Zwei Erzbischöfe schließen sich Bekenntnis der Bischöfe Kasachstans an

Erzbischof Luigi Negri und Erzbischof Carlo Maria Viganò schließen sich dem Bekenntnis gegen Amoris laetitia an.
Erzbischof Luigi Negri und Erzbischof Carlo Maria Viganò schließen sich dem Bekenntnis gegen Amoris laetitia an.

(Rom) Zwei italienische Bischöfe haben sich dem Bekenntnis zu den unveränderlichen Wahrheiten über die sakramentale Ehe der Bischöfe Kasachstans angeschlossen, das gestern veröffentlicht wurde. Der Widerstand gegen die von Papst Franziskus mit Amoris laetitia angestrebte Änderung der kirchlichen Praxis und damit zwangsläufig auch der kirchlichen Lehre über das Ehesakrament läßt nicht nach.

Gestern hatten die Erzbischöfe Jan Pawel Lenga und Tomasz Peta sowie Weihbischof Athanasius Schneider ihr Bekenntnis zu den unveränderlichen Wahrheiten über die sakramentale Ehe veröffentlicht. Noch am selben Tag schlossen sich zwei italienische Bischöfe dem Bekenntnis an. Es handelt sich um Erzbischof Luigi Negri, Emeritus von Ferrara-Comacchio, und um Kurienerzbischof Carlo Maria Viganò, der unter anderem bereits Apostolischer Nuntius in den USA war.

Das Bekenntnis ist die „Stimme des Gewissens“, wie die Unterzeichner sagen, die auf die um sich greifende Verwirrung in der Kirche reagiert. Im Mittelpunkt steht das Unauflöslichkeitsgebot der sakramental gültig geschlossenen Ehe.

Erzbischof Luigi Negri

Erzbischof Negri, zuvor Bischof von Montefeltro und San Marino, war von Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von Ferrara und Comacchio und Titularabt von Pomposa gemacht worden. Als solcher gehörte er zu den herausragenden Gestalten des italienischen Episkopats. Durch seine mutige und unverkürzte Verkündigung wurde er auch außerhalb Italiens bekannt. Noch als Bischof von Montefeltro hatte er der Freimaurerei die Stirn geboten und sich damit nicht nur Freunde gemacht.

Obwohl bei guter Gesundheit, emeritierte ihn Papst Franziskus, sobald dies kirchenrechtlich aus Altersgründen möglich wurde. Zuvor hatten bereits liberale Kirchenkreise ein Kesseltreiben gegen den Erzbischof inszeniert, weil sie unter Franziskus hofften, ihn mit einer Schmutzkampagne vorzeitig aus dem Amt jagen zu können. Franziskus ersetzte ihn durch einen „Straßenpriester“, der sich vordringlich um die Umsetzung der päpstlichen Linie Welcome All Refugees und das Hofieren der Muslime kümmert.

Erzbischof Carlo Maria Viganò

Der zweite Erzbischof, der sich dem Bekenntnis angeschlossen hat, ist der Vatikandiplomat und Kurienerzbischof Carlo Maria Viganò. Er war im Zusammenhang mit dem Besuch von Papst Franziskus in den USA öffentlich und mehr noch kirchenintern in die Kritik geraten. Die päpstliche Entourage machte ihn verantwortlich dafür, daß Kim Davis, die Beamtin von Rowan County im Staat Kansas, auf die Liste der Besucher gesetzt worden war, die Papst Franziskus in der Apostolischen Nuntiatur in Washington D.C. persönlich sprechen konnten. Davis war zum Symbol des Widerstandes gegen die „Homo-Ehe“ geworden, weil sie sich nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofes unter Berufung auf ihren christlichen Glauben geweigert hatte, „Eheschließungen“ von Homosexuellen zu bearbeiten.

Die offizielle, päpstliche Strategie war es hingegen, Signale der „Entspannung“ in Richtung der organisierten Homosexuellen und vor allem ihrer politischen Unterstützer auszusenden. Oberster Förderer der Homo-Agenda war damals US-Präsident Barack Obama. Mit dieser politischen Linken wollte der Vatikan ins Gespräch kommen. Kim Davis wurde dafür fast zum Stolperstein. Der Vatikan versuchte die Begegnung geheimzuhalten. Als Davis sie selbst bekannt machte, kam es zum Aufschrei der linken Medien, weshalb der Vatikan wahrheitswidrig ein Treffen dementierte, aber kurze Zeit später zugeben mußte.

Kim Davis war auf Wunsch führender US-Bischöfe auf die Besucherliste gesetzt worden, was ohne die Mithilfe des Nuntius nicht möglich gewesen wäre. Ihre Anwesenheit konterkarierte die vom päpstlichen Umfeld geplante Absicht, durch Gesten sich die tonangebenden, aber kirchenfernen US-Kreise wohlwollend zu stimmen. Dazu empfing Franziskus, immer in der Nuntiatur, einen ehemaligen Schüler, einen bekennenden Homosexuellen, mit seinem homosexuellen „Ehepartner“. Im Gegensatz zur offensichtlich ungewollten Kurzbegegnung mit Kim Davis nahm sich der Papst für die beiden Homosexuellen viel Zeit und ließ anschließend auch Bilder von der Begegnung veröffentlichen. Bei der kurz zuvor erfolgten Zusammenkunft von Davis mit dem Papst waren Fotos untersagt worden.

Nuntius Viganò war seither im päpstlichen Umfeld abgeschrieben und galt als verkappter „Papst-Gegner“. Nach vatikanischer Gepflogenheit wurde er nicht sofort, aber ein halbes Jahr später von seinem Posten in Washington abberufen.

Tiefe Bruchlinien

Wer nun meinen sollte, die beiden Erzbischöfe würden sich für persönliche Zurücksetzungen an Papst Franziskus „rächen“ wollen, indem sie sich dem Bekenntnis der Bischöfe Kasachstans anschließen, blickt nicht in die Tiefe des innerkirchlichen Konfliktes. In diesem Konflikt geht es um grundsätzliche Fragen inhaltlicher Natur. Tatsache ist jedoch, daß Papst Franziskus und sein Umfeld abweichende Meinungen zum Teil unerbittlich bestrafen. Sowohl der Fall Negri als auch der Fall Viganò zeigen, wo entlang die Bruchlinie des derzeitigen Pontifikats verläuft.

Beide nahmen übrigens am vergangenen 28. Oktober am Angelicum in Rom an der Tagung von Voice of the Family zu 50 Jahre Humanae vitae teil. Ein weiterer Beleg, daß es um schwerwiegende inhaltliche Fragen und nicht um Personen geht. Auch im Bereich Lebensrecht wird die Gefahr gesehen, daß Franziskus bisherige Verteidigungslinien preisgeben und dem Zeitgeist opfern könnte, wie die Legalisierung der Euthanasie durch Italien bestätigte, ohne daß die Kirche dagegen ihre Stimme erhoben hätte.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Corrispondenza Romana

1 Kommentar

  1. Tatsächlich zeigen bereits die zahlreichen Strafaktionen des päpstlichen Amtsinhabers das Schisma an. Wer so regieren muß, hat das Zepter nicht in der Hand.

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