Kalifornien: 111 Menschen in 6 Monaten euthanasiert

Alte Frau - Gefahr der Euthanasie
Alte Frau - Gefahr der Euthanasie

Seit 9. Juni 2016 ist im US-Bun­des­staat Kali­for­ni­en ein Eutha­na­sie­ge­setz in Kraft. In der ver­gan­ge­nen Woche ver­öf­fent­lich­te der Staat sei­nen ersten Bericht über das Gesetz, das es Ärz­ten legal erlaubt, unheil­bar erkrank­te Men­schen zu töten, die ihrer Mei­nung nach maxi­mal sechs Mona­te Lebens­er­war­tung haben.

Die Daten betref­fen die ersten sechs Mona­te seit Anwen­dung des Geset­zes, also den Zeit­raum Juni bis Dezem­ber 2016. 173 Ärz­te stell­ten ins­ge­samt 191 töd­li­che Rezep­te aus, die von 111 Men­schen ver­wen­det wur­den, um mit ärzt­li­cher Bei­hil­fe Selbst­mord zu bege­hen.

Zwar gibt es noch kei­ne offi­zi­el­len Zah­len des „Cali­for­nia Depart­ment of Public Health“ für das Jahr 2017, „Com­pas­si­on & Choices“, die Eutha­na­sie-Orga­ni­sa­ti­on, die auf die töd­li­che Gesetz­ge­bung dräng­te, gab jedoch an, daß sie bereits von ins­ge­samt 504 Selbst­mor­den seit Juni 2016 Kennt­nis habe.

Kali­for­ni­en war der fünf­te US-Bun­des­staat, der ärzt­li­che Ster­be­hil­fe für Men­schen, die unheil­bar erkrankt sind, lega­li­sier­te. Der erste Staat, der Eutha­na­sie ein­führ­te, war Ore­gon in den 1990er Jah­ren. Die neu­en Daten zei­gen, daß Kali­for­ni­en 15mal mehr Todes­ur­tei­le in den ersten sechs Mona­ten fäll­te als Ore­gon im ersten Jahr. Die mei­sten der in Kali­for­ni­en assi­stier­ten Selbst­mord­fäl­le betra­fen wei­ße Krebs­pa­ti­en­ten.

Folgt Kali­for­ni­en dem Trend in Ore­gon, ist von einem Anstieg der Selbst­mor­de aus­zu­ge­hen.

Alex­an­dra Sny­der von der Life Legal Defen­se Foun­da­ti­on, kri­ti­sier­te, daß es kei­ne Mög­lich­keit gibt, fest­zu­stel­len, ob ein Pati­ent, bei­spiels­wei­se durch erben­de Ange­hö­ri­ge nicht zum Selbst­mord gezwun­gen wird.

So wur­de bei­spiels­wei­se aus Hol­land der Fall einer 80-jäh­ri­gen demenz­kran­ken Frau bekannt, die frü­her ein­mal zuge­stimmt hat­te, sich eutha­na­sie­ren las­sen zu wol­len, „wenn die rich­ti­ge Zeit da wäre“. Obwohl sie spä­ter ihre Mei­nung änder­te und deut­lich kund­tat, wei­ter leben zu wol­len, wur­de ihr Tod beschlos­sen. Weil sie sich mit Hän­den und Füßen gegen die töd­li­che Injek­ti­on wehr­te, hol­te die Ärz­tin die Ange­hö­ri­gen zu Hil­fe, die die Frau fest­hiel­ten, wäh­rend sie sie töte­te.

Bild: Pixabay

4 Kommentare

  1. „Weil sie sich mit Hän­den und Füßen gegen die töd­li­che Injek­ti­on wehr­te, hol­te die Ärz­tin die Ange­hö­ri­gen zu Hil­fe, die die Frau fest­hiel­ten, wäh­rend sie sie töte­te.“

    Got sei Dank, dass sie sich wehr­te! So war es wenig­stens kein Selbst­mord!

    • Und Men­schen, die im medi­zi­ni­sche Bereich tätig sind, sind heu­te tat­säch­lich bereit, sich dafür (wie­der?) her­zu­ge­ben..?

    • Soweit kommt man, wenn man mit Pla­ti­tü­den und Wort­hül­sen das Evan­ge­li­um zuklei­stert. Und plötz­lich wird der­ar­ti­ges ein „Men­schen­recht“, weil man ja „einig sei, dass jedes Bemü­hen auf den Men­schen hin­ge­ord­net ist. Heu­te sehen wir die Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit die der­ar­ti­gen Vor­stel­lun­gen nach­fol­gen.
      Nie­mand kann mehr genau und unzwei­deu­tig Aus­kunft dar­über geben, was denn nun schüt­zens­wert ist. Das Leben, oder das Recht auf Tötung? (wobei man die Pati­en­ten vor­her schön weich kocht, indem man ihnen nicht sel­ten Grund­be­dürf­nis­se ver­wei­gert)

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