Papst Franziskus reist in den Irak – was Johannes Paul II. verboten wurde?

Am 5. März beginnt der Besuch an Euphrat und Tigris

Am Freitag beginnt der Besuch bei der Märtyrerkirche des Irak.
Am Freitag beginnt der Besuch bei der Märtyrerkirche des Irak.

(Rom) Wegen der zuletzt laut gewor­de­nen Stim­men, Papst Fran­zis­kus sol­le den geplan­ten Irak-Besuch absa­gen, war heu­te die Auf­merk­sam­keit auf die Gene­ral­au­di­enz gerich­tet. Da Fran­zis­kus beim Ange­lus am ver­gan­ge­nen Sonn­tag den Irak und sei­ne Rei­se nicht erwähn­te, erhiel­ten Stim­men neue Nah­rung, die sag­ten, der Vati­kan pla­ne eine Absa­ge. Wür­de Fran­zis­kus bei der Gene­ral­au­di­enz den Irak auch nicht erwäh­nen, wäre es sicher, daß die für Frei­tag beab­sich­tig­te Abrei­se nicht statt­fin­den wer­de. Doch Fran­zis­kus sprach heu­te am Ende der Gene­ral­au­di­enz über sei­nen Irak-Besuch.

Laut Tages­bul­le­tin des vati­ka­ni­schen Pres­se­am­tes bekräf­tig­te Fran­zis­kus die Zie­le sei­ner Reise:

„Über­mor­gen wer­de ich mich, so Gott will, für eine drei­tä­gi­ge Pil­ger­rei­se in den Irak bege­ben. Ich woll­te schon lan­ge das Volk tref­fen, das so sehr gelit­ten hat; die­ser Kir­che der Mär­ty­rer im Land Abra­hams begeg­nen. Zusam­men mit den ande­ren reli­giö­sen Füh­rern wer­den wir auch einen wei­te­ren Schritt in der Brü­der­lich­keit unter den Gläu­bi­gen machen. Ich bit­te Sie, die­se apo­sto­li­sche Rei­se mit dem Gebet zu beglei­ten, damit sie best­mög­lich statt­fin­den kann und die erwar­te­ten Früch­te bringt. Das ira­ki­sche Volk erwar­tet uns; es erwar­te­te den hei­li­gen Johan­nes Paul II., dem ver­bo­ten wur­de, sich dort­hin zu bege­ben. Man kann ein Volk nicht ein zwei­tes Mal ent­täu­schen. Laßt uns beten, daß die­se Rei­se gut statt­fin­den kann.“

Der Besuch der ver­folg­ten Chri­sten im Irak und „ein wei­te­rer Schritt“ zur „Brü­der­lich­keit aller Men­schen“ sind die bei­den Zie­le der Pastoralreise.

Der Hin­weis auf Johan­nes Paul II. erstaunt aller­dings gleich dop­pelt. Fran­zis­kus hät­te sagen kön­nen, daß nach der Absa­ge sei­nes ursprüng­lich für Febru­ar 2019 geplan­ten Irak-Besuchs, „ein Volk nicht ein zwei­tes Mal ent­täuscht“ wer­den kön­ne. Statt­des­sen sprach er von Johan­nes Paul II., dem ein Besuch „ver­bo­ten“ wor­den sei. Von einem sol­chen Ver­bot ist aber nichts bekannt.

Der pol­ni­sche Papst hät­te den Irak ger­ne Ende des vori­gen Jahr­tau­sends besucht. Die Rei­se kam aber nicht zustan­de, weil die Befürch­tung über­wog, Sad­dam Hus­sein könn­te die Anwe­sen­heit des Pap­stes für eine Image­kam­pa­gne zu eige­nen Gun­sten nüt­zen. Mehr noch bestand die Sor­ge, daß der Ein­druck ent­ste­hen könn­te, der Papst wür­de die Dik­ta­tur Hus­seins durch sei­ne Anwe­sen­heit „seg­nen“.

„Ver­bo­ten“ wur­de Johan­nes Paul II. ein Besuch im Irak aber nicht. Oder weiß Fran­zis­kus dazu mehr? Oder sprach er ein­fach etwas salopp dahin, wie es schon öfter der Fall war?

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vatican.va (Screen­shot)

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