Die Amazonassynode hat beschlossen – was geplant war

Amazonas-Agenda abgesegnet



Die Amazoanssynode wurde gestern abgeschlossen, nachdem beschlossen worden war, was zuvor schon geplant war.

Eine Analyse von Giuseppe Nardi.

(Rom) Das zentrale Resümee nach drei Wochen Amazonassynode läßt sich knapp vielleicht so zusammenfassen: Es wurde alles beschlossen, was geplant war. Eine erste Analyse des Schlußdokuments, die von hinten aufgerollt wird und sich auf die Bereiche konzentriert, die für die Kirche relevant sind. Das Schlußdokument liegt vorerst nur in spanischer Sprache vor und wird voraussichtlich vom Vatikan, vielleicht mit Ausnahme von Portugiesisch, nach derzeitigem Wissensstand auch nicht in andere Sprachen übersetzt werden. Diese Intransparenz war schon beim nur italienisch vorgelegten Schlußdokument der Familiensynode eklatant geworden.

Vorweg: verheiratete Männer sollen zum Priestertum zugelassen werden, für Frauen sollen eigene Ämter und für die „ursprünglichen Völker“ ein eigener Ritus geschaffen werden. Allein diese drei Punkte stellen einen beispiellosen Bruch in der Kirchengeschichte dar. In allen drei Zielen wird keine genuin organische Entwicklung bestätigt und kodifiziert, sondern am grünen Tisch ex novo erzeugt.

Ein neuer Amazonas-Ritus

In der Kirche gibt es 23 Riten und es gab auch schon einmal mehr. Einen Beschluß, ex novo einen nicht vorhandenen Ritus zu schaffen, gab es aber noch nicht (Schlußdokument Nr. 116–119). Diese Radikalität theoretischer Eingriffe in die Praxis folgt der liturgischen Logik des Novus Ordo, die davon ausgeht, daß „Techniker“ zu allem befugt sind und man nach soziologischen Mustern jede strukturell als notwendig erachtete Reform durchführen kann. Ein solches Denken ist seit Luthers Zeiten etabliert und wurde im Zuge der französischen Revolution vom religiösen Bereich auf den staatlichen und gesellschaftlichen, und damit auch auf den rechtlichen Bereich übertragen. Anders ausgedrückt, es liegt ein revolutionäres, ein linkes Denken zugrunde.

Im Schlußdokument wird die Frage gar nicht erörtert, welche Sinnhaftigkeit es haben sollte, einen eigenen Ritus zu kreieren für eine Personengruppe, die gerade einmal 0,015 Prozent der Katholiken ausmachen würden, wenn alle von ihnen Katholiken wären – was derzeit nicht der Fall ist. Mehr noch: Die im Urwald verbliebenen 130.000–170.000 Indios streben – sobald sich eine Gelegenheit bietet – ihr Dschungel-Habitat verlassen, um in die nächstgelegene Stadt zu ziehen. Das Ur-Idyll, eines unberührten Naturerlebnisses, ist nur vor dem Fernseher im fernen Europa und in der Phantasie nicht betroffener Westler attraktiv – und dann nur für andere. „Aufgeklärte“ deutsche Theologen träumen davon, die Regenwald-Indios als ein Art letzter Rest des „guten Wilden“ in ihren Dschungelhütten festzuhalten und zu zwingen, den Annehmlichkeiten gemauerter Wohnungen mit elektrischem Licht und Zentralheizung zu entsagen.

Für die urbanisierten Indios, rund 80 Prozent, der „ursprünglichen Völker“, wie sie das Schlußdokument nennt, bietet der Novus Ordo in seiner heutigen Handhabung ausreichend Raum für Inkulturation und auch „folkloristische“ Kreativität.

Warum also ein neuer Ritus?

Zunächst:

Der Hintergedanke ist, daß sich Franziskus – ein Merkmal seines Pontifikats – alle Türen offenhalten will. Die Stoßrichtung ist klar, flexibel ist aber der Weg zur Erreichung des jeweiligen Ziels. Die Schaffung eines neuen Ritus soll diese Flexibilität sichern, denn im Zweifelsfall und bei zu starken Widerständen kann die angestrebte Aufhebung des priesterlichen Zölibats nur für Priester dieses neuen Indio-Ritus praktiziert werden (vergleichbar der Zulassung verheirateter, wenn auch enthaltsam lebender anglikanischer Geistlicher als katholische Priester durch Anglicanorum coetibus von 2009). Damit könnte die Zölibatsverpflichtung, wie von Johannes Paul II. 1992 im Sinne von Sacerdotalis caelibatus (1967) bekräftigt, beibehalten werden – vorerst.

Eine „Dringlichkeit“, wie vom Schlußdokument behauptet, existiert in der Ritenfrage mit Sicherheit jedenfalls nicht. Abseits des ideologisierten REPAM-Milieus wurde eine solche „Notwendigkeit“ von keinem brasilianischen Beobachter vor oder während der Synode geäußert. Brasilien wird deshalb erwähnt, weil es nicht nur den weitaus größten Anteil am Amazonas hat, sondern – mit den Deutschen im Rücken – auch der treibende Motor hinter der Synode ist.

Der Amazonas als Experimentierfeld einer „neuen Kirche“

Auch die Schaffung neuer „postsynodaler, regionaler Kirchenorgane für die Amazonasregion“ (Nr. 115) erinnert an Experimente, wie sie aus linksintellektuellen Milieus bekannt sind und auch nur dort auf Interesse und Begeisterung stoßen. Ein Beispiel: Im Zuge des Zweiten Golfkrieges phantasierten linke Politikwissenschaftler in den universitären Elfenbeintürmen des Westens, daß die von den sunnitisch-arabischen Truppen Saddam Husseins bedrängten Kurden, nicht die westliche Demokratie einführen, sondern nach „neuen Demokratiemodellen“ suchen sollten.

Auf dem Rücken der Betroffenen wollten politisch linke, westliche Politikwissenschaftler, die in der Ferne im wohligen Universitätsklima in Sicherheit waren, die um ihr Leben ringenden Kurden als Experimentierfeld ihres Anti-Amerikanismus mißbrauchen und nach dem soeben erfolgten Zusammenbruch des Realen Sozialismus im Ostblock schon am nächsten sozialistischen Experiment basteln.

Ähnliches, so der Gesamteindruck, geschieht mit den Amazonas-Indios durch kirchliche Kreise, vor allem deutsche oder deutsch geprägte.

Mit der „Etablierung einer Katholischen Amazonas-Universität“ (Nr. 114) soll den intellektuellen Erfindern der Amazonas-Agenda – nein, das sind keine Indios – lukrative und vor allem prestigeträchtige Positionen verschafft und die Institution für die Ausarbeitung der Grundlagen für den neuen Ritus, die Ausbildung der „viri probati“ und der Inhaberinnen der künftigen Frauenämter und die internationale Verbreitung dieser Agenda geschaffen werden.

Diese „neuen synodalen Amazonasstrukturen“, wie es im Schlußdokument heißt, dienen der systematischen Umsetzung der Amazonas-Agenda, die ein Experimentierfeld für eine „andere Kirche“ sein soll – so wie die Kurden Anfang der 90er Jahre das Experimentierfeld für neue (sozialistische) Demokratiemodelle sein sollten. An Euphrat und Tigris machte die nackte Realität des Krieges und der damalige US-Präsident Bush Senior diesen Plänen ein schnelles Ende, indem die UNO eine Schutzzone nördlich des 36. Breitengrades einrichtete. Die betroffenen Kurden waren an dem versponnen Experiment ohnehin nicht interessiert.

Die Feldübung für die „synodale Kirche“

Im Schlußdokument der Amazonassynode findet sich mehrfach die Erwähnung der „Sitten und Traditionen der indigenen Völker“, aber keine kritische Beschäftigung mit diesen (vgl. Nr. 114). Trotz der Kritik, daß es in den Indio-Kulturen auch Praktiken gibt, die gegen die Menschenwürde und das Lebensrecht verstoßen und mit dem Christentum unvereinbar sind (Kindestötung, Euthanasie), wurde nicht darauf eingegangen. Die Bewahrung und der Respekt vor der kulturellen Realität wird kategorisch gefordert.

Auch darin zeigt sich ein realitätsfernes, ideologisiertes oder zumindest idealisiertes Denken, das der Amazonas-Agenda zugrunde liegt. Der Amazonasdschungel sollte zu einem riesigen Naturreservat umgewandelt und die dortigen Indios zu lebenden Komparsen in einem gigantischen Freilichtmuseums werden. Der Ist-Zustand, ob gut oder schlecht, soll eingefroren und konserviert werden. Diese Musealisierung – für Ethnologen interessant – entspricht dem Konservierungs- und vor allem dem Verlustdenken des westlichen Menschen, der selbst aber ganz anders lebt und nicht im Traum daran denkt, mit den Urwald-Indios tauschen zu wollen – auch die Vertreter der Amazonas-Agenda nicht.

Der Amazonas soll – wiederum auf dem Rücken der vielzitierten Indios – für europäische Kirchenkreise zum Exerzierfeld der künftigen „synodalen“ Kirche werden. Im Schlußdokument ist diesem Anliegen ein eigenes Kapitel mit der Überschrift „Neue Wege für eine synodale Kirche“ gewidmet. Erster Schritt zu einer Demokratisierung der hierarchisch verfaßten Kirche sollen „regionale synodale Strukturen in der Amazonas-Kirche“ sein. Der damit gewiesene Weg ist nicht neu, sondern protestantisch. Bekannt sind auch die negativen Auswirkungen und die Widersprüche zur Kirche, wie sie von Christus konstituiert wurde.

Der Verweis (Nr. 112 und 113) auf den 50. Jahrestag der Einführung von Bischofssynoden durch Papst Paul VI. und die dazu 2018 erfolgte Initiative von Papst Franziskus durch die Apostolische Konstitution Epicopalis Communio lassen erkennen, daß es nicht nur um die Amazonasgegend geht, sondern um die Weltkirche. Franziskus schaffte im September 2018 die rechtlichen Voraussetzungen, daß die Synoden verbindliche Beschlüsse fassen können – sofern ihnen der Papst die Erlaubnis erteilt – die auch von ihm respektiert und umgesetzt werden müssen. Davon wurde im Zuge der Jugendsynode und der Amazonassynode noch kein Gebrauch gemacht, doch die Absicht dazu ist vorhanden.

Der Zölibat im Kreuzfeuer

In der Nr. 111 wird der Zölibat als Geschenk Gottes bezeichnet, doch diese anerkennenden Worte erinnern an das Vorgehen bei der Familiensynode mit dem nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia. Das Lob und die Anerkennung haben vor allem einleitende Funktion, auf die ein „aber“ folgt. Die Betonung liegt darauf, daß der priesterliche Zölibat kein Wesensmerkmal des sakramentalen Priestertums sei. Die entsprechende Vertiefung dieses Punktes fand in den vergangenen Jahren tatsächlich nicht statt, auch dann nicht, als der Versuch schon offenkundig war, daß mit der Amazonassynode auf die Abschaffung des Zölibats abgezielt wird.

Mit dialektischen Winkelzügen wird im Schlußdokument im selben Atemzug gesagt, daß Papst Johannes Paul II. zwar den Zölibat für das lateinische Priestertum bekräftigte habe, aber die „legitime Verschiedenheit die Gemeinschaft und Einheit der Kirche nicht schädigt“.

Nr. 111 enthält das Programm der Lobinger-Kräutler-Hummes-Vorstellungen. Die Indio-Gemeinschaften sollen „geeignete und von der Gemeinschaft anerkannte“ Männer für das Priestertum bestimmen. Diese können auch eine Familie haben, vorausgesetzt, daß sie „legitim“, also durch das Ehesakrament konstituiert ist.

Nr. 110 spricht schon zuvor von einem „Recht der Gemeinschaft auf die Zelebration“ der Eucharistie. Eine so deutliche Formulierung im zugrundeliegenden Kontext gab es in der Kirche bisher nicht. Ein Recht impliziert, daß die Nicht-Einhaltung ein „Unrecht“ ist und eine „Diskriminierung“ darstellt mit allen Folgen des aktuellen Antidiskriminierunfsdiskurses. Es sind Kirchenvertreter, die ohne Not die Kirche damit selbst unter Druck setzen. Man könnte von einer Form der institutionalisierten Selbsterpressung sprechen, was in der Tat ein seltsamer Vorgang ist.

Verpflichtende Ausbildungsvorgaben

Nr. 106 wünscht für die Ausbildung des ständigen Diakonats, als verheirateter Diakone – die es bisher kurioserweise im Amazonas so gut wie gar nicht gibt – ein sehr enges, bergoglianisches Korsett. Kurioserweise deshalb, weil man sich gerade in den Amazonasdiözesen, in denen angeblicher „Notstand“ herrscht, ständige, sakramentale Diakone, die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erfunden und eingeführt wurden, erwarten würde. Über ihr Fehlen mußte selbst Wiens Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, auf einer Synodenpressekonferenz staunen.

Die Erwähnung des ständigen Diakonats im Schlußdokument ist nicht nur für verheiratete Männer, sondern implizit auch für Frauen mitzudenken. Die Ausbildung dieser Diakone soll, so wurde es am Samstag beschlossen, „obligatorisch“ darauf ausgerichtet sein, „den ökumenischen, interreligiösen und interkulturellen Dialog zu fördern“. In der Ausbildung sollen auch Themen wie „Gefühle“, „Sexualität“, „indigene Kosmovision“, „integrale Ökologie“ institutionalisiert werden.

Sicherheitshalber mahnt Nr. 105 die Priester schon präventiv, daß ständige Diakone durch die Autorität des Bischofs ernannt sind, weshalb die Priester die „Pflicht“ haben, die ständigen Diakone zu unterstützen.

Noch eine Kommission für das Frauendiakonat

Die Nr. 99–103 befassen sich mit neuen Ämtern für die Frauen. Sie sind etwas zurückhaltender formuliert, weisen aber in eine eindeutige Richtung. Die von Papst Franziskus 2016 eingesetzte Studienkommission, die das Diakonat historisch untersuchte, gelangte – wenig erstaunlich – nicht zum gewünschten Ergebnis. Historisch läßt sich ein Frauendiakonat mit Anteil am Weihesakrament nicht belegen.

Die Synode forderte Franziskus auf, die Frage erneut prüfen zu lassen. In abgewandelter Form erinnert das an den Abstimmungsmarathon bei den Anglikanern, als nach Priesterinnen auch Bischöfinnen eingeführt werden sollte. Es wurde solange abgestimmt, bis das von den Liberalen gewünschte Ergebnis erzielt war. Ähnlich ist es derzeit mit dem Frauendiakonat. Es soll solange an der personellen Zusammensetzung der Studienkommission und solange an deren Auftrag gefeilt werden, bis diese auf irgendeinem Wege zu dem von den Modernisten gewünschten Ergebnis gelangt.

Franziskus kündigte prompt als erste konkrete, postsynodale Maßnahme an, eine Umbesetzung der Studienkommission vorzunehmen, um offensichtlich auf andere Weise – ohne Rückgriff auf die Geschichte und die apostolische Tradition – zum angestrebten Frauendiakonat zu gelangen, wie in der Nr. 103 von der großen Synodenmehrheit gewünscht geäußert wird.

Apropos Synodenmehrheit: Alle Beschlüsse wurden mit überwältigender Mehrheit gefaßt. Die größte Ablehnung, eine Ausnahme, erlebte die Nr. 111: die Einführung eines neuen, amazonischen Priestertums. 24 Prozent der Synodalen lehnten diesen Vorstoß ab. Insgesamt stieß der hier besprochene letzte Teil des Schlußdokuments auf die größten Vorbehalte.

Das erwähnte Ergebnis zeigt aber auch, daß das derzeitige Rom aus der Erfahrung mit der Familiensynode gelernt und die Zusammensetzung der Synode so verfeinert hat, daß klare Zwei-Drittel-Mehrheiten sicher sind.

Das sagt viel aus.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican.va (Screenshot)

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12 Kommentare

  1. Ich habe das Buch gerade nicht zur Hand, aber ein ziemlich gutes Gedächtnis, das abgeschwächt fotographisch ist. Daher weiß ich auswendig, dass Ratzinger noch 2000 in seinem Geist der Liturgie schrieb, es sei „nicht davon auszugehen, dass sich gänzlich neue Riten bilden könnten“. Ich meine das steht S. 212 oder jedenfalls in dieser „Gegend“ des Buches. Begründet wird es mit Apostolizität des Ursprungs aller bestehenden Riten, aber auch mit den alten Patriarchaten, mit denen diese verbunden seien. Da ist nun freilich zu ergänzen, dass Ratzinger zwar nicht an die Errichtung neuer Patriarchate gedacht hat, wohl aber an Einrichtung neuer „patriarchaler Räume“.

  2. Im Abschlussgottesdienst am Sonntag im Petersdom waren glücklicherweise diese unsäglichen Holzfiguren der Pachamama (wie Papst Franziskus selbst sie benannt hat!) nicht zu sehen. Aber was bei mir die Alarmglocken läuten ließ war die Indigene, die eine Schale mit einer Pflanze? hielt, es war nicht gut zu sehen, irgendwie grüne Blätter mit zwei rötlichen Teilen. Jedenfalls war es kein Blumenschmuck, der schön war, mit dem wir sonst unsere Altäre schmücken, es sah eher wie eine vernachlässigte Pflanze aus, die man bei ALDI für einen € bekommt. Wenn man dann bei Wikipedia liest, dass bei dem „Modernen New-Age-Kult mit Pachamama“ eine Schale mit Erde (im englischen bezeichnender Weise nicht mit earth, sondern mit dirt benannt) hege ich Befürchtungen, zumal dies die einzige Gabe war, die auf den Altar gestellt wurde. Der Herr hat die Lilien des Feldes und wunderschöne Blüten erschaffen, aber was soll eine Schale mit einem häßlichen Etwas auf dem Altar des Petersdomes? War das eine Götzen-Huldigung, die nicht so offensichtlich daherkam wie die Holzfiguren?

  3. Als visueller Typ, der ich (auch) bin, denke ich mir beim Betrachten des Fotos, das G. Nardi seiner Kurzanalyse voranstellt: Angesichts der überwältigenden Pracht und Majestät des Petersdoms ständig von einer „armen Kirche für die Armen“ zu sprechen und das auch noch in einer eigenen und zudem sehr kostenintensiven Synoden-Farce zu thematisieren, ist ein Widerspruch in sich und noch dazu eine Verhöhnung aller Armen dieser Welt. Einmal abgesehen vom absolut unnötigen Verbrauch geistig-geistlicher Ressourcen (soweit, bis auf einige rühmliche Ausnahmen, überhaupt noch vorhanden), ist auch die Verschwendung finanzieller Ressourcen für diese endlosen Veranstaltung – zurecht auch Heidenspektakel genannt – ein einziger riesengroßer Skandal.

    • Die Pracht des Petersdoms ist zu Ehren Gottes da und da ist nichts zu teuer dafür. Selbst der hl. Pfarrer von Ars hat am Messgewand und den liturgischen Gefäßen das wertvollste genommen, was er sich leisten kann, er hat sogar dafür gesammelt.
      Man muss also trennen für welchen Zweck das Geld eingesetzt wird.
      Die Synode selbst und der ZDK sind so unnötig wie ein Kropf.

  4. Es macht wenig Sinn, sich weiter darüber zu echauffieren. Natürlich ist es ein großer Schmerz, dass wir immer weniger wahre Hirten, also „Seelsorger“ haben, die sich der Wahrheit der heiligen Schrift und der Kirche als Leib Christi verpflichtet fühlen. Und ich weiß auch beim besten Willen nicht, warum die Kirche sich derartig mit Klerikern vollgestopft hat, die solche Systeme ausgebaut haben und ausweiden, wenn es nicht leider der Weg wäre, wie sich die andere Seite hier Einfluss verschafft. Das funktioniert ja auch nur mit den vermeintlichen Vorteilen, nämlich Pöstchen, Macht, Wohlstand und Sex als Eingangstore. Die Kleriker, die hierhin abgewandert sind, brauchen offenbar nun Asolution durch Veränderung der christlichen Lehre. Und dafür werden sie immer mehr tun.
    Dadurch wird es jetzt sehr schwer, für jeden Christen,ganz praktisch. Denn wir erleben Gottesdienste, die fast schon Nötigung sind. In etlichen Fürbitten werden uns ständige Gebete für andere Religionen und Fremde aufgezwungen (womit ihre Götter jedesmal mit im Gottesdienst anwesend sind!), im Chor stehen sie bereits, die als Gemeindereferenten getarnten Neupriester und Neupriesterinnen und schauen prüfend auf die Gläubigen in den Bänken, ob sie denn ihre Schlichen erkannt haben und sich Widerstand regt. Natürlich wenig, die meisten beten in der Tat das Zeug mit. Letztlich ist es ja auch so, dass Konsequenzen drohen, wenn man diesem Mainstream nicht folgt. Texte werden verändert, z. B. die Weihnachtsliturgie, in die man neuerdings die Evolutionstheorie eingefügt hat. In der Eucharistifeier redet man von Männern und Frauen, Mädchen und Jungen oder entfernt den Erzengel Michael. Im Schott taucht Mohammed in den Kommentierungen der Tagesliturgie auf.

    Man muss allerdings auch sehen, dass der Abfall in der heiligen Schrift bereits geschrieben steht und das wird sich weiter auftürmen.
    Davon will aber niemand hören. Würde sich das aber nicht erfüllen, wäre das ja nun auch schwierig. Natürlich bleibt es zum Verzweifeln. Wen hat man vor sich, wenn man beichtet? Wer teilt hier die Kommunion aus?
    Und von wem wird man verraten?
    Eine Herde ohne Hirten darf schon einmal recht aufgewühlt daherblicken. Aber dennoch verbleibt die Hoffnung, denn Christus wird einlösen, was er versprochen hat und seine Herde nicht alleine lassen.
    Ein Christentum, dass nicht mehr auf seine Wiederkehr hofft und sich im Diesseits Satans einrichtet, ist zwar gauenhaft, erfüllt aber letztlich trotzdem, was geschrieben steht und wird keinesfalls als Sieger über die wahre Kirche triumphieren. Die Rolle dieses Papstes dabei wird täglich unheimlicher aber auch klarer.

    • @ NichtMitMir
      Im Buch „Vom Nine-Eleven unseres Glaubens“ ist unter der Überschrift „Erhebt eure Häupter“ die Predigt von EB Georg Gänswein vom 26.11.2015 in der Berliner Pfarrkirche Herz Jesu abgedruckt. Sie befasst sich mit Jesu langer Endzeitrede laut Tagesevangelium Lk 21,7-28, insbes. mit dem Schlusssatz Vers 28: „Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.“ Eine Passage dieser erhellenden und tröstlichen Homilie sei hier wiedergegeben:
      „Es ist in der Tat so: Wenn uns viele Dinge um uns herum Angst machen, dann ist das ein Zeichen dafür, dass der Herr bald wiederkommt. Wenn es dann soweit ist, wird es zwar auch unter schrecklichen Umständen geschehen. Alle, die ihn verleugnen, die ihn nicht kennen wollen, werden vergehen vor Angst, weil sie merken: Hilfe, Jesus gibt es ja wirklich! Aber wir kennen ihn ja, wir wissen, dass er unser Heiland ist, der uns durch seinen Kreuzestod erlöst hat. Wir wissen, dass er uns nicht im Stich lassen wird im Gericht, weil er selbst für unsere Sünden und unser Versagen geradegestanden hat. Ja wir dürfen uns auf den Jüngsten Tag freuen, weil an ihm unser Erlöser kommt. Und mit ihm kommt die endgültige Erlösung, die Vollendung, der Einzug ins Himmlische Jerusalem. Wer wollte vor dieser herrlichen Zukunft den Kopf einziehen?“
      Daher sind gerade die jetzigen Zustände in der Welt und v.a. auch in unserer Kirche für mich schon seit geraumer Zeit Grund und Anlass genug, mich in einer Art Naherwartung erleichtert aufzurichten und mein Haupt zu erheben. Weil ich spüre, dass unsere „endgültige Erlösung“ nicht mehr fern sein kann.

    • „Denn wir erleben Gottesdienste, die fast schon Nötigung sind. In etlichen Fürbitten werden uns ständige Gebete für andere Religionen und Fremde aufgezwungen (womit ihre Götter jedesmal mit im Gottesdienst anwesend sind!), im Chor stehen sie bereits, die als Gemeindereferenten getarnten Neupriester und Neupriesterinnen und schauen prüfend auf die Gläubigen in den Bänken, ob sie denn ihre Schlichen erkannt haben und sich Widerstand regt. Natürlich wenig, die meisten beten in der Tat das Zeug mit. Letztlich ist es ja auch so, dass Konsequenzen drohen, wenn man diesem Mainstream nicht folgt.“

      Das ist überaus treffend beschrieben.

      Gestern berichtete mir eine enttäuschte Kirchgängerin, sie habe zur Eucharistie gehen wollen, habe aber nur eine Wortgottesdienstfeier (am Sonntag!) angetroffen. Sie habe sich hinterher ganz leer gefühlt.

      Der WG wurde geleitet von einer Gemeindereferentin, nun Wortgottesdienstleiterin, die am Ende Werbung für Maria 2.0 machte und alle Frauen dazu aufforderte, sich stark zu machen für den Zugang von Frauen für alle Weiheämter. Am Ende habe sie die Gemeinde fast genötigt, sich in auliegende Forderungs-Listen einzutragen.

      Sie habe das Ganze als heiligen Auftrag dargestellt und nur diese Alternative gelassen.

      Man lese einmal das Buch „Sie haben ihn entthront“, von Erzbischof Lefebvre.

      Der Erzbischof war ein Mann von umfassender Bildung und kannte die gesamte Kirchengeschichte. Er prophezeit vor bereits 30 Jahren zu einhundet Prozent, was heute eingetreten ist: der Ökumenismus hat nicht die protestantischen Gemeinschaften in die Kirche zurückgeholt, sondern diese Gemeinschaften haben die Kirche vollständig protestantisiert und in ihren Geist des Liberalismus hineingesogen.

      Der Liberalismus aber ist ein Werk der Freimaurer; und diese widerum sind Diener eines teuflischen Humanismus, sprich „Satanismus“. Der mensch setzt sich an die Stelle Gotttes und bezeichnet die Revolution gegen Gott als göttlichen Auftrag. (eigentlich satanischer Auftrag)

      Legebvre beschreibt in Ankehnung an Pius X das Wesen des Modernismus und den Geist der Neuerer: sie verbreiten in allen ihren Äußerungen Unsicherheit, Doppeldeutigkeit, Chaos und Auflösung der Sitten.

      Der gemeine Mann braucht unglaublich lange, oft Jahrzehnte, bis er aus der liberalen Konzilskirche mittels Rcherchen im Internet, gelesener Literatur und Rücklschlüssen das gesamte Szenario des Gaubensabfalls und dessen Ursachen anleiten kann. Er wird ja nicht mehr geführt, sondern nur noch verführt, oft Jahrzehnte demokratisch-laizistisch-freimaurerisch ideologisiert.

      Ich denke, angesichts der Entwicklungen in Kirche und Welt kann sich heute niemand mehr herausreden, den großen Glaubensabfall und die Herrschaft des Tieres vor unseren Augen nicht zu sehen können. Der Ausgangspunkt für die Hinwendung zur Tradition wird jeder in sich in Form eines unguten Gefühles und gleichzeitig als eine Art Triebfeder zur Rückbesinnung des Glaubens spüren können.

  5. Die Bewahrung und der Respekt vor der kulturellen Realität
    wird kategorisch gefordert.
    Aber die Menschenwürde und das Lebensrecht,
    wie Kindestötung und Euthanasie
    wurde nicht darauf eingegangen.
    Man könnte vieles Kritisieren…
    Für mich war die Amazonas Synode
    eine Veranstaltung von gewissen
    Menschen, die die Kath. Kirche mit
    aller Gewalt verändern wollen.

    Regiert vom Fürsten dieser Welt!

  6. Herr Nardi zunächst recht herzlichen Dank für die kritische und stimmige Analyse. Zum Begriff „Synode“ erlaube ich mit noch eine kritische Bemerkung: Der Begriff Synode wird in der katholischen Kirche für zwei unterschiedliche Strukturen gebraucht !. für die reine Bischofssynode nach dem Muster eines Ständerates. Sie ist beschlussfähig und die Teilnehmer sind als Bischöfe auch legitimiert. 2. eine mit Laien + Bischöfen besetzte Synode. Diese sind nicht zur eigenen Beschlussfassung legitimiert sondern sollten nur beratend tätig sein , derweil die „Berater“ nach gusto der Bischöfe berufen wurden und in praxei ihre Legitimation nur deswegen haben, weil sie in ihren Meinungsäußerungen den Bischöfen meist nach dem Mund gucken. Die Amazonassynode war danach eine rein beratende Synode. Werden die beiden Systeme vermischt, so besteht die Gefahr, dass unter Aufgabe der eigenen Grundprinzipien falsche und sehr schädliche Entscheidungen getroffen werden. Auch der Hohe Rat hatte eine synodale Struktur für die Hohen Priester.
    Die Berufung erfolgte nach undurchsichtigen Kriterien, zum Teil nach dem System der Plutokratie. Aber an diesem frühen Synodalen System wird die Beeinflussbarkeit der Entscheidungsträger deutlich. Sie waren in der Lage unter Aufgabe aller ihrer Prinzipien Sohn Gottes von den Römern ans Kreuz schlagen zu lassen. Vor diesem Hintergrund sehe ich auch die heutigen sogenannten Synoden der zweiten Kategorie sehr kritisch und eher als Gefahr für die Kirche.

  7. Papst Franziskus hat von Anfang an eine Agenda des Liberalen verfolgt, wenn auch zunächst nicht so deutlich erkennbar wie jetzt. Inzwischen hat er viele Male gegen die aus seiner Sicht Rigiden gemeckert, was ja auch zu seiner Agenda gehört. Zu Anfang hat er das alles noch ziemlich verblümt getan, inzwischen aber muss jeder merken, welche Motive er verfolgt und die sind alles andere als christlich, sondern weltlich und politisch.

  8. Eine Bitte an katholisches.info: Mir ist aufgefallen, dass viele der Kardinäle, die als die 13 Kardinäle in „Das Schreiben der Kardinäle an Papst Franziskus – eine Chronologie der Fakten“ auftraten, mittlerweile degradiert wurden. Könnten Sie darüber vielleicht einen Artikel schreiben? Mit herzlichem Vergelt’s Gott.

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