Kriminalisierung der Lebensrechtsbewegung

Resolution des Europäisches Parlament: erster Schritt zur Kriminalisierung der Lebensrechtsbewegung.
Resolution des Europäisches Parlament: erster Schritt zur Kriminalisierung der Lebensrechtsbewegung.

Von Giu­sep­pe Nar­di

(Straß­burg) Ver­gan­ge­ne Woche ver­ab­schie­de­te das Euro­päi­sche Par­la­ment eine Reso­lu­ti­on, in der „nach­drück­lich bekräf­tigt“ wird, „dass die Ver­wei­ge­rung sexu­el­ler und repro­duk­ti­ver Gesund­heit und damit ver­bun­de­ner Rech­te und Dienst­lei­stun­gen, ein­schließ­lich des siche­ren und lega­len Schwan­ger­schafts­ab­bruchs, eine Form von Gewalt gegen Frau­en und Mäd­chen dar­stellt; betont erneut, dass nur Frau­en und Mäd­chen selbst über ihren Kör­per und ihre Sexua­li­tät ver­fü­gen kön­nen müs­sen; for­dert die Mit­glied­staa­ten auf, für umfas­sen­de Sexu­al­erzie­hung, den Zugang von Frau­en zur Fami­li­en­pla­nung und zum gesam­ten Spek­trum repro­duk­ti­ver und sexu­el­ler Gesund­heits­lei­stun­gen, ein­schließ­lich moder­ner Metho­den der Emp­fäng­nis­ver­hü­tung und des siche­ren und lega­len Schwan­ger­schafts­ab­bruchs, zu sor­gen“.

Resolution  P8_TA(2017)0329

Bei der zitier­ten Stel­le han­delt es sich um den Punkt 4 der Reso­lu­ti­on  P8_TA(2017)0329 betref­fend den „Bei­tritt der EU zum Über­ein­kom­men des Euro­pa­ra­tes zur Ver­hü­tung und Bekämp­fung von Gewalt gegen Frau­en und häus­li­cher Gewalt“. Sie wur­de am 12. Sep­tem­ber in Straß­burg mit gro­ßer Mehr­heit ange­nom­men.

Bericht­erstat­te­rin­nen waren die fran­zö­si­sche Sozia­li­stin Chri­sti­ne Rev­ault d’Allonnes Bon­ne­foy (PS) und die schwe­di­sche Bür­ger­li­che Anna Maria Coraz­za Bildt (Moder­ter­na).

Der hor­ren­de Wider­spruch im zitier­ten Satz fiel einer Mehr­heit jener Män­ner und Frau­en, die die EU-Mit­glieds­staa­ten im Euro­päi­schen Par­la­ment ver­tre­ten, nicht auf: der Wider­spruch, daß die Ver­hin­de­rung der Tötung eines Men­schen nie „Gewalt“ gegen einen ande­ren Men­schen sein kann. Das ist eine con­tra­dic­tio in adiec­to, wenn nicht alles über Bord gewor­fen und aus­ge­löscht wer­den soll, was Euro­pa und unse­re Zivi­li­sa­ti­on aus­macht. Die Mehr­heit der Abge­ord­ne­ten hat dies weder erkannt noch sich dar­an gesto­ßen, son­dern die­se so for­mu­lier­te Reso­lu­ti­on mit ihrer Stim­me unter­stützt. Woll­te man aus der Hal­tung der Mehr­heit der Euro­päi­schen Abge­ord­ne­ten Rück­schlüs­se auf deren gei­sti­ge Grund­la­gen, um damit die gei­sti­gen Grund­la­gen der Euro­päi­schen Uni­on zie­hen, wäre man, wie Hein­rich Hei­ne es aus­drück­te, wahr­lich „um den Schlaf gebracht“. Denn es geht um Leben und Tod. Die Abge­ord­ne­ten erhe­ben sich stolz und arro­gant über das Leben ande­rer – natür­lich ande­rer. Grau­sa­mer und töd­li­cher als in der Abtrei­bung kann die Ent­christ­li­chung kaum zum Aus­druck gebracht wer­den. Und es ist uner­müd­lich zu wie­der­ho­len, daß Hit­ler und sei­ne Natio­nal­so­zia­li­sten geheim han­del­ten, wäh­rend das Töten heu­te mit demo­kra­tisch gefaß­ten Beschlüs­sen, samt Sie­gel, Unter­schrift und trot­zi­gem Behar­ren in aller Öffent­lich­keit voll­zo­gen wird.

EU, der größte öffentliche Abtreibungsfinancier

Die Euro­päi­sche Uni­on ist neben der UNO und ihren Agen­tu­ren das Zen­trum der insti­tu­tio­na­li­sier­ten Abtrei­bungs­front. Da die UNO sich jeder demo­kra­ti­schen Wahl und Kon­trol­le durch die Bür­ger ent­zieht, was weit­ge­hend auch für die EU gilt, bil­det das Euro­päi­sche Par­la­ment – weil demo­kra­tisch gewählt – unter die­sem Gesichts­punkt den übel­sten Hort der Abtrei­bungs­lob­by. Was soll man von einem Par­la­ment hal­ten, des­sen Abge­ord­ne­te, die nur stell­ver­tre­tend für die Bür­ger dort sit­zen mit dem Auf­trag, sich für das All­ge­mein­wohl ihres Vol­kes und Staa­tes ein­zu­set­zen (was sich im EU-Kon­text als Plu­ral schon schwie­rig anläßt, da es weder ein euro­päi­sches Volk noch einen euro­päi­schen Staat gibt), ein gewis­sen­lo­ser Hau­fen schei­nen, der seit Jah­ren anstands­los die Tötung des eige­nen Nach­wuch­ses for­dert, lega­li­siert und för­dert, und nun noch einen Schritt wei­ter­geht, und eine gegen­tei­li­ge Hal­tung – die ein­zig rich­ti­ge: den Schutz eines jeden Men­schen­le­bens von der Zeu­gung bis zum natür­li­chen Tod – als „Gewalt gegen Frau­en und Mäd­chen“ denun­ziert? Der Schritt zur Kri­mi­na­li­sie­rung ist dann nicht mehr weit.

Wenn schon nicht das Leben der unge­bo­re­nen Kin­der zählt, hät­ten eini­ge Abge­ord­ne­te der Mei­nungs­frei­heit wegen gegen die Reso­lu­ti­on auf­ste­hen müs­sen. Die Zahl blieb erschreckend über­schau­bar.

Seit die USA unter Donald Trump die Mil­li­ar­den­be­trä­ge zur Abtrei­bungs­för­de­rung von Barack Oba­ma gestri­chen haben, ist die Euro­päi­sche Uni­on auf wei­ter Flur allein der größ­te öffent­li­che Abtrei­bungs­fi­nan­cier der Welt. Daß die EU die Abtrei­bung und die Gen­der-Ideo­lo­gie för­dert, die in einem untrenn­ba­ren Zusam­men­hang ste­hen, war bekannt. Bekannt war auch, daß im Euro­päi­schen Par­la­ment nach den Wah­len vom Mai 2015 eine Mehr­heit das Sagen hat, die gesell­schafts­po­li­tisch deut­lich links von der Mit­te ver­or­tet ist. Eben­so bekannt war, daß Tei­le der Euro­päi­schen Volks­par­tei die Fah­ne ein­ge­zo­gen und die Sei­ten gewech­selt haben, wäh­rend ande­re Tei­le in einer defen­si­ven Star­re ver­har­ren.

73 Prozent der Abgeordneten wollen Lebensschützer mundtot machen

Den­noch ist qua­li­ta­tiv neu, im nega­ti­ven Sinn, was ver­gan­ge­ne Woche mit der Reso­lu­ti­on beschlos­sen wur­de. Der Boden am Abgrund scheint noch immer nicht in Sicht.

Die Reso­lu­ti­on erhielt die Zustim­mung von 489 Abge­ord­ne­ten. 750 Par­la­ments­sit­ze zählt das Euro­päi­sche Par­la­ment. 672 von ihnen nah­men an der Abstim­mung teil. 72,8 Pro­zent stimm­ten für die Reso­lu­ti­on. Ledig­lich 17 Pro­zent (114) stimm­ten dage­gen. Der Rest (69 Abge­ord­ne­te, die sich der Stim­me ent­hiel­ten) weiß offen­bar nicht ein­mal zwi­schen Leben und Tod zu unter­schei­den. Fast Drei­vier­tel hin­ge­gen wuß­ten das, und wähl­ten den Tod.

Per­vers? Per­vers ist die Aus­sa­ge der Reso­lu­ti­on, weil sie die Wirk­lich­keit in ihr Gegen­teil ver­kehrt:

„[…] dass die Ver­wei­ge­rung sexu­el­ler und repro­duk­ti­ver Gesund­heit und damit ver­bun­de­ner Rech­te und Dienst­lei­stun­gen, ein­schließ­lich des siche­ren und lega­len Schwan­ger­schafts­ab­bruchs, eine Form von Gewalt gegen Frau­en und Mäd­chen dar­stellt“.

Aus gut wird böse und aus böse wird gut gemacht. Die Reso­lu­ti­on ist in die­ser Hin­sicht sozu­sa­gen fol­ge­rich­tig, denn die Abtrei­bung ist bereits eine Per­ver­si­on, die das Leben von Men­schen ver­füg­bar macht in der Hand ande­rer Men­schen. Das Leben der einen zählt, der ande­ren nicht. Eine Lot­te­rie. Eine fal­sche Prä­mis­se zieht wei­te­re fal­sche Schrit­te nach sich. Ein zwangs­läu­fi­ges Gesetz der Logik. So wur­de es von der Mehr­heit der Abge­ord­ne­ten am 12. Sep­tem­ber unter Beweis gestellt. Das soll­te mit­ge­dacht wer­den, wenn in Euro­pa, etwa im Zusam­men­hang mit isla­mi­sti­schen Ter­ror­an­schlä­ge EU- und Staats­ver­tre­ter von der Ver­tei­di­gung „unse­rer Wer­te“ spre­chen. Wel­che Wer­te denn? Die­se berech­tig­te Fra­ge bekommt anhand sol­cher Reso­lu­tio­nen, wie jener vom 12. Sep­tem­ber einen bit­te­ren Unter­ton.

„Istanbulkonvention“ gegen häusliche Gewalt

Die Reso­lu­ti­on steht in direk­tem Zusam­men­hang mit der soge­nann­ten „Istan­bul­kon­ven­ti­on“ von 2011, einem Über­ein­kom­men des Euro­pa­ra­tes zur Ver­hü­tung und Bekämp­fung von Gewalt gegen Frau­en und häus­li­cher Gewalt. Das Über­ein­kom­men wur­de 2013 von Öster­reich, 2016 von Liech­ten­stein und 2017 von der Schweiz und der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land rati­fi­ziert. 44 Staa­ten haben die Kon­ven­ti­on unter­zeich­net, 24 davon haben sie bis­her rati­fi­ziert.

Nun drängt sich wirk­lich die Fra­ge nach dem Zusam­men­hang auf. Objek­tiv ist er nicht gege­ben. Kann er auch gar nicht. Ganz im Gegen­teil. Ein Tötungs­de­likt ist in jedem Fall die schwer­wie­gend­ste Form der Gewalt, wofür der Begriff Kapi­tal­ver­bre­chen steht. Hin­ter der Reso­lu­ti­on der Vor­wo­che steht der wie­der­hol­te Ver­such der hyper­ak­ti­ven Abtrei­bungs­lob­by, in mög­lichst jedes inter­na­tio­na­le Doku­ment, ob in der EU oder bei den Ver­ein­ten Natio­nen, die Abtrei­bung hin­ein­zu­schrei­ben oder hin­ein­zu­in­ter­pre­tie­ren. Letz­te­res gilt für die Istan­bul­kon­ven­ti­on. In der Kon­ven­ti­on fin­det sich näm­lich kein Hin­weis auf die Abtrei­bung, geschwei­ge denn ein „Recht“ auf Abtrei­bung.

Das heißt, die Abtrei­bung fin­det sich schon dort, aller­dings in einem ganz ande­ren Kon­text, als von der Abtrei­bungs­lob­by gewünscht. Arti­kel 39 der Kon­ven­ti­on sieht die Bekämp­fung der Zwangs­ab­trei­bung vor, was ein­deu­tig eine Form der Gewalt gegen Frau­en ist. Wird sie vom Kinds­va­ter gefor­dert, han­delt es sich auch um eine Form der häus­li­chen Gewalt.

Die Abtrei­bungs­lob­by ver­sucht jedoch jedes Doku­ment zu per­ver­tie­ren, um ihre Agen­da zu zemen­tie­ren. Zwangs­ab­trei­bung nein, aber frei­wil­li­ge Abtrei­bung ja. War­um aber soll Abtrei­bung vom Mann gewollt schlecht sein, Abtrei­bung von der Frau gewollt aber gut sein? Und wie­viel Mann steckt in einer von Frau gewoll­ten Abtrei­bung? Wer kann das bestim­men? Wir sehen, in einer ver­kehr­ten Logik kann man es dre­hen und wen­den wie man will, es bleibt ver­kehrt.

Wer an der zivi­li­sa­to­ri­schen Säu­le, dem christ­li­chen Ver­ständ­nis von Gut und Böse rüt­telt, gefähr­det das gan­ze Gebäu­de der Zivi­li­sa­ti­on, mit unab­seh­ba­ren Fol­gen. Der Volks­mund weiß: Alte Sün­den wer­fen lan­ge Schat­ten. Die böse Tat zei­tigt böse Fol­gen.

Man muß ziem­lich ver­ses­sen, wenn nicht beses­sen sein vom Wunsch, daß unge­bo­re­ne Kin­der getö­tet wer­den, um die Hal­tung der Abtrei­bungs­lob­by ein­zu­neh­men. In der Tat ist das Wort Beses­sen­heit ein gar nicht so fal­sches Stich­wort, wenn man die Abtrei­bungs­fra­ge geist­lich betrach­tet.

Die Istan­bul­kon­ven­ti­on will „häus­li­che Gewalt“ gegen Frau­en ver­hin­dern und bekämp­fen, und das soll gesche­hen, indem die schwan­ge­ren Frau­en ihre Kin­der töten las­sen kön­nen?

Reiche Abtreibungslobby mit Berufsaktivisten

Nicht fehl geht, wer annimmt, daß die Abtrei­bungs­be­we­gung des­halb so viru­lent im insti­tu­tio­nel­len Rah­men auf­tre­ten kann, weil sie selbst „insti­tu­tio­na­li­siert“ wur­de. Mit Hil­fe von öffent­li­chen Gel­dern (Steu­er­gel­dern) in der EU und mil­li­ar­den­schwe­ren (!) Spen­den einer Hand­voll Super­rei­cher haupt­säch­lich in den USA wur­de ein Netz von Orga­ni­sa­tio­nen mit bezahl­ten, haupt­amt­li­chen Abtrei­bungs­ak­ti­vi­sten, kurz­um: Berufs­lob­by­isten, geschaf­fen. Über die EU und UNO wur­den sie zum Teil direkt in deren Orga­ni­sa­ti­ons­netz ein­ge­bun­den. Die­se struk­tu­rel­le Stär­ke ver­schafft ihnen einen Vor­sprung gegen­über der Lebens­rechts­be­we­gung.

Die Sache ist ver­gleich­bar einer Festung, in der die Ent­schei­dun­gen fal­len. Die Abtrei­bungs­lob­by­isten sit­zen in der Festung, teils direkt am Ent­schei­dungs­tisch, wäh­rend sich die Lebens­rechts­be­we­gung drau­ßen vor der Festung mit hoch­ge­zo­ge­ner Zug­brücke befin­det. Die Festung muß erst zurück­er­obert wer­den, aus der sich eine frü­he­re Genera­ti­on leicht­fer­tig ver­trei­ben hat las­sen. Man erin­ne­re sich, wer kann, an das Kli­ma in den 70er und frü­hen 80er Jah­ren, als selbst wohl­mei­nen­de Leu­te resi­gniert davon über­zeugt waren, daß es nur mehr eine Fra­ge der Zeit sei, bis der Sozia­lis­mus sowje­ti­scher Prä­gung sie­gen wer­de. Und tat­säch­lich war die Sowjet­uni­on 1920 das erste Land der Welt, das die Abtrei­bung lega­li­sier­te. Sol­che Din­ge sind ja kein Zufall.

Abtreibung Ost, Abtreibung West

Dabei soll­te man aber nicht über­se­hen, daß zeit­gleich in Eng­land und New York die ersten, ille­ga­len Abtrei­bungs­kli­ni­ken geöff­net wur­den. Die Abtrei­bung und ihre Tötungs­lo­gik hat zwei Sei­ten der­sel­ben Medail­le: eine öst­li­che und eine west­li­che. Die west­li­che Sei­te, per­so­ni­fi­ziert in Mar­ga­ret San­ger und Marie Sto­pes, hat tie­fe ras­si­sti­sche und euge­ni­sche Wur­zeln. Bei­de Sei­ten die­ser töd­li­chen Medail­le behaup­ten, eine „bes­se­re Welt“ schaf­fen zu wol­len, die sie aller­dings auf einem Mas­sen­grab errich­ten. Im Osten war der Klas­sen­feind das Opfer. Eine Hal­tung, die dem Wesen tota­li­tä­rer Regime ent­spricht, aber nur mög­lich ist, weil ideo­lo­gisch ein direk­ter oder indi­rek­ter Bruch mit dem Chri­sten­tum voll­zo­gen wird. Im Westen öff­ne­te der Sozi­al­dar­wi­nis­mus die Büch­se der Pan­do­ra mit sei­nem Wahn einer Höher­züch­tung des Men­schen, bzw. den Schutz „höher­wer­ti­ger“ Men­schen vor „min­der­wer­ti­ge­ren“ Men­schen. Bei sol­chen Stich­wor­ten den­ken wir sofort an den Natio­nal­so­zia­lis­mus, was zutref­fend ist, aber zugleich in die Irre führt. Durch eine ein­sei­ti­ge Ver­en­gung des Blicks wird über­se­hen, daß die­ses Den­ken nicht an ein Par­tei­kür­zel eines Lan­des gebun­den war, son­dern auch in allen west­li­chen Sie­ger­staa­ten exi­stier­te. Dort über­stan­den die Ver­tre­ter die­ses Aus­le­se­ge­dan­kens das Jahr 1945 sogar unbe­hel­ligt.

Aber das wür­de nun zu weit füh­ren, vor allem, weil nach 1945 der öffent­lich dis­kre­di­tier­te Sozi­al­dar­wi­nis­mus im Hin­ter­zim­mer blieb, wäh­rend man in der Öffent­lich­keit im Umwelt­schutz das neue Pro­pa­gan­da­ve­hi­kel für die eige­nen Theo­rien der Bevöl­ke­rungs­kon­trol­le und –aus­le­se ent­deck­te. Heu­te fir­miert das Gan­ze unter dem Stich­wort Kli­ma­wan­del. Das Ziel ist das­sel­be: Bevöl­ke­rungs­re­du­zie­rung uner­wünsch­ter „Haus­ge­nos­sen“.

Kriminalisierung der Lebensrechtsbewegung, Beseitigung der Meinungsfreiheit

Der Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te Ste­ven Wool­fe von der bri­ti­schen UKIP mel­de­te sich am Tag der Abstim­mung als ein­zi­ger zu Wort. Zum Punkt 4 rief er sei­nen Kol­le­gen im Euro­päi­schen Par­la­ment empört zu:

„This clau­se could effec­tively make it a cri­mi­nal offence for anyo­ne who belie­ves in the reduc­tion of abor­ti­on or belie­ves in abor­ti­on. The accom­pany­ing legal paper that is atta­ched to it makes no refe­rence to the poten­ti­al crime of being an abor­ti­on deni­er. I would the­re­fo­re ask in respect that the legal team refer to this docu­ment and review it once again, other­wi­se mil­li­ons of peop­le in the Euro­pean Uni­on as a result of this could be deemed a cri­mi­nal immedia­te­ly upon this vote.“

Kurz­um, folgt man der Logik der Reso­lu­ti­on wäre jede Äuße­rung gegen Abtrei­bung eine Straf­tat. Spä­ter schrieb er auf Face­book:

„Man stel­le sich eine Welt vor, in der Ableh­nung der Abtrei­bung nicht mehr eine Mei­nung ist, der ande­re zustim­men oder sie ableh­nen kön­nen, son­dern als Straf­tat betrach­tet wird.“

Die Reso­lu­ti­on des Euro­pa­par­la­ments hat kei­ne unmit­tel­ba­ren Aus­wir­kun­gen. Den­noch läßt die Vor­stel­lung erschau­dern, daß die gro­ße Mehr­heit der Abge­ord­ne­ten zum Euro­päi­schen Par­la­ment eine Ableh­nung der Abtrei­bung und den Ein­satz für das Lebens­recht unge­bo­re­ner Kin­der nicht ein­mal mehr als Mei­nung gel­ten las­sen wol­len, obwohl sie im kon­trol­lier­ten Dis­kurs der ver­öf­fent­lich­ten Mei­nung mar­gi­na­li­siert wur­de. Nein, der Rache­en­gel dür­stet nach Kri­mi­na­li­sie­rung. Die Abge­ord­ne­ten sagen mit ihrer Reso­lu­ti­on, daß sie die Lebens­recht­ler am lieb­sten im Gefäng­nis sehen wür­den. Das ist die Logik der Dik­ta­tu­ren, womit auch klar ist, wohin die Rei­se geht, solan­ge sol­che Leu­te im Euro­päi­schen Par­la­ment eine Mehr­heit haben.

Die unge­bo­re­nen Kin­der exi­stie­ren für das Euro­päi­sche Par­la­ment nicht. Sie sind die gro­ßen Namen­lo­sen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: europarl.europa.eu/Wikicommons (Screen­shot)

9 Kommentare

  1. Die EU ist vor­wie­gend eine Krea­tur der Frei­mau­re­rei und der katho­li­schen Kir­che. Wie konn­te das gesche­hen?

  2. Also gibt es für jeden, der die Men­schen schüt­zen will nur eine ein­zi­ge Lösung, akti­ver Wider­stand und die phy­si­sche Zer­stö­rung der Euro­päi­schen Uni­on. Die­se EU merkt nicht, daß die Saat der Spal­tung, des Implo­si­on schon voll auf­ge­gan­gen ist. Gott läßt sei­ner nicht spot­ten, ein Bür­ger­krieg in Spa­ni­en wird immer wahr­schein­li­cher (Spe­ra­tis­mus Kata­lo­ni­en), ande­re Regio­nen wer­den fol­gen (Ungarn im Banat und Sie­ben­bür­gen) etc…, was nichts ande­res bedeu­ten wird als die Zer­stö­rung der Euro­päi­schen Uni­on von innen her­aus. Und das EU-„Parlament“ hat nichts ande­res im Sinn, als dafür zu sor­gen, daß die „repro­duk­ti­ve Gesund­heit“ (schö­nes NS-Wort im übri­gen) geför­dert wird. Dar­an wer­den sich aber mus­li­mi­sche Extre­mi­sten so sehr hal­ten! Und bald wird Euro­pa mus­li­misch sein und dann ist Schluß mit Gen­der-Wahn. Man soll­te „Mani­festo 2083“ genau lesen. Es ist exakt das, was auf uns zurollt, wenn die Gen­der-Wahn­sin­ni­gen der EU nicht gestoppt wer­den, not­falls durch einen Auf­stand zum Schutz der Men­schen­rech­te. Das ein­zi­ge, was jeder Christ daher machen kann ist popu­li­stisch zu wäh­len.
    Ich sage es öffent­lich und neh­me nichts zurück. Die EU ist die poli­ti­sche und kul­tu­rel­le Nach­fol­ge­or­ga­ni­sa­ti­on der NSDAP, gott­los unmo­ra­lisch und sata­ni­stisch, völ­kisch gegen die Katho­li­sche Kir­che, gläu­bi­ge Juden und Ein­wan­de­rer ein­ge­stellt, ras­si­stisch im Sin­ne eines Lanz von Lie­ben­fels und letzt­lich dik­ta­to­risch wie einst die NSDAP. Merkt denn nie­mand, daß das Euro­päi­sche Fun­da­ment unter der Last der Sün­de zusam­men­bricht? Das Ende wird die voll­kom­me­ne Zer­stö­rung Euro­pas sein.

    • Sie zeich­nen hier eine düste­re Zukunft. Lei­der haben sie jedoch in allen recht. Wir leben bereits in einer men­schen­ver­ach­ten­den Dik­ta­tur. Es ist unfass­bar, daß die­ses fast nie­mand begreift, erkennt und glaubt. Ich setz­te gro­ße Hoff­nung in die Par­tei AFD, was bleibt auch sonst. Hof­fen wir auf einem guten Wahl­aus­gang und ver­ges­sen wir dafür nicht zu beten. Ich weiß jetzt nicht wer das ein­mal sag­te,“ nun kön­nen nur noch die Beter hel­fen.

      • Viel­leicht mei­nen Sie ja „Allein den Betern kann es noch gelin­gen, das Schwert ob unsern Häup­tern auf­zu­hal­ten…“ von Rein­hold Schnei­der?

        • Des­halb hal­te ich ja
          für so über­le­bens­wich­tig
          — in unse­rer Zeit der Glau­bens­feind­lich­keit des Anti­christ und der Hek­tik -
          die Klö­ster kon­tem­pla­ti­ver Orden,
          wo man noch online bleibt,
          innig­lich betend
          zum Vater im Him­mel,
          zu Jesus Chri­stus und
          zum Hei­li­gen Geist
          und um Für­bit­te bit­tend
          zur Got­tes Mut­ter Maria und
          zu allen Engeln und Hei­li­gen.
          Gott sei Dank hal­ten noch eini­ge über uns und für uns die­sen Bei­stand hoch, wo wir doch selbst oft viel zu wenig Zeit dafür auf­brin­gen.

  3. Ich stel­le mir die Fra­ge, ob eine sol­che Resu­lo­tion nicht gegen unser Grund­ge­setz ver­stößt. Der Kern unse­rer Ver­fas­sung steht immer noch über dem EU-Recht. Es soll­ten fach­kun­di­ge Per­so­nen Kla­ge­mög­lich­kei­ten vor dem BVerfG und dem EU Gerichts­hof prü­fen.

  4. Nie wird vom Anfang gere­det, von dem Zeit­punkt, an dem alle Frau­en und alle Mäd­chen selbst über ihren Kör­per und ihre Sexua­li­tät ver­fü­gen kön­nen (es sei denn, sie wer­den ver­ge­wal­tigt), sich näm­lich ent­schei­den mit einem Mann nicht zusam­men­zu­kom­men. Das muss immer und immer wie­der gesagt wer­den, immer wie­der!

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