Mesoamerika – beginnt alles von vorne?

Die Indios und die Zölibatsablehnung

Die „Viri probati“ des Chiapas: die Weihe ständiger Diakone mit ihren Frauen
Die „Viri probati“ des Chiapas: die Weihe ständiger Diakone mit ihren Frauen

(Rom) Unter dem Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus sind zwei Phä­no­me­ne zu beob­ach­ten, von denen eines neu ist. Nicht neu ist, daß ein Papst spricht, die Welt ihm aber nicht zuhört. Neu ist hin­ge­gen, daß ein Papst etwas sagt, doch tat­säch­li­che oder ver­meint­li­che Anhän­ger etwas ganz ande­res ver­ste­hen. Oder anders gesagt: Wenn der Papst etwas nicht sagt, „doch alle ver­ste­hen“.

Über den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stil von Fran­zis­kus wur­de schon viel gerät­selt. Wenn Fran­zis­kus Nein sagt, könn­te das ein Ja mei­nen. Ein beson­de­res Bei­spiel die­ser päpst­li­chen Dia­lek­tik erfolg­te Mit­te Novem­ber 2015 in der Chri­stus­kir­che der Luthe­ra­ner in Rom, als er auf die Fra­ge einer deut­schen Luthe­ra­ne­rin ant­wor­te­te, ob sie mit ihrem katho­li­schen Mann die Kom­mu­ni­on emp­fan­gen kön­ne. Der Papst ant­wor­te Nein – Jein – Ja. 27 Mona­te spä­ter leg­te die Mehr­heit der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz auf der Grund­la­ge die­ser päpst­li­chen Ant­wort eine Hand­rei­chung vor, die den Kom­mu­nion­emp­fang durch luthe­ri­sche Ehe­gat­ten von Katho­li­ken erlaubt. Nach einem Schein­ge­plän­kel Roms, bei dem Fran­zis­kus Glau­bens­prä­fekt Ladar­ia zur Untä­tig­keit ver­pflich­te­te, trat die neue Pra­xis im Juli 2018 in ver­schie­de­nen deut­schen Diö­ze­sen in Kraft.

Zwei Jah­re nach sei­ner Begeg­nung mit den römi­schen Luthe­ra­nern nahm Fran­zis­kus im Novem­ber 2017 zur Eutha­na­sie Stel­lung. Die welt­li­chen Medi­en berich­te­ten eine ganz ande­re Bot­schaft, als sich in sei­ner Rede fand. Die kom­mu­ni­sti­schen Tages­zei­tung Ita­li­ens jubi­lier­te. Katholisches.info schrieb damals:

„Wie­der­holt sich ein schon bekann­tes Schau­spiel? Tat­sa­che ist: Der Papst hat in sei­ner Rede nicht gesagt, was die Medi­en berich­te­ten. Hat er es aber auch nicht gemeint? Anders gefragt: Wur­de der Papst von den Mei­nungs­ma­chern durch die Bank miß­ver­stan­den? Sen­det er so zwei­deu­ti­ge Signa­le aus, daß er miß­ver­stan­den wird? Oder will er gar miß­ver­stan­den wer­den? Ent­spricht also das, was die Tages­zei­tun­gen heu­te titel­ten, in Wirk­lich­keit doch dem Den­ken des Pap­stes, unab­hän­gig von dem, was in sei­ner Bot­schaft geschrie­ben steht? Han­delt es sich also wie­der um eine Zau­ber­for­mel der Kom­mu­ni­ka­ti­on: ‚Was der Papst nicht sagt und doch alle ver­ste­hen‘?“

Ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­blem scheint es auch mit Que­ri­da Ama­zo­nia zu geben, wenn man das Doku­ment liest, aber den Pasto­ral­theo­lo­gen Paul Zuleh­ner über das Doku­ment spre­chen hört. Das gilt auch, um in Öster­reich zu blei­ben, für den Bischof von Linz, Msgr. Man­fred Scheu­er, der seit fünf Jah­ren in sei­nem Bis­tum durch Abwe­sen­heit glänzt, sich aber mit auf­fäl­li­gem Fleiß für die Auf­he­bung des prie­ster­li­chen Zöli­bats bemerk­bar macht und etwas Sto­la­ähn­li­ches tra­gen­de lit­ur­gi­sche Pseu­do-Amts­trä­ge­rin­nen för­dert.

Das gilt eben­so, um einen Sprung nach Hon­du­ras zu machen, für Msgr. José Anto­nio Cana­les, Bischof von Dan­lí, der vom kolum­bia­ni­schen Sen­der Blu Radio inter­viewt wur­de. Bischof Cana­les gibt sich über­zeugt, daß Papst Fran­zis­kus mit dem nach­syn­oda­len Schrei­ben Que­ri­da Ama­zo­nia weder alle Türen für ver­hei­ra­te­te Prie­ster ver­schlos­sen habe noch ver­schlie­ßen woll­te.

O‑Ton Bischof Cana­les

Blu Radio: Glau­ben Sie, daß damit die Mög­lich­keit des optio­na­len Zöli­bats für Prie­ster ver­sperrt ist?

Bischof Cana­les: Nein, ich den­ke, daß jetzt die­se Über­ar­bei­tung im Fall des Ama­zo­nas­ge­biets vor­ge­nom­men wur­de, aber die Kir­che geht wei­ter, sie ist zwei­tau­send Jah­re alt und wir wis­sen nicht, wie der Hei­li­ge Geist heu­te, mor­gen oder über­mor­gen erleuch­ten könn­te. Ich kann daher nicht sagen, daß es aus­ge­schlos­sen ist, son­dern, daß die Kir­che im Moment lebt, und in die­sem Moment hat der Papst dar­um gebe­ten, daß das Leben in der Kir­che des Ama­zo­nas so wei­ter­geht, daß alle Män­ner und Frau­en, die sich dort in der Seel­sor­ge­ar­beit enga­gie­ren, auf kei­ne Wei­se die feh­len­de Prie­ster­fi­gur erset­zen kön­nen.

Die­se Posi­ti­on, jetzt nicht, aber viel­leicht mor­gen, die den prie­ster­li­chen Zöli­bat wie einen Spiel­ball erschei­nen läßt, war in den ver­gan­ge­nen Tagen nicht nur aus dem Mund des hon­du­ra­ni­schen Bischofs zu hören. Wel­cher jun­ge Mann aber, der eine Beru­fung ver­spürt, wegen des Zöli­bats aber zögert, wird auf sich neh­men, was ihm schwer­fällt, wenn er fest­stel­len muß, daß selbst Ober­hir­ten nicht recht zu wis­sen schei­nen, wozu es den Zöli­bat gibt. Nichts scheint dem Glau­ben mehr zuwi­der­zu­lau­fen als eine rein for­ma­li­stisch begrün­de­te Norm nach dem Mot­to: Es ist jetzt eben so und muß ein­ge­hal­ten wer­den. Mor­gen ist es viel­leicht schon ganz anders und muß dann nicht mehr ein­ge­hal­ten wer­den. Das wäre ein Bei­spiel für blin­den Gehor­sam.

Mesoamerikanisches Ökologisches Kirchennetzwerk (REEMAM)

Die Aus­sa­ge von Bischof Cana­les ist in die­sen Tagen kei­ne Sel­ten­heit, schon gar nicht im deut­schen Sprach­raum. Sie ist aus einem ande­ren Grund inter­es­sant. Im Sep­tem­ber 2019 wur­de, weit­ge­hend unbe­ach­tet, die Grün­dung einer Red Ecle­si­al Eco­lo­gi­ca Mes­o­ame­ri­ca­na, kurz REEMAM, ange­kün­digt. Weni­ge Tage vor Beginn der Ama­zo­nas­syn­ode wur­de im ver­gan­ge­nen Okto­ber eine Par­al­lel­or­ga­ni­sa­ti­on zur Red Ecle­si­al Pan-Ama­zo­ni­ca (REPAM) ins Leben geru­fen. Zum Ama­zo­ni­schen Kir­chen­netz­werk von Kar­di­nal Hum­mes und Bischof Kräut­ler gesell­te sich ein Mes­o­ame­ri­ka­ni­sches Öko­lo­gi­sches Kir­chen­netz­werk.

Auch in die­sem Fall han­delt es sich um eine hoch­of­fi­zi­el­le Ein­rich­tung, wie die Bekannt­ma­chung durch den Latein­ame­ri­ka­ni­schen Bischofs­rat (CELAM) zeigt. Als Zweck der Grün­dung heißt es auf der CELAM-Inter­net­sei­te:

„REEMAM soll ein rele­van­tes Instru­ment in Berei­chen wie der Suche nach Gerech­tig­keit und Lega­li­tät wer­den, im Rah­men der För­de­rung und des Schut­zes der Men­schen­rech­te, wes­halb die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Kir­chen und öffent­li­chen Insti­tu­tio­nen auf ver­schie­de­nen Ebe­nen geför­dert wer­den soll. Es ist not­wen­dig, für die Zusam­men­ar­beit zu arbei­ten, um eine inklu­si­ve und gerech­te Wirt­schafts­ent­wick­lung zu för­dern sowie das Bewußt­sein für den ver­ant­wor­tungs­vol­len und soli­da­ri­schen Umgang mit natür­li­chen Res­sour­cen, indem die Kul­tu­ren und tra­di­tio­nel­len Lebens­wei­sen der Völ­ker erhal­ten blei­ben, aus denen die Regi­on besteht.“

Wur­den mit Blick auf die Ama­zo­nas­syn­ode von REPAM Able­ger in allen Staa­ten gebil­det, die Anteil am Ama­zo­nas­becken haben, ent­ste­hen REE­MAM-Able­ger in allen mit­tel­ame­ri­ka­ni­schen Staa­ten. Am 10. Janu­ar erfolg­te die Kon­sti­tu­ie­rung von REE­MAM-Pana­ma, wie Msgr. José Dom­in­go Ulloa Men­die­ta, der Erz­bi­schof von Pana­ma, und der Prie­ster Patri­cio Sar­lat Flo­rez, Gene­ral­se­kre­tär von REEMAM, auf einer Pres­se­kon­fe­renz bekannt­ga­ben. Der Kon­sti­tu­ie­rung war eine ent­spre­chen­de Wei­chen­stel­lung durch die Bischofs­kon­fe­renz vor­aus­ge­gan­gen.

Es ist die Par­al­le­le zu REPAM, die ein Grund zur Sor­ge ist. REPAM, gegrün­det im Herbst 2014, war von Anfang an nur eine Fas­sa­de zur Durch­set­zung von Zie­len, die man offen noch nicht aus­zu­spre­chen wag­te. Das folg­te erst, sobald alles für die Ama­zo­nas­syn­ode orga­ni­siert war, ein­schließ­lich der genau­en Zusam­men­set­zung der Syn­oden­teil­neh­mer. Finan­ziert wur­de REPAM nicht nur, aber auch mit Geld der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz. Es ging dar­um, den Ein­druck zu erwecken, die Idee und die Vor­schlä­ge der Ama­zo­nas­syn­ode kämen aus dem Ama­zo­nas und von den dor­ti­gen Indi­os: vor allem die Schaf­fung eines ver­hei­ra­te­ten Prie­ster­tums, die Zulas­sung von Frau­en zum Wei­he­sa­kra­ment. Nichts stimmt weni­ger als das.

Die Grün­dung von REEMAM ver­mit­telt den Ein­druck, daß bereits die näch­ste Run­de vor­be­rei­tet wird. Dabei fällt die Selbst­be­zeich­nung Mes­o­ame­ri­ka auf, die zwar an Mit­tel­ame­ri­ka den­ken läßt, aber nicht genau das glei­che meint. Mes­o­ame­ri­ka meint einen Kul­tur­raum, der sich – auch eine Par­al­le­le zur Ama­zo­nas­syn­ode – auf die vor­ko­lum­bia­ni­schen Völ­ker, Spra­chen und Kul­tu­ren bezieht. Cha­rak­te­ri­sti­sches Merk­mal der Neu­grün­dung ist ein erneu­ter Rück­griff auf vor­christ­li­che Zeit.

Im Gegen­satz zu Mit­tel­ame­ri­ka umfaßt Mes­o­ame­ri­ka auch Mexi­ko bzw. des­sen süd­li­che Tei­le und den Nor­den von Costa Rica. Der Anteil der Indi­os vari­iert in den Staa­ten die­ses Gebiets aber sehr stark. In El Sal­va­dor, Costa Rica und Beli­ze liegt er bei einem oder weni­ger als einem Pro­zent. In Nica­ra­gua sind es knapp drei Pro­zent und in Hon­du­ras kei­ne sie­ben Pro­zent. Den höch­sten Indio-Anteil weist Gua­te­ma­la mit 39,2 Pro­zent auf. Ver­schie­de­ne Anga­ben gibt es zu Mexi­ko, die mit unter­schied­li­chen Zähl­kri­te­ri­en zu tun haben. Der Staat erhebt bei offi­zi­el­len Volks­zäh­lun­gen weder die ras­si­sche noch die eth­ni­sche Zuge­hö­rig­keit. Erho­ben wird hin­ge­gen die Spra­che: 0,8 Pro­zent der Mexi­ka­ner spre­chen nur eine India­ner­spra­che, 4,7 Pro­zent eine India­ner­spra­che und Spa­nisch. Ver­schie­de­ne Bun­des­agen­tu­ren füh­ren mit Inter­views eige­ne Erhe­bun­gen durch, denen aber kein amt­li­cher Wert zukommt. Laut die­sen Erhe­bun­gen bezeich­nen sich 14,9 Pro­zent der Mexi­ka­ner selbst als India­ner, wäh­rend laut dem Natio­na­len Insti­tut für Indi­ge­ne Völ­ker (INPI) 21,5 Pro­zent der Mexi­ka­ner bei einer Umfra­ge anga­ben, zumin­dest teil­wei­se india­ni­scher Abstam­mung zu sein. Die india­ni­sche Bevöl­ke­rung kon­zen­triert sich vor­wie­gend in den süd­li­chen Staa­ten Mexi­kos an der Gren­ze zu Gua­te­ma­la.

Nicht zu Mes­o­ame­ri­ka, aber zu Mit­tel­ame­ri­ka gehört Pana­ma mit einem Indio-Anteil von 8,3 Pro­zent.

Beginnt mit REEMAM alles von vorne?

Wur­de REEMAM mit der­sel­ben Absicht wie der „Syn­oda­le Weg“ in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gegrün­det, um die Neue­run­gen vom Ama­zo­nas auch in Mit­tel­ame­ri­ka ein­zu­füh­ren? Offen ist, ob die Tür, die Fran­zis­kus soeben am Ama­zo­nas zumach­te, nicht nur REPAM, son­dern auch REEMAM auf dem fal­schen Fuß erwisch­te, oder ob in Mit­tel­ame­ri­ka wie­der auf­ge­tan wer­den soll, was am Ama­zo­nas zuge­tan wur­de.

Bei aller Erleich­te­rung: Wer glaubt, mit dem Schwei­gen von Fran­zis­kus in Que­ri­da Ama­zo­nia sei die Fra­ge des prie­ster­li­chen Zöli­bats und der ver­hei­ra­te­ten Prie­ster vom Tisch, könn­te sich täu­schen.

Im nach­syn­oda­len Schrei­ben nimmt Fran­zis­kus in Para­graph 92 zu den stän­di­gen Dia­ko­nen Stel­lung:

„Prie­ster wer­den benö­tigt, dies schließt aber nicht aus, daß für gewöhn­lich die stän­di­gen Dia­ko­ne – die im Ama­zo­nas­ge­biet noch viel mehr sein soll­ten –, (…) selbst wich­ti­ge Ver­ant­wor­tung für das Wachs­tum der Gemein­schaf­ten über­neh­men und daß sie in der Aus­übung die­ser Auf­ga­ben dank einer ange­mes­se­nen Beglei­tung rei­fen.“

Die Auf­for­de­rung an die Bischö­fe der 113 Ama­zo­nas-Bis­tü­mer lau­tet, mehr stän­di­ge Dia­ko­ne zu wei­hen. Im Zuge der Ama­zo­nas­syn­ode war von Kri­ti­kern der Ama­zo­nas-Agen­da dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, daß die mei­sten Ama­zo­nas-Bis­tü­mer gar kei­ne „viri pro­ba­ti“ als Dia­ko­ne haben, da kön­ne der Bedarf an „viri pro­ba­ti“ als ver­hei­ra­te­ten Prie­stern ja nicht so groß sein. Vor allem sei die For­de­rung wenig glaub­wür­dig.

Ganz anders sieht es in einem Bis­tum Mes­o­ame­ri­kas aus.

Das Chiapas-Experiment: 450 ständige Diakone

Zum mes­o­ame­ri­ka­ni­schen Anteil von Mexi­ko gehört der Chia­pas. In die­sem Staat liegt das Bis­tum San Cri­sto­bal de las Casas mit einer über­durch­schnitt­li­chen Zahl von soge­nann­ten „viri pro­ba­ti“, die zu stän­di­gen Dia­ko­nen geweiht wur­den. Fran­zis­kus woll­te 2016 unter 99 mexi­ka­ni­schen Diö­ze­sen genau die­ses Bis­tum besu­chen und am Grab von Bischof Samu­el Ruiz Gar­cía zu beten, der die Idee zur Schaf­fung eines „indi­ge­nen Kle­rus“ hat­te. Von Bischof Gar­cía, der das Bis­tum von 1959–2000 lei­te­te, war bekannt, daß er die Wei­he ver­hei­ra­te­ter Män­ner zu Dia­ko­nen als Vor­be­rei­tung zur Wei­he ver­hei­ra­te­ter Män­ner zu Prie­stern betrach­te­te. Jeden­falls bemüh­te er sich mit dem Hin­weis, die Indi­os hät­ten kei­nen Zugang zum zöli­ba­tä­ren Prie­ster­tum, erst gar nicht um Prie­ster­be­ru­fun­gen.

2000 stopp­te Rom das „Chia­pas-Expe­ri­ment“. Ruiz Gar­cías Nach­fol­ger wur­de die Wei­he wei­te­rer „viri pro­ba­ti“ unter­sagt und die För­de­rung von Prie­ster­be­ru­fun­gen auf­ge­tra­gen.

Papst Fran­zis­kus hob im Mai 2014 das Ver­bot wie­der auf. Die Kon­se­quenz war ein neu­er Boom von Dia­ko­nen­wei­hen. Als Bischof Ruiz Gar­cía 2000 eme­ri­tiert wur­de, gab es in sei­nem Bis­tum nur mehr 54 Prie­ster, aber 336 ver­hei­ra­te­te Dia­ko­ne. Bevor Fran­zis­kus 2014 das Wei­he­ver­bot rück­gän­gig mach­te, war ihre Zahl auf 316 gesun­ken gewe­sen, wäh­rend jene der Prie­ster heu­te bei 125 liegt, dar­un­ter auch zwölf Indi­os.

2017 schnell­te die Zahl der ver­hei­ra­te­ten Dia­ko­ne auf 450 hin­auf. Ein abso­lu­ter Welt­re­kord. Die­se „viri pro­ba­ti“, von denen auch bei der Ama­zo­nas­syn­ode die Rede war, ste­hen in Mes­o­ame­ri­ka bereit. Das sind in die­sem einen Bis­tum mehr als in in allen 113 Bis­tü­mern zusam­men, die Anteil am Ama­zo­nas­becken haben und deren Bischö­fe im ver­gan­ge­nen Okto­ber Syn­oda­len in Rom waren.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL




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4 Kommentare

  1. „… Bischof von Linz, Msgr. Man­fred Scheu­er, der seit fünf Jah­ren in sei­nem Bis­tum durch Abwe­sen­heit glänzt, sich aber mit auf­fäl­li­gem Fleiß für die Auf­he­bung des prie­ster­li­chen Zöli­bats bemerk­bar macht und etwas Sto­la­ähn­li­ches tra­gen­de lit­ur­gi­sche Pseu­do-Amts­trä­ge­rin­nen för­dert.“
    Letz­te­res kann ich aus eige­ner Anschau­ung bestä­ti­gen. Wenn eine Lai­in pre­digt, was kei­ne aus­ge­spro­che­ne Sel­ten­heit mehr ist, trägt sie eine Art lit­ur­gi­sches Gewand, das vom Prie­ster-Gewand kaum noch zu unter­schei­den ist. Außer­dem hält sie sich wäh­rend der gesam­ten Dau­er der hl. Mes­se in unmit­tel­ba­rer Nähe des Prie­sters auf und steht sogar bei der Wand­lung nur um Schritt­län­ge seit­lich hin­ter dem Zele­bran­ten beim Altar.
    Dank­bar wäre ich dem Arti­kel­ver­fas­ser für nähe­re Anga­ben zur Abwe­sen­heit des Diö­ze­san­bi­schofs von sei­nem Bis­tum Linz. Geht die­se womög­lich soweit, dass er hie­durch sei­ne Resi­denz­pflicht ver­nach­läs­sigt bzw. ver­letzt?
    Als befremd­lich ist mir per­sön­lich nur auf­ge­fal­len, dass Bischof Scheu­er aus­ge­rech­net am Abend jenes Tages, an dem das umstrit­te­ne „Struk­tur­mo­dell“ für sei­ne Diö­ze­se mehr­heit­lich beschlos­sen wur­de, von den Medi­en als Besu­cher einer „pro­mi­nen­ten“ Lin­zer Ball­ver­an­stal­tung gezeigt wur­de.

    • Schon im Jah­re 2012 wohn­te ich einer „hl. Mes­se“ bei, bei der die Pasto­ral­as­si­sten­tin (wel­che ein lit­ur­gie­ähn­li­ches Gewand trug) nicht nur gepre­digt hat (so weit so gut, dem Prie­ster war dies ja nicht zuzu­mu­ten, denn der war zwar bei bester Gesund­heit , aber doch schon etwa 55 Jah­re alt), son­dern eben­falls wäh­rend der Wand­lung etwa 2 Meter hin­ter dem Prie­ster (seit­lich ver­setzt) gestan­den ist. Bei der Wand­lung hat­te sie (genau wie dies prie­ster­li­che Mit­ze­le­bran­ten tun) eben­falls die Hän­de seg­nend erho­ben.

      • Ich muss bei näch­ster Gele­gen­heit genau­er hin­se­hen, ob die pseu­do-lit­ur­gisch ver­klei­de­ten Pre­di­ge­rin­nen sich auch in unse­rer Pfar­re bei der Wand­lung wie prie­ster­li­che Kon­ze­le­bran­tin­nen ver­hal­ten. Von den drei­en ist übri­gens nur eine die Pasto­ral­as­si­sten­tin.
        Und noch ein inter­es­san­tes Detail: Ganz ver­ein­zelt pre­digt auch ein Herr Dr. phil. Die­ser begibt sich erst zur Pre­digt an den Ambo und kehrt danach sogleich wie­der zu sei­nem „gewöhn­li­chen Kir­chen­sitz“ zurück. Und selbst­ver­ständ­lich alles in Zivil, ohne jede pseu­do-lit­ur­gi­sche Ver­klei­dung.

  2. Inter­es­sant ist die Aus­sa­ge von Bischof Kräut­ler auf kath.ch: „Denn im Grun­de gin­gen wir nicht davon aus, dass der Papst dem sofort zustim­men wür­de. Und zwar, weil wir zuerst zu einer Ver­ein­ba­rung gelan­gen müs­sen, die von der katho­li­schen Kir­che auf der gan­zen Welt akzep­tiert wird.“

    „Que­ri­da Ama­zo­nia“ als Beru­hi­gungs­pil­le für alle Skep­ti­ker und Kri­ti­ker, weil eine Apo­sto­li­sche Exho­ra­ti­on mit Frau­en­or­di­na­ti­on, vir pro­ba­ti und Gleich­set­zung von prie­ster­li­chen mit nicht-prie­ster­li­chen Dien­sten mit an Sicher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit zu nen­nens­wer­ten (Ab-)Spaltungen geführt hät­te? Die offi­zi­el­le Vor­stel­lung und Nicht­er­set­zung des Abschluss­do­ku­men­tes durch „Que­ri­da Ama­zo­nia“ — ver­bun­den mit der päpst­li­chen Rela­ti­vie­rung zum „blo­ßen Refle­xi­ons­rah­men“ — hält es auch ohne aus­drück­li­che Appro­ba­ti­on latent wirk­sam.

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