Die Weihe Rußlands an das Unbefleckte Herz Mariens: Versuch einer Klärung (2. Teil)

Falsche Optionen vermeiden

Russische Ambivalenz: rechts das Erlösertor, auf dem Stalin 1936 den Doppeladler der Zaren (das Symbol des Byzantinischen Reiches) durch den Roten Stern der Kommunisten ersetzen ließ. Der Stern blieb auch nach der Renovierung 2015 auf der Turmspitze. Vorne rechts das Lenin-Mausoleum an der Kremlmauer. Im Hintergrund die Basilius-Kathedrale. Der Name Roter Platz hat übrigens nichts mit dem Sozialismus zu tun. Er ist älteren Datums.
Russische Ambivalenz: Rechte Mitte der Erlöserturm, auf dem Stalin 1936 den Doppeladler der Zaren (das Symbol des Byzantinischen Reiches) durch den Roten Stern der Kommunisten ersetzen ließ. Der Stern blieb auch nach der Renovierung 2015 auf der Turmspitze. Vorne rechts das Lenin-Mausoleum an der Kremlmauer. Im Hintergrund die Basilius-Kathedrale. Der Name Roter Platz hat übrigens nichts mit dem Sozialismus zu tun. Er ist älteren Datums.

Von Wolf­ram Schrems*

Im Anschluß an die Dar­stel­lung der Bot­schaft der Mut­ter­got­tes an die Kir­che zur Wei­he Ruß­lands (Bei­trag vom 14. Mai d. J.) beschäf­ti­gen wir uns kurz mit der Situa­ti­on Ruß­lands selbst, soweit die­se für uns von außen zu erhe­ben ist.

Dazu eine wich­ti­ge Vorbemerkung:

Bekannt­lich fin­det jede Dis­kus­si­on über die rus­sisch-west­li­chen Bezie­hun­gen in einem Minen­feld statt. Jede noch so vor­sich­ti­ge Rela­ti­vie­rung des offi­zi­el­len west­li­chen Stand­punk­tes, gemäß dem Prä­si­dent Putin ein Dik­ta­tor nach innen und Aggres­sor nach außen sei, d. h., jedes Ver­glei­chen oder In-Bezie­hung-Set­zen (was „rela­ti­vie­ren“ ja heißt) mit west­li­chen oder vom Westen wohl­ge­lit­te­nen ori­en­ta­li­schen Poten­ta­ten, trägt einem schnell die Bezeich­nung „Putin-Ver­ste­her“, „Puti­nist“, „Putin-Agent“ o. a. ein.

Als ich im Win­ter 2013/14 einen ukrai­ni­schen Freund, Katho­lik des öst­li­chen Ritus, Pro-Lifer, Phi­lo­soph an der Ukrai­ni­schen Katho­li­schen Uni­ver­si­tät in Lem­berg (UKU), in den 1980er Jah­ren wegen oppo­si­tio­nel­len Ver­hal­tens in ein weit­ge­hend asia­tisch zusam­men­ge­setz­tes Straf­ba­tail­lon der Roten Armee an die tsche­cho­slo­wa­ki­sche Gren­ze ver­setz­ter Sol­dat, warn­te, daß die Mai­dan-Bewe­gung mög­li­cher­wei­se ein west­lich orche­strier­ter Putsch ist und daß die neu­en Her­ren letzt­lich für die wohl­ver­stan­de­nen ukrai­ni­schen Inter­es­sen, gar für Kir­che und Chri­sten­tum, bestimmt nichts übrig haben wer­den, kün­dig­te er mir kur­zer­hand die Freund­schaft auf und mut­maß­te, ich sei ein Agent Putins.

Na ja.

Jeder wei­te­re Gedan­ken­aus­tausch wur­de abge­blockt. Noch uner­freu­li­cher war ein e‑mail-Wech­sel mit einem ande­ren Vor­tra­gen­den an der UKU. Die­ser mein­te sogar, zu Belei­di­gun­gen grei­fen zu müssen.

Mitt­ler­wei­le mach­te ich die Ent­deckung, daß die Dis­kus­si­on mit Ukrai­nern, aber auch ande­ren öst­li­chen Mit­tel­eu­ro­pä­ern zum The­ma Putin mei­stens sinn­los ist.1 Von sol­chen Gesprächs­part­nern hör­te ich, wenn ich mich zu Illu­stra­ti­ons­zwecken auf west­li­che Medi­en berief, die – völ­lig absur­de – Behaup­tung, daß auch die west­li­chen Haupt­strom­medi­en von Ruß­land mani­pu­liert wor­den wären.

Hier liegt natür­lich eine histo­risch ver­steh­ba­re men­ta­le Blocka­de etwa auf ukrai­ni­scher oder slo­wa­ki­scher oder son­sti­ger Sei­te vor, die Ruß­land immer mit der Sowjet­macht in Ver­bin­dung bringt.

Aber noch etwas ist wichtig:

Es wird – nicht nur in die­ser Fra­ge – regel­mä­ßig über­se­hen, daß „die Wahr­heit in der Pro­por­ti­on liegt“, wie Hil­ai­re Bel­loc, eng­lisch-fran­zö­si­scher katho­li­scher Welt­klas­se­autor sag­te. Mißt man Putin an stren­gen mora­li­schen Maß­stä­ben, dann müß­te man auch bei denen so vor­ge­hen, die ihn kri­ti­sie­ren, ihm Kon­kur­renz machen und ihn erset­zen wol­len. Die Ukrai­ner könn­ten sich bei­spiels­wei­se fra­gen, ob es ihnen unter den jet­zi­gen Macht­ha­bern bes­ser geht oder nicht.

Die Fra­ge lau­tet daher: Was strebt der­je­ni­ge, der Putin kri­ti­siert, an? Geht es um Men­schen­rech­te oder um Pro­pa­gan­da, um Frei­heit oder um die psy­cho­lo­gi­sche Vor­be­rei­tung zum Krieg gegen Rußland?

Es wird in den vie­len Dis­kus­sio­nen noch etwas aus­ge­blen­det: Ruß­land hat, wie auch immer man zu poli­ti­schen Detail­fra­gen steht, legi­ti­me Sicher­heits­in­ter­es­sen. Die rus­si­sche Füh­rung kann vom Aus­land gesteu­er­te Sub­ver­si­on im Inne­ren genau­so wenig dul­den wie das Her­an­rücken eines geg­ne­ri­schen Mili­tär­bünd­nis­ses bis an die Staatsgrenzen.

Das vor­aus­ge­schickt sei aber auch gleich fest­ge­hal­ten, daß aus der Sicht der Bot­schaft von Fati­ma kein Grund zu über­trie­be­nem Opti­mis­mus besteht. Ruß­land wur­de, wie im 1. Teil fest­ge­hal­ten, nie, wie vom Him­mel gewünscht, von Papst und Welt­epi­sko­pat trans­pa­rent und aus­flucht­frei dem Unbe­fleck­ten Her­zen der Got­tes­mut­ter geweiht. Daher kön­nen wir die Situa­ti­on die­ses Staa­tes nur mit inne­rer Reser­ve betrach­ten und ana­ly­sie­ren. Weder Dämo­ni­sie­rung noch Glo­ri­fi­zie­rung sind aus die­ser Sicht angezeigt.

Putins Rußland: sowjetnostalgisch, zaristisch, orthodox – oder nicht?

Es scheint heu­te so zu sein, daß sich die rus­si­sche Füh­rung zu ver­schie­de­nen Antei­len an der Tra­di­ti­on des Sowjet­kom­mu­nis­mus, des Zaren­tums und der ortho­do­xen Kir­che ori­en­tiert. Dabei ist nach mei­ner Ansicht die Fra­ge völ­lig offen, wel­che inhalt­li­chen Über­zeu­gun­gen Prä­si­dent Putin eigent­lich bewe­gen: Als lang­jäh­ri­ger KGB-Mann wird er zwangs­läu­fig bis zu einem bestimm­ten Grad dem sowjet­kom­mu­ni­sti­schen Den­ken ver­haf­tet sein. Er bezeich­ne­te bekannt­lich den Zer­fall der Sowjet­uni­on als „die größ­te geo­po­li­ti­sche Kata­stro­phe des Jahr­hun­derts“ (Rede im April 2005). Man beach­te hier wohl, daß der Zer­fall eines Staa­tes natür­lich immer schwe­re Ver­wer­fun­gen nach sich zieht (oft Bür­ger­krie­ge, Ver­sor­gungs­kri­sen u. dgl.). Inso­fern hat Putin wohl nicht Unrecht. 2018 noch sag­te er, er wür­de den Nie­der­gang der Sowjet­uni­on rück­gän­gig machen, wenn möglich.

Wla­di­mir Putin nahm 2016 bei sei­nem Besuch auf dem Berg Athos den seit 1917 ver­wai­sten Platz des Zaren ein.

Die Fra­ge ist eben, wie sehr er abge­se­hen von der Fra­ge der Ord­nungs­po­li­tik und der Sta­bi­li­tät der Sowjet­uni­on als sol­cher nach­hängt. Oder den ein­zel­nen Tyran­nen, Sta­lin, Chruscht­schow, Bre­schnev oder wem auch immer. Wir wis­sen es nicht. Viel­leicht weiß er es selbst nicht.

Wie auch immer: Wla­di­mir Putin kann oder will die Sowjet­uni­on nicht wiederherstellen.

Das­sel­be gilt für das Zaren­tum: Nach dem, was man lesen kann, scheint es kei­ne nen­nens­wer­te mon­ar­chi­sti­sche Bewe­gung in Ruß­land zu geben, von ernst­haf­ten Restau­ra­ti­ons­ver­su­chen der Fami­lie Roma­now ist nichts bekannt. Inwie­weit es tat­säch­lich einen „Plan Putins zur Restau­ra­ti­on der Roma­nows“ gibt, wie behaup­tet, ist zwei­fel­haft. Klar ist, daß Putin mit zari­sti­scher Sym­bo­lik spielt und offen­bar eine gewis­se Ver­eh­rung für den einen oder ande­ren Zaren zeigt.

Man konn­te von Wla­di­mir Putin übri­gens Kri­ti­sches über die Sowjet­uni­on hören. Bemer­kens­wert ist in die­sem Zusam­men­hang, daß Der Archi­pel Gulag von Alex­an­der Solz­he­ni­zyn zur Pflicht­lek­tü­re an rus­si­schen Schu­len gemacht wor­den ist und Putin den Schrift­stel­ler besucht und postum zum 100. Geburts­tag gewür­digt hat.

Ob er ein gläu­bi­ger ortho­do­xer Christ ist oder nicht, läßt sich nicht sagen. Ist es mög­lich, daß er selbst unent­schie­den ist, was die­se Fra­gen betrifft? Ist es mög­lich, daß er sozu­sa­gen ein rei­ner Macht­prag­ma­ti­ker ist, der sich in einer Art Dau­er­pro­vi­so­ri­um mit sich selbst an der Spit­ze ein­ge­rich­tet hat? Das scheint mir per­sön­lich die rea­li­stisch­ste Erklä­rung für das Ver­hal­ten Wla­di­mir Putins, das bekannt­lich einer­seits prag­ma­tisch, beson­nen und macht­be­wußt ist, ande­rer­seits welt­an­schau­lich-inhalt­lich kaum bestimmt wer­den kann.2

Hammer und Sichel, Kreuzzeichen, KP, Stalinkult, Katholische Kirche

Cha­rak­te­ri­stisch für die Über­la­ge­rung gegen­sätz­li­cher Welt­an­schau­un­gen im offi­zi­el­len Ruß­land der Gegen­wart erscheint auch die jähr­lich in Mos­kau zele­brier­te Sie­ges­pa­ra­de zum Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges: Einer­seits spre­chen ein­an­der Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ster und Gene­ral­stabs­chef mit „Genos­se“ an und sowje­ti­sche Sym­bo­le sind zahl­reich ver­tre­ten (Flag­gen mit Ham­mer und Sichel, histo­ri­sche Uni­for­men), ande­rer­seits bekreu­zigt sich Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ster Ser­gei Schoi­gu jedes Mal, wenn er durch das Tor des Erlö­ser­turms des Kreml gefah­ren kommt. Gemäß der Infor­ma­ti­on auf Wiki­pe­dia han­delt es sich hier um eine Vor­schrift, die von Zar Ale­xei I. 1658 ein­ge­führt wur­de.3

Ruß­lands Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ster Ser­gei Schoi­gu bekreu­zigt sich, wenn er vor Mili­tär­pa­ra­den das Tor des Erlö­ser­turms passiert.

Für unser The­ma ist von Belang, wie es in Ruß­land als gan­zem aus­sieht, und da wird berich­tet, daß in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ein Anstieg des Sta­lin-Kul­tes zu ver­zeich­nen sei. Es wür­den Sta­lin-Sta­tu­en neu errich­tet werden.

Reu­ters berich­tet, daß die neue Kathe­dra­le der Streit­kräf­te ursprüng­lich auch ein Por­trait Sta­lins auf einem Wand­ge­mäl­de zei­gen soll­te, das aber wie­der ver­wor­fen wor­den sei.

Das Lenin-Mau­so­le­um ist auch noch in Betrieb. Die Kom­mu­ni­sti­sche Par­tei erlang­te bei Prä­si­den­ten­wah­len 2008 und 2012 jeweils etwa 17%, 2018 nur knapp 12%. Bei den Par­la­ments­wah­len waren es 2011 gut 19%, 2016 etwas über 13%. Das heißt natür­lich, daß der Kom­mu­nis­mus nicht „tot“ ist. Die Zah­len mögen unspek­ta­ku­lär aus­se­hen, für eine „Bekeh­rung“ Ruß­lands sind sie bei wei­tem zu hoch.

Die Katho­li­sche Kir­che ist eine win­zi­ge Min­der­heit (laut Annu­a­rio Pon­ti­fi­co von 2017, zitiert auf Wiki­pe­dia, machen die Katho­li­ken 0,5% der Gesamt­be­völ­ke­rung der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on aus). Hier­ar­chie und Gläu­bi­ge sind sei­tens der Ortho­do­xie, des Staa­tes und der Gesell­schaft nicht immer wohl­ge­lit­ten. Der Islam ist stark ver­tre­ten, eben­so asia­ti­sche Religionen.

Tra­di­tio­nel­le Katho­li­ken rus­si­scher Her­kunft war­nen die West­ler, zu gro­ße Hoff­nun­gen auf Ruß­land zu set­zen. Im ver­gan­ge­nen Som­mer hör­te ich von einem Prie­ster, daß die Abtrei­bungs­zah­len in Ruß­land sehr hoch sei­en und daß auch Ruß­land den Coro­na-Wahn mit­ma­che und etwa die Leu­te vom Bar­geld weg­brin­gen wol­le. (Wie man zwi­schen­zeit­lich hören konn­te, wer­den die Coro­na­maß­nah­men in Ruß­land aber eher lax umgesetzt.)

Die­ser Prie­ster sag­te auch, die dok­tri­nä­ren Unter­schie­de zur Ortho­do­xie sei­en grö­ßer, als man im west­lich-katho­li­schen Den­ken meist annimmt.

Resümee

Wir wer­den gut dar­an tun, zwei fal­sche Optio­nen zu ver­mei­den: Weder darf Ruß­land glo­ri­fi­ziert und als Ret­ter des Abend­lan­des aus­ge­ru­fen wer­den. Noch darf man es dämo­ni­sie­ren.4 Eine poli­ti­sche Ana­ly­se muß die Pro­por­tio­nen beach­ten: Ist Ruß­land wirk­lich der schlimm­ste Men­schen­rechts­ver­let­zer? Sind west­li­che Län­der nicht mit viel schlim­me­ren Poten­ta­ten ver­bün­det, etwa in der isla­mi­schen Welt? Und wie sieht es mit Isra­el aus?

Eine reli­giö­se Ana­ly­se aus der Per­spek­ti­ve von Fati­ma wird das Offen­kun­di­ge kon­sta­tie­ren: Eine Bekeh­rung, die die­se Bezeich­nung ver­dient, hat nicht stattgefunden.

*Wolf­ram Schrems, Mag. theol., Mag. phil., Kate­chist, Pro Lifer, mach­te die Ent­deckun­gen, daß Fati­ma im kirch­li­chen Leben nicht vor­kommt und daß die offi­zi­el­len Fati­ma-Apo­sto­la­te das offi­zi­el­le vati­ka­ni­sche Nar­ra­tiv bedie­nen und daher wir­kungs­los sind.

Bild: Wikicommons/Youtube (Screen­shot)


1 Im Gegen­zug traf ich auch schon einen Rus­sen, der die Exi­stenz einer ukrai­ni­schen Nati­on und Spra­che über­haupt leug­net. Der Kar­ren ist verfahren.

2 Ein histo­ri­scher Ver­gleich bie­tet sich m. E. sehr gut an: Gene­ral Fran­cis­co Fran­co war als spa­ni­sches Staats­ober­haupt in einer ähn­li­chen Situa­ti­on. Er muß­te meh­re­re Bewe­gun­gen, auf die er sich im Bür­ger­krieg gestützt hat­te und die nicht mit­ein­an­der kom­pa­ti­bel sind (Car­li­sten [Comu­n­ión Tra­di­cio­na­li­sta], Falan­ge, CEDA [Con­fe­der­ación Espa­ño­la de Derechas Autó­no­mas], Mon­ar­chi­sten), auf sich ver­ei­ni­gen. Letzt­lich kam ein prag­ma­ti­sches, kon­ser­va­tiv-auto­ri­tä­res Regime her­aus, das auf die Per­son Fran­cos zuge­schnit­ten war und mit die­sem unter­ging. Was auf den Tod des Cau­dil­lo folg­te, war lei­der eine Ope­ret­ten­mon­ar­chie, die das Wie­der­auf­kom­men des Sozia­lis­mus in Staat und Gesell­schaft begün­stig­te. Fran­co hat­te, unge­ach­tet sei­ner Ver­dien­ste, nicht adäquat für die Zeit nach sei­nem Able­ben vor­ge­sorgt. Genau das steht auch für Ruß­land zu befürchten.

3 Ein kür­ze­rer Wiki­pe­dia-Ein­trag auf Deutsch mit erbau­li­chen Details.

4 Vor weni­gen Jah­ren brach­ten deutsch­spra­chi­ge Wochen­zei­tun­gen zeit­gleich ein Por­trait Putins als Hor­ror­fi­gur Joker (aus den Bat­man-Fil­men) auf der Titel­sei­te, etwa das öster­rei­chi­sche News mit dem Text: „Wla­di­mir Putin, der Feind der Welt“. Das eben­falls öster­rei­chi­sche Pro­fil titel­te einst: „Der gefähr­lich­ste Mann der Welt Putin“.

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5 Kommentare

  1. ich kann nur von einem tief­gläu­bi­gen ortho­do­xen Chri­sten, der vie­le Jah­re unter Putin und mit Putin in Ruß­land und Deutsch­land (nach der Wen­de) gear­bei­tet hat berich­ten, daß er der Über­zeu­gung ist, daß auch Putin ein tief­gläu­bi­ger ortho­do­xer Christ ist. Ich selbst bin katho­lisch, Anhän­ge­rin der Tra­di­ti­on und ken­ne die­sen besag­ten Mann recht gut. Er beein­druckt mich immer wie­der durch sei­ne nicht zu erschüt­tern­de Gläu­big­keit, auch in schwie­rig­sten per­sön­li­chen Situa­tio­nen. Ich bin der Mei­nung, daß sein Urteil durch­aus ernst zu neh­men ist.

  2. „Wir wer­den gut dar­an tun, zwei fal­sche Optio­nen zu ver­mei­den: Weder darf Ruß­land glo­ri­fi­ziert und als Ret­ter des Abend­lan­des aus­ge­ru­fen wer­den. Noch darf man es dämonisieren.“
    Egal wie. Die Mut­ter Got­tes liebt das rus­si­sche Volk und weis ganz genau wie es gelit­ten hat.
    Per Mari­am ad Christum.

  3. Das ist eine völ­lig nüch­ter­ne Betrach­tung. Danke.
    Mir fal­len zu die­sem The­ma immer die Pro­phe­zei­ung ein, die besagt, daß die Roten — nicht die mit roten Hosen — über den Bay­ri­schen Wald kom­men wer­den. Und Hier­zen­ber­ger schreibt von einer Aus­sa­ge von Sr. Lucia: „Ruß­land wird den Westen überfallen.“
    Also kann die Ver­wir­rung lang­sam nicht mehr grö­ßer werden.

  4. Nicht allein vie­le Ukrai­ner, auch die Polen haben mas­si­ve Pro­ble­me mit Ruß­land. Das Miß­trau­en ist all­ge­gen­wär­tig. Es beruht auf lan­gen Zeit­ab­schnit­ten ihrer jewei­li­gen Geschich­te als sie von Rus­sen domi­niert waren.
    Der Kampf der Polen seit Ende des 2. Welt­kriegs betraf ja nicht allein den Kom­mu­nis­mus, son­dern Ruß­land genau­so. Die Ermor­dung der pol­ni­schen Offi­zie­re durch die Sowjets bei Katyn 1940 war und ist auch heu­te noch eine Tod­sün­de in pol­ni­schen Augen, obschon Prä­si­dent Putin hier Zei­chen der Ver­söh­nung setzte.
    Papst Johan­nes Paul II. fand bei sei­ner 1. Polen­rei­se und auch danach in den 1980er Jah­ren star­ke Wor­te an die Adres­se Mos­kaus. Die Befrei­ung Polens im Jah­re 1989 (vor dem Fall der Mau­er in Ber­lin) war auch eine Befrei­ung von Ruß­land- sowje­tisch oder anders.
    Aller­dings wer­den Miß­trau­en und Angst der Ost­eu­ro­pä­er vom sog. Westen scham­los für ihre Poli­tik gegen Ruß­land ausgenutzt. 

    Man könn­te sagen: wenn die katho­li­schen Polen zu einem guten Ver­hält­nis zu Ruß­land gefun­den haben, dann ist Ruß­land bekehrt. Polen ist ein wich­ti­ger Grad­mes­ser dafür.

    • Aus­ge­rech­net Polen als Gradmesser?
      Da wäre ich sehr skeptisch.
      Histo­risch gese­hen ist die pol­ni­sche Spi­ri­tua­li­tät nicht sehr viel wert und kein Schutz vor schwe­rer Abir­rung und Sünde.

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