Der Bischof von Limburg und sein Bekenntnis zur Abtreibung

Der Bischof von Limburg, Dr. Georg Bätzing, hetzt auf einen Lebensrechtler den Gerichtsvollzieher. Bis zum 25. Mai 2018 muß der Lebensrechtler 1.718,17 Euro an Bischof Bätzing bezahlen. Der Familienvater von vier Kindern kann das Geld aber nicht aufbringen. Nun droht ihm, nach eigenem Angaben die Verhaftung. Das „Einverständnis des Gläubigers“, also von Bischof Bätzing, „mit der Vertagung und Einziehung von Teilbeträgen wurde verweigert“, schreibt der Gerichtsvollzieher.

Wie kam es dazu?

Der Betroffene ist Chefredakteur einer unabhängigen Wochenzeitung im deutschsprachigen Raum, die sich, nach eigenen Angaben, bedingungslos zum Lebensrecht von der Empfängnis bis zum natürlich Tod bekennt.

Durch investigative Recherche hat die Zeitschrift einen Skandal aufgedeckt: abgetriebene Kinder aus ganz Deutschland werden heimlich in den Särgen versteckt, die für Kinder vorgesehen sind, die in Wiesbadener Kliniken vor der Geburt eines natürlichen Todes starben. Auch die jährlich etwa 5.000 Mordopfer aus Deutschlands größter Abtreibungsklinik in München von Friedrich Andreas Stapf werden auf diese Weise in Wiesbaden „diskret entsorgt“. Bei der Beerdigung der Särge wird die Grabrede von einer Mitarbeiterin des Bistums Limburg gehalten. Diesen gesamten Sachverhalt wurde auf der Internetseite http://www.kindermord.org bekannt gemacht.

Am 14. März 2018 fand wieder einmal eine solche Beisetzung statt. Als sich gerade die Trauergemeinde vor dem Friedhof versammelte, fuhr der Redakteur mit einem Lastwagen vor. Auf der Plane war ein Kindersarg abgebildet mit der Erläuterung „Heute wieder mit im Sarg: Die Mordopfer aus Deutschlands größter Abtreibungsklinik in München“ und dem Verweis auf http://www.kindermord.org.

Am Tag darauf erließ das Landgericht Frankfurt am Main auf Antrag von Bischof Dr. Georg Bätzing eine „Einstweilige Verfügung“. Der Text auf der Internetseite http://www.kindermord.org soll umgehend gelöscht werden. Bischof Bätzing hatte durch seinen Anwalt einen 9-seitigen Schriftsatz bei Gericht einreichen lassen. Darin ist siebenmal die Rede von „legalen Schwangerschaftsabbrüchen“ und viermal von einer „angeblichen Abtreibungsindustrie“, schreibt der Verklagte. Außerdem werden die Opfer des Kindermords im Mutterleib euphemistisch als „Kinder, die nicht zum Leben kommen konnten“ verhöhnt.

Eine Anhörung fand nicht statt. Wie Fachleute versichern, hätte er zwar gute Prozeßchancen, diese Verfügung aufheben zu lassen. Doch leider kann er sich einen Anwalt nicht mehr leisten, um zu seinem Recht zu kommen, schreibt er abschließend in einer Mitteilung.

Auch Katholisches.info wollte der Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing verfolgen. Lebensrechtler die gemäß der katholischen Lehre das Recht auf Leben verteitigen sind ihm wahrscheinlich so zuwider, daß sie  verfolgt, verklagt und in den Ruin getrieben werden.

Text: Linus Schneider
Bild: Bildschirmfoto von kindermord.org

8 Kommentare

  1. So sind sie, unsere Kirchensteuerschützer …

    Sofort zum Anwalt und Prozeßkostenhilfe beantragen und vor Gericht von Anfang an die Verletzung betroffener Grundrechte geltend machen mit allen Konsequenzen. Und nun, das hätte längst passiert sein müssen (und die Einstweilige Verfügung verhindert), Schutzschriften bei allen infragekommenden Gerichten hinterlegen. Es tut mir immer wieder leid, doch es macht nun einmal sehr viel Arbeit, Idealist zu sein.

  2. Dies verstehe, wer will. Ein deutscher Bischof versucht den Mord an Kleinkindern im Mutterleib durch den Segen der Kirche einen humanen Anstrich zu geben. Dass die ermordeten Kinder den Segen der Kirche bekommen ist nicht mehr als verständlich. Es ist der letzte Liebesbeweis, den wir Christen ihnen schulden. Aber dass die Mörder gleich mit entschuldigend rein gewaschen werden, so als hätten sie ein humanes Werk getan, bleibt unverständlich.

    Hier nährt der Bischof die Verwirrung vor allem durch sein Handeln. Bischof Bätzing hatte durch seinen Anwalt einen 9-seitigen Schriftsatz bei Gericht einreichen lassen. Darin ist siebenmal die Rede von „legalen Schwangerschaftsabbrüchen“ und viermal von einer „angeblichen Abtreibungsindustrie“. Außerdem werden die Opfer des Kindermords im Mutterleib euphemistisch als „Kinder, die nicht zum Leben kommen konnten“ verhöhnt.

    Schlimmer geht es nimmer. Einen legalen Schwangerschaftsabruch gibt es nicht. Der Schwangerschaftsabruch ist und bleibt ein Straftatbestand, der unter bestimmten Voraussetzungen nicht bestraft wird. Bätzing weiß dieses, lasst aber anders schreiben.

    Genau dieses erklärt, dass er für das Amt, das er in der Kirche Jesu Christi bekleidet vollkommen ungeeignet ist. Er lässt ferner schreiben, dass die Kinder nicht zum Leben kommen konnten, verschweigt aber dass diese Aussage keine medizinische ist, sondern dieses Urteil ein unbegründetes Todesurteil einer moralisch fragwürdigen Organisation ist. Dieses Todesurteil für die kleinen Menschen im Mutterleib ist genau so unbegründet, wie das Todesurteil Jesu Christi und genau dieses ist für Gläubige die große Hoffnung für die Kinder. Aber ein Bischof, der diesem Urteil durch sein Handeln einen „humanen Rahmen“ gibt und offensichtlich nur nach Popularität strebt, hat aus christlicher Sicht sein Amt verfehlt. Er schadet der Kirche mehr, als er nützt.

  3. Geht so ein gläubiger Bischof mit einem Gläubigen um? Hier wäre, wenn dieser sich überhaupt unrecht verhalten hat, eine bischöfliche Zurechtweisung angebracht gewesen. Es ist nach Paulus ungehörig, einen Glaubensbruder vor ein weltliches Gericht zu zerren. Doch den DBK-Bischöfen ist wohl der nationaldemokratische Staat näher als das katholische Hemd. Auch hier gilt Jesu Wort analog: Wer zum Staat greift, wird durch den Staat umkommen.

  4. Die Art und Weise des bischöflichen Vorgehens verwundert sehr.

    Gleichzeitig verstehe ich nicht, wie ein katholischer Redakteur und Lebensschützer derart gegen die Beerdigung von abgetriebenen Kindern Stellung beziehen kann.

    Durch seine Aktion verhindert er nicht nur evtl. zukünftige Bestattungen und damit das barmherzige Werk der Bestattung, sondern er stört auch eine katholische Sakramentalie! Das ist nicht zu tolerieren! Wo bleibt das Mitleid mit der Frau, der hier psychisch zugesetzt wird, die versucht den Kindern die Würde zu geben, die ihnen sonst verweigert würde. Lasst uns beten und auf die Straße gehen gegen das Verbrechen der Abtreibung, aber wie kann man sich positiv zur Störung einer Sakramentalie äußern?

      • Vielen Dank, Herr Schneider, der Hinweis auf die Urheberrechtsverletzung ist der wesentliche und entscheidende Hinweis. Dies ist leider juristisch betrachtet so, aber es bleibt die Frage, warum betreibt ein Bischof es so, dass keiner seiner im Grunde einfachen und harmlosen Schäfchen sein Tun verstehen kann und es sogar als christlich gerechtfertigt einordnen kann? Bei Betrachtung des Bisherigen weiß der Gläubige sehr wohl, dass jedes öffentliche Amt, wie ein Bischof es represäntiert auf zwei Säulen steht, der potestas oder im demokratischen Sinn der Verantwortung und der Auktoritas, dem Ansehen. Einem Ansehen, das ein Bischof Kraft seines Amtes primär einmal genießt und dass für mich als Gläubiger primär außer Diskussion steht. Hier scheint Bätzing jedes Gefühl zu fehlen. Er glaubt – nach der bisherigen Erfahrung – seine Position mit Mitteln der Justiz zu sichern zu können und ist blind dafür, dass er so die Auktoritas des Amtes verliert. Er beschädigt so primär nicht nur sich, sondern das Amt des Bischofs generell, indem er das Amt seines bisherigen Ansehens beraubt, frei nach dem Motto, wenn Bischöfe schon so handeln, welche Moral soll dann schon für den einfachen Gläubigen ohne Amt gelten? Ich schreibe diese Zeilen mit tiefer Depression, derweil ich das Handeln des Trierer Generalvikariates in der Amtszeit von Generalvikar Bätzing im Umgang mit verdienten und gläubigen Priestern in der Presse verfolgen konnte und weiß wie gute Priester behandelt wurden. Ich habe mich geschämt und habe nach Überprüfung der mir neuen und hier diskutierten Sachlage feststellen müssen, dass ich mich wieder meiner Kirche und ihrer Repraesentanten schämen muss, derweil sie oder besser er nicht begreift, dass die Verteidigung der Würde und Unversehrtheit des Menschen, und hier vor allem des Hilflosen unsere Aufgabe als Christ ist. Ich empfehle hierzu einmal Papst Johannes Paul II zu lesen.

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