Brief einer besorgten deutschen Katholikin an Papst Franziskus












Interkommunion
Mit einem Offenen Brief wandte sich eine besorgte, deutsche Katholikin an Papst Franziskus, um ihn zu bitten und aufzufordern, gegen den deutschen Vorstoß zur Interkommunion einzugreifen und die entsprechenden deutschen Bischöfe zu korrigieren.

Mit einem Offenen Brief wandte sich vergangene Woche eine besorgte, deutsche Katholikin wegen der deutschen Interkommunion-Katastrophe an Papst Franziskus. Sie stellte den von ihr unterzeichneten Brief für die Veröffentlichung zur Verfügung, möchte aber wegen des in Deutschland herrschenden Drucks anonym bleiben.

In dem offenen Brief bringt sie ihre Sorge zum Ausdruck über die fortgesetzte Mißachtung des Allerheiligsten Altarsakraments, die der Eucharistie in Deutschland in vielen Fällen entgegengebracht wird. Sie nennt Vorfälle, bei denen katholische Priester, ohne von den zuständigen Bischöfen ermahnt und korrigiert zu werden, zusammen mit protestantischen Amtsträgern die jeweiligen Gemeinden eingeladen haben, das protestantische Abendmahl und die katholische Eucharistie zu empfangen.

Als Reaktion auf die jüngst von der Deutschen Bischofskonferenz beschlossene Handreichung für die Kommunionzulassung der protestantischen Ehepartner von Katholiken, die in mehreren Diözesen bereits von den zuständigen Bischöfen umgesetzt wurde, fordert die Papst Franziskus auf, seine Stimme zur Geltung zu bringen und gegen diesen deutschen Vorstoß einzuschreiten. Die mutige Katholikin schriebt dazu:

„Wir dürfen nie das Mysterium des Opfers Jesu Christi, Seiner Auferstehung und seiner dauerhaften realen Präsenz in der konsekrierten Hostie zu einem zeitlich begrenzten weltlichen Ding profanieren“, indem wir die Heilige Eucharistie mit anderen „wie Brot“ teilen.

Sie erinnert Papst Franziskus an seine Aufgabe als Nachfolger des Petrus, daß er ein „guter  Hirte ist, der Christi Schafe weidet,  auf ihr Seelenheil bedacht ist und sie vor dem Bösen  schützt“.

„Wenn jedoch die Kirche und Sie als Papst keine verlässliche Autorität mehr ausstrahlen, weil Sie zentrale Begriffe wie Wahrheit, Sünde und Gericht relativieren und deren Beurteilung einer je individuellen Gewissensentscheidung anheimstellen, ist es um die Glaubwürdigkeit der Kirche geschehen.“

Die deutsch-amerikanische Historikerin und Publizistin Maike Hickson, die erwähnt wird, weil sie mit ihrem Offenen Brief von 2014 der deutschen Katholikin zum Vorbild wurde, kommentierte die Veröffentlichung auf LifeSiteNews mit den Worten:

„Diese mutige Katholikin verweist auch auf einen offenen Brief an Papst Franziskus zur Frage der Kommunion für die ‚wiederverheirateten‘ Geschiedenen, den ich selbst Ende 2014 geschrieben habe. Er kann nicht behaupten, dass es keine katholischen Laien gab, die ihn um Hilfe angerufen haben, auch nicht angesichts der aktuellen Missbrauchskrise, in der mehr als 15.000 katholische Frauen ihn jetzt auffordern, die Fragen zu beantworten, die der Viganò-Bericht aufgeworfen hat.“

Brief einer besorgten deutschen Katholikin an Papst Franziskus

Heiliger Vater,

am 27. Juni wurde die sog. „Orientierungshilfe“ der Deutschen Bischofskonferenz zum Thema „Konfessionsverschiedene Ehen und gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie“ veröffentlicht, nachdem Sie durch Kardinal Reinhard Marx hatten wissen lassen, dass Sie mit der Veröffentlichung einverstanden seien. In der Folge haben bereits mehrere deutsche Diözesen bekannt gegeben, dass sie diese “Orientierungshilfe” durchsetzen wollen, also einzelne protestantische Ehepartner von Katholiken zum regelmäßigen Kommunionempfang zulassen.

Anfang Mai hatte in einer katholischen Kirche meiner Heimat ein evangelischer Abendmahlsgottesdienst stattgefunden, wobei alle Getauften beider Konfessionen zu Tische geladen waren.

Mir wurde schmerzlich bewusst, dass man aus dem Mysterium unseres katholischen Glaubens ein offenes Geheimnis macht, das keines mehr ist und das man einfach so teilt wie ein Stück Brot.

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Brief schreiben soll. Es ist der Hilferuf einer praktizierenden Katholikin, die unseren Erlöser Jesus Christus liebt, in der heiligen Kommunion empfängt und sich treu zur katholischen Kirche bekennt.

Ausgelöst hat mein Schreiben der Offene Brief einer besorgten amerikanischen Katholikin an den Papst. Maike Hickson, die ich als tief gläubige Katholikin kenne, hatte diesen Brief erstmals 2014 veröffentlicht. Sie sah damals die Gefahren und die Verwirrung, die durch die im Raum stehende Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion entstehen würden. Sie appellierte an Sie, die katholische Morallehre nicht zu unterminieren und bat Sie, den Menschen nicht die Orientierung zu nehmen, welche die Erkenntnis von Schuld befördert und die Reue erweckt, ohne die es keine Vergebung geben kann.

Frau Hicksons Hilferuf von damals hat nichts an Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil. Das hat die Auseinandersetzung um Amoris laetitia und die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion gezeigt.

Als deutsche Katholikin im Jahre 2018  gehöre ich zur Gruppe der Gläubigen, die sich in zunehmendem Maße verunsichert fühlen, weil insbesondere die katholische Kirche in Deutschland mit päpstlicher Billigung auf Kosten der Katholizität der einen Kirche Christi ganz eigene Wege einschlägt. Was mich mit besonderem Schmerz erfüllt, ist der beispiellos leichtfertige Umgang mit dem Allerheiligsten Sakrament des Altares, der Eucharistie, der mit der möglichen Zulassung protestantischer Ehepartner zur Kommunion in konfessionsverbindenden Ehen nun schließlich seinen traurigen Höhepunkt gefunden hat.

Es ist mir unbegreiflich, dass Sie als Papst auch bei diesem Thema Mahnungen und Fragen offenkundig ignorieren. Deshalb fasste ich den Mut, diesen Brief zu schreiben. Mut braucht es in dem feindseligen Klima, in dem lehramtstreuen Katholiken oft mehr als nur Unverständnis entgegenschlägt. Ja, auch darunter leide ich, dass diese Katholiken ausgerechnet von ihrem Papst keine Hilfe erfahren.

Katholiken, die sich der einen wahren katholischen Kirche Christi immer noch verbunden fühlen, für die Glaube und Vernunft keine Antonyme sind und die das katholische Sakraments-und Kirchenverständnis nicht zur Disposition stellen, werden heute systematisch marginalisiert, weil sie stören. Dass dies keineswegs ein diffuses Gefühl wehleidiger „Konservativer“ ist, erlebte ich hautnah bei einer Predigt des emeritierten Kurienkardinals Walter Kasper im Mai diesen Jahres in Süddeutschland. Er warb aktiv für die Zulassung protestantischer Ehepartner zur Kommunion und nannte sie „Frischzellen im Leib der Kirche Christi“. Den Gegenbegriff vom krank machenden „Bazillus“ legte er denen in den Mund, die nicht seiner Meinung sind.

Heiliger Vater, es ist gut, dass uns der Herr mit der Einsetzung des Petrus und der Gründung der apostolischen Sukzession Gottes Stellvertreter auf Erden gegeben hat, den wir Vater nennen dürfen und der unser guter  Hirte ist, der Christi Schafe weidet,  auf ihr Seelenheil bedacht ist und sie vor dem Bösen  schützt.

Von einem Vater erwarten wir Vorbild und Führung. Sanftmut, aber auch Strenge, barmherzige Güte und Konsequenz.

Wenn jedoch die Kirche und Sie als Papst keine verlässliche Autorität mehr ausstrahlen, weil Sie zentrale Begriffe wie Wahrheit, Sünde und Gericht relativieren und deren Beurteilung einer je individuellen Gewissensentscheidung anheimstellen, ist es um die Glaubwürdigkeit der Kirche geschehen.

Es gibt nur eine Wahrheit, Jesus Christus: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“  Alles andere leugnet die Offenbarung, ist ein Widerspruch in sich und nicht auf Vernunft begründet.  Es gibt keine relativierbare Wahrheit und auch nicht viele gleichberechtigte Wahrheiten. Wenn Sie Papst der unteilbaren einen wahren katholischen und apostolischen Kirche sind, dann sind Sie das. Punkt. Nicht weniger, aber auch nicht mehr!  Ohne die Wahrheit gibt es keine Unterscheidung der Geister mehr, die Ihnen als Jesuit aus dem Ignatianischen Denken wichtig sein sollte. Es gibt dann immer irgendwelche Ausnahmen von der Regel, und Sünde ist nicht mehr Sünde, sondern jeder entscheidet in eigener „Gewissensentscheidung“ (die dann ja schon längst keine mehr ist), was er als Sünde empfindet.

Nichts ist unbarmherziger als ein Gott, der nur barmherzig, aber nicht gerecht wäre. Es ist Verrat an den Seelen, sie im Glauben zu bestärken, Gott würde nicht richten.

Sie als unser Papst wollen doch von Gottes Barmherzigkeit künden und ein barmherziger Hirte sein. Genau darum dürfen Sie nicht versuchen, den Begriff der Barmherzigkeit zum Zwecke eines pastoralen Zugehens auf die Menschen so zu verdrehen und zu überdehnen, dass er reißt.  Damit ist Eheleuten in konfessionsverbindenden Ehen sicher nicht geholfen. Der Ökumene schon gar nicht. Wenn nämlich das sinnvolle Bemühen um evangelisch-katholische Einheit im ökumenischen Geist dazu führt, dass unser Herr nicht mehr in der Opfermesse, sondern auf dem Altar der Ökumene geopfert wird, stehen Altar und Ökumene auf tönernen Füßen. Übernehmen Sie als Stellvertreter Christi dereinst vor unserem Herrn die Verantwortung dafür?

Wie groß die während Ihres Pontifikats gestiftete Verwirrung schon ist und in welchem Maße selbst Pfarrer und Bischöfe meinen, einen Freibrief zu haben für ökumenische Experimente mit Interkommunion und „eucharistischer Gastfreundschaft“, erlebe ich in meiner Heimat. Der eingangs erwähnte Abendmahlsgottesdienst zählt dazu, und selbst Pfarrer ließ man gewähren, die schon im Herbst 2017 in ihrer Stadt in aller Öffentlichkeit Fakten schufen und den Beginn offen praktizierter Interkommunion per Unterschrift besiegelten.

Ein Katholik begeht jedoch eine Sünde, wenn er beim evangelischen Abendmahl das Brot empfängt. Ein evangelischer Christ versündigt sich am Leib des Herrn, wenn er die Eucharistie empfängt, ohne dass eine extreme Notlage vorliegt. Empfindet er aber ein wirkliches geistliches Bedürfnis nach der Kommunion, darf, ja muss er sogar konvertieren. Sie dürfen ihm nicht suggerieren, er könne einfach nur zum Zwecke des Kommunionempfangs das katholische Kirchen- und Sakramentsverständnis bejahen.

Wenn ein Christ sich auf Martin Luther beruft und Protestant sein will, verbindet ihn als Christ mit katholischen Christen das gemeinsame Bekenntnis zum Glauben an Jesus Christus. Das Katholische ist für ihn aber eben nicht das allein Seligmachende, Glaubensgemeinschaft bedeutet für ihn nicht auch Kirchengemeinschaft. Gerade als deutsche Katholikin bin ich da sehr hellhörig. Es genügt, die Stellungnahme der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) zu lesen, um zu wissen, dass eine sich abzeichnende Protestantisierung der Katholischen Kirche in Deutschland kein Hirngespinst ist. Die Forderung nach einer Zulassung von Katholiken zum evangelischen Abendmahl, die Bezeichnung von Dogmen als abstrakte Regel und die Infragestellung des Opferbegriffs, der Nennung Marias und der Heiligen und auch der eucharistischen Anbetung sind deutlich.

Es ist schwer, mitansehen zu müssen, wie Sie als der Heilige Vater die Zerstörung der Heiligen Mutter Kirche aus ihrem Innersten heraus voranzutreiben scheinen. Es ist schwer, angesichts dessen, was geschieht, als papsttreue Katholikin nicht selbst in arge Gewissensnöte gestürzt zu werden, weil Verzweiflung und die ohnmächtige Erfahrung, nirgends Gehör zu finden, den Nährboden bereiten für solche Gedanken. Ich muss ehrlich zugeben, dass in den letzten Jahren mein Vertrauen in Sie als meinen Papst mehr und mehr geschwunden ist.

Ich werde möglicherweise nie erfahren, ob Sie diesen Brief gelesen haben werden und was er in Ihnen ausgelöst haben könnte. Hätte ich nicht das Gebet und die Zuversicht, die es mir gibt, wäre dieser Brief nie geschrieben worden.

Ich bete, weil ich weiß, dass ER Seine Kirche nicht untergehen lässt und dass ihr Menschenwerk nichts anhaben kann. Ich bete für uns alle, dass wir daran nicht zweifeln mögen. Ich bete für Sie, meinen Papst, dass Sie in der Wahrheit bleiben.

Ich habe mich in den letzten Monaten zwei Mal an den apostolischen Nuntius in Berlin gewandt zum Thema Interkommunion und insbesondere wegen des

evangelischen Abendmahls in einer katholischen Kirche. Solche Aktionen gehen schon längst weit über die Kommunionzulassung für protestantische Ehepartner

hinaus. Doch immer hatte ich den Eindruck, man habe gar nicht richtig gelesen, was ich schrieb, und wolle einfach nicht verstehen. Man sieht die zunehmende Protestantisierung der Katholischen Kirche in Deutschland offensichtlich als Faktum an, denn man verwies mich in einer ersten Antwort auf die durch die Orientierungshilfe der Bischöfe gegebene „Klärung“ der Situation. Die Antwort auf mein zweites Schreiben machte endgültig alle Hoffnung auf Unterstützung durch den Nuntius zunichte. Das letzte, was man mir zum Thema Eucharistieempfang und Interkommunion antwortete, war Folgendes:

„Dem Herrn Nuntius ist bewußt, dass durch die Vorgänge und Diskussionen der letzten Zeit viele Gläubige verunsichert sind.

Sie wissen aber sicher selbst, daß das, was in der Welt ist, nicht oder nur äußerst schwer wieder durch ein noch so mächtiges Wort einzuhegen ist.“

Ich wünschte sehnlichst, Sie, der Papst, der Stellvertreter Christi auf Erden, wären dieses mächtige Wort…

Wir dürfen nie das Mysterium des Opfers Jesu Christi, Seiner Auferstehung und seiner dauerhaften realen Präsenz in der konsekrierten Hostie zu einem zeitlich begrenzten weltlichen Ding profanieren.

Gott wird unser Richter sein, und wenn wir dereinst vor Ihm stehen werden, werden wir nicht geschwiegen haben dürfen, wenn es um die Wahrheit ging.

Bild: MiL

 

 

 

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4 Kommentare

  1. Papst Franziskus wird diesen mutigen Brief sicher niemals lesen. Er liest und studiert ohnedies nur ungern.

    Trotzdem ist es wichtig und mutig ihn zu schreiben und zu veröffentlichen, um sich das Ausmaß des Abfalls immer wieder zu vergegenwärtigen.

    In einem Artikel las ich vor kurzem, Papst Paul VI. habe sich, durch schlechte Berater beeinflusst, zu dem Glauben hinreißen lassen, Millionen von Protestanten würden durch die Einführung des neuen Messordos zur katholischen Kirche zuückkehren. Als er die Realitäten und tatsächlichen Auswirkungen des Niedergangs sah, habe er geweint und seine Änderungen sehr bereut.

    Den Erfahrungen der anonymen Verfasserin möchte ich eine andere hinzufügen. Diese ist zu finden im aktuellen „Kurier der Christlichen Mitte“. Er ist überschrieben mit:

    Der Klerus lehrt die Kirchen

    (Artikel:) Bericht aus einer Pfarrgemeinde: „Nach der Messe bin ich in die Sakristei und habe gefragt, warum wir nicht an die Kommunionbank dürfen, und ob er es nicht möglich machen kann. Darauf schrie der Pfarrer mich an:

    „Wenn Sie bloß deswegen in die Kirche kommen, dann bleiben Sie doch zuhause!“

    Ich antwortete: „Wissen Sie überhaupt, wieviele Leute aus den anderen Kirchen zu den Franziskanern kommen, weil man hier noch an die Kommunionbank darf?“ –

    „Das interessiert mich nicht, in allen Kirchen steht man zur Kommunion“ gab er zur Antwort.

    Statt Predigt hatte er ein Hirtenwort des Bischofs von Augsburg zu verlesen, in dem dieser beklagte, dass die Kirchen zunehmend leerer werden.“ (K.L.)

    Schlimm finde ich nicht die Frage nach Hand- oder Mundkomunion, sondern die Reaktion des Pfarrers. Soetwas geht einfach nicht!

    Die Verfasserin des o.g. Briefes durch katholisches.info veröffentlichten Briefes, leidet sehr unter den Zuständen in unserer Kirche. Sie hat das Vertrauen in einen Papst verloren, der keine geistliche Autorität und Vollmacht mehr ausstrahlt.

    Wer das Pontifikat Franziskus in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt hat, wird auf etwa 250 bis 300 Skandale und Skandälchen treffen, die eines Papstes einfach unwürdig sind. Ich möchte daran erinnerm, dass im gestrigen Tagesevangelium der Dämon wörtlich als „unreiner Geist“ beschrieben wird.

    Ähnlich wie die Verfasserin hatte ich zu Beginn des Pontifikats von Franziskus gleich die schwersten Problemen mit seiner einseitigen Barmherzigkeitsagenda. Angesichts der Zustände in Welt und Kirche, insbesondere angesichts der kaputten Ehen und deren Auswirkungen, schrie alles in mir nach Ordnung und Gerechtigkeit, nach mehr Grenzen und Ordnung für die modernen Frauen; als allerletztes hätte ich mir eine weitere Öffnung zur Welt vorgestellt, besonders in einem Zeitalter des Subjektivismus und Individualismus.

    Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass die beiden vorhergehenden Pontifikate solche der Restauration waren. Franziskus Theologie und leider auch Praxis läuft dem diametral entgegen. Während die beiden letzten Päpste Päpste des Aufbaus waren, ist dieser Papst nicht nur ein Papst des Abrisses, sondern noch dazu einer, der selbst das Fundament mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln untergräbt, und nicht nur sprichwörtlich in die Tiefe (den Abgrund) (ver-)führt.

    Franziskus hat die gesamt katholische Glaubenslehre mit allen Bestadteilen aufgeweicht und ins Wanken gebracht. Es gibt keinen einzigen Punkt (Baustein), der davon unberührt ist.

    Man mache einmel selber den Check und befrage sich im Hinblick auf die Pontifikate Johannes Pauls II. und Benedikt XVI. Es gibt darin Fragwürdiges und Diskussionswürdiges: aber die Person Wojtyla und Ratzinger sind vollkommen integer und unbeschadet.

    Bei Franziskus ist das anders. Ich möchte das nicht näher beschreiben, da es zu heikel ist. (psychische Problematik) Im Körper(als Tempel des Hl. Geistes) rutscht jedenfalls die Wahrnehmung des Gefühls beim Anblick dieses Papstes vom Herzen in den unteren Bauchraum, wo sich alles verkrampft…

    Franziskus ist ein Papst der Welt, ein Papst des Fleisches.

    Ich war nicht fähig, von diesem Papst auch nur ein einziges Bild zu behalten. Ich zerriss die Bilder und schmiss sie fort. Zu meiner großen Erleichterung wurde aus dem Raum, in dem ein Bibelkreis meiner Pfarrgemeinde stattfindet und an dem ich teilnahm, das große Portraitbild des Papstes nach der Renovierung nicht mehr aufgehängt. Dieses Bild hat auf mich immer äußerst negativ gewirkt. Ich konnte es nur schlecht ertragen, wobei ich die Bilder Wojtylas und Ratzingers verehrte.

    Es tut mir für Fraziskus selber sehr leid, dass ich ihm gegenüber eine so massive Antipathie habe. Doch es gibt nichts an diesem ‚Menschen‘, was man orthodox nennen könnte. Es gibt nicht ein einziges klares Wort aus seinem Munde, dass er nicht später wieder relativiert oder sogar negiert hätte. Er ist für mich die Gestalt und Person gewordene Verwirrung.

    Immer mehr Menschen spüren, dass etwas nicht stimmt mit diesem Papst. Eine einfache ältere Frau, die in ihrer Verblendung sagte: „Ich glaube nur noch an Merkel.“ (durch Medien, moderne Priester und das Leben ihrer Töchter in dieser Sichtweise befangen: Merkel als Retterin) meinte gleichzeitig: „Ich mag diesen Papst nicht.“

    Wenn die Wahrheiten einmal an Tageslicht kämen, sowohl über Merkel wie auch über Franziskus; wenn das Gesamt der Verästelungen und Verstrickungen offenbar würde, würde niemand an diesen Personen noch festhalten. Aber viele, wenn nicht die meisten Menschen sind Gefangene der modernen Kultur des Todes. Merkel und Franziskus agieren darin wie geistige Zwillinge des Niedergangs.

    Wenn wir die kulminierende Krise unserer westlichen Kultur begreifen wollen, so müssen wir schließlich begreifen, wohin uns die Staatsform Demokratie gebracht hat. Die Übel in unserer Gesellschaft beginnen schon mit der Abschaffung der Monarchie und der Einführung des Frauenwahlrechts.

    Das klingt rückständig, intollerant, von mir aus auch ‚rassistisch‘; aber es gehört zu einer aufrichtigen Analyse unsere totkranken Gesellschaft, dies festzustellen, bleibt nachfolgenden Generationen (falls es sie geben wird), nicht erspart.

  2. Liebe besorgte Katholikin,

    wenn Sie die Situation der Kirche zu dieser Zeit richtig einschätzen wollen, möchte ich Ihnen einige wenige Aspekte der Situation vor Augen stellen:

    Unsere Liebe Frau hat in Paris 1830 uns durch die „wundertätige Medaille“ auf ihre besondere Sendung aufmerksam gemacht: u. a. die Schlangenzertreterin und das Gebet „O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen“ auf der Vorderseite der Medaille. Und auf der Rückseite der Medaille das Geheimnis der vereinten Herzen Jesu und Mariens: Sieg im Zeichen des Kreuzes. Der damalige Papst hat dies erkannt und das Dogma der Unbefleckten Empfängnis 1854 ausgerufen, welches Maria durch ihre Erscheinungen in Lourdes 1858 bestätigt hat.

    Maria ist auch – schon 1846 – in La Salette erschienen und hat u. a. angekündigt, dass Rom den Glauben verlieren wird. Dann ist sie noch 1917 in Fatima erschienen, um uns erneut zur Umkehr zum Evangelium und zum Rosenkranzgebet aufzurufen. Da Maria in Fatima immer an einem 13. der Monate Mai bis Oktober erschienen ist – im August aber erst am 19. – sollten wir die Zahlen beachten; denn der Himmel tut nichts anderes als geheimnisvoll uns auf Dinge hinweisen die in der Heilgen Schrift längst geheimnisvoll angekündigt sind. Daher ist es hilfreich, um diese Zeit in der wir leben zu verstehen, die Kapitel 13 und 19 in der Apokalypse anzuschauen. Auch macht es Sinn, die Suren 13 und 19 im Koran anzuschauen, da auch diese Zahlen Hinweise – für Menschen ohne Stolz – enthalten können. Denn die Sure 19 ist die Sure über Maria; und in der Sure 13 ist die Listigkeit Allahs beschrieben („Allah ist der Listigste von allen“)

    Schwester Luzia von Fatima hat in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf die Frage, ob wir uns in der Zeit der Apokalypse befinden, geantwortet: „Wir befinden uns im 12. Kapitel der Apokalypse“. Man kann daraus m. E. schlussfolgern, dass wir uns jetzt bereits im 13. Kapitel befinden, in dem vom „Falschen Propheten“ die Rede ist. Wenn man bedenkt, dass ein Papst nach dem Kirchenrecht eigentlich nicht zurücktreten kann, könnte man erahnen, dass der Papstthron für das öffentliche Handeln eigentlich vakant ist, da Papst Benedikt sein Amt – wie er selber sagte – „im Gebet und in der Sühne“ ausübt, d. h. er hat seine eigentliche geistliche Vollmacht nie wirklich abgetreten. So könnte der Papstthron von jemanden besetzt sein, den ‚bestimmte Kräfte‘ (u. a. die St.-Gallen-Mafia) auf diesen Posten gesetzt haben. So könnte es sich beim heutigen ‚Bischof von Rom‘ auf dem ‚Papstthron‘ um den in Kapitel 13 der Apokalypse erwähnten „Falschen Propheten“ handeln, der dem Antichristen den Weg bahnt.

    Liebe besorgte Katholikin, glauben Sie mir, auch mir fällt die derzeitige Situation nicht leicht, aber das tägliche Rosenkranzgebet und die Befassung mit dem Geheimnis des Mystischen Leibes analog zu den schmerzvollen Ereignissen im Leben unseres Herrn und Heilandes (und seiner heiligsten Mutter) lassen mich erkennen, dass wir in die Zeit der Apokalypse und in das Leiden und Sterben des Mystischen Leibes eingetreten sind.

    Das Gesicht der Kirche sind die Priester. Jesus wurde von den Schergen – quasi im Auftrag der geistlichen Obrigkeit – auch im Gesicht bis zur Unkenntlichkeit ‚zerstört‘. Er wurde, wie wir aus der Mystik wissen können, sogar mit Kot beschmiert; welche schreckliche Analogie zur derzeitigen Situation der heiligen Kirche (Homosexualität bzw. unberufene in die Kirche eingeschleust). Aber: Als Jesus sein Leiden bei seinen Jüngern (Aposteln) ankündigte, sagt Petrus zu ihm: Herr, das soll nicht geschehen. Und Jesus antwortet ihm: „Weiche Satan, du willst nicht das was Gott will, sondern was die Menschen wollen. Dieses wichtige Wort Jesu sollte uns eine Lehre sein; denn erst mit diesem Wort können wir das Geheimnis des Leidens der Kirche verstehen lernen.

    Das Herz der Kirche ist die heiligste Eucharistie. Diese wird – wie das Herz Jesu in seinem Tode – im Herzen Mariens geborgen bleiben, wie es ein mystisch begnadeter Kardinal (Berulle) vor Jahrzehnten einmal geäussert hat.

    Vielleicht habe ich Ihnen ein wenig helfen können, dieses Geheimnis etwas tiefer zu verstehen und nicht an der Kirche und ihrem Leiden analog zum Leiden des Herrn zu verzweifeln. Gott segne Sie, Maria schütze Sie und der heilige Joseph, der Patron und Beschützer der heiligen Kirche, begleite auch Sie mit seiner liebenden Fürsorge. Das wünscht Ihnen

    Cyrill Erswill

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