Pariser Erzbischof Michel Aupetit streicht Meßorte für die alte Messe

Laienaufruf an Katholiken aller Welt – Traditionis custodes und kein Ende

Mit einem Brief zur Verteidigung des überlieferten Ritus gegen das Motu proprio Traditionis custodes wenden sich französische Gläubige an die Katholiken der ganzen Welt.
Mit einem Brief zur Verteidigung des überlieferten Ritus gegen das Motu proprio Traditionis custodes wenden sich französische Gläubige an die Katholiken der ganzen Welt.

Von einer Katholikin

Am 31. August hat­ten zwölf Obe­re der vor­ma­li­gen Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten, die dem über­lie­fer­ten Ritus ver­pflich­tet sind, im fran­zö­si­schen Cour­ta­lain ein Schrei­ben an die fran­zö­si­sche Bischofs­kon­fe­renz ver­öf­fent­licht, in dem sie sich „ver­trau­ens­voll“ zunächst an die fran­zö­si­schen Bischö­fe wand­ten. Sie bit­ten dar­in um Ver­ständ­nis und einen „wahr­haf­ten Dia­log“ in der Fra­ge nach den Aus­wir­kun­gen des päpst­li­chen Motu pro­prio Tra­di­tio­nis custo­des für die Zele­bra­ti­on des außer­or­dent­li­chen Ritus.

Es stand zu befürch­ten, daß ihre freund­li­che Bit­te wenig Gehör fin­den könn­te, und tat­säch­lich hat sich nun am 8. Sep­tem­ber Erz­bi­schof Michel Aupetit von Paris mit einem Brief an die Prie­ster sei­ner Diö­ze­se gewen­det, der wenig Ver­trau­en auf­kom­men läßt. Dar­in streicht er kur­zer­hand zwei von sie­ben Meß­or­ten für den über­lie­fer­ten Ritus in Paris (nicht gezählt die Kir­chen, wo auch zu bestimm­ten Zei­ten Mes­sen statt­fan­den). Prie­ster der Bru­der­schaft St. Petrus kön­nen nun­mehr auch nicht mehr in die­sen Gemein­den Mes­sen über­neh­men, wie es vor­her der Fall gewe­sen war.

8. Sep­tem­ber: Brief an die Katho­li­ken der gan­zen Welt

Der Pari­ser Erz­bi­schof war im letz­ten Jahr nicht gera­de als Unter­stüt­zer der alten Mes­se auf­ge­tre­ten, als er ver­ächt­lich von den tra­di­tio­na­li­sti­schen Gläu­bi­gen sprach, die in ihrer Ecke ihr Ding mach­ten und durch feh­len­de Mas­ken und Mund­kom­mu­ni­on mit ver­ant­wort­lich sei­en für die Kir­chen­schlie­ßun­gen in Frank­reich im Zuge der Covid-Panik. Pro­mi­nen­tes „Opfer“ des Erz­bi­schofs ist der inzwi­schen „ver­setz­te“ Pfar­rer der biri­tu­el­len Gemein­de Saint-Eugè­ne-Sain­te-Céci­le, in der noch Ende Juni Weih­bi­schof Atha­na­si­us Schnei­der ein Pon­ti­fi­kal­amt fei­ern konnte.

In sei­nem aktu­el­len Brief an die Prie­ster sei­ner Diö­ze­se betont der Erz­bi­schof, es gehe ihm im Sin­ne von Papst Fran­zis­kus um „das Wohl der Gläu­bi­gen, die der alten Form ver­bun­den“ sei­en. Und noch schlim­mer: „Der Bischof muß Vor­keh­run­gen tref­fen, damit sie an die­sen Lit­ur­gien teil­neh­men kön­nen, ohne befürch­ten zu müs­sen, an den Rand des Lebens und Glau­bens der Kir­che gestellt zu wer­den, das heißt, ohne die hin­neh­men zu müs­sen, die die Gemein­schaft ver­let­zen, indem sie wei­ter auf Distanz gehen oder eine Oppo­si­ti­on auf­bau­en.“ Was die tra­di­tio­nel­len Gläu­bi­gen in Paris sehr ver­letzt, ist nicht nur die offen­sicht­li­che Spalt­pilz­me­tho­de des Erz­bi­schofs, son­dern auch die Tat­sa­che, daß er die Begrif­fe Brü­der­lich­keit, Freund­schaft und Auf­nah­me aller, die er in sei­nem nur weni­ge Tage zuvor her­aus­ge­ge­be­nen Pasto­ral­brief schon fast infla­tio­när ver­wen­det, nun durch sein Han­deln wirk­lich als lee­re Phra­sen enttarnt.

Er wünscht von den Prie­stern, die in der außer­or­den­li­chen Form zele­brie­ren wol­len und dafür sei­ne schrift­li­che Zustim­mung brau­chen, daß sie sich auch dem Novus ordo öff­nen. Gleich­zei­tig ver­weist er auf das bevor­ste­hen­de Inkraft­tre­ten einer fran­zö­si­schen Neu­über­set­zung des aktu­el­len Meß­buchs Pauls VI., die „die Mög­lich­keit geben wird, unse­re Zele­bra­ti­ons­wei­se zu über­ar­bei­ten für eine grö­ße­re pasto­ra­le Frucht­bar­keit der Eucharistie“.

Kei­ne For­mu­lie­rung zwi­schen blu­mig und schwam­mig kann ver­hin­dern, daß man ahnt, wie lang­fri­stig auf die gene­rel­le Ver­wen­dung des neu­en Meß­buchs hin­ge­ar­bei­tet wer­den soll. Es ist die auf Papst Fran­zis­kus zurück­ge­hen­de Sala­mi­tak­tik zur Ver­drän­gung des Latei­ni­schen als Lit­ur­gie­spra­che und zuletzt auch der alten Mes­se. Erz­bi­schof Aupetit unter­streicht, daß „die Lesun­gen in Fran­zö­sisch erfol­gen sol­len in der offi­zi­el­len Über­set­zung von 2013 bei gleich­zei­ti­ger Ein­hal­tung der Meß­ord­nung im Lek­tio­nar von 1962“.

Ein eben­falls am 8. Sep­tem­ber ver­öf­fent­lich­ter Brief von 42 der alten Mes­se ver­bun­de­nen Per­sön­lich­kei­ten aus ver­schie­de­nen Län­dern benennt klar und deut­lich die zer­stö­re­ri­schen Absich­ten des Pap­stes. Der Brief „an die Katho­li­ken der gan­zen Welt“ erschien zuerst bei ver­schie­de­nen fran­zö­si­schen tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Ver­ei­ni­gun­gen und Medi­en.1

Man beklagt den bru­ta­len Wort­bruch, den Rom bege­he, indem es das Ver­spre­chen Papst Bene­dikts XVI. bre­che und des­sen Ver­söh­nungs­werk vor sei­nen Augen noch zu sei­nen Leb­zei­ten zerstöre:

„Der erklär­te Wil­le von Papst Fran­zis­kus im Motu Pro­prio Tra­di­tio­nis Custo­des von 2021 ist es, die Fei­er der Mes­se in der Tra­di­ti­on der Kir­che ver­schwin­den zu sehen.“

Die Gläu­bi­gen for­dern Papst Fran­zis­kus auf, Tra­di­tio­nis custo­des zu über­den­ken, auf­zu­he­ben und die Ein­schrän­kun­gen des Usus anti­qui­or voll­stän­dig zurück­zu­neh­men, und sie

„erklä­ren fei­er­lich vor Gott und den Men­schen: Wir wer­den nie­man­dem erlau­ben, die Gläu­bi­gen des Schat­zes zu berau­ben, der zuvör­derst der Schatz der Kir­che ist. Wir wer­den nicht untä­tig blei­ben ange­sichts des geist­li­chen Erstickens der Beru­fun­gen, das das Motu pro­prio Tra­di­tio­nis custo­des vor­be­rei­tet. Wir wer­den unse­ren Kin­dern nicht die­ses bevor­zug­te Mit­tel der Glau­bens­wei­ter­ga­be neh­men, wel­ches die Treue zur über­lie­fer­ten Lit­ur­gie ist“.

Bild: Not­re-Dame de Chré­ti­en­té


1 Not­re-Dame de Chré­ti­en­té­/­Pa­ris-Char­tres­Wall­fahrt, Renais­sance Catho­li­que, Le Salon Beige, Chré­ti­en­té Soli­da­ri­té,  SOS Chré­ti­ens d’O­ri­ent, L’Hom­me Nou­veau, Ripo­ste catho­li­que etc.

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16 Kommentare

  1. Ja so muß­te es kom­men. Vor Satan mit flie­gen­den Fah­nen davon lau­fen und sich todes­mu­tig mit gezo­ge­nen Schwert auf die alte Mes­se stür­zen. Das ist das Hel­den­tum des Novus Ordo. Sie glau­ben jetzt mit die­sem Papst der alten katho­li­schen Mes­se den Gar­aus machen zu kön­nen. Ich bin der Mei­nung man soll­te nie eine Rech­nung ohne den Wirt machen und der Erz­engel Micha­el und sei­ne Legio­nen fürch­ten sich vor nichts. Wir wer­den sehen ob am Ende das unbe­fleck­te Herz Mari­ens tri­um­phie­ren wird oder Anni­ba­le Bugni­ni. Ich den­ke wir wer­den live dabei sein.
    Per Mari­am ad Christum,

  2. Unglaub­lich, ich bin unsag­bar ent­täuscht von Erz­bi­schof Aupetit!
    Ich habe meh­re­re Fotos und Vide­os von ihm gese­hen, wie er mit der Mon­stranz Paris geseg­net, wie ehr­fürch­tig er die Dor­nen­kro­ne ver­ehrt — und jetzt das.
    Genau­so wie die Poli­ti­ker und ihre Hin­ter­män­ner uns in die anti­christ­li­che Dik­ta­tur NWO immer schnel­ler zwin­gen wol­len, will auch die Hier­ar­chie der Kir­che, Papst, Kar­di­nä­le und Bischö­fe uns immer schnel­ler in die anti­christ­li­che Welt­ein­heits­re­li­gi­on zwingen.
    Bei­de legen ein Tem­po an den Tag, als wüss­ten sie, dass sie nur noch wenig Zeit haben, die sata­ni­sche Welt­dik­ta­tur mit der Welt­ein­heits­kir­che zu erzwin­gen. Mir scheint, die Welt­ein­heits­kir­che ist das Haus des einen — der eine kann nicht unser drei­ei­n­i­ger Gott, der Vater, der Sohn und der Hei­li­ge Geist sein, es ist der, der gesagt hat „dies alles will ich dir geben, wenn du ich anbetest“.
    Lest Erz­bi­schof Viganó, er ist der ein­zi­ge, der hier die wirk­li­chen Macht­ha­ber in Welt und Kir­che sieht und warnt und Weih­bi­schof Atha­na­si­us Schnei­der auch ist fast der ein­zi­ge, der den unheim­li­chen Glau­bens­ab­fall in der Kir­che sieht und benennt.
    Wir gehen sehr schnell auf die End­zeit zu, Gott lässt Sei­ner nicht spot­ten, die Mil­lio­nen getö­te­ter Kin­der im Mut­ter­leib, die Zer­stö­rung sei­ner Schöp­fungs­ord­nung, der fast tota­le Glau­bens­ab­fall, aber die mei­sten Men­schen mer­ken das nicht, weder poli­tisch noch kirch­lich. Sie den­ken nur, die Poli­ti­ker machen Feh­ler und der Papst hat schlech­te Berater.

    • Es hat kei­nen Sinn, um Gna­de zu fle­hen, die sata­ni­sche Welt­ein­heits­kir­che, die mei­ner Mei­nung nach schon einen Namen hat „das Haus des einen“ wird von U‑Booten und Miet­lin­gen errich­tet. Bes­ser mit Wür­de und dem Hei­li­gen Geist in der wah­ren katho­li­schen Kir­che in den Unter­grund gehen. 

      Die Chi­ne­sen habe lan­ge dort durch­ge­hal­ten, fra­gen wir Kar­di­nal Zen um Rat und bau­en wir eine Unter­grund­kir­che auf, bevor wir staat­li­cher­seits das Haus nicht mehr ver­las­sen dür­fen — ganz wie in dem Buch von Dre­her „Die Bene­dikt-Opti­on“ beschrieben.

  3. @Barbara, ich tei­le Ihre Sicht­wei­se voll und ganz.
    Ein­knicken wird zur Tugend!
    In Sachen Kri­tik gegen frag­wür­di­ge Coro­na-Maß­nah­men sind es Ärz­te, Leh­rer, Jour­na­li­sten, Wis­sen­schaft­ler und Ver­bän­de, die die­se „Tugend“ pflegen.
    In der Kir­che, betref­fend der hl. Mes­sen im alten Ritus, sind es zahl­rei­che Bischö­fe, die über­aus „tugend­haft“ sein wollen.
    Wo sind die Bischö­fe, die sich tap­fer und unüber­hör­bar für die Triden­ti­ni­sche Mes­se und ihre Besu­cher einsetzen.
    Weih­bi­schof Bischof Atha­na­si­us Schnei­der kann es nicht allein stemmen.
    Und Erz­bi­schof Viganó zog sich zurück und lebt jetzt eher im Hin­ter­grund, hat er doch zu vie­le gegen sich.

  4. Es ist ein­fach nur verstörend…
    Beten wir inn­stän­dig dass die­se Zeit der Prü­fun­gen vor­bei geht.. 

    In einem ersten Wut­an­fall woll­te ich zur Revo­lu­ti­on auf­ru­fen aber das
    ist gegen die Prin­zi­pi­en. Jedoch kön­nen wir der Amts­kir­che unse­re Unterstützung
    ver­weh­ren indem wir für unse­ren Glau­ben instän­dig beten. 

    Nur den Betern kann es noch gelingen. 

    See­li­ge Katha­ri­na Emme­rick du hast all das vor lan­ger Zeit vor­aus gesehen.
    Bit­te für uns arme Sünder… 

    Habt Mut und Betet
    Schwe­stern und Brüder
    Alles hat ein­mal ein Ende

  5. Sie mögen uns verbieten.
    Sie mögen uns verleumden.
    Sie mögen uns verachten. 

    Freun­de… unser Herr wur­de auch verachtet.
    Vie­le See­li­ge und Hei­li­ge wur­den zu ihrer Zeit ver­ach­tet und verspottet. 

    Freun­de ertragt alles mit einem Lächeln auch wenn es schwer fällt 

    Der all­mäch­ti­ge Gott lässt sich nicht spotten 

    ich wer­de wei­ter­hin in die hei­li­ge Mes­se im über­lie­fer­ten Ritus gehen sie mit­fei­ern und den Schöp­fer inständig
    um Ver­ge­bung bit­ten Ver­ge­bung für unse­re Feinde 

    Freun­de der Herr hat es uns gezeigt. 

    betet für Eure Fein­de. Das ist wah­re Liebe.

    Wenn dir jemand auf die rech­te Wan­ge schlägt hal­te ihm auch die lin­ke hin.…… 

    freut euch auf unse­ren Triumph 

    ich bete heu­te abend für Euch alle 

    Gelobt sei Jesus Christus

  6. Darf ich Ihnen allen eine Fra­ge stel­len? Und – Hand aufs Herz: Hät­ten Sie, die soge­nann­ten Tra­di­tio­na­li­sten, auch sol­che Auf­stän­de unter­nom­men, hät­te Papst Johan­nes Paul II. ein sol­ches Motu pro­prio geschrie­ben wie das unter Ihnen so hef­tig umstrit­te­ne „Tra­di­tio­nis custo­des“ von Papst Fran­zis­kus? Daher gehen wir ein­mal zurück und ver­glei­chen wir einmal!
    Sicher gab es seit der Lit­ur­gie­re­form, seit der Ordo Mis­sae (Gemein­de­mes­se), die Papst Paul VI. 1970 mit einer Neu­aus­ga­be des Mis­sa­le Roma­num als „gül­tig und rechts­kräf­tig“ fest­leg­te, Prie­ster und Gläu­bi­ge, die die soge­nann­te alte bzw. triden­ti­ni­sche Mes­se fei­er­ten, weil sie ihnen „wür­di­ger, erha­be­ner, fei­er­li­cher…“ schien. Also gab auch Johan­nes Paul II. nach einer Umfra­ge die Erlaub­nis zur Mess­fei­er „im über­lie­fer­ten Ritus“, wie sie die „Tra­di­tio­na­li­sten“ nen­nen. Aber, ver­ehr­te Lese­rin­nen und Leser, Johan­nes Paul II. erteil­te die Geneh­mi­gung aus „pasto­ra­len Grün­den“ und erlaub­te sie als „Indult­mes­sen“, d.h. als Mess­fei­ern, die den Erweis sei­ner Gna­de, sei­nes beson­de­ren Ent­ge­gen­kom­mens beinhal­te­ten. Als „Indult­mes­sen“ also! Die Geneh­mi­gung dazu erteil­te er den Diö­ze­san­bi­schö­fen 1981 unter fol­gen­den Bedingungen:
    1. wenn die betref­fen­den Geist­li­chen und Gläu­bi­gen „öffent­lich“ und ein­deu­tig klar­stell­ten, dass „sie die Legi­ti­mi­tät und die Exakt­heit der Glau­bens­leh­re des von Papst Paul VI. pro­mul­gier­ten Römi­schen Mess­bu­ches nicht in Fra­ge stel­len“ (was bei Ihnen allen, den Anhän­gern der sog. alten Mes­se ja nicht zutref­fen dürfte!)
    2. dass die „alte“ Mes­se expli­zit für Grup­pen, die dar­um bit­ten, ange­bo­ten wür­de und – man lese und staune –
    3. dass „die­se nur in Kir­chen und Kapel­len und zu Zei­ten statt­fin­den, die der Bischof für ange­bracht hält…“
    Aller­dings hat­te Johan­nes Paul 1988 den Mit­glie­dern der Pius­bru­der­schaft und den Gästen ihrer Häu­ser den Gebrauch des Mess­buchs von 1962 erlaubt, was auch auf wei­te­re Grup­pie­run­gen aus­ge­dehnt wur­de. Aber eben auf bestimm­te Gruppierungen.
    Nun erlau­be ich mir Ihnen mei­ne Beob­ach­tung der ver­gan­ge­nen Jah­re mitzuteilen.
    Seit dem Motu Pro­prio „Summorum Pon­ti­fi­cum“ von Bene­dikt XVI. ver­mit­teln die Anhän­ger des „über­lie­fer­ten Ritus“ von 1962 jedoch immer mehr den Ein­druck, nur sie allein wür­den die „richtige…würdige…gottgewollte…“ Mes­se fei­ern, sie allein sei­en im Besitz eines Mono­pols, des Mono­pols auf das Heil und die Hei­lig­keit. Mit die­ser, oft über­stei­ger­ten und anma­ßen­den Über­zeu­gung, pas­send zur „triden­ti­ni­schen“, vom kuria­len Hof­ze­re­mo­ni­ell gespei­sten Lit­ur­gie, geht eine häu­fig über­zo­ge­ne bis ver­bohr­te Ableh­nung der heu­ti­gen Mess­fei­er ein­her. Sie spa­ren nicht damit – auch nicht auf die­sem Blog – vie­les madig zu machen, was die heu­ti­ge Lit­ur­gie betrifft. So erstaunt es mich nicht, dass Papst Fran­zis­kus davon spricht, dass bei den Befür­wor­tern der „alten“ Lit­ur­gie eine enge Ver­flech­tung bestehe zwi­schen jener Form der Mes­se und einer „Ableh­nung der Kir­che … im Namen derer, was sie für die wah­re Kir­che“ hielten.
    Eine Anmer­kung am Ran­de: der auf dem Mis­sa­le Roma­num von 1570 grün­den­de Ritus von 1962, von Ihnen als über­lie­fer­ter Ritus bezeich­net, stellt in Wirk­lich­keit nicht den ursprüng­li­chen über­lie­fer­ten Ritus dar. Die­ser wäre jener der frü­hen Klas­si­schen Römi­schen Lit­ur­gie, die noch frei war von frän­kisch-deut­schen Ein­flüs­sen und vor allem von jenen der kuria­len Zere­mo­nien – eine Lit­ur­gie, die sich noch wesent­lich näher am urei­ge­nen, eucha­ri­sti­schen Gedächt­nis­mahl Jesu ori­en­tier­te. Mög­li­cher­wei­se wür­den Sie die frü­he Lit­ur­gie, die offen­bar die Gläu­bi­gen stark mit ein­band, auch als „unwür­dig“ ablehnen…?
    Ver­glei­chen wir noch einmal:
    Johan­nes Paul II. leg­te fest: „…dass die­se (die „alte“ Lit­ur­gie) nur in Kir­chen und Kapel­len und zu Zei­ten statt­fin­den, die der Bischof für ange­bracht hält…“
    Fran­zis­kus ord­net an: „dass … aus­schließ­lich der Diö­ze­san­bi­schof als ‚Lei­ter, För­de­rer und Wäch­ter‘ des gesam­ten lit­ur­gi­schen Lebens in der ihm anver­trau­ten Teil­kir­che“ die Kom­pe­tenz hat, die Mess­fei­er nach dem Mis­sa­le Roma­num von 1962 in sei­ner Diö­ze­se zu geneh­mi­gen wie auch Orte und Tage dafür festzulegen…
    Und nun? Fal­len Sie wei­ter über den Erz­bi­schof von Paris her? Weil er von sei­ner Kom­pe­tenz als Orts­bi­schof Gebrauch macht? Weil er statt bis­her 7 „nur noch“ 5 Kir­chen für den „über­lie­fer­ten Ritus“ belässt? Dem Sie auch sein Bemü­hen um Brü­der­lich­keit unter den Men­schen abspre­chen. Einem Ober­hir­ten, der sich, gera­de auch in der Coro­na-Zeit, für die Hilfs­be­dürf­ti­gen und die Kran­ken stark mach­te und zahl­rei­che Hil­fen initi­ier­te (was ich zufäl­lig in einer kath. Zei­tung aus Ita­li­en las). Der bei der Essens­aus­ga­be in den Pfar­rei­en nicht sel­ten mit­hilft, der die Infi­zier­ten in den Kran­ken­häu­sern und ihre Ange­hö­ri­gen nicht allein ließ, der für die Ver­stor­be­nen wür­di­ge Bestat­tun­gen mit der Pari­ser Bür­ger­mei­ste­rin aushandelte.
    Zum Schluss stel­le ich Ihnen den­noch etwas Wun­der­schö­nes aus der heu­ti­gen Lit­ur­gie vor! Das Brot­bre­chen, wie die Eucha­ri­stie ana­log zur Heils­hand­lung Jesu im Abend­mahl­saal von den ersten Chri­sten genannt wur­de, von den Chri­sten, die Jesus von Naza­reth, den Gekreu­zig­ten und Auf­er­stan­de­nen, noch per­sön­lich kannten.
    Bei den Video-Über­tra­gun­gen der Natio­nal­wall­fahrt der Fran­zo­sen nach Lour­des, der in die­sem Jahr Erz­bi­schof Aupetit von Paris vor­stand, ist bei der Über­tra­gung der „Mes­se der Sal­bung“ am Tag der Kran­ken die­se wun­der­vol­le Hand­lung in Groß­aus­schnitt zu sehen. Das Brot­bre­chen, wie es nur mög­lich ist, bei unse­rer heu­ti­gen Lit­ur­gie zu sehen und von den Mit­fei­ern­den zu erfassen.
    Sie­he: Mes­se d’onction, pèle­ri­na­ge natio­nal le 14/08/21, you­tube. Von 1:27–1:27,47.
    Dr. Julia­na Bauer

  7. Frau Dr Bauer
    Ihr lan­ges State­ment in Ehren, bit­te hören Sie den Vor­trag von Dr gre­go­ri­us Hesse
    der novus ordo die neue Mes­se erklärt
    Wenn Sie dann immer noch nicht zur Ein­sicht kommen.

  8. @Dr. Julia­na Bauer
    Darf ich Ihnen allen eine Fra­ge stel­len? Und – Hand aufs Herz: Hät­ten Sie, die soge­nann­ten Tra­di­tio­na­li­sten, auch sol­che Auf­stän­de unter­nom­men, hät­te Papst Johan­nes Paul II. ein sol­ches Motu pro­prio geschrie­ben wie das unter Ihnen so hef­tig umstrit­te­ne „Tra­di­tio­nis custo­des“ von Papst Franziskus?
    Ein kla­res „Ja“ und kei­ne Kom­pro­mis­se. Übri­gens ich den­ke seit Jahr­zehn­ten jeden Tag über die­sen Papst nach.
    „Das Brot­bre­chen, wie es nur mög­lich ist, bei unse­rer heu­ti­gen Lit­ur­gie zu sehen und von den Mit­fei­ern­den zu erfassen.“
    Sie sie der Mei­nung das alle Hei­li­gen der katho­li­schen Kir­che die vor Chri­stus nie­der­ge­kniet und die Mund­kom­mu­ni­on emp­fan­gen haben ein biß­chen dumm waren und das Brot­bre­chen nicht rich­tig ver­stan­den haben? Wie wür­den sie „Pro Mul­tis“ über­set­zen „Für Alle oder für Vie­le“? Wenn unser Herr und Gott in der Wüste vor Satan nicht nie­der­ge­kniet ist sind wir damit gerecht­fer­tigt wenn wir bei der Hl. Kom­mu­ni­on vor unse­rem Herrn und Gott auch nicht mehr nie­der­knien? Und hal­ten sie Anni­ba­le Bugni­ni für einen Hei­li­gen und treu­en Die­ner Got­tes? Ich könn­te die­se Fra­gen bis Weih­nach­ten wei­ter­füh­ren und wäre immer noch nicht fertig.
    Per Mari­am ad Christum,

  9. An Shu­ca et alii, Es geht nicht um den Papst oder diver­se Päp­ste, um denen ein Män­tel­chen mit Vor­ur­tei­len umzu­hän­gen, son­dern es geht um die Sache, kon­kret um die Got­tes­ver­eh­rung. Die Fra­ge wur­de bereits von den Kar­di­nä­len S.E Otta­via­ni und Bac­ci gestellt als sie die kur­ze kri­ti­sche Prü­fung des „Novus Ordo Mis­sae“ for­mu­lier­ten und for­der­ten. Sie beschrie­ben bereits als eine auf­fal­len­de Abwei­chung von der katho­li­schen Theo­lo­gie der Mes­se, wie sie in der XXII. Sit­zung des Kon­zils von Tri­ent for­mu­liert wur­de. Eine Zeit­schrift , wel­che an die Bischö­fe gerich­tet war schrieb damals „Im wesent­li­chen nähern wir uns der pro­the­stan­ti­schen Theo­lo­gie, die das Opfer der Mes­se zer­stör­te“. Dies hat nichts mit Tra­di­tio­na­lis­mus oder gar der Fei­er der Mes­se der Tra­di­tio­na­len zu tun, son­dern es besteht ein­zig die Fra­ge nach dem Erhalt des Opfers. Zusam­men­ge­fasst Mahl­fei­er ver­sus unblu­ti­ge Fei­er des Opfers Jesu Christi.

  10. @Medicus
    „Zusam­men­ge­fasst Mahl­fei­er ver­sus unblu­ti­ge Fei­er des Opfers Jesu Christi.“
    Ich stim­me ihnen unein­ge­schränkt zu.
    Per Mari­am ad Christum,

  11. Zu Ihren per­ma­nen­ten Behaup­tun­gen bezüg­lich der Mund-Kommunion:
    Sie kön­nen sich dre­hen und wen­den, wie Sie möch­ten, aber – Jesus von Naza­reth, den wir Chri­sten als Sohn des leben­di­gen Got­tes ver­eh­ren, war ein gläu­bi­ger Jude und kein Christ des 13., des 16., des 18., des 19.Jahrhunderts… Er stamm­te aus der Kul­tur und der Glau­bens­welt des Juden­tums. Er bete­te den Gott Abra­hams, Isaaks und Jakobs an und fei­er­te den Schab­bat wie auch die reli­giö­sen Feste sei­nes Glaubens. 

    Das eucha­ri­sti­sche Gedächt­nis­mahl, das Jesus ein­setz­te — „tut dies zu mei­nem Gedächt­nis“ -, ent­nahm er der Schab­bat­fei­er in der Fami­lie, die am Vor­abend des Schab­bats beginnt und ein­ge­lei­tet wird mit dem Lob­preis Got­tes, dem Dank an ihn und dem „Kid­dusch“, dem Segen über Brot und Wein. Nach dem Segen über dem Wein reicht der Fami­li­en­va­ter den bis zum Rand gefüll­ten Becher den Anwe­sen­den. Es folgt der Segen über den bei­den Bro­ten, den Chal­lot, der Vater schnei­det die­se nach dem Segen an oder er bricht sie und reicht die Brot­stücke wie­der­um allen Anwesenden. 

    Genau auf die­ses fei­er­li­che Ritu­al griff Jesus von Naza­reth am Vor­abend sei­nes Lei­dens und Todes zurück, auf ein, von einem tie­fen Got­tes­glau­ben gepräg­ten Ritu­al sei­ner jüdi­schen Glau­bens­welt. Das Jesus natür­lich wan­del­te, sich selbst dar­in schenk­te und uns als Ver­mächt­nis ließ:
    „…er nahm den Kelch, sprach das Dank­ge­bet und reich­te ihn den Jün­gern mit den Wor­ten: ‚Trin­ket alle dar­aus. Das ist mein Blut, … das für vie­le ver­gos­sen wird zur Ver­ge­bung der Sün­den‘ (Matth.26, 27.28).
    „Wäh­rend des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lob­preis. Dann brach er das Brot, reich­te es den Jün­gern und sag­te: ‚Nehmt und esset. Das ist mein Leib‘ (Matth.26,26). Lukas ergänz­te: ‚Das ist mein Leib, der für euch hin­ge­ge­ben wird. Tut dies zu mei­nem Gedächt­nis‘ (Luk.22,19).

    Der von Ihnen allen stets ins Feld geführ­te Bene­dikt XVI., der zwar die Mund­kom­mu­ni­on bevor­zugt, da sie „als Aus­druck der Ehr­furcht ihr Recht“ habe, weist den­noch in sei­nem Buch „Gott ist uns nah – Eucha­ri­stie, Mit­te des Lebens“ dar­auf hin, dass bis zum 9.Jh. die Kom­mu­ni­on ste­hend in die Hand („die Hän­de … bil­den das Kreuz“) emp­fan­gen wur­de. Inso­fern, unter­streicht Bene­dikt, „müs­sen wir doch auch sagen, dass unmög­lich die Kir­che 900 Jah­re lang unwür­dig die Eucha­ri­stie gefei­ert haben kann.“ Wei­ter sagt er: aus­schlag­ge­bend sei „die Ehr­furcht des Her­zens.“ Und „die Demut“, wie Papst Johan­nes XXIII. betonte.
    Dr. Julia­na Bauer

  12. @Dr. Julia­na Bauer
    Ich habe zb. nichts gedreht und gewen­det son­dern habe ihnen ein paar Fra­gen gestellt von denen sie wie zu erwar­ten kei­ne ein­zi­ge beant­wor­tet haben. Also der Prie­ster bricht das Brot und trinkt für uns aus dem Kelch denn er ist der Ver­tre­ter des Herrn in der Hl. Mes­se, reicht das nicht? Wie­der eine Fra­ge, wenn sie in eine Hl. Mes­se gehen wo nur die Hand­kom­mu­ni­on gege­ben wird aber der Prie­ster ver­langt das sie nie­der­knien müs­sen. Wür­den sie nie­der­knien oder ent­rü­stet die Kir­che ver­las­sen? Das sind so die vie­len klei­nen Din­ge die mich interessieren.
    Per Mari­am ad Christum,

  13. Das Kon­zil von Tri­ent hat fest­ge­legt, ich glau­be es war die 7. Sit­zung, das wer auch nur behaup­tet die her­ge­brach­ten Riten durch neue zu erset­zen, aus­ge­schlos­sen ist.
    Die Moder­ni­sten ala J. Ratz­in­ger konn­ten das nicht weg­dis­ku­tie­ren des­halb ent­war­fen sie die Irr­leh­re das die­se Aus­sa­gen fuer die jewei­li­ge Zeit gel­ten moe­gen aber nicht fuer heute.
    Der Syl­labus wur­de auf die­se Wei­se auch wegerklaert.
    In logi­scher Kon­se­quenz muess­te alle 5 bis 8 Jah­re dann immer ein Kon­zil statt­fin­den um die sog. Leh­ren immer wie­der anzu­glei­chen, was die Unsin­nig­keit des Moder­nis­mus wiedergibt.
    In Wirk­lich­keit soll­te die Kir­che der 20 kon­zi­li­en abge­schafft wer­den und durch eine zeit­geist­li­che Kir­che der jewei­li­gen Bedürf­nis­se ersetzt werden.
    Wer den NOM ver­tei­digt tut genau das.

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