Neue Umbauten an der Römischen Kurie

Apostolische Nuntien
Neue Apostolische Nuntien ernannt: Beide Ernennungen haben mit dem Umbau der Römische Kurie zu tun.

(Rom) Von den drei Nuntien, über deren Ernennung in den vergangenen Tagen berichtet wurde, sind heute zwei von Papst Franziskus ernannt worden. Apostolische Nuntien entsprechen dem Rang von Botschaftern. Beide Ernennungen sind somit prestigeträchtig, haben aber vor allem mit dem Umbau der Römischen Kurie zu tun.

Alfred Xuereb

Papst Franziskus ernannte den Malteser Msgr. Alfred Xuereb zum Apostolischen Nuntius für Südkorea und die Mongolei. Xuereb war zweiter Sekretär von Papst Benedikt XVI. Nach einer kurzen Übergangszeit, in der er dieselbe Tätigkeit für Papst Franziskus ausübte, machte ihn dieser zum Generalsekretär des neuerrichteten Wirtschaftssekretariats. Mit der Ernennung zum Nuntius erhob ihn Franziskus heute zum Titularerzbischof von Amantea. Neben Italienisch, Englisch und Französisch spricht Msgr. Xuereb auch Deutsch und Portugiesisch. Da er weder Jurist ist noch die Päpstliche Diplomatenakademie absolvierte, ist sein Weg auf den Posten eines Botschafters des Heiligen Stuhls eher ungewöhnlich.

Die Ernennung wird in einem Zusammenhang mit dem Abbau des Wirtschaftssekretariats gesehen. Das Dikasterium war von Papst im Februar 2014 errichtet worden. Die klassische Doppelspitze, Präfekt – Sekretär, übergab Franziskus mit Kardinal George Pell und Msgr. Xuereb zwei Ratzingerianern. Die Berufung des Kardinals nach Rom wurde als „Wegbeförderung“ aus Australien verstanden, wo Papst Franziskus, an der gesamten, üblichen Praxis für Bischofsernennungen vorbei, einen neuen Erzbischof für Sydney ernannte.

Kurz nach Errichtung und Ernennung des Wirtschaftssekretariats begann die Sache aber schon zu haken. Im Juli 2014 übertrug Franziskus Kompetenzen der Apostolischen Güterverwaltung APSA an das neue Wirtschaftssekretariat. Damit war Feuer am Dach. Der Widerstand, nicht nur der Güterverwaltung, gegen die Neuregelungen war so stark, daß das Wirtschaftssekretariat seine Arbeit nie wirklich aufnehmen konnte.

Papst Franziskus selbst ließ seine eigene Neugründung im Regen stehen und gab dem Druck anderer Kurienteile nach. Kardinal Pell ist zwar formal weiterhin Präfekt des Wirtschaftssekretariats, de facto wurde er aber aus Rom abgeschoben. Gelegenheit dazu boten australische Ermittlungen, ob der Kardinal in Fällen von sexuellem Mißbrauchs von Klerikern, ausreichend schnell und konsequent gehandelt habe. Kurzum, der Kardinal wurde seit Beginn des Pontifikats demontiert.

Die Ernennung von Msgr. Xuereb, der Nummer zwei des Wirtschaftssekretariats, zum Nuntius in der Mongolei, signalisiert offenbar das Ende einer ruhmlosen Neuschöpfung von Papst Franziskus.

Jose Avelino Bettencourt

Die zweite Ernennung betrifft Msgr. Jose Avelino Bettencourt, der von Franziskus zum Apostolischen Nuntius ernannt wurde, ohne ihm vorerst aber eine Nuntiatur zuzuweisen.

Der Portugiese Bettencourt wurde auf den Azoren geboren, wuchs aber in Kanada auf, weshalb er bei seiner Priesterweihe 1993 im Erzbistum Ottawa inkardiniert wurde. Er studierte beide Rechte und absolvierte die Päpstliche Diplomatenakademie in Rom. Anschließend trat er in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls. Papst Benedikt XVI. machte ihn 2012 zum Protokollchef des vatikanischen Staatssekretariats. Neben Portugiesisch, Englisch und Französisch spricht er auch Italienisch und Spanisch.

Heute ernannt ihn Franziskus zum Titularerzbischof pro hac vice von Aemona und zum Apostolischen Nuntius. Wo er als Botschafter tätig sein wird, wurde nicht gesagt. Damit steht vorerst nur fest, daß er nicht mehr Protokollchef des Staatssekretariats ist. Laut der argentinischen Presseagentur Telam vom vergangenen Freitag soll Bettencourt Nuntius für Armenien werden.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican.va (Screenshot)

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