­schen Kir­che steht. Natür­lich muß man erst­mal Glau­ben das Satan per­so­nel exi­stiert. Die Ver­su­chun­gen unse­res Herrn und Got­tes in der Wüste sind äußerst bemer­kens­wert. Gibt es kei­nen Exor­zi­sten mehr der in der Lage ist raus­zu­krie­gen was Satan und sei­ne Dämo­nen über das letz­te Kon­zil denkt. Gut ich will nicht wei­ter den­ken aber eins weiß ich ganz genau das ein zöli­ba­t­ä­rer Prie­ster wie zb. ein Pfar­rer von Ars kei­ne Begei­ste­rungs­stür­me bei Luzi­fer aus­ge­löst hat.

  3. Ob das von sol­cher Rele­vanz ist? Der Prä­fekt gera­de die­ses Dik­aste­ri­ums hat doch eh stän­dig Zugang und Ter­mi­ne bei Sei­ner Heiligkeit.

  4. Es kann gut sein, daß Papst Leo vor­erst mal nichts unter­nimmt und von der Pius­bru­der­schaft kei­nen Gehor­sam ihm gegen­über erwar­tet. War­um soll­te er sich in einen end­lo­sen Streit mit der Pius­bru­der­schaft anlegen?
    Er läßt auch die „Syn­oda­len“ in Deutsch­land weit­hin in Ruhe. Hat­te er nicht vor kur­zem gesagt, daß die Chri­sten eigent­lich schon eins sei­en? Er wünscht Eini­gung und Frie­den, in der Kir­che selbst und mit Ortho­do­xen und Protestanten.
    Des­halb wird er wohl ver­schie­de­ne Anschau­un­gen in einem gewis­sen Rah­men auch dul­den und hält die Zügel den­noch in der Hand. Vie­le Wege füh­ren nach Rom, heißt es.
    Er selbst hat sei­ne Agen­da, wie es den Anschein hat, gefun­den bspw. etwa im Hin­blick auf das Jahr 2033. Er ver­mit­telt inzwi­schen den Ein­druck, daß er sehr bewußt und ziel­stre­big han­delt. Das gesagt, schließt Unver­ständ­nis zu man­chen Ent­schei­dun­gen nicht aus.

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