[19. Update] Alfie Evans‘ Todesstunde

Alfie Evans: Die Todesstunde
Alfie Evans: Die Todesstunde

(London) Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte befaßt sich nicht mit dem Fall Alfie Evans. Um 14.30 Uhr Ortszeit wird die Sauerstoffversorgung für den kleinen Jungen vom Alder Hey Hospital in Liverpool abgestellt.

Vor dem Krankenhaus demonstrieren Hunderte von Menschen für das Lebensrecht des kleinen Alfie. Die englische Gerichtsbarkeit ist jedoch überzeugt, daß es „das Beste“ zum „Wohl“ des Kindes ist, wenn es einfach stirbt, und das möglichst schnell. Und da Alfie so „einfach“ aber nicht stirbt, wie die vergangenen Monate gezeigt haben, hilft man nach.

Das Krankenhaus wird zum Henker im Namen des Staates. Die Krankenhausleitung versteckt sich hinter den Urteilen der Gerichte, die gegen Alfie Evans fast 53 Jahre nach Abschaffung der Todesstrafe in England, eine Todesurteil erlassen haben. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte zeigte heute sein Versagen. Ein Versagen, das den Tod bedeutet.

So erging es bereits dem kleinen Charlie Gard, der im Sommer 2017 sterben mußte, weil die Kosten-Nutzen-Rechnung von Krankenhausverwaltung und Richterschaft es für besser hielt. Besser für wen?

Der Vater, Thomas Evans, traf sich mit der Direktorin des Päpstlichen Kinderkrankenhauses Bambino Gesù, die nach England reiste. Das Krankenhaus hatte sich bereiterklärt, die Behandlung des kleinen Alfie zu übernehmen. Das Alder Hey Krankenhaus und die englische Gerichtsbarkeit untersagte jedoch, „zum Wohl des Kindes“, eine Überstellung nach Rom.

Vertreter des Europäische Netzwerkes der Ombudspersonen für Kinder und Jugendliche (ENOC) sind nach Liverpool gekommen. Durch die Urteile der englischen Gerichtsbarkeit sind ihnen die Hände gebunden. Sie wollen aber das Vorgehen beobachten und der Familie zumindest ihre Anwesenheit und Anteilnahme an ihrem Leid zeigen.

Das Hinrichtungsprotokoll

Das Alder Hey Hospital stellte den Eltern Thomas und Kate Evans das „Protokoll“ für die Hinrichtung ihres Sohnes zu.

„Man muß sich das vorstellen: Es wird vorgeschlagen, ein Kind ‚zu seinem eigenen Wohl‘ und ‚im Namen des Volkes‘ zu töten, während man es es in den Arm seiner Eltern legt. Wir sind soweit, demokratisch zu tun, wozu nicht einmal der islamische Terrorismus imstande ist“, so Nuova Bussola Quotdiana.

Auszüge aus dem Hinrichtungsprotokoll des Krankenhauses:

„Um 13 Uhr beginnt der Prozeß zum Abstellen der künstlichen Beatmung. Dem Kind wird Midazomal (Beruhigungsmittel) und Fentanyl (Schmerzmittel) zugeführt, das dann schrittweise erhöht wird, um bei Bedarf die Symptome zu kontrollieren. […]

Alfie wird sorgsam auf dem Schoß von Herrn und Frau Evans positioniert, falls sie das wünschen. Andernfalls bleibt er in seinem Bettchen.

Die gesamte Überwachung von Herzschlag von Alfie und der künstlichen Beatmung werden eingestellt. Der Sauerstoffschlauch wird entfernt.

Ab diesem Moment wird das Ärzteteam die Situation von Alfie beobachten und seine Bedürfnisse und die seiner Familie mit Diskretion abwarten, aber bereit, sofort Unterstützung und Beistand zu bieten.

Sobald alle äußeren Lebenszeichen aufgehört haben werden, wir ein Facharzt Alfie physisch untersuchen, um den Tode festzustellen und den Todeszeitpunkt festzuhalten. Nach dem eingetretenen Tod kann die Familie in waschen, ankleiden und einige Zeit mit ihm verbringen, bevor er in einen eigenen Raum überstellt wird, zu dem die ganze Familie Zugang haben wird.

Der Arzt, der den Tod von Alfie festgestellt haben wird, hat den Amtsarzt zu informieren für alle nötigen Formalitäten zur Ausstellung des Totenscheines.“

[Update, 23.04.2018, 14.52 Uhr]
Einige Angehörige der „Armee für Alfie“, die vor dem Krankenhaus für das Lebensrecht des Kindes demonstrieren, versuchten kurz nach 14 Uhr in das Krankenhaus einzudringen. Das Polizeiaufgebot wehrte den Versuch ab.
Der katholische Priester Don Gabriele Brusca befindet sich im Krankenzimmer von Alfie.

[2. Update, 15.10 Uhr]
Die Hinrichtung wurde für zwei Stunden aufgeschoben.

[3. Update, 17.12 Uhr]
Die Prozedur zur Tötung von Alfie wurde nach einer Intervention der Italienischen Botschaft in Großbritannien gestoppt. Die italienischen Regierung ließ der britischen Regierung mitteilen, daß Alfie Evans die italienische Staatsbürgerschaft verliehen wurde. Damit wurde von Rom in London ein diplomatisches Prozedere zur Wahrung der Interessen eines italienischen Staatsbürgers eröffnet.

[4. Update, 23.10 Uhr]
Papst Franziskus erneuerte am Abend über Twitter seinen Appell: „Bewegt durch die Gebete und die breite Solidarität zugunsten des kleinen Alfie Evans, erneuere ich meinen Appell, damit das Leid seiner Eltern gehört und ihr Wunsch, neue Behandlungsmöglichkeiten auszuprobieren, erfüllt wird.“
Um 21.30 Uhr (Ortszeit) ordnet Richter Thomas Hayden, der im vergangenen Februar das Todesurteil verhängte, die Fortsetzung der Tötungsprozedur ab 22.00 Uhr an. Die Verleihung der italienischen Staatsbürgerschaft spiele keine Rolle. Alfie Evans ist britischer Staatsbürger und befindet sich auf britischem Boden, daher sei sein Urteil zu exekutieren.
Kurz nach 22. Uhr wird Alfie vom Alder Hey Hospital die künstliche Beatmung eingestellt.
Seit mehr als einer Stunde atmet der kleine Junge selbständig.
Ein langer, qualvoller Tod.

[5. Update, 24.04.2018, 7.00 Uhr]
Alfie atmet seit mehr als acht Stunden selbständig, obwohl die Ärzte im ganzen Gerichtsverfahren behauptet hatten, daß er ohne künstliche Beatmung nicht mehr als drei Minuten überleben würde. Erst ab 9 Uhr können sich die Eltern gegen die Anordnung von Richter Hayden wieder an die Justiz wenden.

[6. Update, 8.20 Uhr]
Die Familie teilt mit, daß Alfie wieder Flüssigkeit und Sauerstoff gewährt werden. Die künstliche Beatmung wird nicht wieder aufgenommen. Der Vater von Alfie erklärt auf Facebook: „Wir kämpfen, weil wir wissen, daß es richtig ist. Daß es richtig ist, ist bewiesen: Unser Sohn lebt nach schrecklichen zehn Stunden noch immer.“ Die Ärzte seien damit widerlegt worden. „Und wie schön unser Sohn aussieht.“

[7. Update, 12.00 Uhr]
Alfie Evans atmet selbständig. Das Krankenhaus stellte ihm zur Unterstützung eine Sauerstoffmaske zur Verfügung. Das Hinrichtungsprotokoll wurde damit ausgesetzt. Eine Mannschaft des Päpstlichen Kinderkrankenhauses Bambino Gesù ist für Liverpool startbereit, um Alfie nach Rom zu holen. Das italienische Verteidigungsministerium stellt eine dafür geeignete Transportmaschine zur Verfügung.

[8. Update, 13.50 Uhr]
Richter Anthony Hayden hat überraschend für 15.30 Uhr Ortszeit Alfies Eltern und die Vertreter des Alder Hey Hospitals mit ihren jeweiligen Rechtsvertretern zu einer Anhörung zu den jüngsten Entwicklungen vorgeladen.

[9. Update, 19.25 Uhr]
In seiner Selbstherrlichkeit lehnt Richter Hayden erneut eine Ausreise von Alfie nach Rom oder München ab. Er gewährt jedoch die Möglichkeit, daß Alfie aus dem Krankenhaus entlassen und von den Eltern nach Hause genommen werden darf. Das Alder Hey Hospital hält das aber frühestens erst in fünf Tagen für machbar, „wegen des feindseligen Klimas“ gegen die Ärzteschaft.
Die Hervorkehrung der britischen Souveränität und das Wohlbefinden der Liverpooler Ärzte, die Alfie längst tot sahen, in der vergangenen Nacht aber widerlegt wurden, haben Priorität. Das Kindeswohl, in dessen Namen das Krankenhaus die Tötung wünscht und Richter Hayden seine Entscheidungen trifft, kommt irgendwann danach – falls Alfie dann noch lebt.

[10. Update, 22.17 Uhr]
Thomas Evans, der Vater von Alfie, kommentierte die Entscheidung von Richter Hayden und dem Alder Hey Hospital mit den Worten: „Wir sind Geiseln. Sie lassen Alfie verhungern“.
Er kritisierte damit die Ausreiseverweigerung trotz der Bereitschaft des Päpstlichen Kinderkrankenhauses Bambino Gesù und der italienischen Luftwaffe, Alfie in Liverpool zu holen und nach Rom zu transportieren. Vor allem äußerte er damit den Verdacht, die Verzögerung der Entlassung von Alfie aus dem Krankenhaus, angeblich wegen eines „feindseligen Klimas“ gegen die zuständigen Verantwortlichen vor dem Krankenhaus, ziele in Wirklichkeit darauf ab, Alfie in den kommenden Tagen sterben zu sehen oder beim Sterben durch Nahrungsentzug nachzuhelfen.

[11. Update, 25.04.2018, 8.08 Uhr]
Alfie Evans atmet seit 34 Stunden selbständig. Nachts wurde ihm die unterstützende Sauerstoffmaske entzogen, weil er laut Krankenhaus „das Tagespensum aufgebraucht“ habe. Alfie bekam Atemnot, worauf ihm nach einem Kampf der Eltern mit dem Personal wieder die Sauerstoffmaske angelegt wurde.
Die Eltern haben Rekurs gegen das von Richter Hayden verhängte Ausreiseverbot eingebracht. Heute nachmittag findet eine Anhörung vor dem Berufungsgericht statt.
Die Eltern schöpfen alle verfügbaren Rechtsmittel aus, finden sich aber mit jedem Antrag und in jeder Instanz vor immer denselben Richtern wieder, die bereits das Todesurteil gegen Alfie erlassen und bestätigt haben. Eine Verhandlungsfarce, zumal weder Richter Hayden noch das Krankenhaus willens sind, Fehler einzugestehen und zu korrigieren.
Prämisse aller Verhandlungen einschließlich des Todesurteils war allein das Gutachten des Alder Hey Hospital, das behauptete, daß der kleine Alfie ohne künstliche Beatmung nach drei Minuten sterben werde. Die Einholung eines zweiten, medizinischen Gutachtens, wie von der Familie verlangt, wurde von Richter Hayden als unnötig abgelehnt. Als am Montag abend 22 Uhr die künstliche Beatmung eingestellt wurde, ist Alfie aber nicht gestorben. Er atmet seither selbständig. Erst nach mehr als 10 Stunden, als die ärztliche Diagnose offensichtlich widerlegt war, erhielt er vom Krankenhaus zur Unterstützung eine Sauerstoffmaske. Die künstliche Beatmung wurde nicht wieder aufgenommen.
Die Ärzte des Krankenhauses und der Richter halten aber in rechthaberischer Eitelkeit an ihrem Todesverdikt fest, weshalb Alfie gefälligst zu sterben habe. Darauf laufen das Ausreiseverbot und die groteske Verzögerungstaktik des Krankenhauses hinaus. Alfie ist seit Monaten eine Geisel der „Kultur des Todes“. Frühestens am kommenden Montag soll er das Krankenhaus verlassen dürfen. Im Klartext: Ärzte und Richter hoffen, daß Alfie bis dahin tot ist. Damit dem tatsächlich so ist, wird er nicht mehr ernährt. Seit Montag abend ist seine Nahrungsversorgung eingestellt. Das Kind wird zu Tode gequält.
Nachtrag zur gestrigen Verhandlung vor Richter Hayden: Ein Arzt des Alder Hey Hospital sprach von „wirklicher Angst“, die er empfinde, weil vor dem Krankenhaus Menschen für das Leben von Alfie Evans demonstrieren und beten. Grotesk. Die Wirklichkeit ist: Die Familie Evans, eine einfache Familie aus dem Volk, und ihre Freunde und Unterstützer, Menschen mit gesundem Menschenverstand und Herz, stören die so „schön“ zurechtgeredete Welt der Henker.

[12. Update, 14.30 Uhr]
Um 15.00 Uhr beginnt die Verhandlung vor dem Berufungsgericht über die gestrige Entscheidung von Richter Hayden.
Wie die Eltern von Alfie bekanntgaben, erhält ihr Sohn inzwischen auch wieder Nahrung, nachdem er über 30 Stunden vom Krankenhaus nicht versorgt wurde.
Alfie atmet selbständig und ist stabil. Der Vater meinte, Alfie „fühle sich wohler“ als vorher, als er künstlich beatmet und medikamentös behandelt wurde.

[13. Update, 16.14 Uhr]
Die Verhandlungsgroteske von gestern wird von den Vertretern des Alder Hey Hospital auch bei der Berufungsanhörung fortgesetzt. Die Ärzte sorgen sich wegen der „feindseligen“ Haltung des Vaters von Klein-Alfie. Im Vergleich dazu ist das Schicksal von Alfie, um das es eigentlich gehen sollte, offenbar nebensächlich.

[14. Update, 17.43 Uhr]
Krankenhaus und Berufungsrichter rühren sich nicht vom Fleck. Die Verhandlung ist noch im Gange. Lord Justice McFarlane betonte, daß der „einzig entscheidende Faktor das Kindeswohl“ sei. Alle anderen Rechte, vornehmlich jene der Eltern, seien nebensächlich. Das Gericht aber, so McFarlane, denkt nicht, daß es in Alfies Interesse ist, nach Italien gebracht zu werden.

[15. Update, 19.11 Uhr]
Die Vertreter des Alder Hey Hospital behaupten plötzlich, daß sie „nicht“ mit einem sofortigen Tod von Alfie gerechnet hätten. Die Tatsache, daß Alfie 45 Stunden nach Abstellen der künstlichen Beatmung und Einstellen von Nahrungs- und Flüssigkeitsversorgung noch lebt, überrasche sie nicht. Die Flüssigkeitsversorgung wurde nach mehr als zehn Stunden und die Nahrungsversorgung nach mehr als 30 Stunden wiederaufgenommen worden. Mit anderen Worten: Das Krankenhaus wartet weiterhin laut Protokoll auf Alfies sich angeblich nur etwas verzögernden Tod. Die Dreistigkeit der Behauptung befremdet, weil das Krankenhaus im eigenen Tötungsprotokoll (siehe oben), das am Montag den Eltern ausgehändigt wurde, von einer ganz anderen Annahme, nämlich der eines raschen Todes innerhalb weniger Minuten, ausging.
Nach Klagen des Krankenhauses über ein „feindseliges“ Klimas, soll eine Warnung ausgesprochen worden sein, daß Facebook- und andere Seiten auf sozialen Netzwerken von Angehörigen und Unterstützern von Alfie von der Polizei auf Hate Speech (Haßrede) überwacht werden und gegen Übertretungen vorgegangen werde. Eine Einschüchterung der empörten Angehörigen und Unterstützer. Ein weiterer Beleg, daß der Staat in der Sache auf der falschen Seite steht.

[16. Update, 19.52]
Das Berufungsgericht hat den Rekurs von Alfies Eltern gegen die gestrige Entscheidung von Richter Hayden abgelehnt. Alfie darf Großbritannien nicht verlassen. Das Krankenhaus muß seinee Grundversorgung mit Nahrung und Flüssigkeit sicherstellen. Wann Alfie aus der Geiselhaft des Alder Hey Hospital entlassen wird, ist unbekannt.

Unterstützer von Alfie vor dem Krankenhaus
Unterstützer von Alfie vor dem Krankenhaus, von der Polizei überwacht.

[17. Update, 26.04.2018, 7.58]
Benedetta Frigerio von Nuova Bussola Quotidiana, die den Fall des kleine Alfie aus nächster Nähe mitverfolgt: „Es gibt nur eine Gewißheit zu dem, was seit 22 Uhr des 23. April 2018 vor sich geht, als Alfie die künstliche Beatmung abgestellt wurde: Die Ärzte des Alder Hey Hospital, wo das 23 Monate alte Kind untergebracht ist, und die befaßten Richter wollen Alfie tot sehen. Und das so schnell als möglich.“
In der Nacht wurde das Polizeiaufgebot in und um das Krankenhaus verstärkt.
Für heute ist eine Begegnung der Eltern mit den Ärzten vorgesehen: „Wir werden verlangen, Alfie mit nach Hause nehmen zu können“, so der Vater Thomas Evans.

[18. Update, 15.08 Uhr]
Aufgrund von Nachfragen: Nein, in England ist die Euthanasie gesetzlich nicht erlaubt. Dennoch läßt Richter Hayden Menschen euthanasieren. So geschehen auf seine Anordnung hin im Herbst 2017. Und so geschieht es derzeit auf sein Todesurteil hin mit Alfie Evans. Die Exekution ist nur noch nicht gelungen, weil sich der Junge als widerstandsfähiger erwies, als von Ärzten und Richter gedacht.

[19. Update, 27.04.2018, 8.03 Uhr
Alfie lebt auch nach 82 Stunden noch und atmet selbständig.
Das Krankenhaus, unterstützt von Richter Hayden, sorgt sich primär um die „öffentliche Sicherheit“. Entsprechender Druck wird auf die Eltern ausgeübt. Diese gaben gestern abend eine Erklärung ab, mit dem sie die empörten Unterstützer vor dem Krankenhaus aufforderten, die Proteste einzustellen. Man wolle eine „Beziehung“ mit den Ärzten aufbauen und konstruktiv mit ihnen zusammenarbeiten. Das hatte Richter auf Drängen des Krankenhauses am Dienstag gefordert. Die Ärzte sorgten sich vor Gericht nicht um das Wohl des kleinen Alfie, sondern um ihr eigenes. Durch die Unterstützer von Alfie herrsche ein „feindseliges Klima“ haben sich Krankenhausleitung und Ärzte schwer besorgt. Man könnte die gestrige Erklärung der Eltern auch als schwere Nötigung bezeichnen, der die Familie ausgesetzt wird. Das Alder Hey Hospital diktierte mit Hilfe von Richter Hayden Bedingungen, damit Alfie endlich aus Krankenhaus entlassen und nach Hause gebracht werden darf. Ganz nach dem Motto „entweder oder“. Ein Beweis mehr für die Geiselhaft, in der sich Alfie befindet.
Der Erzbischof von  Liverpool hat, offenbar auch eine Bedingung des Krankenhauses, dem Priester Don Gabriele, der sich in diesen Tagen um Alfie und seine Angehörigen kümmerte, angeordnet, das Krankenhaus zu verlassen. Don Gabriele, ein italienischer Priester in London, hatte jene geistliche Begleitung und Sakramentenspendung besorgt, die vom Erzbistum verweigert wurde.

Die Gegenleistung des Krankenhauses für den Burgfrieden? Die Versorgung von Alfie (Nahrung, Flüssigkeit, Sauerstoff, Antibiotika). Er soll, so versorgt, noch einige Tage im Krankenhaus bleiben, dann nach Hause entlassen werden. „Sollten das die Grundlagen des Abkommens sein, gehen die Eltern ein hohes Risiko ein, denn fest steht, daß hier jemand Alfie tot sehen will. Die Eltern haben, von der Justiz im Stich gelassen, keine andere Wahl. Sie werden jedoch mit Argusaugen zu überwachen haben, was mit ihrem Sohn geschieht“, so Nuova Bussola Quotidiana.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: NBQ

11 Kommentare

  1. Wen der Staat das Kindeswohl in die Hand nimmt, dann kommt auch dabei heraus, was immer das Ende von Zwangsherrschaft ist: Der willkürliche Tod.
    Nur die propagandistische Umdefinition solchen Zwanges in Wohl (in Deutschland vom Schulzwang bekannt) ist neu, ist eine moderne „Errungenschaft“. In Anlehnung an Franziskus mag man sagen: Modernismus tötet!

  2. Regierungen, Justiz und Medien sind unterwandert von Kräften, die Mord wollen und Mörder produzieren wollen. Das wird dann euphemistisch mit den immer gleichen Schlagworten Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit, Toleranz, Humanität,… diabolisch-verwirrend aufbereitet. Diese Gerichte haben den Weg bereitet für den Massenmord.
    Euthanasie und Abtreibung sind von einigen gewollte Massenphänomene. Da ist Alfie nicht das letzte Todesopfer. Morden ist normal und die Spätfolgen für die Täter dürfen nicht erwähnt werden. Horrorfilme, satanische Rock-Bands, Pornographie, … jemand hat Freude an der seelischen Zerstörung der Menschen.
    In einigen Ländern ist es politischer Konsens für das Abtreibungsmorden zu sein. Wen auch immer man wählt, man macht sich mitschuldig an dieser Politik.

    • Das Kind darf nicht nach Rom, weil die britischen Machthaber bei einer Ausreise das Kindeswohl gefährdet sehen. Das läuft immer so, wenn man erst einmal einer Fiktion „Staat“ die Letztentscheidungsgewalt gewährt. Hier ist durch die legalistischen Behörden das Kindeswohl als dessen Tod definiert.
      Dies tun allerdings nicht alle Briten. Und das spricht für sie.
      Ich fürchte nur, letztendlich geht es dem amtierenden britischen „Richter“ zwar um Euthanasie, tatsächlich wird hier aber Arztpfusch zu vertuschen gesucht.
      Es ist eben so, daß ein sozialistisches Gesundheitswesen nicht wirklich gut funktionieren kann. Nicht in England und auch nicht in Deutschland.
      Es gilt also mehr als nur Alfie zu befreien.

  3. Mein Jesus Barmherzigkeit! In Deine Hände lege ich die arme, unschuldige Seele dieses kleinen Kindes. Jesus stärke die armen Eltern! Gottes Gerechtigkeit richte dieses Land. Amen.

  4. Als Vater von 3 Kindern bin ich zutiefst gerührt. Möge Gott unsere Tränen und Flehen erhören und Alfie von der Tatze des Englischen Totenkultes befreien.

  5. Es war grausamer Mord, und die Verantwortlichen und ihre Helfer werden wohl nicht in dieser Welt verurteilt werden, aber… Mir stockt gleichsam der Atem.

  6. Ist den niemand da, der diesem Richter Einhalt gebieten kann?
    Was hat der Mann von seiner Sturheit?
    Was schadet es ihm, das Kind ausreisen zu lassen?

  7. Wo bleibt eigentlich mitfühlendes Engagement der sog. „Royal Family“ und ihrer Anhänger?
    In diesen Tagen haben Prince William und seine Frau Kate das große Glück der Geburt eines gesunden Kindes erleben dürfen.
    Wie wäre es, wenn diese -gerade angesichts des momentan noch größeren Medieninteresses an den „Royals“ aufgrund ihres eigenen Neugeborenen- eine entsprechende öffentliche Stellungnahme zugunsten des kleinen Alfie Evans abgeben würden?
    Wo bleibt die royale Fürsorge für ein krankes Kind einfacher Leute aus dem Volk?
    Aber vielleicht liegt genau hier ein Problem, es sind ja nur einfache Leute aus dem Volk.

    In solchen Situationen zeigt sich die elementare Bedeutsamkeit der Existenz Gottes; der Existenz dessen, den der deutsch-jüdische Philosoph Max Horkheimer einst -wohl auf Grund seines in der jüdischen Religion gründenden Respektes vor dem Verbot, sich Gott bildhaft vorzustellen- als den „ganz Anderen“ bezeichnet hat.

    Es zeigt sich die elementare Bedeutung der Existenz Gottes, der „ganz anders“ ist als Menschen, der -wie ER uns in Jesus Christus gezeigt hat- das heilt, was gestört oder zerstört ist, was „krank“ ist.

    Es zeigt sich auch die elementare Bedeutung, welche die Existenz Gottes für diejenigen hat, die meinen, sie könnten als Herren dieser Welt nach ihrem eigenen Gutdünken schalten und walten, wie sie wollen, ohne sich jemals für ihr Tun verantworten zu müssen.

    Wenn es „Gott“ bzw. den „ganz Anderen“ nicht gäbe, dann würden letztlich Egoisten und Verbrecher das letzte Wort haben
    oder -frei formuliert in Anlehnung an eine Äußerung von o.g. Max Horkheimer- Mörder über ihre unschuldigen Opfer triumphieren.

    Beten wir für den kleinen Alfie und besonders auch für seine Eltern;
    möge der Herrgott ihnen die Kraft schenken, in ihrer schweren Situation nicht zu verzweifeln!

  8. Zitat: „Don Gabriele, ein italienischer Priester in London, hatte jene geistliche Begleitung und Sakramentenspendung besorgt, die vom Erzbistum verweigert wurde.“
    Frage: Ist die katholischen Kirche in Liverpool inzwischen so weit heruntergekommen, dass es eines mutigen italienischen Priesters bedarf, der sich um die Eltern und das kranke Kind kümmert?
    Einfach nur noch traurig.

  9. Wenn das Krankenhaus Alfie endlich gehen lassen würde, wären die Proteste dort doch auch beendet und das „feindselige Klima“ würde auch zurückgehen. Ich verstehe das alles nicht; es wäre doch eigentlich alles so einfach zu lösen.

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