Bistum Parma verabschiedet sich bergoglianisch von der Unauflöslichkeit der Ehe

Neudefinition von Bekehrung und Buße



Bischof Enrico Solmi: „Ich lasse niemanden zur Kommunion zu, aber wenn das Gewissen des Einzelnen es verlangt“.
Bischof Enrico Solmi: „Ich lasse niemanden zur Kommunion zu, aber wenn das Gewissen des Einzelnen es verlangt“.

(Rom) Der Hartkäse Parmesan gehört zu den beliebten italienischen Exportprodukten. Neu ist, wie sich Parmesan und Amoris laetitia, das umstrittene, nachsynodale Schreiben von Papst Franziskus vertragen, das er Anfang April 2016 als Ergebnis der Familiensynode veröffentlichte.

Das Bistum Parma ist das namengebende Zentrum des gesetzlich geschützten Produktionsgebietes für den genannten Hartkäse. Nun veröffentlichte Bischof Enrico Solmi einen Leitfaden, um „verwundeten“ Familien zu helfen. Am vergangenen Donnerstag wurde er im Diözesanzentrum der Stadt vorgestellt.

Vorstellung des Leitfadens
Vorstellung des Leitfadens

Zwei Jahre nach der Veröffentlichung von Amoris laetitia verabschiedetet sich auch Parma kampflos von der Unauflösbarkeit der sakramentalen Ehe. Der Leitfaden von Bischof Solmi sieht einen „Glaubensweg“ für jene vor, die „in der Familie Zerbrechlichkeit, Leiden und Wunden leben“, an dessen Ende sie wieder zum Kommunionempfang zugelassen sind.

Der Leitfaden hat denselben Schwerpunkt wie ihn seit der Rede von Kardinal Kasper im Februar 2014 vor dem Kardinalskonsistorium auch die doppelte Familiensynode hatte. Die „vielleicht treffender und ehrlicher Scheidungssynode heißen hätte sollen“, wie Ende 2016 ein anonym bleibender Mitarbeiter des Vatikans meinte.

Der Leitfaden von Bischof Solmi, einem Moraltheologen, besteht aus drei Hauptkapiteln. Das erste Kapitel ist Ehe und Familie gewidmet. Das zweite den „Problemen“ und „Verwundungen“ in der Familie. Das umfassendste dritte Kapitel ist den wiederverheirateten Geschiedenen gewidmet, wie in der neuen Sprache der Kirche „wertneutral“ jene genannt werden, die für die Kirche bisher Ehebrecher waren.

Bischof Solmi schreibt:

„Die Kirche bietet einen Weg an, um zu einer richtigen Gewissensentscheidung zu gelangen.“

„Tiefe Motivationen“

Dabei können von den Betroffenen „tiefe Motivationen“ innerlich wahrgenommen werden, die eine Zulassung zur eucharistischen Kommunion ermöglichen und damit sogar zwingend machen.

Das „bedeutet nicht“, die Doktrin der Kirche zu Grabe zu tragen, so der Bischof, aber, „daß in diesem Weg solche tiefe Motivationen sichtbar wurden, die erkennen lassen, daß das möglich ist“.

Der Bischof von Parma folgt auch in der weiteren Rechtfertigung seines Handelns dem Vorbild von Papst Franziskus, indem er zugleich jede Verantwortung von sich wälzt.

„Es ist nicht die Kirche oder der Bischof, der zur Kommunion oder zur Beichte wieder zuläßt.“ Kirche und Bischof sagen „vor der christlichen Gemeinschaft“ nur, „daß diese Personen einen rechten Weg der Bekehrung und der Buße gegangen“ seien.

Die Worte sind dieselben, „Bekehrung und Buße“ erhalten aber einen ganz neuen Inhalt, der mit der kirchlichen Überlieferung nicht übereinstimmt. Was Bischof Solmi versteckt sagt, läßt sich deutlicher sagen:

„Ich lasse niemand zur Kommunion zu, wenn aber das Gewissen der Einzelnen es verlangt, dann sind sie zur Kommunion zugelassen.“

Diese Dialektik, die gegenüber einer Neuerung, die im Widerspruch zur kirchlichen Lehre steht, zunächst ein Nein postuliert, das aber innerhalb weniger Sätze über ein Jein zu einem Ja wird, ist neuerdings zu einer Maxime in der Kirche geworden – durch Papst Franziskus. Sie verschleiert den offenen Widerspruch in der Agenda von Franziskus zu Doktrin und Disziplin der Kirche in der Agenda von Franziskus.

Dieses Ausspielen des Gewissens gegen die Glaubenswahrheit öffnet die Tür nicht nur zur Anerkennung von Ehebruch und Scheidung und zur Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion.

Zwei Beispiele der Franziskus-Dialektik

Die Nein-Jein-Ja-Dialektik wandte Papst Franziskus im November 2015 in der lutherischen Christuskirche in Rom an, als er auf die Frage einer deutschen Lutheranerin antwortete, ob und wann sie zusammen mit ihrem katholischen Mann in der katholischen Kirche als Protestantin die Kommunion empfangen könne.

Die Mehrheit der deutschen Bischöfe verstand, was Franziskus sagen wollte. Im Februar 2018 beschloß die Deutsche Bischofskonferenz die Zulassung protestantischer Ehepartner zur Kommunion. Ganz der päpstlichen Linie von 2015 folgend, setzte Franziskus zwar ein verschleierndes Versteckspiel fort, verhinderte aber jede Intervention Roms, um die von einer Minderheit der deutschen Bischöfe gebeten worden war. Seit Sommer 2018 dürfen Protestanten in deutschen Diözesen an der Kommunion teilnehmen. Mit besonderem Eifer tut sich dabei Bischof Jung von Würzburg hervor, der kurz zuvor von Franziskus ernannt worden war.

Dieselbe Nein-Jein-Ja-Dialektik wandte Papst Franziskus am vergangene 28. Januar auf dem Rückflug von Panama an, als er auf die Journalistenfrage antwortete, ob die bevorstehende Amazonassynode den Weg für verheiratete Priester freimachen werde.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Avvenire (Screenshot)

Sie lesen gern Katholisches.info? Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!





1 Kommentar

  1. Entweder ist Bischof Enrico Solmi ein Narr oder ein Lügner.
    Ein Narr ist er, wenn er glaubt, dass sein „Text“ nicht die Doktrin angreift.
    Ein Lügner, wenn er versucht auf diesem Weg die Doktrin zu übergehen.

    Mal gespannt, wie schlimm es noch wird bevor es wieder besser wird.
    Was kann ein Einzeller tun, um etwas zu verbessern?
    – Denke für die allermeisten Leute gilt, dass Sie an ihrer persönlichen Heiligung arbeiten müssen. Dies wird dann auch die kirchliche Situation verbessern.
    Ich verstehe unter persönlichen Heiligung,
    – die Standespflicht erfüllen z.B. ich sollte ein guter Vater und Ehemann sein
    – Das Religiöse Leben pflegen, Kirche, Gebet, Opfer…
    – usw…

Kommentare sind deaktiviert.