Homosexuelle Cliquen in der Kirche – und die Notwendigkeit ihren Einfluß zurückzudrängen

Die Spur der Verwüstung: der Fall Rothe

Die Homohäresie in der Kirche: Wie weit reichen Macht und Einfluß von Homo-Seilschaften in der Kirche? Welche Rolle spielt der Münchner Pfarrvikar und Homo-Aktivist Wolfgang R. Rothe?
Die Homohäresie in der Kirche: Wie weit reichen Macht und Einfluß von Homo-Seilschaften in der Kirche? Welche Rolle spielt der Münchner Pfarrvikar und Homo-Aktivist Wolfgang R. Rothe?

In der katho­li­schen Kir­che tobt hin­ter den Kulis­sen ein erbit­ter­ter Kampf: Homo­se­xu­el­le Seil­schaf­ten und ihnen nahe­ste­hen­de homo­phi­le Krei­se wol­len die kirch­li­che Leh­re zur Homo­se­xua­li­tät stür­zen und eine offe­ne Homo­se­xua­li­sie­rung der Kir­che durch­set­zen. Die Wur­zeln die­ses Kamp­fes mit zuneh­men­der Inten­si­tät rei­chen weit zurück bis in die 60er Jah­re. Eine beson­ders schil­lern­de Figur ist der Münch­ner Prie­ster und Homo-Akti­vist Wolf­gang F. Rothe, der in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren eine Spur der Ver­wü­stung in kon­ser­va­ti­ven Krei­sen hin­ter­las­sen hat, wo immer er sei­nen Fuß hin­setz­te. Das jüng­ste Bei­spiel ist eine Straf­an­zei­ge gegen einen ande­ren Prie­ster nach dem berüch­tig­ten „Volks­ver­het­zungs­pa­ra­gra­phen“. Dabei gab sich Rothe in der Ver­gan­gen­heit ganz anders.

Im Lau­fe der ver­gan­ge­nen 55 Jah­re wur­den die anfäng­lich sub­ver­si­ven Akti­vi­tä­ten Homo­se­xu­el­ler in der Kir­che im Zuge der sexu­el­len Revo­lu­ti­on zu einem offe­nen Kampf, bei dem sich homo­se­xu­el­le Seil­schaf­ten ver­stärkt von welt­li­chen Krei­sen, vor allem Medi­en, unter­stüt­zen lassen.

Eine beson­ders schil­lern­de Figur im Kampf um die Homo­se­xua­li­sie­rung der Kir­che ist der Münch­ner Pfarr­vi­kar und Homo-Akti­vist Wolf­gang F. Rothe. Rothe gehört zu den homo-akti­vi­sti­schen Prie­stern, die im ver­gan­ge­nen Mai im offe­nen Wider­spruch zur kirch­li­chen Leh­re Seg­nun­gen von Homo-Paa­ren durch­führ­ten oder zumin­dest unter­stütz­ten. Obwohl Prie­ster, schreck­te Rothe nicht davor zurück, ande­re Prie­ster bei einem deut­schen Gericht zur Anzei­ge zu brin­gen, wie jüngst gesche­hen gegen den pol­ni­schen Prie­ster, habi­li­tier­ten Theo­lo­gen und Uni­ver­si­täts­do­zen­ten Dari­usz Oko sowie gegen den Schrift­lei­ter der Zeit­schrift Theo­lo­gi­sches, Prof. Dr. Johan­nes Stöhr, eben­falls Prie­ster. Gegen die Genann­ten erwirk­te Rothe einen Straf­be­fehl wegen angeb­lich homo­pho­ber „Volks­ver­het­zung“. Das Ver­fah­ren ist anhängig.

Rothe bedient sich dabei jener umstrit­te­nen Instru­men­te, die eine fehl­ge­lei­te­te, links­do­mi­nier­te Legis­la­ti­ve in den ver­gan­ge­nen Jah­ren in die Gesetz­ge­bung ein­führ­te, um die Homo­se­xua­li­sie­rung zu för­dern und Kri­tik an ihr und der Homo-Lob­by zu unter­drücken. Die Ein­füh­rung des Delikts „Volks­ver­het­zung“ steht per defi­ni­tio­nem für den Wil­len, die Mei­nungs­frei­heit ein­zu­schrän­ken, was von Jahr zu Jahr zu immer mehr The­men­fel­dern geschieht. Genau die­se Absicht ver­folgt auch Rothe, der mit sei­ner Anzei­ge wis­sent­lich die kirch­li­che Leh­re angreift.

Nach der Leh­re der katho­li­schen Kir­che ver­sto­ßen homo­se­xu­el­le Hand­lun­gen gegen das natür­li­che Sit­ten­ge­setz (KKK 2357). Sie wer­den als mora­lisch ver­werf­lich und schwer sünd­haft beur­teilt. Die­se vom Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che gelehr­te Auf­fas­sung wider­spricht nicht der Mei­nungs­frei­heit. Damit ist im Prin­zip auch schar­fe, sich den Stil­mit­teln der Pole­mik bedie­nen­de Kri­tik gegen­über Per­so­nen­grup­pen legi­tim, sofern sie einen homo­se­xu­el­len Lebens­stil pro­pa­gie­ren. Das gilt umso mehr, wenn die­se Men­schen zur katho­li­schen Kir­che gehö­ren oder sogar selbst katho­li­sche Prie­ster sind. Wer sich die Leh­re der Kir­che zu eigen macht, muß zum Urteil gelan­gen: Prie­ster, die homo­se­xu­el­le Hand­lun­gen aus­füh­ren, befür­wor­ten oder ande­re dar­in för­dern, fügen dem Orga­nis­mus der Kir­che schwe­ren Scha­den zu. Das gilt erst recht, wenn sie infor­mel­le Netz­wer­ke bil­den, die den Zweck haben, ihr Dop­pel­le­ben zu schüt­zen, Schlüs­sel­po­si­tio­nen zu beset­zen, kri­mi­nel­le Machen­schaf­ten zu ver­tu­schen oder gar die kirch­li­che Leh­re unter­gra­ben und stür­zen zu wollen. 

Rothe argu­men­tiert heu­te für die Homo­se­xua­li­tät und gegen die Kir­che mit dem­sel­ben Voka­bu­lar, das Homo-Lob­by und kir­chen­fer­ne Krei­se gebrauchen.

In dem von Rothe inkri­mi­nier­ten Oko-Arti­kel (Theo­lo­gi­sches, Januar/Februar 2021), wer­den Prie­ster, die von der Kir­che leben und in ihr bis­wei­len Kar­rie­re machen, wie der inzwi­schen legen­dä­re Kar­di­nal Theo­do­re McCarrick, mit Meta­phern wie „Krebs­ge­schwür“, „Krebs­me­ta­sta­se“ oder „Para­si­ten“ beschrie­ben. Das klingt dra­stisch. Wer als Prie­ster die Moral der Kir­che, zu der er sich frei­wil­lig ver­pflich­tet hat, durch unver­fro­re­nes Ver­hal­ten Lügen straft und der Gemein­schaft der Gläu­bi­gen bei­spiel­lo­sen Scha­den zufügt, der muß aller­dings mit dra­sti­scher Kri­tik rech­nen, die aus kirch­li­cher Sicht, und die soll­te für einen Prie­ster allein maß­geb­lich sein, gar nicht so dra­stisch ist: Schließ­lich zählt Homo­se­xua­li­tät nach katho­li­scher Leh­re zu den „him­mel­schrei­en­den Sün­den“, das sind jene Sün­den, die so schwer­wie­gend sind, daß sie zum Him­mel, also zu Gott, nach Rache schreien. 

Prof. Okos Kritik an der „Homo-Häresie“ in der Kirche

Das hört man heu­te natür­lich nicht mehr ger­ne, schon gar nicht in einem welt­li­chen Kon­text, in dem alles erlaubt scheint, beson­ders das, was die Kir­che ver­bie­tet. Nie­mand muß der Wort­wahl Okos bei­pflich­ten, doch jeder Katho­lik muß der kirch­li­chen Leh­re zur Homo­se­xua­li­tät bei­pflich­ten, die Oko in zahl­rei­chen Schrif­ten auf ver­dienst­vol­le Wei­se ver­tei­digt. Oko benann­te als erster die Akti­vi­tä­ten sub­ver­si­ver Homo-Krei­se in der Kir­che als „Homo-Häre­sie“. Eine bahn­bre­chen­de For­mu­lie­rung. Aus Okos Stu­di­en zur Homo­se­xua­li­tät in der Kir­che, beson­ders im Kle­rus, erklärt sich die Feind­schaft, die ihm von Homo-Seil­schaf­ten und homo­phi­len Krei­sen ent­ge­gen­schlägt, oft aus dem Hin­ter­halt, da sich die­se nicht sel­ten tar­nen, um ein Dop­pel­le­ben füh­ren zu können.

Okos Kri­tik in Theo­lo­gi­sches ziel­te aller­dings nicht gegen Homo­se­xu­el­le, son­dern gegen ekla­tan­te Miß­stän­de in der Kir­che, wie der Her­aus­ge­ber der Zeit­schrift den Bei­trag des pol­ni­schen Theo­lo­gen nun gegen einen Straf­be­scheid des Amts­ge­richts Köln ver­tei­dig­te. Zu den von Oko ange­pran­ger­ten Miß­stän­den zählen: 

  • unmo­ra­li­sches Verhalten, 
  • ver­lo­ge­ne Doppelmoral 
  • sowie ver­werf­li­cher Protektionismus 
  • und Kar­rie­ris­mus katho­li­scher Priester.

Der katho­li­sche Spre­cher der Chri­sten in der AfD-Nord, Adam Gol­kontt, erklärte: 

„Der Straf­be­fehl gegen Prof. Dr. Dr. Dari­usz Oko ist ein Angriff auf unse­re Grund­rech­te. Das Urteil greift die grund­ge­setz­lich garan­tier­te Wissenschafts‑, Bekenntnis‑, und Mei­nungs­frei­heit an. Ich rufe alle zur Soli­da­ri­tät mit Prof. Oko auf, indem Sie die Peti­ti­on zu sei­ner Ver­tei­di­gung unter­schrei­ben und sei­ne Aus­ar­bei­tung lesen. Denn der Angriff eines Gerichts auf die Grund­rech­te betrifft alle deut­schen Staats­bür­ger unab­hän­gig ihrer Weltanschauung.“

Ent­setzt reagier­te auch Kar­di­nal Ger­hard Lud­wig Mül­ler, der in einem Inter­view mit dem pol­ni­schen Medi­um Do Rzec­zy sagte: 

„Als Deut­scher schä­me ich mich, daß es in mei­ner Hei­mat wie­der mög­lich ist, einen pol­ni­schen Wis­sen­schaft­ler wegen Volks­ver­het­zung zu ver­ur­tei­len, nur weil er die Fak­ten benannt hat.“

Ein katho­li­scher Theo­lo­ge warf im Zusam­men­hang mit der Ver­ur­tei­lung Okos Fra­gen zum Fall Rothe auf, der Oko ange­zeigt hatte:

„Am Ende wird man die Fra­ge stel­len müs­sen, ob der Prie­ster und Homo-Akti­vist Wolf­gang F. Rothe, der vor Jah­ren selbst in einen Sex-Skan­dal im Prie­ster­se­mi­nar St. Pöl­ten ver­wickelt war und dar­auf­hin von Rom gemaß­re­gelt wur­de, womög­lich zuge­spitz­te Kri­tik an sei­nem Dop­pel­le­ben nicht erträgt?
War­um ver­brei­tet er wider bes­se­res Wis­sen hart­näckig die ver­leum­de­ri­sche Behaup­tung, Prof. Oko hät­te homo­se­xu­el­le Per­so­nen als sol­che her­ab­ge­wür­digt, wo doch leicht zu erse­hen ist, daß das nicht in des­sen Absicht lag?“

Konservative Kreise für Eigeninteressen mißbraucht

Die Anzei­ge gegen den Prie­ster Oko durch den Prie­ster Rothe, aus­ge­rech­net nach dem „Volks­ver­het­zungs­pa­ra­gra­phen“, der ein Instru­ment zur Mei­nungs­kne­be­lung ist, wirft tat­säch­lich Fra­gen auf und scheint die Haupt­the­se Okos exem­pla­risch zu stüt­zen. Oko gelang­te auf­grund sei­ner Stu­di­en zum Schluß, daß es in der Kir­che homo­se­xu­el­le Seil­schaf­ten gibt, die sich gegen­sei­tig decken und ein homo­se­xu­el­les Milieu erzeu­gen, in dem jun­ge Semi­na­ri­sten und ande­re jun­ge Män­ner sexu­ell kor­rum­piert und Min­der­jäh­ri­ge schwerst geschä­digt wer­den. Dazu gehört die von der kirch­li­chen Obrig­keit in Mün­chen und Rom ver­schwie­ge­ne Tat­sa­che, daß es sich beim unsäg­li­chen sexu­el­len Miß­brauchs­skan­dal von Kle­ri­kern an Min­der­jäh­ri­gen zu min­de­stens 80 Pro­zent um homo­se­xu­el­le Täter und homo­se­xu­el­len Miß­brauch handelt.

Apro­pos Mün­chen: Kurz nach­dem Kar­di­nal Rein­hard Marx Erz­bi­schof von Mün­chen und Frei­sing gewor­den war, nahm er 2008 Rothe in sei­nem Erz­bis­tum auf. Jenen Rothe, der vier Jah­re zuvor als Sub­re­gens im Mit­tel­punkt eines Skan­dals um die Exi­stenz einer Homo-Seil­schaft am Prie­ster­se­mi­nar von St. Pöl­ten gestan­den hat­te. Die­ser Skan­dal war von pro­gres­si­ven Kir­chen­krei­sen, die sich mit links­li­be­ra­len welt­li­chen Medi­en ver­bün­det hat­ten, aus­ge­nützt wor­den, um eine der her­aus­ra­gen­den Bischofs­ge­stal­ten des deut­schen Sprach­raums, Bischof Kurt Krenn, zu stür­zen, was auch erfolg­reich gelang.

Rothe, pro­mo­vier­ter Kir­chen­recht­ler – sein Dok­tor­va­ter an der Päpst­li­chen Uni­ver­si­tät San­ta Cro­ce in Rom war 2002 der heu­ti­ge Kuri­en­erz­bi­schof und Pri­vat­se­kre­tär von Bene­dikt XVI., Msgr. Georg Gäns­wein, was in kon­ser­va­ti­ven Tei­len der Kir­che vie­le Türen öff­net –, leug­ne­te hart­näckig die gegen ihn erho­be­nen Homo-Vor­wür­fe. Kon­ser­va­ti­ve Kir­chen­krei­se, die sich schüt­zend vor Bischof Krenn stel­len woll­ten, mach­ten sich – offen­sicht­lich gut­gläu­big wie Krenn selbst, wie sich nun zei­gen soll­te –, auch zu Ver­tei­di­gern Rothes, der die­se Ver­tei­di­gung ger­ne in Anspruch nahm.

Mehr noch: Der Jurist Rothe wur­de nach eini­gen Jah­ren des Abtau­chens, nach­dem er im Erz­bis­tum Mün­chen-Frei­sing inkar­di­niert wor­den war, zum Bera­ter des kon­ser­va­ti­ven Netz­werks katho­li­scher Prie­ster in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und genau in die­sem Zusam­men­hang drän­gen sich heu­te wei­te­re Fra­gen auf. Es scheint maß­geb­lich auf Rothes Ein­fluß zurück­zu­ge­hen, daß sich das Prie­ster­netz­werk vehe­ment gegen den Beschluß der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz von Juni 2011 wehr­te, dem bekann­ten Kri­mi­no­lo­gen Chri­sti­an Pfeif­fer und sei­nen Mit­ar­bei­tern am Kri­mi­no­lo­gi­schen For­schungs­in­sti­tut Nie­der­sach­sen (pen­sio­nier­te Staats­an­wäl­te und Rich­ter) Ein­sicht in die Per­so­nal­ak­ten der Prie­ster der ver­gan­ge­nen zehn Jah­re zu gewäh­ren, in man­chen Bis­tü­mern sogar bis 1945, um sie auf Hin­wei­se zu sexu­el­len Über­grif­fen zu durch­su­chen. Im Janu­ar 2013 kün­dig­ten die Bischö­fe den Auf­trag über­ra­schend und nann­ten dabei als Grün­de unter ande­rem die Vor­be­hal­te des Prie­ster­netz­werks.

Wel­ches Inter­es­se hat­te Rothe dar­an, daß die Per­so­nal­ak­ten nicht ein­ge­se­hen wer­den konn­ten? Wie stark sind die Homo-Seil­schaf­ten in der Kir­che in Deutsch­land? In wel­chem Zusam­men­hang damit steht Rothes Kar­rie­re seit 2008?

Auch in die­sem Fall wie­der­hol­ten sich bereits bekann­te Ele­men­te, die ein Muster zu sein schei­nen: Rothe spann­te für sei­ne Sache unver­däch­ti­ge kon­ser­va­ti­ve Krei­se ein. Im Klar­text lau­tet die Fra­ge: Hat Rothe das Prie­ster­netz­werk miß­braucht, um Homo-Seil­schaf­ten im Kle­rus zu schützen?

Rothes Spur der Verwüstungen

Rothe, der zunächst im Erz­bis­tum Mün­chen als Kran­ken­haus­seel­sor­ger wenig Kon­takt mit Gläu­bi­gen hat­te, ver­la­ger­te sich im zurück­lie­gen­den Jahr­zehnt auf das eher schrä­ge The­ma einer „Spi­ri­tua­li­tät“ des Whis­kys, was ihm den Spitz­na­men „Whis­ky-Vikar“ ein­brach­te. In Mün­chen, wo er seit 2012 wie­der in der Pfarr­seel­sor­ge tätig ist, wur­de aus dem stramm kon­ser­va­ti­ven Krenn-Adla­tus, der jede Homo-Ver­strickung ent­schie­den bestritt, ein beken­nen­der Homo-Akti­vist. Der Weg vom Pau­lus zum Sau­lus, wobei Rothe wahr­schein­lich immer ein Sau­lus war, der sich eine Zeit­lang ledig­lich als Pau­lus getarnt hatte.

Wo immer Rothe auf­tauch­te, hin­ter­ließ er in kon­ser­va­ti­ven Krei­sen eine Spur der Ver­wü­stung. Selbst in die Tra­di­ti­on streck­te er kurz­zei­tig sei­ne Füh­ler aus und ließ sich von einem Prie­ster der Pius­bru­der­schaft in der Zele­bra­ti­on des über­lie­fer­ten Ritus aus­bil­den, zog sich dann aber wie­der zurück. Man­che kon­ser­va­ti­ve Krei­se hin­ge­gen lie­ßen sich von ihm ver­ein­nah­men und schenk­ten ihm ein Ver­trau­en, das sie bit­ter bezah­len mußten.

  • Bischof Kurt Krenn, der Rothes Kar­rie­re geför­dert, ihm den Weg zum Dok­to­rats­stu­di­um ermög­licht, eine Dozen­tur an der Phi­lo­so­phisch-Theo­lo­gi­schen Hoch­schu­le St. Pöl­ten ver­schafft und ihn zum Sub­re­gens am dor­ti­gen Prie­ster­se­mi­nar ernannt sowie in den letz­ten Mona­ten sei­nes Epi­sko­pats zu sei­nem Sekre­tär und Rechts­be­ra­ter bestellt hat­te, geriet wegen pädo­phi­ler und homo­se­xu­el­ler Skan­da­le am Prie­ster­se­mi­nar, in deren Zen­trum u. a. Rothe stand, der­ma­ßen unter öffent­li­chen Beschuß, daß er von Rom als Diö­ze­san­bi­schof eme­ri­tiert wur­de. Am 29. Sep­tem­ber 2004 trat Msgr. Krenn auf Auf­for­de­rung von Papst Johan­nes Paul II. zurück.
  • In der Fol­ge began­nen kon­ser­va­ti­ve Publi­zi­sten wie Feli­zi­tas Küb­le und die Zeit­schrift Der 13. eine ver­bis­se­ne Ver­tei­di­gung Rothes, wenn­gleich die­se pri­mär Bischof Krenn galt. Sie lehn­ten sich damit weit aus dem Fen­ster, zu weit, wie Rothes Homo-Akti­vis­mus nun zeigt.
  • Das kon­ser­va­ti­ve Netz­werk katho­li­scher Prie­ster ver­trau­te Rothe und stell­te sich unver­ständ­li­cher­wei­se gegen eine kon­se­quen­te Auf­ar­bei­tung des sexu­el­len Miß­brauchs­skan­dals. Das Prie­ster­netz­werk exi­stiert heu­te fak­tisch nicht mehr. Es wur­de dezi­miert und füh­ren­de Ver­tre­ter Repres­sio­nen aus­ge­setzt, wäh­rend Rothe sei­ne Kar­rie­re, nun unter dem Schutz von Kar­di­nal Marx, fortsetzte.
  • Und noch eine bri­san­te Fra­ge stellt sich ange­sichts der neu­en Umstän­de rund um Rothe. Von 2004 bis 2012 war die umstrit­te­ne und sehr ange­fein­de­te Sei­te Kreuz.net aktiv. Die Sei­te ging weni­ge Wochen nach dem Rück­tritt von Bischof Krenn, der Rothes Kar­rie­re – zumin­dest vor­läu­fig – ein Ende gesetzt hat­te, ins Netz. Mit der Ein­stel­lung von Kreuz.net, Ende 2012, began­nen Rothes bis­lang jüng­ste Muta­tio­nen zum Whis­ky- und Homo-Akti­vi­sten. Sei­ne Beob­ach­tungs­zeit im Erz­bis­tum Mün­chen ende­te damals und öff­ne­te ihm im Herbst 2012 den Weg in die Pfarr­seel­sor­ge.
    Die acht tur­bu­len­ten Jah­re, in denen Kreuz.net exi­stier­te, füg­ten glau­bens­treu­en kon­ser­va­ti­ven Kir­chen­krei­sen schwe­ren Scha­den zu. Die Deut­sche und die Öster­rei­chi­sche Bischofs­kon­fe­renz distan­zier­ten sich bereits im Herbst 2004 von der Sei­te, die alle Vor­ur­tei­le zu bestä­ti­gen schien, die von wenig wohl­ge­son­ne­nen libe­ra­len Krei­sen gegen die kirch­li­che Ortho­do­xie und ihre Ver­tre­ter gehegt wer­den.
    Die Radi­ka­li­tät, mit der vor allem gegen die Homo­se­xua­li­tät und Homo­se­xu­el­le pole­mi­siert wur­de, nütz­te homo­phi­len Kir­chen­krei­sen, da mit dem Fin­ger auf die angeb­lich so homo­pho­ben Kon­ser­va­ti­ven in der Kir­che gezeigt wer­den konn­te, mit deren Hal­tung die Bischö­fe allein schon wegen des Main­stream nichts zu tun haben woll­ten.
    Noch schwer­wie­gen­der: Wegen des Man­gels an katho­li­schen Medi­en schar­ten sich um Kreuz.net ver­schie­de­ne kon­ser­va­ti­ve Autoren, Prie­ster und Lai­en, die dar­in eine Publi­ka­ti­ons­platt­form sahen, in Wirk­lich­keit aber damit sich und ihre Anlie­gen ver­brann­ten.
    Die Jagd nach den Machern von Kreuz.net, befeu­ert von welt­li­chen Medi­en, wur­de zur Jagd auf her­aus­ra­gen­de kon­ser­va­ti­ve Prie­ster im gan­zen deut­schen Sprach­raum, die auch publi­zi­stisch aktiv waren. Obwohl die­se teil­wei­se in kei­nem Zusam­men­hang mit der Sei­te stan­den, ande­re nur Bei­trä­ge dort ver­öf­fent­licht hat­ten, wur­den sie von ihren Bischö­fen gemaß­re­gelt und in ihren Akti­vi­tä­ten ein­ge­bremst.
    Früh­zei­tig kam der Ver­dacht auf, daß der tat­säch­li­che Macher selbst homo­se­xu­ell sein könn­te und es sich bei Kreuz.net um eine – psy­cho­lo­gisch wie auch immer deut­ba­re – Ope­ra­ti­on unter fal­scher Flag­ge han­del­te. Wer die Ent­wick­lung und vor allem den Kampf gegen Kreuz.net noch in Erin­ne­rung hat, weiß, wel­chen Scha­den die Sei­te kon­ser­va­ti­ven Ein­rich­tun­gen, Per­sön­lich­kei­ten und ihrem Anlie­gen zuge­fügt hat.

Damit schließt sich der Kreis zu Rothe und sei­ner Spur der Ver­wü­stung in kon­ser­va­ti­ven Krei­sen. Zu sei­nen jüng­sten Opfern gehö­ren Prof. Oko, Prof. Stöhr und die Zeit­schrift Theo­lo­gi­sches.

[Update 14.08.2021: Prof. Johan­nes Stöhr ist auch Prie­ster und nicht Laie, wie zunächst ange­ge­ben. Wir bit­ten den Feh­ler zu entschuldigen.]

Text: Ein anony­mer Theologe/Giuseppe Nar­di
Bild: NBQ

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