Sony kauft Exklusivrechte über das Leben des bekannten Exorzisten

Exorzismus
Exklusivrechte über das Leben des bekannten Exorzisten P. Gabriele Amorth an Sony verkauft?

(New York) Deadline.com ein US-Inter­net­por­tal über Film und Fern­se­hen mit zahl­rei­chen Insi­der­infor­ma­tio­nen berich­te­te ver­gan­ge­nen Frei­tag, daß Sony Screen Gems die Exklu­siv­rech­te über das Leben des 2016 ver­stor­be­nen „legen­dä­ren Prie­sters“ und Hauptex­or­zi­sten von Rom erwor­ben hat.

Screen Gems ist ein Toch­ter­un­ter­neh­men der Film- und TV-Pro­duk­ti­ons­fir­ma Colum­bia Tri­Star, die zu Sony Pic­tures Enter­tain­ment gehört, einem der sie­ben größ­ten Film­un­ter­neh­men Hol­ly­woods.

Mit wem Sony Screen Gems einen sol­chen „Exklu­siv­ver­trag“ abge­schlos­sen haben könn­te, ist der­zeit unklar. Unklar ist, wer über das Leben und gei­sti­ge Eigen­tum des Ordens­man­nes der Socie­tas a Sanc­to Pau­lo Apo­sto­lo (Gesell­schaft vom Hei­li­gen Apo­stel Pau­lus) einen sol­chen Ver­trag unter­zeich­nen könn­te.

Mit dem Ver­trag, so Deadline.com, habe Sony auch die Rech­te von P. Amor­ths bekann­te­sten Büchern wie „Ein Exor­zist erzählt“ (deut­sche Erst­aus­ga­be 1993) und „Neue Berich­te eines Exor­zi­sten“ (deut­sche Erst­aus­ga­be 2008) erwor­ben, die in ver­schie­de­nen Spra­chen ver­öf­fent­licht wur­den.

Am 20. April lief in den US-Kinos die Film­do­ku­men­ta­ti­on The Devil & Father Amor­th (Der Teu­fel  & Pater Amor­th) von Wil­liam Fried­kin an. Fried­kin ist der Regis­seur des Hor­ror-Film­klas­si­kers „Der Exor­zist“ (1973). Sei­ne Doku­men­ta­ti­on mit Auf­nah­men, die er weni­ge Mona­te von P. Amor­ths-Tod auf­ge­zeich­net hat­te, spiel­te in der ersten Woche mehr als 13 Mil­lio­nen US-Dol­lar ein.

Unge­klärt ist, ob Fried­kin Video­mit­schnit­te eines Exor­zis­mus mit der Erlaub­nis von P. Amor­th auf­zeich­ne­te, wie der Regis­seur beteu­ert, oder mit einer ver­steck­ten Kame­ra, wie hin­ge­gen mit P. Amor­th befreun­de­te Exor­zi­sten ver­mu­ten.

Die Mel­dung von Deadline.com über den Ankauf der Exklu­siv­rech­te durch Sony läßt Ver­mu­tun­gen auf­kom­men, daß der Film­rie­se dem­nächst einen Kino­film über das Leben von P. Gabrie­le Amor­th in die Kinos brin­gen dürf­te. Ein Film über Beses­sen­heit und Exor­zis­men und das Leben eines „Teu­fel­jä­gers“ mit vie­len Spe­zi­al­ef­fek­ten. Eini­ge Mit­glie­der der Inter­na­tio­na­len Exor­zi­sten­ver­ei­ni­gung, die P. Amor­th gegrün­det hat­te, reagie­ren ver­hal­ten bis skep­tisch auf die Nach­richt. Sie befürch­ten, daß das ern­ste The­ma der Beses­sen­heit und der Dienst der Exor­zi­sten zu einem phan­ta­sie­vol­len, effekt­ha­schen­den Hol­ly­wood-Spek­ta­kel ver­kom­men könn­te.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Deadline.com (Screen­shot)

2 Kommentare

  1. Ich fürch­te, wesent­lich wahr­schein­li­cher ist, dass kein Film erschei­nen wird. Wer die Rech­te am Stoff hat, kann nicht nur selbst einen Film dre­hen (las­sen), son­dern auch ver­hin­dern, dass ande­re dar­über einen Film dre­hen…

  2. Das ist nicht unbe­dingt eine schlech­te Nach­richt, es sei denn man meint tat­säch­lich, daß die euro­päi­sche Kine­ma­to­gra­phie qua­li­ta­tiv bes­ser sowie hoch­wer­ti­ger sei als eine Hol­ly­wood­pro­duk­ti­on.
    Der euro­päi­sche Film ist au con­traie­re seit jeher viel schlim­mer, por­no­kra­ti­scher und obszö­ner als es Hol­ly­wood jemals war. Auch in die­ser Fra­ge ist Anti­ame­ri­ka­nis­mus ganz fehl am Platz.

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