Blutige Tränen

Noch jemand kennt das Dritte Geheimnis von Fatima

Die blutenden Tränen der Marienstatue von Civitavecchia.
Die blutigen Tränen der Marienstatue von Civitavecchia.

In Civi­ta­ve­c­chia soll eine Mari­en­sta­tue 1995 vier­zehn­mal Blut geweint haben. Was geschah wirk­lich in Civi­ta­ve­c­chia? Und was sagt die Kir­che dazu? Ein Gespräch mit dem Kapu­zi­ner­pa­ter Fla­vio Ubal­di, der als Theo­lo­ge das Phä­no­men unter­such­te und als bester Ken­ner des Falls gilt.

Die Mari­en­sta­tue, die mensch­li­ches Blut wein­te, ist ein Phä­no­men; ern­ste Bot­schaf­ten über die Macht des Teu­fels und sei­nen Kampf gegen die Fami­lie, über die Apost­asie in der Kir­che und über die Gefah­ren eines Drit­ten Welt­krie­ges sind ein zwei­tes Phä­no­men.

Die Nach­richt von der blu­ten­den Mari­en­sta­tue zog natur­ge­mäß das Medi­en­in­ter­es­se an und führ­te zu beacht­li­chen Men­schen­strö­men, die aus aller Welt in die klei­ne Hafen­stadt nord­west­lich von Rom kom­men.

Die Fakten

Vom 2. Febru­ar bis 15. März 1995 ereig­ne­ten sich die Blut­trä­nen. Ent­deckt hat­te sie als erste die damals noch kei­ne sechs Jah­re alte Jes­si­ca im Gar­ten ihres Eltern­hau­ses. Dort hat­te der Vater eine klei­ne Mari­en­grot­te errich­tet. Jes­si­ca ist die Toch­ter der Fami­lie Gre­go­ri aus Civi­ta­ve­c­chia, der die Sta­tue gehör­te. Die Fami­lie ahnt noch nicht, was alles auf sie zukom­men soll­te.
„In jenem Jahr und in den fol­gen­den Jah­ren“ ist Jes­si­ca nach ihren Anga­ben 92 mal die Got­tes­mut­ter Maria erschie­nen und teil­te ihr Bot­schaf­ten mit. Die Bot­schaf­ten betref­fen drei The­men: die Mensch­heit, die Kir­che und den Kle­rus und schließ­lich die Fami­lie. Die Got­tes­mut­ter trug dem Kind auf, sie sol­le die Bot­schaf­ten dem Bischof mit­tei­len, aber nur ihm. Nur ihm ste­he es zu, zu ent­schei­den, was davon öffent­lich bekannt­ge­macht wer­den soll. Der Bischof ent­schied, nur die Bot­schaf­ten über die Mensch­heit zu ver­öf­fent­li­chen.

Bischof der Diö­ze­se Civi­ta­ve­c­chia-Tar­qui­nia war damals Msgr. Giro­la­mo Gril­lo. Er war 1986 von Papst Johan­nes Paul II. ernannt wor­den. 2006 wur­de er im 77. Lebens­jahr von Papst Bene­dikt XVI. eme­ri­tiert. Im August 2016 ist er hoch­be­tagt gestor­ben.

In zahl­rei­chen Publi­ka­tio­nen, so auch auf Wiki­pe­dia, heißt es, die Kir­che habe über das Phä­no­men noch nicht ent­schie­den oder nega­tiv ent­schie­den. Das ent­spricht aber nicht den Tat­sa­chen. Bischof Gril­lo setz­te eine Unter­su­chungs­kom­mis­si­on ein, der Exper­ten unter­schied­li­cher wis­sen­schaft­li­cher Dis­zi­pli­nen ange­hör­ten. Auf der Grund­la­ge ihres Berichts erkann­te er den über­na­tür­li­chen Cha­rak­ter der Blut­trä­nen wei­nen­den Got­tes­mut­ter an.

Er selbst, der anfangs skep­tisch war, wur­de am 15. März 1995 Zeu­ge der letz­ten Blut­trä­nen. Um jede Mani­pu­la­ti­on aus­zu­schlie­ßen, hielt er die Mari­en­sta­tue zu die­sem Augen­blick selbst im Arm.

Der Kapuzinertheologe Flavio Ubaldi, Jessica Gregori und die Marienstatue die Blut weinte
P. Fla­vio Ubal­di, Jes­si­ca Gre­go­ri und die Mari­en­sta­tue

Die Rechtslage

Trotz der bischöf­li­chen Aner­ken­nung heißt es, aber Rom habe noch nicht ent­schie­den, wes­halb die Fra­ge offen sei. Die­sel­be Argu­men­ta­ti­on fin­det sich auch im Zusam­men­hang mit Med­jug­or­je, aller­dings unter umge­kehr­ten Vor­zei­chen. Das ent­spricht aber in bei­den Fäl­len nicht den kir­chen­recht­li­chen Bestim­mun­gen.

Die Kir­che kennt zu sol­chen Phä­no­men kei­nen Instan­zen­weg, bei dem ein rechts­kräf­ti­ges Urteil erst dann vor­liegt, wenn ein gefäll­tes Urteil von allen Sei­ten ange­nom­men oder letzt­in­stanz­lich ent­schie­den wur­de. Dem liegt die irri­ge Vor­stel­lung zugrun­de, eine Ent­schei­dung über ein Erschei­nungs­phä­no­men kön­ne nur Rom tref­fen. Dem ist aber nicht so. Das Kir­chen­recht, wie zuletzt 1978 bestä­tigt, weist die Zustän­dig­keit dem Orts­bi­schof zu. Die Mari­en­er­schei­nun­gen von Lour­des zum Bei­spiel wur­den vom Diö­ze­san­bi­schof aner­kannt. Rom hat nie dazu Stel­lung genom­men. Das muß es auch nicht.

Zu Med­jug­or­je wur­de vom Orts­bi­schof ein nega­ti­ves Urteil abge­ge­ben. Es liegt seit­her eine rechts­gül­ti­ge Ent­schei­dung vor, die solan­ge in Kraft bleibt, bis sie durch ein anders­lau­ten­des Urteil des Orts­bi­schofs oder Roms auf­ge­ho­ben wird.

Zu Civi­ta­ve­c­chia wur­de vom Orts­bi­schof ein posi­ti­ves Urteil abge­ge­ben. Auch dabei han­delt es sich um eine rechts­gül­ti­ge Ent­schei­dung, die solan­ge gilt, bis sie durch ein ande­res, recht­mä­ßi­ges Urteil ersetzt wird.

Die bei­den genann­ten Phä­no­me­ne ste­hen übri­gens in einer Ver­bin­dung zuein­an­der. Die Mari­en­sta­tue stellt die Köni­gin des Frie­dens dar. Die christ­li­che Ver­eh­rung Mari­ens als Köni­gin läßt sich bis ins 4. Jahr­hun­dert zurück­ver­fol­gen. Die älte­ste Dar­stel­lung von Maria Köni­gin, die in Rom bekannt ist, ist ein Mosa­ik in der Patri­ar­chal­ba­si­li­ka San­ta Maria Mag­gio­re. Sie zeigt Maria als Köni­gin­mut­ter auf einem Thron sit­zend und stammt aus dem Jahr 434. Als Herr­sche­rin und Frie­dens­brin­ge­rin wird sie in Kon­stan­ti­no­pel seit dem 7. Jahr­hun­dert ver­ehrt. Die Ver­eh­rung als Köni­gin des Frie­dens nahm ihren Aus­gang von Paris nach der für die Chri­sten sieg­rei­chen Schlacht von Lepan­to 1571. Ihre Anru­fung durch eige­ne Gebe­te wur­de selbst­ver­ständ­lich. Unter dem Ein­druck des Ersten Welt­krie­ges führ­te Papst Bene­dikt XV. die­se Anru­fung 1917 auch in die Lau­re­ta­ni­sche Lita­nei ein.

Die Mari­en­sta­tue von Civi­ta­ve­c­chia stammt aus Med­jug­or­je. Im Sep­tem­ber 1994 hat­te sie Don Pablo Mar­tin San­guiao, der aus Spa­ni­en stam­men­de Pfar­rer von San­t’A­gosti­no in Civi­ta­ve­c­chia, dort gekauft und der Fami­lie Gre­go­ri geschenkt. Die Gips­fi­gur stammt aus der Pro­duk­ti­on des Kroa­ten Stjepan Vla­ho. Vor dem Bos­ni­en­krieg, in dem er als Sol­dat der Armee der Kroa­ten in der Her­ze­go­wi­na und in Bos­ni­en (HVO) kämpf­te, war er LKW-Fah­rer. Anschlie­ßend nahm er die Pro­duk­ti­on von Mari­en­sta­tu­en auf.

Frau Gre­go­ri ver­ehrt das Herz Jesu und wünsch­te sich eigent­lich eine Herz-Jesu-Sta­tue. Da in ihrer Hei­mat­stadt kei­ne zu bekom­men war, bat das Ehe­paar den Pfar­rer, ob er ihnen eine mit­brin­gen könn­te. Als er kurz dar­auf in Med­jug­or­je ist, ver­sucht er dort eine zu erhal­ten, kann aber kei­ne fin­den. Des­halb bringt er eine Mari­en­sta­tue mit und sagt den Gre­go­ris: „Es ist immer­hin die Mut­ter“.

„Ein Fingerzeig Gottes“

Der Kapu­zi­ner­theo­lo­ge Fla­vio Ubal­di war stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der Diö­ze­san­kom­mis­si­on, die das Phä­no­men der Blut­trä­nen wei­nen­den Mari­en­sta­tue zu unter­su­chen hat­te. Die Kom­mis­si­on bestand aus elf Fach­leu­ten, von denen zwei vom Vati­kan aus­ge­wählt wur­den. Cost­an­za Signo­rel­li frag­te ihn für die Nuo­va Bus­so­la Quo­ti­dia­na, wie das damals war vor 25 Jah­ren:

„Die Kom­mis­si­on traf sich wie­der­holt und führ­te eine Rei­he von Erhe­bun­gen und Unter­su­chun­gen zu die­sem Fall durch. Damit konn­te jede Form eines Mecha­nis­mus, einer Mani­pu­la­ti­on oder äuße­ren Zufüh­rung aus­ge­schlos­sen wer­den. Nun: Sie­ben von elf Mit­glie­dern kamen zum Schluß, daß das Phä­no­men nicht auf natür­li­che Wei­se erklärt wer­den kann. Drei Mit­glie­der spra­chen sich für einen Auf­schub einer Ent­schei­dung aus. Nur ein Mit­glied äußer­te eine gegen­tei­li­ge Mei­nung.“

Alle Mei­nun­gen wur­den dem Bischof in einem abschlie­ßen­den Bericht vor­ge­legt, da die Kom­mis­si­on ihn bei sei­ner Ent­schei­dung unter­stüt­zen soll­te. Auf­grund des Berichts sah sich Bischof Gril­lo in sei­ner Über­zeu­gung bestä­tigt. „Er hat­te damit alle Vor­aus­set­zun­gen, eine Ent­schei­dung zu tref­fen“, so P. Ubal­di. Der Bischof tat das 2005 durch die Ver­öf­fent­li­chung des Unter­su­chungs­be­richts. Damals schrieb der Mario­lo­ge Ste­fa­no De Fio­res:

„Civi­ta­ve­c­chia ist ein Fin­ger­zeig Got­tes“.

Bischof Gril­lo führ­te selbst die Wall­fahr­ten am 2. Febru­ar, dem Gedenk­tag der ersten Blut­trä­nen, an, hielt Kate­che­sen zum Phä­no­men, unter ande­rem bei Radio Maria, und ver­öf­fent­lich­te nach sei­ner Eme­ri­tie­rung sein Tage­buch zu den Ereig­nis­sen. Dar­in läßt er kei­nen Zwei­fel, in den außer­ge­wöhn­li­chen Phä­no­me­nen, die in der Fami­lie Gre­go­ri gesche­hen sind, das Werk Got­tes „für die Kir­che und die gan­ze Welt“ zu erken­nen.

Bischof Gril­lo schick­te die gesam­ten Unter­la­gen nach Rom, „weil er auch ger­ne einen offi­zi­el­len Stem­pel des Vati­kans haben woll­te“, so der Kapu­zi­ner.

„Statt­des­sen setz­te Rom eine eige­ne Kom­mis­si­on ein, von der aber kein offi­zi­el­les Doku­ment über das Phä­no­men von Civi­ta­ve­c­chia bekannt ist. Bis heu­te wis­sen wir nicht, wel­che Art von Stu­di­en durch­ge­führt wur­de oder zu wel­chen Ergeb­nis­sen die­se Kom­mis­si­on gelangt ist.“

Die Pfarrkirche, in der die Madonnina ausgestellt ist.
Die Pfarr­kir­che, in der die Madon­ni­na aus­ge­stellt ist.

Unklar ist, war­um im Febru­ar 2005 der dama­li­ge Erz­bi­schof von Genua, Tar­ci­sio Kar­di­nal Ber­to­ne, in einer der belieb­te­sten Polit-Talk-Shows von RAI 1 in einem Atem­zug Med­jug­or­je und Civi­ta­ve­c­chia in Fra­ge stell­te. Bevor Ber­to­ne 2002 Erz­bi­schof von Genua wur­de, war er von 1995 an Sekre­tär der römi­schen Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on und damit die rech­te Hand von Glau­bens­prä­fekt Joseph Ratz­in­ger. Ber­to­ne erklär­te vor lau­fen­der Kame­ra, die sei­ner­zeit von Rom ein­ge­setz­te Unter­su­chungs­kom­mis­si­on zum Phä­no­men Civi­ta­ve­c­chia sei zum Schluß gekom­men, daß kei­ne Über­na­tür­lich­keit fest­ge­stellt wer­den kön­ne. Doch außer die­ser for­mal irrele­van­ten Aus­sa­ge gibt es kei­nen Beleg dafür, da sich Rom zur Sache nie geäu­ßert hat.

Im Juni 2006 wur­de Ber­to­ne von Bene­dikt XVI. zum Kar­di­nal­staats­se­kre­tär ernannt. Zu Civi­ta­ve­c­chia nahm er nicht mehr Stel­lung.

Am 1. Juni 2005, Kar­di­nal Ratz­in­ger war bereits zum Papst gewählt wor­den, berich­te­te die römi­sche Tages­zei­tung Il Mess­ag­ge­ro eine Infor­ma­ti­on von Bischof Gril­lo. Am 1. April, einen Tag vor dem Tod von Johan­nes Paul II., grüß­te Kar­di­nal Ratz­in­ger am Ran­de der Voll­ver­samm­lung der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz Bischof Gril­lo mit den Wor­ten:

„Die Got­tes­mut­ter wird in Civi­ta­ve­c­chia gro­ße Din­ge tun.“

Die Verehrung durch Johannes Paul II.

Was es auch immer mit der römi­schen Kom­mis­si­on auf sich hat, ände­re das nichts dar­an, so P. Ubal­di, daß das Phä­no­men der Blut­trä­nen wei­nen­den Got­tes­mut­ter von Civi­ta­ve­c­chia kirch­lich aner­kannt ist.

Am 17. Juni 1995 ließ Bischof Gril­lo die Sta­tue der Madon­ni­na von Civi­ta­ve­c­chia in fei­er­li­cher Pro­zes­si­on in die Pfarr­kir­che Sant’Agostino über­füh­ren und dort öffent­lich zur Ver­eh­rung aus­stel­len.

„Johan­nes Paul II. war immer fest von der Echt­heit der Ereig­nis­se über­zeugt, so sehr, daß er selbst vor der Mari­en­sta­tue bete­te.“

Der Kapu­zi­ner­theo­lo­ge bezieht sich auf einen Ein­trag im ver­öf­fent­lich­ten Tage­buch von Bischof Gril­lo. Ende Febru­ar 1995 brach­te er die wei­nen­de Mari­en­sta­tue zu Johan­nes Paul II. in den Vati­kan. Der Papst ver­ehr­te sie betend und setz­te ihr am Ende eine Kro­ne auf, die er mit­ge­bracht hat­te.

Wegen der anhal­ten­den Pole­mi­ken und um mög­li­chen Zweif­lern vor­zu­beu­gen, schick­te der Bischof sei­ne Tage­buch­auf­zeich­nun­gen in den Vati­kan und bat den päpst­li­chen Sekre­tär und heu­ti­gen Kar­di­nal Sta­nis­law Dzi­wisz um eine päpst­li­che Bestä­ti­gung des­sen, was dar­in über die genann­te Epi­so­de fest­ge­hal­ten war. Msgr. Gril­lo erhielt die Auf­zeich­nun­gen mit der Bestä­ti­gung zurück: Seit­her trägt die­ser Teil des Tage­buchs die Unter­schrift von Johan­nes Paul II. und das Datum 20. Okto­ber 2000.

Die Mari­en­sta­tue hält noch heu­te den Rosen­kranz in der lin­ken Hand, die ihr 1995 von Johan­nes Paul II. um den Arm gehängt wur­de. Johan­nes Paul II. leg­te auch schrift­lich Zeug­nis davon ab, daß die Wei­he der Welt an das Unbe­fleck­te Herz Mari­ens, die er am 8. Dezem­ber 2000 vor­nahm, auf die Trä­nen der Got­tes­mut­ter von Civi­ta­ve­c­chia zurück­ging.

Am 8. Dezem­ber 1996 weih­te Bischof Gril­lo sein Bis­tum in einem fei­er­li­chen, öffent­li­chen Akt dem Unbe­fleck­ten Her­zen Mari­ens. Dies geschah auf­grund eines prä­zi­sen Hin­wei­ses, den die Got­tes­mut­ter der klei­nen Jes­si­ca in einer Erschei­nung gege­ben hat­te. Der Bischof zitier­te bei die­ser Gele­gen­heit ihre Bot­schaft wört­lich.

„Damit bestä­tig­te der Bischof nicht nur das Phä­no­men der Trä­nen, son­dern auch der Erschei­nun­gen“, so P. Ubal­di.

Bevor Bischof Gril­lo eme­ri­tiert wur­de, ver­öf­fent­lich­te er ein Dekret, mit dem alle Beschrän­kun­gen auf­ge­ho­ben wur­den, die wäh­rend der Unter­su­chun­gen und der lan­gen Ent­schei­dungs­fin­dung der Fami­lie Gre­go­ri auf­er­legt wor­den waren.

„Am 15. März 2005 errich­te­te er schließ­lich kano­nisch das diö­ze­sa­ne Mari­en­hei­lig­tum, um die Ver­eh­rung der Madon­ni­na von Civi­ta­ve­c­chia zu för­dern und zu schüt­zen.“

Sei­ne Nach­fol­ger setz­ten die Ver­eh­rung fort. Msgr. Car­lo Che­nis, der nach weni­gen Jah­ren als Bischof noch jung ver­starb, ent­warf per­sön­lich das neue Mari­en­hei­lig­tum und unter­nahm Schrit­te zur Auf­brin­gung der nöti­gen Finanz­mit­tel. Der heu­ti­ge Bischof, Msgr. Lui­gi Maruc­ci, krön­te 2014 die Madon­ni­na wäh­rend einer fei­er­li­chen Eucha­ri­stie­fei­er.

Die Widerstände

Zu den zahl­rei­chen anders­lau­ten­den Mel­dun­gen, die rund um die Madon­ni­na und die kirch­li­che Aner­ken­nung kur­sie­ren, sag­te P. Ubal­di:

„Wenn wir heu­te in bestimm­ten moder­ni­sti­schen Kon­tex­ten einen direk­ten Angriff auf die Echt­heit der bibli­schen Offen­ba­rung erle­ben, wie kön­nen wir dann erwar­ten, daß Pri­va­ter­schei­nun­gen vom Kali­ber wie jene von Civi­ta­ve­c­chia aner­kannt wer­den? Ich den­ke also, daß der dis­kre­te und müt­ter­li­che Weg, den die Mut­ter­got­tes für Civi­ta­ve­c­chia gewählt hat, der rich­ti­ge ist: Fast ohne daß wir es bemerkt haben, wur­de die Wahr­heit mit gro­ßer Klar­heit bestä­tigt.“

Die Wor­te des Kapu­zi­ners haben kirch­li­che Krei­se im Blick, die das Erschei­nungs­phä­no­men mei­den „wie der Teu­fel das Weih­was­ser“. Sie spot­ten mit jenen kir­chen­fer­nen Krei­sen mit oder wol­len nicht deren Spott auf sich zie­hen.

Auch Bischof Gril­lo reagier­te anfangs völ­lig abwei­send. Er woll­te nichts von einer wei­nen­den Mari­en­sta­tue hören. Pfar­rer Pablo Mar­tin, der ihn am 4. Febru­ar 1995 infor­mier­te, herrsch­te er an, daß Schluß sein müs­se mit Leicht­gläu­bi­gen, die an wei­nen­de Mari­en­sta­tu­en glau­ben. Dem Pfar­rer erteil­te er den Auf­trag, die Sta­tue „sofort zu zer­stö­ren“. Don Pablo begab sich also zu den Gre­go­ris, um den bischöf­li­chen Auf­trag aus­zu­füh­ren, wur­de aber von den Cara­bi­nie­ri dar­an gehin­dert. Die­se hat­ten inzwi­schen auf Anwei­sung der Staats­an­walt­schaft, weil die Nach­richt von dem Phä­no­men so gro­ßes Auf­se­hen erreg­te, die Sta­tue im Gar­ten unter einen Glas­schrein gesetzt und bewach­ten sie rund um die Uhr. Die Sta­tue wein­te auch unter die­sem Glas­ka­sten und unter den Augen der sie bewa­chen­den Poli­zei.

In der Nacht des 5. Febru­ar drang ein star­kes Licht in das Schlaf­zim­mer der Gre­go­ris, „obwohl die Rolläden her­un­ten waren“. Drei­mal, so gibt der Vater zu Pro­to­koll, hör­te er aus dem Licht die Stim­me:

„Du mußt sie in die Kir­che brin­gen. Sie will zu ihrem Sohn Jesus.“

Mit­ten in der Nacht ging er in den Gar­ten, nahm die Sta­tue und brach­te sie unter Poli­zei­schutz zu Pfar­rer Pablo Mar­tin. Weil der Bischof ihre Zer­stö­rung wünsch­te, konn­te die­ser sie nicht in die Kir­che brin­gen, son­dern nur ins Pfarr­haus. Als der Prie­ster den Bischof infor­mier­te, ver­lang­te die­ser erneut, die Sta­tue zu besei­ti­gen. Der Pfar­rer rief dar­auf den Bru­der von Herrn Gre­go­ri an, da die­ser bei der Arbeit war, und brach­te mit die­sem die Sta­tue in des­sen Haus.
Als er den Bischof infor­mier­te, die Sta­tue der Fami­lie zurück­ge­ge­ben zu haben, weil sie deren Eigen­tum ist, war der Bischof schließ­lich doch bereit, die Fami­lie Gre­go­ri zumin­dest zu emp­fan­gen.

Vater, Mut­ter und Jes­si­ca, ihr älte­stes Kind, such­ten mit der Sta­tue den Bischof auf. Der sprach zunächst über alle, auch die Sta­tue, einen Exor­zis­mus. Als er kei­ne sata­ni­sche Prä­senz fest­stel­len konn­te, fand das Gespräch statt. Die Fami­lie ver­si­cher­te ihm, nur an der Wahr­heit inter­es­siert und selbst von den Ereig­nis­sen völ­lig über­rascht wor­den zu sein. Sie unter­rich­te­ten ihn vom Wunsch, daß wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen durch­ge­führt wer­den und baten ihn um Hil­fe. Zu die­sem Zweck über­ga­ben sie ihm die Sta­tue. Als von römi­schen Uni­ver­si­tä­ten und der Uni­ver­si­täts­kli­nik Gemel­li die ersten Ergeb­nis­se ein­tra­fen, begann sich die Hal­tung des Bischofs lang­sam zu ändern.

Die zweite Statue

P. Ubal­di erin­nert dar­an, daß es noch eine zwei­te Sta­tue der Fami­lie Gre­go­ri gibt, die neben der wei­nen­den Mari­en­sta­tue und den Mari­en­er­schei­nun­gen ein drit­tes Ele­ment des Phä­no­mens Civi­ta­ve­c­chia dar­stellt. Eine römi­sche Kon­su­men­ten­schutz­ver­ei­ni­gung, die der poli­ti­schen Lin­ken nahe­steht, erstat­te­te Anzei­ge wegen des Ver­dachts auf Betrug durch Aus­nut­zen von „Leicht­gläu­big­keit“. Die Staats­an­walt­schaft wur­de erneut aktiv. Das Haus der Fami­lie Gre­go­ri und die Häu­ser wei­te­rer Fami­li­en­mit­glie­der wur­den von der Poli­zei auf den Kopf gestellt. Es wer­den Bewei­se für Betrug und Mani­pu­la­ti­on gesucht, aber nicht gefun­den. Auch die trä­nen­de Mari­en­sta­tue, die sich in die­sem Moment im bischöf­li­chen Palais befin­det, wird beschlag­nahmt, um an ihr Unter­su­chun­gen durch­füh­ren zu kön­nen. Jedes Detail wird in den Medi­en breit­ge­tre­ten. Der Bischof infor­miert den Vati­kan und orga­ni­siert eine Gebets­wa­che. Papst Johan­nes Paul II. ent­sen­det den pol­ni­schen Kar­di­nal Andrzej Maria Des­kur zur Gebets­wa­che und läßt der Fami­lie Gre­go­ri eine Mari­en­sta­tue als Ersatz für die beschlag­nahm­te über­brin­gen. Bei der Über­ga­be seg­ne­te der Kar­di­nal die Sta­tue, wie es ihm der Papst auf­ge­tra­gen hat­te.

„Auch die­se Madon­ni­na zeig­te sofort außer­ge­wöhn­li­che Phä­no­me­ne, die in ihrer Echt­heit unter­sucht und bestä­tigt wur­den: Noch heu­te son­dert die Sta­tue im Gar­ten der Fami­lie Gre­go­ri eine öli­ge, duf­ten­de Flüs­sig­keit ab.“

Bischof  Grillo mit der Marienstatue und dem Rosenkranz von Johannes Paul II.
Bischof Gril­lo: Mari­en­sta­tue mit dem Rosen­kranz von Johan­nes Paul II.

Die Staats­an­walt­schaft muß­te schließ­lich kapi­tu­lie­ren. Sie konn­te kei­ne Unre­gel­mä­ßig­kei­ten fin­den. Die Beschlag­nah­mung der Sta­tue wur­de am 17. Juni 1995 wie­der auf­ge­ho­ben. Noch am sel­ben Tag wur­de sie im Auf­trag des Bischofs fei­er­lich in die Hei­mat­pfarr­kir­che der Fami­lie Gre­go­ri über­führt und zur öffent­li­chen Ver­eh­rung aus­ge­stellt.

Papst Johan­nes Paul II. kam dann „mehr­mals inko­gni­to“ nach Civi­ta­ve­c­chia, um vor der Sta­tue der Madon­ni­na zu beten.

„Wir dür­fen nicht ver­ges­sen, daß Johan­nes Paul II. nicht nur der amtie­ren­de Papst, son­dern auch ein gro­ßer Mysti­ker war. Des­halb ver­trat er nicht nur die hier­ar­chi­sche Kir­che mit gro­ßer Weis­heit und ermit­tel­te umsich­tig, son­dern glaub­te selbst: durch mysti­sche Intui­ti­on oder sogar durch über­na­tür­li­che Offen­ba­rung. Kurz gesagt, Johan­nes Paul II. war ein Hei­li­ger und glaub­te wie vie­le ande­re Hei­li­ge an die Ereig­nis­se von Civi­ta­ve­c­chia.“

Zu die­sen gehör­te Mut­ter Tere­sa von Kal­kut­ta, die bei der Fami­lie Gre­go­ri ange­fragt hat­te, ob sie die Mari­en­sta­tue besu­chen kön­ne. Als dies aus Gesund­heits­grün­den nicht mög­lich war, brach­te die Fami­lie die Sta­tue zu ihr in das Haus der Mis­sio­na­rin­nen der Näch­sten­lie­be in Rom.

Auch ande­re bekann­te katho­li­sche Per­sön­lich­kei­ten kamen nach Civi­ta­ve­c­chia, dar­un­ter Don Lui­gi Giu­s­sa­ni, der Grün­der der Gemein­schaft Com­u­nio­ne e Libe­ra­zio­ne (CL). Nach sei­nem Besuch bei der Madon­ni­na sag­te er:

„Con­tra fac­tum non valet argu­men­tum“.

Zu den Ver­eh­rern der trä­nen­den Mut­ter­got­tes gehör­te auch der bekann­te Exor­zist P. Gabrie­le Amor­th. Er war es, der „wegen einer bestimm­ten Tat­sa­che“ Bischof Gril­lo dräng­te, die Über­na­tür­lich­keit des Phä­no­mens anzu­er­ken­nen. Eine sei­ner geist­li­chen Töch­ter hat­te ihm näm­lich bereits sechs Mona­te vor den Ereig­nis­sen von Civi­ta­ve­c­chia gesagt, daß eine Mari­en­sta­tue vor den Toren Roms Blut wei­nen wer­de. Als er von den Trä­nen der Madon­ni­na hör­te, eil­te er selbst dort­hin.

Die Botschaften

„Aber kom­men wir zu den Bot­schaf­ten: Eine Mut­ter, die weint, ist eine sehr ern­ste Sache, aber eine Mut­ter, die Blut weint…!“

P. Ubal­di zitiert Wor­te der Got­tes­mut­ter aus den ver­öf­fent­lich­ten Bot­schaf­ten:

„Laßt mich nicht mehr das Blut mei­nes Soh­nes wei­nen“.

„In Civi­ta­ve­c­chia“, so der Theo­lo­ge, „hat uns eine Mut­ter ihr schreck­li­ches Lei­den gezeigt, weil das Blut des Soh­nes ver­geb­lich fließt. Dem ist eigent­lich nichts mehr hin­zu­zu­fü­gen: Das Ereig­nis von Civi­ta­ve­c­chia selbst ist eine Bot­schaft.“

Über­haupt sei­en die Bot­schaf­ten „unglaub­lich pro­phe­tisch“. Die erste Erschei­nung hat­te Jes­si­ca am 7. Juli 1995. Als die Eltern den Bischof infor­mier­ten, mach­te er ihnen Vor­hal­tun­gen, sie wür­den die Toch­ter beein­flus­sen. Jes­si­ca, die damals erst sechs Jah­re und drei­ein­halb Mona­te alt war, bestand dar­auf, allein mit dem Bischof zu spre­chen, denn so habe es ihr die Got­tes­mut­ter auf­ge­tra­gen. Bischof Gril­lo ging anfangs sehr hart mit ihr um. Als sie ihm das erste Mal von der Erschei­nung berich­te­te, bezich­tig­te er sie, eine Lüg­ne­rin zu sein und warf sie hin­aus.

Am näch­sten Tag beharr­te Jes­si­ca dar­auf, erneut mit dem Bischof reden zu müs­sen. Die Eltern woll­ten sie nach dem Vor­fall am Vor­tag nicht mehr hin­brin­gen. „Wir fühl­ten uns gede­mü­tigt und waren noch zor­nig“, so der Vater 2015 zum 20. Jah­res­tag der ersten Blut­trä­nen gegen­über Zenit. Jes­si­ca ließ jedoch nicht locker, und so fuh­ren sie wie­der zum bischöf­li­chen Palais. Die Eltern war­te­ten im Vor­raum. Dann wie­der­hol­te sich die Sze­ne vom Vor­tag. Der Bischof kom­pli­men­tier­te das Kind ener­gisch zur Tür hin­aus. Jes­si­ca kam her­aus und dreh­te sich plötz­lich in der offe­nen Tür um und rief dem Bischof zu:

„Die Got­tes­mut­ter hat mir gesagt, daß Du ein har­tes Herz hast“.

Als die Fami­lie zu Hau­se ankam, erwar­te­te sie bereits ihr Pfar­rer: Der Bischof wün­sche das Mäd­chen noch ein­mal zu sehen. „Wir ver­stan­den nicht, was das soll­te“, erin­nert sich der Vater. Der Pfar­rer habe gedrängt wie­der umzu­keh­ren, „also setz­ten wir uns wie­der ins Auto und brach­ten Jes­si­ca noch ein­mal zum Bischof“.

Msgr. Gril­lo sag­te dem Mäd­chen:

„Es gibt ein bischöf­li­ches Geheim­nis, das nur ich ken­ne. Sag der Madon­na, sie soll es Dir sagen, schreib es buch­sta­ben­ge­treu auf, sag nie­mand etwas und bring es mir. Das wird der Beweis sein.“

Nach der näch­sten Erschei­nung ließ sich Jes­si­ca wie­der zum Bischof brin­gen. Sie hat­te aber nichts auf­ge­schrie­ben, denn sie konn­te noch gar nicht schrei­ben. Ihre Ein­schu­lung wür­de erst im Herbst erfol­gen. Sie sag­te dem Bischof aber, sie habe für ihn nicht eines, son­dern drei Geheim­nis­se von der Got­tes­mut­ter.

Sie deu­te­te ihm, sich zu ihr her­un­ter­zu­bücken, und flü­ster­te ihm das erste Geheim­nis ins Ohr. Der Bischof war über das Mit­ge­teil­te so erschüt­tert, daß er eine leich­te Übel­keit ver­spür­te. Jes­si­ca frag­te ihn dar­auf, ob er die bei­den ande­ren Geheim­nis­se auch hören wol­le. Dar­auf teil­te sie ihm auch die­se mit. Der Bischof eil­te dar­auf zu Papst Johan­nes Paul II., um ihm das Vor­ge­fal­le­ne zu berich­ten. Der Fami­lie trug er auf, strik­tes Still­schwei­gen zu bewah­ren, von dem er sie erst zum Zeit­punkt sei­ner Eme­ri­tie­rung ent­band.

Die Got­tes­mut­ter hat­te sich Jes­si­ca als „Mut­ter der Fami­li­en“ vor­ge­stellt.

Zu den Bot­schaf­ten sag­te P. Ubal­di:

„Den­ken wir zum Bei­spiel an die Bot­schaft vom 16. Juli 1996 über die Fami­lie. Die Got­tes­mut­ter sag­te: ‚Satan will die Fami­lie zer­stö­ren‘. Und was erle­ben wir heu­te? Schei­dun­gen, immer mehr Tren­nun­gen, bloß stan­des­amt­li­che Trau­un­gen, ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaf­ten, gleich­ge­schlecht­li­che Ver­bin­dun­gen, Poly­ga­mie…  All dies geschieht heu­te. Vor 25 Jah­ren, als Unse­re Lie­be Frau in Civi­ta­ve­c­chia sprach, waren vie­le die­ser Rea­li­tä­ten nicht ein­mal vor­stell­bar.“

Die Bewah­rung und der Schutz der Fami­lie sei ein zen­tra­les Anlie­gen der Got­tes­mut­ter gewe­sen, so Jes­si­ca. Sie sei die „Mut­ter der Fami­li­en“. Jes­si­ca selbst ist inzwi­schen ver­hei­ra­tet und Mut­ter.

„Beein­druckend“ sei­en auch die „Bot­schaf­ten über Skan­da­le und Apost­asie in der Kir­che“, so P. Ubal­di. Am 30. Juli 1995 habe die Mut­ter­got­tes gesagt:

„Satan bringt die gesam­te Mensch­heit in sei­ne Gewalt und ver­sucht nun die Kir­che Got­tes zu zer­stö­ren mit der Hil­fe vie­ler Prie­ster. Erlaubt es nicht! Helft dem Hei­li­gen Vater!“

Die kleine Jessica bei der Mariengrotte im Garten
Die klei­ne Jes­si­ca bei der Mari­en­grot­te im Gar­ten

Heu­te kön­ne man sagen, „daß wir uns voll und ganz in die­sen Ankün­di­gun­gen befin­den, aber wir ste­hen wahr­schein­lich erst am Anfang.“ Der Theo­lo­ge spricht Erstaun­li­ches an. Zum Drit­ten Geheim­nis, das die Got­tes­mut­ter 1917 in Por­tu­gal zwei Mäd­chen anver­trau­te, der sie­ben Jah­re alten Jacin­ta Mar­to und der zehn Jah­re alten Lucia dos San­tos, herrscht gro­ße Unklar­heit. Laut dem Kapu­zi­ner Ubal­di gibt es noch jemand, der das Geheim­nis kennt. Jemand, der noch lebt und heu­te 30 Jah­re alt ist.

„Am 27. August 1995 offen­bar­te Unse­re Lie­be Frau der klei­nen Jes­si­ca, ‚was ich mei­nen klei­nen Töch­tern von Fati­ma offen­bart habe‘. Die Got­tes­mut­ter teil­te der klei­nen Jes­si­ca das Drit­te Geheim­nis von Fati­ma mit, das sie immer noch in ihrem Her­zen bewahrt.“

Auch in Civi­ta­ve­c­chia habe Maria vom Tri­umph ihres Unbe­fleck­ten Her­zens gespro­chen:

„Nach den schmerz­haf­ten Jah­ren der Dun­kel­heit Satans ste­hen nun die Jah­re des Tri­umphs mei­nes Unbe­fleck­ten Her­zens unmit­tel­bar bevor.“

Als „Waf­fen“ gegen die Angrif­fe habe Maria genannt: Lie­be, Gebet, Demut, den Rosen­kranz, die wah­re Bekeh­rung der Her­zen zu Gott durch die Wei­he an ihr Unbe­fleck­tes Herz und an das Herz ihres Soh­nes, die Eucha­ri­stie, die eucha­ri­sti­sche Anbe­tung und die Sakra­men­te.

Es sei wahr, so P. Ubal­di, daß nie­mand an Pri­va­tof­fen­ba­run­gen glau­ben müs­se:

„Die Offen­ba­rung ist mit dem Tod des letz­ten Apo­stels abge­schlos­sen. Aus Sicht der Glau­bens­dok­trin hat der Herr alles gesagt, was er sagen woll­te. Des­halb sind Pri­va­tof­fen­ba­run­gen wie ein Auf­ruf, das zu leben, was bereits in der Hei­li­gen Schrift und in der Tra­di­ti­on ent­hal­ten ist. Sie machen deren Dring­lich­keit in der Gegen­wart sicht­bar. Es ist, als woll­te die Mut­ter­got­tes zu uns sagen: ‚Schau, mein Kind, du bist den fal­schen Weg gegan­gen, kehr um! Geh zurück zum Evan­ge­li­um! Bekeh­re dich!‘ Jetzt fra­ge ich: Es mag nicht zwin­gend sein, dar­an zu glau­ben, aber war­um soll­te man das Gesicht von der Mut­ter abwen­den, die uns mit all ihrer Lie­be den Weg zeigt?“

Text: Mar­tha Burger/Giuseppe Nar­di
Bild: MiL/Civitavecchia

7 Kommentare

  1. Wie tief ist der Glau­be der­je­ni­gen, die jeden Sonn­tag behaup­ten: Ich glau­be an Gott, den All­mäch­ti­gen, den Schöp­fer des Him­mels und der Erde, aller sicht­ba­ren und unsicht­ba­ren Din­ge? Der letz­te Halb­satz soll­te auch in das Apo­sto­li­sche Glau­bens­be­kennt­nis Hin­ein.
    Die Basis der Wis­sen­schaft ist in Gene­sis dar­ge­stellt. Der Schöp­fer wird nur bestrit­ten, nie wider­legt. Wann end­lich beweist die Wis­sen­schaft das, wovon sie immer nur mun­kelt? Und die Leu­te dep­pert macht.

  2. Vie­len Dank für die­sen aus­führ­li­chen Bericht über eine hier­zu­lan­de prak­tisch unbe­kann­te Offen­ba­rung. Auch hier zeigt sich: Fati­ma ist noch nicht zu Ende. Genau das hat Bene­dikt XVI. auch 2010 — über­ra­schend — bestä­tigt. Es wäre gut, wenn er jetzt wirk­lich alles sagt, was er zum The­ma weiß. Das wäre ein gro­ßer Segen für die gan­ze Kir­che und die Welt.

  3. „„Wenn wir heu­te in bestimm­ten moder­ni­sti­schen Kon­tex­ten einen direk­ten Angriff auf die Echt­heit der bibli­schen Offen­ba­rung erle­ben, wie kön­nen wir dann erwar­ten, daß Pri­va­ter­schei­nun­gen vom Kali­ber wie jene von Civi­ta­ve­c­chia aner­kannt wer­den?“
    Natür­lich fürch­tet der moder­ne Kir­chen­kreis der in Wahr­heit ein katho­lisch ange­stri­che­ner pro­te­stan­ti­scher Stoß­trupp ist jede Mari­en­er­schei­nung mehr als der Teu­fel das Weih­was­ser. Sie wis­sen ganz genau, dass die Köni­gin des Him­mels jedes Sakra­ment der Hei­li­gen Kir­che ihres Soh­nes mit aller Ent­schlos­sen­heit ver­tei­di­gen wird. Es wird noch sehr inter­es­sant wer­den auf dem stei­ni­gen Weg, den wir alle gehen müs­sen.
    „„Nach den schmerz­haf­ten Jah­ren der Dun­kel­heit Satans ste­hen nun die Jah­re des Tri­umphs mei­nes Unbe­fleck­ten Her­zens unmit­tel­bar bevor.“
    Das könn­te das noch gesuch­te The­ma für die Bischofs­syn­ode 2022 sein. Habe ich jetzt was Fal­sches gesagt?
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  4. Man merkt sehr den Kampf,
    des Für­sten die­ser Welt,
    mit der Got­tes­mut­ter.
    Er merkt, daß sein Ende
    bald kom­men wird.

  5. Als ich vor­hin obi­gen Bericht las, hat­te ich unmit­tel­bar danach spon­tan das Bedürf­nis, die drei Ave Maria zu beten, was ich dann auch getan habe.
    Maria ist unse­re Mut­ter und meint es gut mit uns!
    Mögen dies vie­le Men­schen erken­nen — zur jet­zi­gen Zeit und auch in Zukunft.

  6. Ein Rüf­fel für den von mir sehr geschätz­ten Herrn Sar­di:
    Wenn die Sta­tue in den Hän­den des Bischofs geweint hat, dann ist es vor­beio mit dem „soll geweint haben“.
    Neu­lich hat mich ein Pfar­rer aus mei­ner Alters­ko­hor­te geär­gert, als er „Quo vadis“ als Legen­de bezeich­ne­te und jede ein­zel­ne Sta­ti­on aus­drück­lich mit „soll“ dar­ge­stellt hat.
    Nix für unguat.

  7. Eigent­lich fin­de ich die Distanz im Arti­kel sehr gut, wenn man bedenkt, dass von 100 Mari­en­er­schei­nun­gen wahr­schein­lich 99 nicht echt sind.

    Obwohl der Bericht sehr schön ist, hat mich doch sehr irri­tiert, dass die Sta­tue gera­de aus Med­ug­or­je stammt. Med­ug­or­je mit sei­nen 40 000 Erschei­nun­gen und mehr, sei­nen unge­hor­sa­men Prie­stern, der Ableh­nung durch den Orts­bi­schof hal­te ich nicht für echt.

    Ich hal­te mich eher an das, was Sta­rez Silu­an zu Erschei­nun­gen sag­te:

    Wenn du in dei­nem Inne­ren oder auch außer­halb von dir ein Licht gewahrst, so traue ihm nicht, wenn du nicht gleich­zei­tig Rüh­rung zu Gott und Lie­be zum Näch­sten emp­fin­dest. Aber fürch­te dich auch nicht, demü­ti­ge dich, und das Licht wird ver­schwin­den.
    Wenn du irgend­ei­ne Erschei­nung, ein Gesicht oder einen Traum hast, so traue ihm nicht. Denn was von Gott kommt, wird auch von Gott auf­ge­klärt. Wer den Hei­li­gen Geist nicht durch den Geschmack erkannt hat, kann nicht ver­ste­hen, von wo die Erschei­nung kommt. Der Feind gibt der See­le eine gewis­se Süße, gemischt mit Eitel­keit, und dar­in ist der Trug zu erken­nen. Die hei­li­gen Väter sagen, dass die See­le bei einer feind­li­chen Erschei­nung Ver­wir­rung emp­fin­det. Aber nur eine demü­ti­ge See­le emp­fin­det dann Furcht und Ver­wir­rung, weil sie sich einer Erschei­nung gar nicht für wür­dig hält. Die eit­le aber, die sich ja die­se Erschei­nung wünscht und sich für wür­dig hält, wird weder Furcht noch Ver­wir­rung emp­fin­den. Dar­um kann sie der Feind leicht betrü­gen.
    Das Him­mi­li­sche wird durch den Hei­li­gen Geist erkannt, das Irdi­sche durch den Ver­stand; wer aber Gott mit sei­nem Ver­stand durch die Wis­sen­schaft erfors­schen will, der ist in der Ver­blen­dung; denn nur durch den Hei­li­gen Geist wird Gott erkannt.
    Wenn du im Gei­ste Dämo­nen siehst, so demü­ti­ge dich und gib dir Mühe, sie nicht zu sehen; sprich mit dei­nem Beicht­va­ter oder dem Sta­rez, dem du dich anver­traut hast. Sage ihm alles; Gott wird sich dei­ner erbar­men, und du wirst dem Trug ent­ge­hen.
    Wenn du aber denkst, du wüss­test im geist­li­chen Leben mehr als dein geist­li­cher Vater, und du nicht auf­rich­tig beich­test, so wirst du wegen dei­nes Stol­zes in Ver­su­chung fal­len, damit du dei­nen Feh­ler ein­se­hen lernst.
    Bekämp­fe den Feind mit der Waf­fe der Demut.
    Gewahrst du, dass ein ande­rer Geist mit dei­nem Geist im Kamp­fe liegt, so wer­de demü­tig, dann wird der Kampf auf­hö­ren.
    Fürch­te dich nicht, wenn du böse Gei­ster sehen soll­test, greif zur Waf­fe der Demut, dann wer­den die Bösen ver­schwin­den.
    Wenn dich aber die Furcht ergreift, wirst du einem gewis­sen Scha­den nicht ent­ge­hen. Sei tap­fer. Ver­giss nicht, dass Gott auf dich schaut und dar­auf ach­tet, ob du auf ihn hoffst.
    Wenn du dich von dem Trug, in den du gera­ten bist, befrei­en willst, so ver­za­ge nicht. Der Herr, der die Men­schen liebt wird dir die Mög­lich­keit der Bes­se­rung geben, und du wirst Ruhe fin­den vor den Gedan­ken, die dir der böse Feind ein­gibt. Damit aber die See­le zu die­ser Ruhe gelangt, muss man sich demü­ti­gen und spre­chen: ‚Ich bin der Schlech­te­ste von allen, ja schlech­ter als jeg­li­ches Getier‘, und wenn du auf­rich­tig beich­test, wer­den die Bösen von dir las­sen.
    […]
    Wenn wir unse­re Sün­den bewei­nen und unse­re See­le demü­ti­gen, dann haben wir kei­ne Erschei­nun­gen und Gesich­te, die See­le wünscht sie auch gar nicht; sind wir aber nicht demü­tig und unter­las­sen das Wei­nen, dann kön­nen wir uns leicht durch sie hin­rei­ßen las­sen.
    Lan­ge Zeit wuss­te ich nicht, war­um man wei­ter zer­knirscht sein soll, wenn der Herr uns doch die Sün­den ver­ge­ben hat. Spä­ter aber ver­stand ich, dass wir nicht in Demut ver­har­ren kön­nen, wenn nicht die Zer­knir­schung in uns ist. Denn die bösen Gei­ster sind hof­fär­tig und wol­len auch uns zur Hof­fart ver­lei­ten, der Herr aber lehrt die Sanft­mut, Demut und Lie­be, und dadurch erlangt die See­le den Frie­den.“ (Sta­rez Silu­an, Mönch vom Berg Athos, Band 2, S. 118 — 119)

    Ich will damit nicht sagen, dass der obi­ge Fall nicht ‚echt‘ ist, nur soviel, dass gesun­de Skep­sis immer anzu­ra­ten ist. Denn es kommt ganz gewiss nicht auf die Erschei­nung an, son­dern auf die Umkehr (auch ohne Erschei­nung).

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