Kritik an Papst Franziskus ist „Lebenswirklichkeit“

Kritik an Papst Franziskus
Kardinal Maradiaga nennt Opposition gegen Papst Franziskus die "Wirklichkeit des Lebens" und stellt sie in einen Zusammenhang mit dem Versuch, ein Einheitsdenken zu etablieren.

(Madrid) Kri­tik an Papst Fran­zis­kus nann­te Kar­di­nal Mara­dia­ga eine „Wirk­lich­keit des Lebens“. Was aber hat sie mit dem Ver­such zu tun, ein glo­ba­les „Ein­heits­den­ken“ zu eta­blie­ren?

Oscar Rodri­guez Kar­di­nal Mara­dia­ga gehört zu den eng­sten Ver­trau­ten von Papst Fran­zis­kus. Die­ser berief ihn einen Monat nach sei­ner Wahl in den neu­ge­schaf­fe­nen C9-Kar­di­nal­s­rat und macht ihn zu des­sen Koor­di­na­tor. Vor kur­zem lehn­te er Mara­dia­gas Rück­tritts­an­ge­bot ab, das die­ser wegen Voll­endung des 75. Lebens­jah­res als Erz­bi­schof von Tegu­cig­al­pa vor­le­gen muß­te. Eine Bestä­ti­gung mit Aus­sa­ge­kraft, denn als Pri­mas von Hon­du­ras steht der Kar­di­nal seit Dezem­ber des Vor­jah­res im Mit­tel­punkt hef­ti­ger Kri­tik.

Am ver­gan­ge­nen Frei­tag, 6. April, befand sich der Kar­di­nal in Spa­ni­en und gab der Radio­sen­der­ket­te COPE ein Inter­view. COPE gehört der Spa­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz. Das Inter­view führ­te Fausti­no Cata­li­na und stell­te dabei eine Fra­ge zur Kri­tik an der Amts­füh­rung von Papst Fran­zis­kus. Der Jour­na­list wag­te die Fra­ge kaum vor­zu­brin­gen und ent­schul­dig­te sich vor­ab dafür. Ein Ver­hal­ten, das mehr Aus­sa­ge­kraft über das in der Kir­che der­zeit  herr­schen­de Kli­ma hat als die Ant­wort des Kar­di­nals.

Fausti­no Cata­li­na: Es gibt Infor­ma­tio­nen, ich weiß nicht, ob wir Jour­na­li­sten dafür ein biß­chen Schuld tra­gen, es gibt auch eini­ge Falsch­mel­dun­gen in die­ser Welt, in der wir uns bewe­gen, und die nun glo­ba­li­siert ist, aber es gibt auch Infor­ma­tio­nen über eine Oppo­si­ti­on zum Papst inner­halb und außer­halb des Vati­kans. Was kön­nen Sie uns dazu sagen?

Kar­di­nal Mara­dia­ga: Ich wür­de sagen, das ist die Wirk­lich­keit des Lebens. Ich mei­ne: In jeder mensch­li­chen Akti­vi­tät wird es Leu­te dafür und dage­gen geben, weil jeder Kopf eine Welt ist und es unter­schied­li­che Denk­wei­sen gibt, und wir kön­nen nicht mei­nen, daß wir in der Kir­che gegen­über den Anstren­gun­gen der moder­nen Zivi­li­sa­ti­on für ein Ein­heits­den­kens, das es gibt, das es sogar sehr gibt, beson­ders in der Poli­tik, immun sind. Es gibt Oppo­si­ti­on, es gibt Oppo­si­ti­on, aber es gibt auch sehr viel Über­ein­stim­mung und Anstren­gun­gen, damit die­ser Weg, den Fran­zis­kus vor­gibt, und den er vor­geht, sich kon­so­li­diert.

Cati­li­na frag­te nicht nach. Daher bleibt der Zusam­men­hang unklar, den Kar­di­nal Mara­dia­ga zwi­schen der Kri­tik an Papst Fran­zis­kus und dem Ver­such ein glo­ba­les Ein­heits­den­ken zu eta­blie­ren.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cope (Screen­shot)