Kardinal Maradiaga, Papst in spe: „75 Prozent des Vorschlags zur Kurienreform fertig“

Kardinal Maradiaga mit Papst Franziskus

(Rom) Weni­ge Tage nach Bischof Mar­cel­lo Semer­a­ro, dem Sekre­tär des C9-Kar­di­nal­s­ra­tes, erklär­te auch Kar­di­nal Oscar Rodri­guez Mara­dia­ga, der Koor­di­na­tor die­ses von Papst Fran­zis­kus am 13. April 2013 geschaf­fe­nen Gre­mi­ums, daß „75 Pro­zent“ der Kuri­en­re­form aus­ge­ar­bei­tet sei­en.

Der hon­du­ra­ni­sche Kar­di­nal erklär­te in einem gestern von Radio Vati­kan – Spa­ni­sche Sek­ti­on aus­ge­strahl­ten Bei­trag, daß nach Abschluß der 21. Sit­zung des Kar­di­nal­s­ra­tes „wir fast 75 Pro­zent des neu­en Ent­wurfs der Kon­sti­tu­ti­on Pastor Bonus erreicht haben“.

Die Kon­sti­tu­ti­on Pastor Bonus, 1988 von Papst Johan­nes Paul II. stellt eine Art Ver­fas­sung der Römi­schen Kurie dar.

„Ver­ges­sen wir aber nicht, daß die Arbeit nicht nur eine Reform einer Kon­sti­tu­ti­on ist, son­dern eine Reform der Insti­tu­ti­on der vati­ka­ni­schen Kurie. Wir haben bereits die 21. Ver­samm­lung abge­hal­ten und ich glau­be, daß wir bei 75 Pro­zent sind, um das Ziel der Reform der Kon­sti­tu­ti­on zu errei­chen.“

„Wir sind an einem guten Punkt und hof­fen, daß wir auf die­se Wei­se zum Jah­res­en­de bereits Ergeb­nis­se haben.“

Kon­kret sag­te der Kar­di­nal:

„Wir sind über­zeugt, daß der Hei­li­ge Vater mehr Frau­en und Jun­ge in die Orga­ne der Kuri­en ein­bin­den will“.

Maradiaga-Buch: "Nur das Evangelium ist revolutionär"
Mara­dia­ga-Buch: „Nur das Evan­ge­li­um ist revo­lu­tio­när“

Der Erz­bi­schof von Tegu­cig­al­pa, der Papst Fran­zis­kus sehr nahe­steht, beton­te auch, daß die Kuri­en­re­form „nicht der ein­zi­ge Zweck des Kar­di­nal­s­ra­tes“ sei.

Der Kar­di­nal aus Mit­tel­ame­ri­ka wur­de wegen sei­ner begei­ster­ten Par­tei­nah­me für die Amts­füh­rung von Papst Fran­zis­kus bereits als „Vize-Papst“ bezeich­net. Am 25. März unter­stütz­te er das umstrit­te­ne nach­syn­oda­len Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia von Fran­zis­kus, indem er den vier Kar­di­nä­len, die Dubia (Zwei­fel) dazu vor­ge­bracht haben („Die sind bereits in Pen­si­on“), „ein neu­es Pha­ri­sä­er­tum“ vor­warf.

Mara­dia­ga, der im Ver­dacht der Bestech­lich­keit und eines Abtrei­bungs-Deals mit Geor­ge Soros steht, muß­te für eine sol­che Ent­glei­sung kei­ne Rüge durch Papst Fran­zis­kus fürch­ten.

Aus die­sem Grund leg­te Mara­dia­ga in sei­nem am 2. Mai erschie­nen Gesprächs­buch „Nur das Evan­ge­li­um ist revo­lu­tio­när“ nach und äußer­te sich her­ab­las­send über Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke, den pro­fi­lier­te­sten Kri­ti­ker des der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kats:

„Das ist nur ein armer Mensch.“

Kar­di­nal Bur­ke, damals Prä­fekt des Ober­sten Gerichts­ho­fes der Apo­sto­li­schen Signa­tur, war den „Wahl­hel­fern“ von Papst Fran­zis­kus bereits vor dem Kon­kla­ve ein Dorn im Auge, die aber wegen der schüt­zen­den Hand von Papst Bene­dikt XVI. nicht gegen den US-Ame­ri­ka­ner vor­ge­hen konn­ten.

Die Kri­ti­ker von Papst Fran­zis­kus bezeich­net Mara­dia­ga in sei­nem Buch als „Seil­schaf­ten“, die nur „Macht und nicht Wahr­heit suchen“.

„Wenn sie behaup­ten, daß sie, unter Anfüh­rungs­zei­chen, irgend­ei­ne Häre­sie in den Wor­ten von Fran­zis­kus fin­den, dann irren sie sich gewal­tig, weil sie nur wie Men­schen den­ken und nicht wie der Herr will.“

Die „ein­fa­chen Leu­te sind mit dem Papst“. Der Rest sei­en „arme Ker­le“.

Mit dem Gesprächs­buch mel­de­te der Sale­sia­ner Mara­dia­ga ziem­lich deut­lich sei­ne Kan­di­da­tur für die Nach­fol­ge von Papst Fran­zis­kus an.

Die 22. Sit­zung des C9-Kar­di­nal­s­ra­tes ist für den 11.–13. Dezem­ber vor­ge­se­hen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Faro di Roma (Screen­shot)

2 Kommentare

  1. Unglaub­lich — Jun­ge und Frau­en, so glaubt Mara­dia­ga, sol­len in die vati­ka­ni­sche Kurie ein­zie­hen. Also statt Kar­di­nä­len, die ihres Ran­ges wegen Bera­ter des Pap­stes sind, son­dern irgend­wel­che welt­li­chen Lai­en sol­len ihn bera­ten, „den Papst“.
    Und die Wor­te Jesu Chri­sti im Evan­ge­li­um bzgl Ehe­bruch sind klar. Wie kann jemand glau­bens­treu­en Kar­di­nä­len wie den Dubia-Unter­zeich­nern ein Pha­ri­sä­er­tum vor­wer­fen? Und wie­so soll­te „der Herr“ wol­len, dass der Ehe­bruch erlaubt wird? Ihren Aus­sa­gen zufol­ge ste­hen die Getreu­en die­ses Pap­stes außer­halb der Leh­re der katho­li­schen Kir­che, soviel kann man mit Fug und Recht sagen.

  2. Es ist mir sowie­so egal was die­ser Mensch sagt. Man kann nur für ihn beten und offi­zi­ell rich­tig stel­len, damit ande­re nicht in die Irre gehen.

    Gott sitzt immer am län­ge­ren Hebel. Das soll­te sich die­ser Kar­di­nal zu Her­zen neh­men.

    2 Mak. 3, 23 ff.
    Heliodor jedoch mach­te sich dar­an, sei­nen Ent­schluss aus­zu­füh­ren. 

    24 Schon stand er mit der Leib­wa­che an der Schatz­kam­mer. Da ließ der Herr der Gei­ster und aller Macht eine gewal­ti­ge Erschei­nung sicht­bar wer­den. Alle, die ihn frech beglei­tet hat­ten, erschra­ken vor Got­tes Macht; ihre Kräf­te ver­lie­ßen sie und sie beka­men gro­ße Angst. 

    25 Denn es erschien ihnen ein Pferd mit einem schreck­li­chen Rei­ter dar­auf; das Pferd war mit präch­ti­gem Geschirr geschmückt. Es stürm­te wild auf Heliodor ein und traf ihn hef­tig mit den Vor­der­hu­fen. Sein Rei­ter aber trug eine gol­de­ne Rüstung.

    26 Noch zwei ande­re jun­ge Män­ner erschie­nen, voll gewal­ti­ger Kraft, in strah­len­der Schön­heit und herr­lich geklei­det. Sie tra­ten auf Heliodor zu und peitsch­ten von bei­den Sei­ten auf ihn ein; pau­sen­los schlu­gen sie ihn mit vie­len Hie­ben. 

    27 Da stürz­te er zu Boden und es wur­de ihm schwarz vor den Augen. Man hob ihn schnell auf und leg­te ihn auf eine Bah­re. 

    28 Eben noch war er mit gro­ßem Gefol­ge und der gan­zen Leib­wa­che zu der genann­ten Schatz­kam­mer gekom­men; nun trug man ihn hilf­los hin­aus. Deut­lich hat­te man die Herr­scher­macht Got­tes erkannt. 

    29 So lag er da, durch Got­tes Macht gestürzt, der Spra­che beraubt, ohne jede Hoff­nung auf Ret­tung. 

    30 Die Juden aber prie­sen den Herrn, der an sei­nem Ort so herr­lich sei­ne Macht gezeigt hat­te; und das Hei­lig­tum, das eben noch voll war von Angst und Ver­wir­rung, war erfüllt von Freu­de und Jubel; denn der all­mäch­ti­ge Herr hat­te sich offen­bart.

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