„Es ist wichtig, die Tugend der Wachsamkeit zu leben“

Mittwochskatechese von Papst Franziskus

Lie­be Brü­der und Schwestern, 

heu­te möch­te ich über eini­ge Schwie­rig­kei­ten beim Beten spre­chen. »Oft wird das Beten durch die Zer­streu­ung erschwert« (KKK, 2729). Zer­streu­un­gen sind nicht schuld­haft, man muss aber gegen sie ankämp­fen. Dabei ist wich­tig, den Ablen­kun­gen nicht nach­zu­ge­hen, noch sie zu ver­scheu­chen zu suchen, son­dern die Tugend der Wach­sam­keit zu leben. 

Wie in den Gleich­nis­sen im Evan­ge­li­um müs­sen wir unse­ren Sinn auf das Kom­men des Herrn aus­rich­ten. Eine wei­te­re Schwie­rig­keit ist die Trocken­heit. »Die­se gehört zum inne­ren Gebet, wenn das Herz von Gott wie getrennt und ohne Ver­lan­gen nach geist­li­chen Gedan­ken, Erin­ne­run­gen und Gefüh­len ist« (KKK, 2731). Eine Ver­su­chung gegen das Gebet ist dann der Über­druss, der »durch das Nach­las­sen der Aske­se, das Schwin­den der Wach­sam­keit und durch man­geln­de Sorg­falt des Her­zens her­vor­ge­ru­fen« wird (KKK, 2733). Wie sol­len wir nun mit die­ser Auf­ein­an­der­fol­ge von Hoch­ge­füh­len und Ent­mu­ti­gun­gen umge­hen? Wir müs­sen ler­nen, in Bestän­dig­keit wei­ter­zu­ge­hen. Der Fort­schritt im geist­li­chen Leben besteht dar­in, dass wir in den Schwie­rig­kei­ten aus­har­ren im Ver­trau­en, dass der Herr im fin­ste­ren Tal bei mir ist (vgl. Ps 23,4) und mein Rufen und Fra­gen als Aus­druck des Glau­bens und als Gebet annimmt.

Herz­lich hei­ße ich die Pil­ger deut­scher Spra­che will­kom­men. In die­sen Tagen der Pfingst­no­ve­ne beten wir beson­ders um das Kom­men des Hei­li­gen Gei­stes, damit er die Her­zen der Gläu­bi­gen erfül­le. Er schen­ke uns auch die Kraft, aus­zu­har­ren, wenn uns das Beten schwer­fällt. Der Hei­li­ge Geist lei­te uns auf unse­rem Weg.

Bild: Vatican.va (Screen­shot)

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1 Kommentar

  1. Sehr guter Bei­trag. Er gefällt mir außer­ge­wöhn­lich gut.
    Wachen und beten wir denn wir wis­sen weder den Tag noch die Stun­de. Aber die Zei­chen der Zeit soll­ten wir lesen können.
    Per Mari­am ad Christum.

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