Fatima: kritische Bemerkungen zum Weiheakt vom 25. März

Hat der Vatikan die Bekehrung Rußlands gar nicht am Radar?

Welche Rolle spielt Rußland in der Vorsehung Gottes? Welche Bedeutung hat die Weihe Rußlands, die Papst Franziskus am 25. März 2022 durchführte?
Welche Rolle spielt Rußland in der Vorsehung Gottes? Welche Bedeutung hat die Weihe Rußlands, die Papst Franziskus am 25. März 2022 durchführte?

Von Wolf­ram Schrems*

Im Zusam­men­hang mit von mir bereits 2014 und spä­ter ver­öf­fent­lich­ten Stel­lung­nah­men und Arti­kel­se­ri­en zur Bot­schaft von Fati­ma und deren schlech­te Behand­lung durch die Kirchenhierarchie:

sei­en eini­ge kur­ze und unvoll­stän­di­ge Bemer­kun­gen zum Wei­he­akt durch Papst Fran­zis­kus am 25. März gemacht.

Die­se müs­sen lei­der kri­tisch ausfallen:

Um es bezüg­lich des Wei­he­tex­tes gleich zu sagen: In die­sen lang­at­mi­gen und unprä­zi­sen Text sind Schlüs­sel­wör­ter des öko-glo­ba­li­sti­schen Zeit­gei­stes („gemein­sa­mes Haus“, „Gar­ten der Erde“, „Geschwi­ster­lich­keit“), des Kon­zils­jar­gons („Dir also wei­hen wir die Zukunft der gan­zen Mensch­heits­fa­mi­lie, die Nöte und Erwar­tun­gen der Völ­ker, die Äng­ste und Hoff­nun­gen der Welt“), des Ber­go­glio-Pon­ti­fi­kats („Zärt­lich­keit“) und mög­li­cher­wei­se der Frei­mau­re­rei („o mach auch uns zu Hand­wer­kern der Gemein­schaft“) eingebaut.

Es scheint dem Beob­ach­ter, daß nicht der nöti­ge reli­giö­se Ernst sicht­bar war, was auch am völ­li­gen Feh­len des Bezugs zu Fati­ma sicht­bar wur­de.1

Daher zunächst zur Vorgeschichte:

Appell der lateinischen Bischöfe der Ukraine – ausdrücklicher Bezug zu Fatima

Anfang März rich­te­ten die katho­li­schen Bischö­fe der Ukrai­ne, aller­dings nur die des Latei­ni­schen Ritus (zumeist eth­ni­sche Polen), einen Appell an Papst Fran­zis­kus, die Ukrai­ne und Ruß­land dem Unbe­fleck­ten Her­zen Mari­ens zu wei­hen. Dabei wur­de aus­drück­lich auf den Auf­trag der „All­hei­li­gen Jung­frau“ von Fati­ma hin­ge­wie­sen (як це просила Пресвята Діва у Фатімі).

Wie oben gesagt: Der Kon­nex zu Fati­ma kam dann im Wei­he­akt selbst nicht zum Ausdruck.

Viel­leicht hat es auch damit zu tun:

Kirchenamtliche Proklamation der Sühnesamstage – niemals geschehen

Bei der drit­ten Erschei­nung der Mut­ter­got­tes von Fati­ma am 13. Juli 1917 sag­te die Mut­ter­got­tes zu den Seher­kin­dern, sie wer­de wie­der­kom­men, um die Wei­he Ruß­lands an Ihr Unbe­fleck­tes Herz und die (kir­chen­amt­li­che) Ver­kün­di­gung der Süh­ne­sams­ta­ge zu ver­lan­gen. Das geschah am 13. Juni 1929 in einer Bot­schaft der Mut­ter­got­tes an Sr. Lucia, die damals Doro­thee­rin in Tuy (Galizien/​Spanien) war.

Dort gab die Mut­ter­got­tes eine kaum über­biet­ba­re Ver­hei­ßung: Dem­je­ni­gen, der in der Absicht, der Mut­ter­got­tes Süh­ne zu lei­sten, an fünf auf­ein­an­der­fol­gen­den ersten Monats­sams­ta­gen beich­tet, die hl. Kom­mu­ni­on emp­fängt, fünf Gesät­ze des Rosen­kran­zes betet und fünf­zehn Minu­ten die Rosen­kranz­ge­heim­nis­se betrach­tet, ver­spricht die Mut­ter­got­tes alle zum Heil not­wen­di­gen Gna­den in der Ster­be­stun­de. Das ist eine groß­ar­ti­ge Ver­hei­ßung. In einer Zeit aller­dings, da man fälsch­lich glaubt, daß ohne­hin jeder auto­ma­tisch in den Him­mel kommt, ver­fängt die­se Bot­schaft frei­lich nicht im gro­ßen Maßstab.

Zumal die Päp­ste die­se Übung eben nie­mals auto­ri­ta­tiv den Gläu­bi­gen vor­ge­legt haben. Auch jetzt wur­de wie­der­um die­se Chan­ce vertan.

Viel­leicht war der Unwil­le, die­se Süh­ne­an­dacht zu pro­mul­gie­ren, der Grund für das Aus­blei­ben der aus­drück­li­chen Bezug­nah­me auf Fatima.

Es herrscht ein eigen­ar­ti­ger Wider­stand gegen eine – an sich kir­chen­amt­lich aner­kann­te – Botschaft:

Die Päpste sind über die Anforderungen im Bild – dennoch werden sie nicht umgesetzt

Die Päp­ste Pius XI. und Pius XII. wur­den mit dem Auf­trag der Wei­he und der Ver­kün­di­gung der Süh­ne­sams­ta­ge erreicht. Die For­de­run­gen (fei­er­li­cher Wei­he­akt, also nicht bloß eine pri­va­te Zere­mo­nie oder ein Ver­wal­tungs­akt, wie etwa die Ver­öf­fent­li­chung eines Schrei­bens; auto­ri­ta­ti­ve Ein­bin­dung aller mit Rom ver­bun­de­nen Bischö­fe; aus­drück­li­che Nen­nung Ruß­lands und zwar nur Ruß­lands; Durch­füh­rung eines Aktes der Süh­ne; Ver­kün­di­gung der Süh­ne­sams­ta­ge) wur­den bei kei­nem der ver­schie­de­nen Wei­he­ak­te (von Pius XII. bis Fran­zis­kus2) voll­stän­dig erfüllt.

Giu­sep­pe Nar­di schreibt dazu prä­zi­se auf die­ser Sei­te (28.03.22):

„Geht es dabei nur um Haar­spal­te­rei, wie schon in der Ver­gan­gen­heit Fati­ma-Ver­eh­rern zum Vor­wurf gemacht wur­de? Kei­nes­wegs. Die Fra­ge, ob ein Bezug zu Fati­ma gege­ben ist oder nicht, ist von beson­de­rer Bedeu­tung. Ein Wei­he­akt erhofft ver­trau­ens­voll himm­li­sche Gna­den, ohne dafür eine Garan­tie zu haben. Mit ihrer Bit­te, Ruß­land ihrem Unbe­fleck­ten Her­zen zu wei­hen, ver­knüpf­te die Got­tes­mut­ter in Fati­ma hin­ge­gen ganz kon­kre­te Ver­hei­ßun­gen. Das unter­schei­det Fati­ma von ande­ren Mari­en­er­schei­nun­gen der ver­gan­ge­nen bei­den Jahr­hun­der­te, die Bedeu­tung erlangten. 

Eine gül­tig voll­zo­ge­ne Wei­he in Erfül­lung ihrer Bit­te in Fati­ma wer­de das Ein­tre­ten der Ver­hei­ßun­gen zur Fol­ge haben, so Maria: Ruß­land wer­de sich bekeh­ren, was nicht nur das Ende gott­lo­ser und glau­bens­feind­li­cher Ideo­lo­gien wie des athe­isti­schen Kom­mu­nis­mus zur Fol­ge hät­te, son­dern die Wie­der­her­stel­lung der Kir­chen­ein­heit mit Rom meint, und es wer­de eine Zeit des Frie­dens für die Welt bedeuten.“

Mit den kon­kre­ten For­de­run­gen ist auch impli­ziert, daß durch den öffent­li­chen und fei­er­li­chen Cha­rak­ter der Wei­he der ursäch­li­che Zusam­men­hang zwi­schen dem Wei­he­akt und der Bekeh­rung Ruß­lands und der Frie­dens­pe­ri­ode für jeder­mann sicht­bar wer­den soll. Damit soll auch das Wir­ken der Got­tes­mut­ter für jeden erkenn­bar wer­den. Damit soll wei­ter­hin der Got­tes­mut­ter die schul­di­ge Ehr­er­bie­tung erwie­sen werden.

Die Bekehrung Rußlands – aus ideologischen Gründen nicht am Radarschirm

Hät­te Papst Fran­zis­kus die Wei­he Ruß­lands im Geist des Auf­trags von Fati­ma durch­ge­führt, dann hät­te selbst­ver­ständ­lich die Bekeh­rung Ruß­lands eine sei­ner Absich­ten sein müs­sen. „Bekeh­rung“ heißt in die­sem Fall ein in gro­ßer Mehr­heit voll­zo­ge­ner kol­lek­ti­ver Über­tritt des Lan­des und sei­ner poli­ti­schen und geist­li­chen Füh­rer zur Katho­li­schen Kir­che (wobei natür­lich kei­ne Über­nah­me des Latei­ni­schen Ritus impli­ziert sein muß)3. Genau das ist aber nach der unglück­se­li­gen Erklä­rung Digni­ta­tis huma­nae des II. Vati­can­ums nicht mehr am Radar der Kir­chen­füh­rer und Theo­lo­gen, wie die Patres Mura und Huber in Fati­ma Rom Mos­kau rich­tig feststellten:

„[Die Wei­he] steht im Gegen­satz zur moder­nen Reli­gi­ons­frei­heit und stützt die tra­di­tio­nel­le katho­li­sche Leh­re vom sozia­len Christ­kö­nig­tum. Man beach­te, dass nicht die Rus­sen geweiht wer­den, son­dern Russ­land. Das beinhal­tet aber den Wunsch und die Bit­te an den Him­mel, dass das Land sel­ber offi­zi­ell christ­lich wer­den möge. Eine sol­che Bit­te ist mit der Reli­gi­ons­frei­heit des Zwei­ten Vati­ka­nums nicht ver­ein­bar“ (137).

Die Fra­ge lau­tet nun: Wer hat recht, die Mut­ter­got­tes oder Digni­ta­tis huma­nae?

Ange­sichts der dog­ma­ti­schen Unklar­heit und des desa­strö­sen Wir­kens von Papst Fran­zis­kus seit 2013 wird man kaum anneh­men kön­nen, daß die Bekeh­rung Ruß­lands qua Ruß­land eine sei­ner Absich­ten gewe­sen sein wird.

Ohne die­se Bekeh­rung wer­den Nöte und Kriegs­ge­fah­ren aber immer größer:

Rußland als Geißel Gottes: die Sowjetunion und – möglicherweise – das derzeitige Rußland

Ich zitie­re aus mei­nem Bei­trag aus dem Jahr 2014 mit dem Titel Fati­ma – Wel­che Rol­le spielt Ruß­land der­zeit?:

„[Ruß­land hat nach 1917] ‚sei­ne Irr­tü­mer‘ über die gan­ze Welt ver­brei­tet – bis in die Katho­li­sche Kir­che hin­ein. Das II. Vati­ca­num hat sich als kolos­sa­ler Fehl­griff erwie­sen, die Wei­ge­rung, den Kom­mu­nis­mus am Kon­zil aus­drück­lich zu ver­ur­tei­len, als schänd­li­cher Verrat.

Die­se Ver­wir­rung war die bedin­gungs­wei­se War­nung von Fati­ma. Sie ist ein­ge­tre­ten. Inso­fern haben die geschicht­li­chen Ereig­nis­se die Pro­phe­zei­un­gen Fati­mas ein­drucks­voll bestätigt.

Die Wei­he Ruß­lands an das Unbe­fleck­te Herz der Got­tes­mut­ter wur­de 1929 und danach eben nicht durch­ge­führt. Ande­rer­seits hat der Wei­he­akt von Johan­nes Paul II. 1984 zwei­fel­los gewis­se Seg­nun­gen her­vor­ge­bracht. Immer­hin ist das Sowjet­sy­stem mit sei­nem gan­zen Ter­ror ver­schwun­den. Alte Dämo­nen sind aber noch immer aktiv, wie im immer noch exi­stie­ren­den kul­ti­schen Grab­mal Lenins sinn­bild­lich symbolisiert.

Die jet­zi­ge spi­ri­tu­el­le Situa­ti­on Ruß­lands ist eben alles ande­re als klar, es gibt Licht und Schat­ten. Es ist auch denk­bar, daß Ruß­land noch ein­mal eine Gei­ßel für die apost­asier­ten euro­päi­schen Völ­ker wird. Ein dem­entspre­chen­des Sze­na­rio ist, daß sich die umnach­te­ten Euro­pä­er unter ame­ri­ka­ni­scher Hege­mo­nie zu einem Angriffs­krieg auf Ruß­land hin­rei­ßen las­sen – oder zu feind­se­li­gen Pro­vo­ka­tio­nen – und Ruß­land sieg­reich zurückschlägt.

Die Lage ist also nicht nur ver­wor­ren, son­dern auch dra­ma­tisch. Ein Fun­ke kann unge­heu­re Kata­stro­phen nach sich ziehen.“

Die Situa­ti­on acht Jah­re spä­ter hat sich evi­den­ter­wei­se dra­ma­tisch ver­schlech­tert. Mensch­lich gese­hen ist sie aussichtslos.

Und wir sehen es selbst: Auch ein Ruß­land, das kein offi­zi­ell kom­mu­ni­sti­scher Staat mehr ist, kann eine Gei­ßel Got­tes für die Mensch­heit sein. Nicht weil die rus­si­sche Füh­rung per se mora­lisch ver­werf­li­cher wäre als die der west­li­chen Mäch­te und ihrer Ver­bün­de­ten, son­dern weil es die gött­li­che Vor­se­hung eben so ein­ge­rich­tet hat.

Resümee

Es scheint mir in die­sem Zusam­men­hang sehr wich­tig zu sein, dar­auf hin­zu­wei­sen, daß Wla­di­mir Putin weder der Ret­ter des Abend­lan­des und der Chri­sten­heit ist noch der dämo­ni­sche Ver­bre­cher, als den ihn west­li­che Kräf­te, die selbst Blut an den Hän­den haben, hin­stel­len wol­len. Vor Glo­ri­fi­zie­rung und Dämo­ni­sie­rung Putins sei hier glei­cher­ma­ßen gewarnt.4

Die Lösung der jet­zi­gen Situa­ti­on kann also nur über­na­tür­lich sein.

Da die Päp­ste seit Pius XI. zögern, den Wei­he­akt ohne Wenn und Aber mit der rich­ti­gen Absicht und mit allen Anfor­de­run­gen durch­zu­füh­ren, sind wir in der gegen­wär­ti­gen schlim­men Situation.

Gott hat beschlos­sen, Ruß­land eine bestimm­te Rol­le in der Welt­ge­schich­te zu geben. Er hat beschlos­sen, das Schick­sal die­ses Lan­des auf beson­de­re Wei­se mit der Got­tes­mut­ter zu ver­bin­den. Die Päp­ste wis­sen seit etwa acht­zig Jah­ren darum.

Aber sie gehor­chen nicht.

Und Papst eme­ri­tus hüllt sich in Schweigen.

*Wolf­ram Schrems, Wien, Mag. theol., Mag. phil., kirch­lich gesen­de­ter Kate­chist, Pro Lifer

Bild: Wikicommons/​Porro


1 Schließ­lich sei noch das kei­nes­wegs unwe­sent­li­che Detail in Erin­ne­rung geru­fen, daß sich Papst Fran­zis­kus beim Wei­he­akt vor der Fati­ma-Sta­tue hin­setz­te. Wenn das Knien dem Papst aus medi­zi­ni­schen Grün­den nicht mög­lich ist, wird es ja wohl mög­lich sein, wenig­stens zu ste­hen. Das Sit­zen war aus mei­ner Sicht eben­so unpas­send wie die im Peters­dom all­ge­gen­wär­ti­gen, lächer­li­chen Mas­ken, die dem gan­zen Ritu­al etwas Voo­doo­haf­tes verliehen.

2 Der erste Adres­sat die­ser For­de­rung, Pius XI., mach­te kei­nen Wei­he­akt, unter­stütz­te aber die Aner­ken­nung der Erschei­nun­gen durch den Orts­bi­schof und gewähr­te Abläs­se für Fati­ma-Pil­ger (gemäß Fati­ma-Cen­ter).

3 Sie­he dazu die Aus­füh­run­gen von Dr. Tay­lor Mar­shall zu die­ser Fra­ge am 28. März (Zitat des offi­zi­el­len Fati­ma-Histo­ri­kers P. Joa­quin Alon­so, ab Min. 02:47).

4 Die Debat­te über die mut­maß­li­chen welt­an­schau­li­chen Moti­ve Putins ist ufer­los. Sie ist aber nicht Gegen­stand die­ses Bei­trags. Um sich jedoch eine Ahnung von der Kom­ple­xi­tät des The­mas zu ver­schaf­fen, sei auf zwei sehr lan­ge, ganz aktu­el­le Bei­trä­ge auf der von mir über­aus geschätz­ten kana­di­schen Pro-Life-Netz­sei­te Life­si­tenews ver­wie­sen, die man mög­li­cher­wei­se als kon­trär zuein­an­der ver­ste­hen kön­nen wird: Bei­trag 1 und Bei­trag 2.

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5 Kommentare

  1. Jesus hat am 25.03.2022 in Gestalt des Pra­ger Jesus­kin­des der Frau Manue­la S. in Sie­ver­nich mit­ge­teilt, daß man für die geschun­de­nen Men­schen in der Ukrai­ne wie auch für die Bekeh­rung Ruß­lands beten sol­le. Jesus erin­nert an die dort offen­bar immer noch sehr hohen Abtrei­bungs­zah­len, ein trau­ri­ges Erbe der kom­mu­ni­sti­schen Sowjet­uni­on. In Ruß­land gibt es kaum Rechts­si­cher­heit, sehr viel Kor­rup­ti­on und für vie­le kaum gute Lebens­per­spek­ti­ven- Trö­ster Wod­ka. Die Äuße­run­gen von Sr. Lucia über die erfolg­te Bekeh­rung Ruß­lands, wenn sie so gesagt hat­te, pas­sen dazu nicht.
    Das Gebet für die Bekeh­rung Ruß­lands setzt aber die eige­ne Bekeh­rung vor­aus bzw. hat damit zu tun. Wenn die mei­sten Men­schen im alten christ­li­chen Abend­land sich nicht bekeh­ren, wird sich auch Ruß­land nicht bekehren!
    Die Mut­ter­got­tes in Fati­ma nennt expli­zit Ruß­land, aber das ver­weist impli­zit auf Euro­pa und Nord­ame­ri­ka, wo die frei­mau­re­ri­sche und mar­xi­sti­sche Ideo­lo­gie teils seit Jahr­hun­der­ten bekannt­lich ihr Unwe­sen treibt. „Wir“ sind die Schuldigen.

  2. Bemer­kens­wert fin­de ich die Über­zeu­gung „Die Lösung der jet­zi­gen Situa­ti­on kann also nur über­na­tür­lich sein“. 

    Laut Apo­ka­lyp­se 17 hat die Hure Inzucht mit den Köni­gen der Erde getrie­ben. Inzucht bedeu­tet, Din­ge zusam­men­zu­brin­gen, die getrennt gehö­ren. Jesus selbst hat uns die Aus­sa­ge „Gebt dem Kai­ser, was des Kai­sers ist und Gott, was Got­tes ist“ hin­ter­las­sen. Das sind die Din­ge die nicht zusammengehören. 

    Die Päp­ste haben in Bezug auf den Fati­ma­auf­trag in die­ser Hin­sicht ver­sagt. Sie haben sich an das welt­li­che angebiedert. 

    Die katho­li­sche Kir­che hat einen ganz ande­ren Bezugs­punkt zur gött­li­chen Offen­ba­rung als das Juden­tum. Im Juden­tum wer­den auch nach­bi­bli­sche Offen­ba­run­gen aner­kannt. Es ist Teil der rab­bi­ni­schen Leh­ren, wie sich die Form der Offen­ba­rung im Lau­fe der Zei­ten ändert. Die Kir­che tut sich schwer damit, Stel­lung zu bezie­hen. Nach­bi­bli­sche Offen­bah­rung wird eher wie ein Stief­kind behandelt. 

    Fati­ma ist eine sol­che Offen­ba­rung. Zumal die Got­tes­mut­ter ihren beson­de­ren Stel­len­wert in der heu­ti­gen Zeit nach­bi­blisch bekom­men hat. Maria taucht im neu­en Testa­ment nur am Ran­de auf und auch im alten Testa­ment wird sie zurück­hal­tend vor­aus­ge­sagt. Aller­dings gibt es bei den Kir­chen­vä­tern aner­kann­te Apo­kry­phen, die Maria in eine bedeu­ten­de­re Stel­lung heben als die Bibel. Da wären 4 Tex­te zu nen­nen. Das Evan­ge­li­um von der Geburt Mari­ens, das Pro­tevan­ge­li­on, das ara­bi­sche Kind­heits­evan­ge­li­um (Her­kunft und Aner­ken­nung bei den Vätern nicht so klar) und das Kind­heits­evan­ge­li­um nach Tho­mas. In die­sen Tex­ten scheint die Mit­erlö­se­rin durch. 

    Als im Mit­tel­al­ter die Ger­ma­nen getauft wer­den, brin­gen sie die Ver­eh­rung der Got­tes­mut­ter ver­stärkt in das Chri­sten­tum ein. 

    Erst seit dem 19. Jahr­hun­dert tre­ten die eigent­li­chen Mari­en­er­schei­nun­gen auf. Sie kön­nen als ein gan­zes gese­hen wer­den. Die Got­tes­mut­ter bezieht sich in ihren Aus­sa­gen auf vor­her­ge­hen­de Erschei­nun­gen und kün­digt zukünf­ti­ge an. 

    Das Wesen von Offen­ba­rung liegt in dem Ein­tref­fen der Vor­aus­sa­gen. Offen­ba­rung hat eine Wir­kung. Bei den maria­ni­schen Erschei­nun­gen traf die Wir­kung auch zeit­gleich ein. Vie­le Zeu­gen sahen Erscheinungen. 

    Das kirch­li­che Selbst­ver­ständ­nis, das Aus­druck in der Mess­fei­er fin­det, besteht unab­hän­gig von Marienverehrung.

    • Die Mut­ter­got­tes Maria wur­de von den Evan­ge­li­sten viel­leicht etwas zu kurz becshrie­ben wie auch ihre sehr gro­ße Bedeu­tung für das Heils­werk Chri­sti dar­in sicher­lich zu kurz kommt. Aber sie woll­te als demü­ti­ge Magd des Herrn nicht so im Vor­der­grund stehen.
      Wenn man die Wer­ke der Maria von Agre­da bspw. liest, dann sieht man, wie stark der heil­sa­me Ein­fluß Mari­as seit Beginn der Kir­che auf die­se war und sicher geblie­ben ist, weil der Herr es selbst so will. Ohne Maria gibt es kei­ne Kirche.
      Auch Maria Val­tor­ta erhielt vie­le Ein­blicke in das Leben der Jung­frau Maria- von ihrer unbe­fleck­ten Emp­fäng­nis bis zu ihrer Auf­nah­me mit Leib und See­le in den Himmel.
      Der Lieb­lings­jün­ger Johan­nes hat außer­dem in der Offen­ba­rung Wich­ti­ges und Schö­nes von Maria gesagt, denn er war ja ihr Adop­tiv­sohn und ver­brach­te etli­che Jah­re bei ihr. Von wegen: nur am Ran­de auftauchen.

  3. „Der Hei­li­ge Vater wird mir Russ­land wei­hen, das sich bekeh­ren wird, und der Welt wird eine Zeit des Frie­dens geschenkt wer­den.“ – Dies sind die Wor­te Mari­as im 2. Geheim­nis. Da steht nicht: „Russ­land wei­hen, mit der Bit­te um sei­ne Bekeh­rung“, oder eine ähn­li­che For­mu­lie­rung. Die Bekeh­rung ist also eine Fol­ge. Maria hat nicht den Wort­laut fest­ge­setzt, mit dem die Wei­he erfol­gen soll. Ob der Papst also Russ­land allei­ne oder in Ver­bin­dung mit ande­ren Natio­nen oder Völ­kern bzw. der gan­zen Mensch­heit voll­zieht, ist von der Logik wie von der Theo­lo­gie her nicht von Belang. Wich­tig ist nur, dass Russ­land geweiht wur­de und dies ist zum ersten Mal klar und ein­deu­tig ohne Umschrei­bun­gen geschehen. 

    Der Bezug zu Fati­ma war ein­deu­tig, da die Wei­he vor einer Figur ULF von Fati­ma voll­zo­gen wur­de und ein Kar­di­nal zur sel­ben Zeit als päpst­li­cher Dele­gat in Fati­ma das Wei­he­ge­bet sprach. 

    Man soll­te nicht das Haar in der Sup­pe suchen und so den Anschein ver­mit­teln, auf Bie­gen und Bre­chen etwas zu fin­den – nur weil es von Papst Fran­zis­kus kommt. Wir dür­fen dem Him­mel dan­ken, dass es end­lich geschah – und für mich ist es ein Zei­chen Got­tes, dass es Fran­zis­kus war, der Papst von dem (zumin­dest ich) es am wenig­sten erwar­tet hätte. 

    Die Süh­ne­sams­ta­ge blei­ben wei­ter eine Auf­ga­be und eine Ver­pflich­tung, denen sich jeder Katho­lik öff­nen kann. Ver­brei­ten wir die­se Andacht, soweit es in unse­rer Macht steht. Aber nun Zwei­fel zu sähen an der Gül­tig­keit der Wei­he, hal­te ich per­sön­lich für klein­gläu­big und nicht angemessen. 

    Beten wir, ver­trau­en wir, leben wir den katho­li­schen Glau­ben – mehr kann man nicht tun. Der täg­li­che Rosen­kranz ist das Beste Mit­tel und die wirk­sam­ste Waf­fe gegen den Krieg in allen For­men und für den Frie­den das beste Instrument.

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