Papst Franziskus und drei Eigentore zum Jahresschluß

Drei Eigentore, habe Papst Franziskus zum Jahresende geschossen, so der Vatikanist Sandro Magister. Eines hat mit der homoerotischen Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz zu tun, die nur Homo-Organisationen begeistert.
Drei Eigentore, habe Papst Franziskus zum Jahresende geschossen, so der Vatikanist Sandro Magister. Eines hat mit der homoerotischen Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz zu tun, die nur Homo-Organisationen begeistert.

(Rom) Kein Weih­nachts­frie­den wol­len für Papst Fran­zis­kus im Vati­kan ein­keh­ren, so der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster:

 „Genau wäh­rend Papst Fran­zis­kus in sei­ner Rede zu den Weih­nachts­wün­schen an die Römi­sche Kurie jene ins Visier nahm, die er als ‚Ver­rä­ter‘ und ‚Pro­fi­teu­re‘ bezeich­ne­te – von denen erste­re von ihm bereits ‚deli­kat‘ ent­las­sen und letz­te­re mit Ent­las­sung bedroht wur­den – fie­len neue, auf­se­hen­er­re­gen­de Eigen­to­re auf ihn zurück. Min­de­stens drei.“

Das erste Eigentor

Haupt­ak­teur des ersten Eigen­tors ist der hon­du­ra­ni­sche Kar­di­nal Oscar Rodri­guez Mara­dia­ga. Der 75 Jah­re alte Erz­bi­schof von Tegu­cig­al­pa, der im Aus­land viel berühm­ter ist als in sei­ner Hei­mat, gehört zu den Aus­er­wähl­ten von Fran­zis­kus, der ihn zum Koor­di­na­tor des C9-Kar­di­nal­s­ra­tes mach­te, der den Papst bei der Lei­tung der Welt­kir­che und bei der Kuri­en­re­form unter­stüt­zen soll.

Kardinal Mardiaga kassiert monatlich extra fast das Dopplte von Bundeskanzlerin Merkel.
Kar­di­nal Mara­dia­ga kas­siert monat­lich extra fast das Dop­pel­te von Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel.

In der Weih­nachts­aus­ga­be des Wochen­ma­ga­zins L’Espresso ver­öf­fent­lich­te der Jour­na­list Emi­lia­no Fit­ti­pal­di eine „sehr aggres­si­ve“ (Magi­ster) Recher­che, die sich nicht nur gegen den Kar­di­nal rich­te­te, der beschul­digt wird, beacht­li­che Sum­men kas­siert und bei­sei­te geschafft zu haben. Sie rich­tet sich auch gegen eine Freund und engen Mit­ar­bei­ter des Kar­di­nals, gegen den Weih­bi­schof von Tegu­cig­al­pa, Juan Jose Pine­da Fas­quel­le.

Mara­dia­ga kon­ter­te mit dem Hin­weis, daß die genann­ten Sum­men, immer­hin 35.000 Euro an monat­li­chen Extra­zah­lun­gen – fast das Dop­pel­te des Gehalts von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und mehr als das des US-Prä­si­den­ten, ins­ge­samt jähr­lich fast 600.000 US-Dol­lar –, nicht nur für ihn per­sön­lich sei­en, son­dern auch der Diö­ze­se zur Ver­fü­gung stün­den.

Die Ver­tei­di­gung Mara­dia­gas wur­de zunächst von der Pres­se­agen­tur Catho­lic News Agen­cy ver­öf­fent­licht. Aus­führ­li­cher fiel sie dann im Avve­ni­re, der Tages­zei­tung der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz, aus. Dar­in war eine Zusatz­in­for­ma­ti­on ent­hal­ten, die von Radio Vati­kan über­nom­men wur­de:

„Am 26. Dezem­ber hat der Kar­di­nal am Tele­fon mit Papst Fran­zis­kus gespro­chen, der ihm sein Bedau­ern ‚für all das Böse‘ aus­ge­drückt hat, ‚das Dir ange­tan wur­de. Du aber, sei ganz unbe­sorgt‘.“

Papst Fran­zis­kus und die Kir­che von mor­gen von Kar­di­nal Mara­dia­ga

Die zunächst vom Vati­kan als Reak­ti­on auf die Ent­hül­lun­gen ange­kün­dig­ten „Unter­su­chun­gen“ zu den Anschul­di­gun­gen gegen den Papst-Freund und Ver­trau­ten, sind damit bereits Schnee von gestern. Wer auf der Sei­te von Fran­zis­kus steht, hat nichts zu befürch­ten.

Auf­fäl­lig ver­mied es Kar­di­nal Mara­dia­ga in sei­ner Ver­tei­di­gung aller­dings sei­nen Weih­bi­schof Pine­da zu ver­tei­di­gen. Viel­mehr bestä­tig­te er, jeden Ver­dacht von sich selbst abwei­send, daß gegen Pine­da eine Unter­su­chung statt­ge­fun­den habe. Sie sei von einem Apo­sto­li­schen Visi­ta­tor, den 80 Jah­re alten Argen­ti­ni­er Alci­des Jor­ge Pedro Casa­ret­to, eme­ri­tier­ter Bischof von San Isidro, durch­ge­führt wor­den, den der Papst nach Hon­du­ras geschickt hat­te.

Der Bericht des Visi­ta­tors liegt auf dem Schreib­tisch von Fran­zis­kus, der die Ange­le­gen­heit zur Chef­sa­che erklär­te und sich vor­be­hält, allein dar­über zu ent­schei­den. Eine Maß­nah­me wur­de in der Sache bis­her getrof­fen: Pine­da wur­de zur geist­li­chen Ein­kehr zu den Jesui­ten nach Madrid geschickt.

Magi­ster dazu:

„Die Ermitt­lun­gen gegen den Weih­bi­schof und Freund von Mara­dia­ga betra­fen Anschul­di­gun­gen, sich gro­ße Geld­sum­men ange­eig­net und auf unbe­rech­tig­te Wei­se ein­ge­setzt zu haben, aber auch Vor­wür­fe, Gefäl­lig­kei­ten in Geld und Natu­ra­li­en auf der Grund­la­ge von Kor­rup­ti­on und sexu­el­lem Miß­brauch einem Kreis von männ­li­chen Freun­den von zwei­fel­haf­ter Moral zukom­men haben zu las­sen, wie Edward Pen­tin vom Natio­nal Catho­lic Regi­ster ans Licht brach­te.“

Mara­dia­ga erklär­te dazu:

„Ich ken­ne die Ergeb­nis­se der Unter­su­chung nicht. Der Espres­so behaup­tet Halb­wahr­hei­ten, die letzt­lich die schlimm­sten Lügen sind.“

Auch die „hal­ben Wahr­hei­ten“ könn­ten den Kar­di­nal und Papst Fran­zis­kus aber nicht kalt las­sen, so Magi­ster.

Das zweite Eigentor

Das zwei­te Eigen­tor hat mit dem argen­ti­ni­schen Bischof Gusta­vo Oscar Zan­chet­ta zu tun, den Papst Fran­zis­kus vor zehn Tagen, am 19. Dezem­ber, zum Asses­sor der Güter­ver­wal­tung des Apo­sto­li­schen Stuhls (APSA) ernann­te. Eine „erstaun­li­che Ernen­nung“, so Magi­ster, weil es eine sol­che Stel­le bis­her nicht gab. Sie wur­de ad per­so­nam geschaf­fen. Und die Per­son ist die noch erstaun­li­che­re Sache in der Ange­le­gen­heit.

Papst Franziskus mit Bischof Zanchetta
Papst Fran­zis­kus mit Bischof Zan­chet­ta

Der 53 Jah­re alte Zan­chet­ta gelang­te im ver­gan­ge­nen Juli in die Schlag­zei­le, weil er sein Bis­tum Oran, an des­sen Spit­ze ihn Papst Fran­zis­kus 2013 gesetzt hat­te, über Nacht ver­las­sen hat­te. Als Grund für das abrup­te Ver­schwin­den des Bischofs wur­den nicht näher benann­te „gesund­heit­li­che Pro­ble­me“ ange­ge­ben. Es hieß ledig­lich, daß sie drin­gend anders­wo behan­delt wer­den müß­ten.

Für eini­ge Zeit hielt sich Zan­chet­ta im 900 Kilo­me­ter von sei­nem Bis­tum ent­fern­ten Cor­ri­en­tes auf, um dann noch wei­ter weg in Madrid auf­zu­tau­chen. Jeweils in anschei­nend bester gesund­heit­li­cher Ver­fas­sung.

In den Tagen des Abtau­chens, das vom Papst durch Eme­ri­tie­rung sofort mit offi­zi­el­lem Sie­gel gut­ge­hei­ßen wur­de, schrie­ben die argen­ti­ni­schen Medi­en, daß Zan­chet­ta sein Bis­tum, was die Ver­wal­tung betrifft, in einem kata­stro­pha­len Zustand zurück­ge­las­sen habe. Das­sel­be sei bereits zuvor im Bis­tum Quil­mes der Fall gewe­sen, wo er Gene­ral­vi­kar war, bis ihn Fran­zis­kus mit höhe­ren Wei­hen ver­sah. Zudem ging das Gerücht um, er habe sich unter Beru­fung auf sei­nen Sta­tus als Bischof einer Durch­su­chung sei­nes Autos wider­setzt, als die Poli­zei nach Dro­gen such­te.

Die­sem Mann hat Fran­zis­kus nun in der Römi­schen Kurie eine erst recht erstaun­li­che Posi­ti­on ver­schafft. Als Asses­sor, trotz sei­nes admi­ni­stra­ti­ven Desa­sters in zwei Bis­tü­mern, steht er bei der Güter­ver­wal­tung des Vati­kans in engem Kon­takt mit Kar­di­nal Dome­ni­co Cal­ca­g­no, einem ent­schie­de­nen Par­tei­gän­ger des regie­ren­den Pap­stes. Cal­ca­g­no wider­setz­te sich erfolg­reich allen Ver­su­chen, die Vati­kan­fi­nan­zen zu refor­mie­ren. Die Kon­trol­le über sei­ne Güter­ver­wal­tung gibt der Kar­di­nal, ein Waf­fen­lieb­ha­ber, nicht aus der Hand. Um genau zu sein, hat offen­bar nie­mand außer­halb sei­nes Dikaste­ri­ums genau­en Ein­blick dar­über, was er an Wer­ten genau ver­wal­tet und wie er das tut. Sei­nem Wider­stand vie­len bereits meh­re­re Köp­fe zum Opfer. Auch Kar­di­nal Geor­ge Pell, den Papst Fran­zis­kus an die Spit­ze des neu­en Wirt­schafts­se­kre­ta­ri­ats beru­fen hat­te, blieb erfolg­los, weil Fran­zis­kus sei­ne eige­nen Reform­ab­sich­ten hin­ter­treibt und den Austra­li­er Pell im Regen ste­hen ließ.

Pell wur­de außer Dienst gestellt und ist nach Austra­li­en zurück­ge­kehrt. Sei­ne Stel­le als Prä­fekt des Dikaste­ri­ums wur­de nicht nach­be­setzt. Ganz neben­bei wur­de damit ein wei­te­rer, füh­ren­der Ratz­in­ge­ria­ner „ent­sorgt“. Auch die Stel­le des Gene­ral­re­vi­sors, eben­falls eine erst von Papst Fran­zis­kus als Teil der Finanz­re­form geschaf­fe­ne Posi­ti­on, ist vakant, seit Libe­ro Milo­ne am ver­gan­ge­nen 19. Juni auf eben­so unge­wöhn­li­che wie tur­bu­len­te Wei­se aus dem Vati­kan ent­las­sen wur­de. Was die Vati­kan­fi­nan­zen anbe­langt, hat sich Papst Fran­zis­kus alten Seil­schaf­ten unter­wor­fen, deren Unter­stüt­zung ihm wich­ti­ger ist, als sein Reform­wil­le. Es sind die­sel­ben Seil­schaf­ten, die ihn ihm Kon­kla­ve auf den Papst­thron geho­ben haben. Ihnen ist er offen­sicht­lich ver­pflich­tet.

„Wenn das der Stand der Din­ge ist, dann ver­grö­ßert die Ernen­nung von Zan­chet­ta nur die Kon­fu­si­on, die rund um die viel­ge­rühm­te Kuri­en­re­form herrscht“, so Magi­ster.

Das dritte Eigentor

Homoerotische Weihnachtskrippe
Homo­ero­ti­sche Weih­nachts­krip­pe

Aller guten Din­ge sind drei. Im Zen­trum des drit­ten Eigen­tors steht die gigan­ti­sche Weih­nachts­krip­pe, die sich auf dem Peters­platz befin­det.

Dar­in fin­den sich in die­sem Jahr weder Ochs noch Esel, weder Scha­fe noch Hir­ten. Jesus, Joseph und Maria heben sich kaum übri­gen Figu­ren­ge­wirr kaum ab, als sei­en sie nur ein Aspekt von vie­len. Als Hin­ter­grund ist die Kup­pel des Peters­do­mes als Rui­ne zu sehen. Wer will damit, was sagen?

„Es ist eine Krip­pe ohne Lieb­reiz und ohne Poe­sie“, so Magi­ster.

Die Absicht, so die offi­zi­el­le Erläu­te­rung, sei es, die sie­ben Wer­ke der leib­li­chen Barm­her­zig­keit dar­zu­stel­len.

Die­se Krip­pe wur­de dem Papst von der Ter­ro­to­ri­al­ab­tei Mon­te­ver­gi­ne, einem Mari­en­wall­fahrts­ort in Kam­pa­ni­en zum Geschenk gemacht. Mon­te­ver­gi­ne, ober­halb von Avel­li­no, unweit von Nea­pel gele­gen, geht auf einen Ere­mi­ten zurück, den hei­li­gen Wil­helm von Ver­cel­li, der um 1100 auf dem Berg leb­te und ein beson­de­rer Mari­en­ver­eh­rer war. Aus der Abtei ging eine eige­ne Bene­dik­ti­ner­kon­gre­ga­ti­on her­vor, der in der Blü­te­zeit mehr als 30 Klö­ster ange­hör­ten. Im Zuge der Napo­leo­ni­schen Herr­schaft und der kir­chen­feind­li­chen Geset­ze des geein­ten Ita­li­ens wur­de sie in die Sub­la­zen­ser Kon­gre­ga­ti­on des Bene­dik­ti­ner­or­dens ein­ge­glie­dert.

Territorialabtei Montevergine
Ter­ri­to­ri­al­ab­tei Mon­te­ver­gi­ne

Wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges wur­de auf dem Mon­te­ver­gi­ne, aus Sicher­heits­grün­den, das Grab­tuch von Turin auf­be­wahrt.

In den 1950er Jah­ren ent­stand neben der alten Basi­li­ka eine neue, grö­ße­re Basi­li­ka im neu­ro­ma­ni­schen Stil. Sie wur­de 1961 ein­ge­weiht.

Das Gover­na­to­rat der Vati­kan­stadt infor­mier­te zur umstrit­te­nen Krip­pe, daß das Pro­jekt, das der nea­po­li­ta­ni­sche Hand­wer­ker Anto­nio Can­to­ne anfer­tig­te, zuvor dem Staats­se­kre­ta­ri­at und Papst Fran­zis­kus zur Geneh­mi­gung vor­ge­legt wor­den war.

Über die Krip­pe begei­stert sind eigent­lich nur Homo-Orga­ni­sa­tio­nen. Der Vor­sit­zen­de von Arci­gay Napo­li, Anto­nel­lo San­ni­no, erklär­te der US-Jour­na­li­stin Dia­ne Mon­ta­gna von Life­Si­teNews:

„Die­se Krip­pe im Vati­kan ist für uns ein Grund glück­li­cher denn je zu sein, weil sie für die Homo- und Trans­se­xu­el­len-Gemein­schaft von Nea­pel ein wich­ti­ges Sym­bol der Inklu­si­on und der Inte­gra­ti­on ist.“

Han­delt es sich bei die­ser Aus­sa­ge um eine jener über­zo­ge­nen Ver­su­che, alles und jeden für die Homo-Agen­da ver­ein­nah­men zu wol­len? Mag sein, aber die Sache geht tie­fer und ist kein Zufall. Jemand hat bekom­men, was er bestellt hat.

Kurioser Engel auf dem Petersplatz
Kurio­ser Engel auf dem Peters­platz

Homo-Orga­ni­sa­tio­nen aus Nea­pel und Umge­bung besu­chen seit eini­ger Zeit jähr­lich am 2. Febru­ar, dem Fest Mariä Licht­meß, den Mari­en­wall­fahrts­ort auf dem Mon­te­ver­gi­ne. Sie machen der Got­tes­mut­ter ihre Auf­war­tung, weil die­se angeb­lich um 1200 ein Homo-Paar, das ent­deckt und mit Eis­plat­ten in einem Baum fest­ge­hal­ten wur­de, durch Son­nen­strah­len, die das Eis schmel­zen lie­ßen, befreit hät­te. Den Besuch der LGBT-Gemein­schaft erfolgt unter dem Titel „Juta dei femmi­ni­el­li“, was soviel heißt wie „Auf­stieg der Ver­weich­lich­ten“ (oder der Wei­bi­schen). Es hand­le sich um eine „Mischung aus Pro­fa­nem und Sakra­lem“ so San­ni­no, der von einer „uralten Gay Pri­de“ spricht.

2002 pro­te­stier­te der dama­li­ge Abt von Mon­te­ver­gi­ne, Tar­ci­sio Naz­z­a­ro, gegen die Poli­ti­sie­rung der Pro­zes­si­on, nach­dem der ita­lie­ni­sche Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te und Trans­ve­stit Vla­di­mir Luxu­ria dar­an teil­ge­nom­men hat­te. Der Abt erklär­te, „nur Pil­ger“ im Hei­lig­tum sehen zu wol­len, aber kei­ne poli­ti­schen Grup­pen wie die „Ver­weich­lich­ten“.

2014 sah die Sache ganz anders aus. Abt Naz­z­a­ro war nach acht­jäh­ri­ger Amts­zeit von einem Mit­bru­der abge­löst wor­den und in Rom regier­te nun Papst Fran­zis­kus. Vla­di­mir Luxu­ria, der sich in der Ver­gan­gen­heit selbst als „Bud­dhist“ bezeich­ne­te, kehr­te zur Juta dei femmi­ni­el­li mit allen Ehren auf den Mon­te­ver­gi­ne zurück und konn­te dort einen Brief ver­le­sen, den er und ande­re Homo­se­xu­el­le an Papst Fran­zis­kus geschrie­ben hat­ten.

Das Gnadenbild auf dem Montevergine
Das Gna­den­bild auf dem Mon­te­ver­gi­ne

2017 traf eine Homo-Dele­ga­ti­on, wie­der­um mit Luxu­ria, den neu­en Abt, Ric­car­do Luca Gua­riglia, der ihnen – so die Dar­stel­lung der Dele­ga­ti­on – in einem „Kli­ma des Dia­logs“ den Segen erteilt habe.

Die Gemein­de Ospe­da­let­to d’Apinolo, von wo der Fuß­weg zum Mon­te­ver­gi­ne beginnt (das Hei­lig­tum kann auch mit einer Seil­bahn erreicht wer­den), ver­lieh in die­sem Jahr zwei Homo­se­xu­el­len, die eine „Homo-Ehe“ ein­ge­gan­gen sind, die nomi­nel­le Ehren­bür­ger­schaft. Für die Juta dei femmi­ni­el­li 2017 wur­de eigens eine „No Gender“-Toilette ein­ge­rich­tet und am Orts­ein­gang eine Tafel mit der Auf­schrift ange­bracht:

„Ospe­da­let­to d’Alpinolo ist gegen Homo­trans­pho­bie und Gen­der-Gewalt“.

Es ver­wun­de­re also nicht, so Magi­ster, daß San­ni­no von Arci­gay Napo­li über­zeugt ist, daß eine Öff­nung der katho­li­schen Kir­che für die Homo­se­xua­li­tät auch davon abhän­ge, wie sehr sich die Ver­ant­wort­li­chen im Vati­kan des Zusam­men­hangs zwi­schen der Weih­nachts­krip­pe auf dem Peters­platz und der Homo-Gemein­schaft wer­den:

„Die Kir­che ist extrem lang­sam, wenn es um Ver­än­de­run­gen geht. Aber ich hof­fe, daß sie im Gefol­ge der Papst­wort: ‚Wer bin ich, um zu urtei­len‘, end­lich eine wirk­li­che Öff­nung ent­wickelt.“

Kurz­um, die Annah­me liegt nahe, daß die Weih­nachts­krip­pe auf dem Peters­platz bewußt mit Homo-Kon­no­ta­ti­on errich­tet wur­de, wobei unklar ist, wer was und wie­viel von die­ser Absicht wuß­te und gut­hieß.

Dazu der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster:

„Wie jedes Jahr wird sich Papst Fran­zis­kus am Abend des 31. Dezem­ber nach dem Te Deum auf den Peters­platz zur Krip­pe bege­ben. „Wie bewußt“ über das Durch­ein­an­der, in das er sich da ein­ge­las­sen hat, weiß man nicht. Mit Sicher­heit wird die LGBT-Gemein­schaft sehr auf­merk­sam jede sei­ner Gesten und Blicke beob­ach­ten und inter­pre­tie­ren.“

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: InvoVaticana/Correspondenza Romana/Vatican.va/Wikicommons (Screen­shots)

8 Kommentare

  1. Die Über­schrift „drei Eigen­to­re“ ist in die­sem Zusam­men­hang viel zu ver­harm­lo­send! Man soll­te bes­ser vom drei­ma­li­gen Ver­rat spre­chen!

    • @ vera: sehe ich genau so.
      Was die­se „Krip­pe“ betrifft jagt mir die Art und Weise,wie die­se Figuren,vor allem der angeb­li­che „Josef“ auf das Kind star­ren eis­kal­te Schau­er über den Rücken.

  2. Das alles kann aber nicht dar­über hin­weg­täu­schen, daß Ber­go­glio eisern sei­nen Kurs hält. Der inter­na­tio­na­le Feuil­le­ton ist nach wie vor hin­ger­es­sen von ihm und der­lei Vor­fäl­le fin­den ent­we­der kaum nähe­re Erwäh­nung oder wer­den als „anti­päpst­li­che“ Intri­gen „ewig­gest­ri­ger Kon­ser­va­ti­ver“ oder „Rech­ter“ abge­tan.
    Die nicht nur sehr belei­di­gen­de son­dern auch die äußerst aggres­si­ve Wort­wahl sei­ner „Anspra­che“ an die Kuria­len ist Indiz dafür, daß die­ser Mann zu allem bereit ist um sein Werk zu erfül­len.

    • Oh nein, die posi­ti­ve Kon­no­ta­ti­on des Begriffs „eisern“ ist hier völ­lig unan­ge­bracht und selbst eis­kalt trifft es nicht voll. Wir haben es hier schlicht mit Stur­heit zu tun. Wenn Argu­men­te, Ein­sicht und Ein­füh­lungs­ver­mö­gen feh­len und Gewalt­an­wen­dungs­mög­lich­kei­ten beschränkt sind, dann bleibt zur Durch­set­zung des eige­nen Wil­lens nur noch die Stur­heit.
      Des Fran­zis­kus‘ besten­falls mäeui­tisch moti­vier­tes Dia­log-Lehr­amt ver­kehrt sich eben kon­kret, sozu­sa­gen als dia­lek­ti­sche Fal­le, in das genaue Gegen­teil, wenn er selbst und sein Wil­le betrof­fen ist.
      Apro­pos Dia­lek­tik: Als Gegen­teil von Stur­heit gel­ten Flat­ter­haf­tig­keit, Sprung­haf­tig­keit, Inkon­se­quenz, Wan­kel­mut, Wort­brü­chig­keit etc. — offen­bar die ande­re Sei­te der­sel­ben Medail­le.

      • Ich den­ke sie unter­schät­zen Ber­go­glio. Er voll­streckt die Pro­gram­ma­tik der Neue­rer oder mei­net­we­gen „Refor­mer“, wie der media­le und mitt­ler­wei­le auch der offizö­se kirch­li­che Jar­gon sie nennt, mit der­ar­ti­gem Ver­ve, den Mon­ti­ni sei­ner­zeit nicht auf­brin­gen konn­te weil der alt­gläu­bi­ge Wider­stand damals noch stark genug und die­ser so die Imple­men­tie­rung der schlimm­sten Sche­men der Pro­gres­si­sten vor­läu­fig noch zu ver­ei­teln ver­moch­te. Auch war Mon­ti­ni eher schwäch­lich und hat­te als kul­ti­vier­ter Sproß des lom­bar­di­schen Groß­bür­ger­tums nicht die­sen Hang zum Des­po­tis­mus wie Ber­go­glio, der kon­se­quent Fak­ten schafft, hin­ter die ein Nach­fol­ger kaum mehr zurück kann, über­haupt wenn man bedenkt wie exten­siv sich Ber­go­glio Ämter­ver­ga­ben und Ernen­nun­gen wid­met sodaß die Fort­set­zung des ultra­pro­gres­si­ven Kur­ses auch zukünf­tig mehr als nur wahr­schein­lich erscheint.
        Die Neue­rer sehen in Ber­go­glio das Kon­zils­werk ver­wirk­licht. Zu recht.

        • Das schließt sich nicht aus. So ein Cha­rak­ter, von dem ich sprach, ist natür­lich das geeig­ne­te Werk­zeug derer, von denen sie spre­chen.

  3. Nach die­sem Pon­ti­fi­kat wird das Anse­hen der deut­schen Bischö­fe in der Welt­kir­che einen nach­hal­ti­gen Scha­den davon getra­gen haben. Denn sie waren mass­geb­lich an der, von lan­ger Hand vor­be­rei­te­ten Instal­la­ti­on Ber­go­gli­os betei­ligt. Wie Welt­kir­che weiss, wie dege­ne­riert die west­li­che Kir­che ist.

  4. Auf die Ver­wir­rung folgt das Cha­os.
    Das Pro­gramm einer „armen Kir­che“: Popu­li­sti­sche Beschei­den­heit mit Klein­wa­gen und „Gäste­häu­sern“, Kar­di­nä­le mit Spit­zen­ge­häl­tern, Foku­sie­rung auf den Erhalt sat­ter Kir­chen­steu­er-Ein­nah­men, Rück­erstat­tungs­an­sprü­che an den Staat für kirch­li­che Ein­sät­ze für „Flücht­lin­ge“.
    Bruch und Preis­ga­be von Glau­bens­in­hal­ten, Ver­trau­ens­ver­lust bei den Gläu­bi­gen, Lächer­lich­ma­chung der Theo­lo­gie durch Dilet­tan­tis­mus („ist nicht theo­lo­gisch durch­dacht“, „2+2=5“), abge­fal­le­ne „Prie­ster“, übel­ste Beschimp­fun­gen, links­po­pu­li­sti­sche-ideo­lo­gi­sche Hetz­pre­dig­ten, Ableh­nung und mut­wil­li­ge Zer­stö­rung des Sakra­len, Ver­lust der Glaub­wür­dig­keit der Kir­che.
    Die rest­li­chen Gläu­bi­gen lau­fen in Scha­ren davon, selbst jetzt an Weih­nach­ten. Der Besuch von lin­ken Par­tei­ver­an­stal­tun­gen ist nun wirk­lich nicht sehr attrak­tiv.
    „Haben dich gewählt, aber nicht, damit du alles zer­störst“. Ob es etwas nützt?

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