Francisco und Jacinta, die heiligen Kinder von Fatima — Buchbesprechung von Prof. Josef Seifert

Francisco und Jacinta - Heilige Kinder von Fatima
Francisco und Jacinta - Heilige Kinder von Fatima

Eine bewe­gen­de Wall­fahrt nach Fati­ma am 100. Jah­res­tag der ersten Mari­en­er­schei­nung vom 13. Mai 1917 und das ergrei­fen­de Erleb­nis der am 13. Mai 2017 erfolg­ten Hei­lig­spre­chung der bei­den ein­fa­chen Hir­ten­kin­der Fran­cis­co und Jacin­ta drän­gen mich, der Öffent­lich­keit die­ses kost­ba­re, ja wun­der­ba­re Werk über die bei­den neu­en Hei­li­gen vor­zu­stel­len. Deren Hei­lig­keit beschämt uns Aka­de­mi­ker in gewis­ser Wei­se und bestä­tigt die Vor­lie­be des Him­mels für die „Klei­nen“ und Ein­fa­chen. Bekannt­lich dankt Jesus sei­nem himm­li­schen Vater dafür, daß Er vie­les nicht den Wei­sen und Gro­ßen, son­dern den Kin­dern offen­bart hat, ein Wort, das alle am 17. Mai tief berüh­ren mußte.((Mt 11, 25: “Zu der Zeit ant­wor­te­te Jesus und sprach: Ich prei­se dich, Vater und HERR Him­mels und der Erde, daß du sol­ches den Wei­sen und Klu­gen ver­bor­gen hast und hast es den Unmün­di­gen offen­bart.“)) Das gera­de zum 100jährigen Jubi­lä­um der ersten der 6 Erschei­nun­gen der Jung­frau Maria in Fati­ma in deut­scher Spra­che publi­zier­te Buch des Trap­pi­sten­pa­ters Jean-François de Lou­vencourt „Fran­cis­co und Kacin­ta — Seli­ge Kin­der von Fati­ma“ (die erste deut­sche Über­set­zung eines der zahl­rei­chen Bücher die­ses Autors) ver­dient in jeder Hin­sicht hohes Lob.

Das Buch ver­bin­det eine Rei­he von sel­ten ver­ei­nig­ten Qua­li­tä­ten: Das Werk basiert auf sehr gründ­li­chen und soli­de dar­ge­stell­ten, und teils der All­ge­mein­heit ganz unbe­kann­ten, teils nur unzu­rei­chend bekann­ten, Fak­ten, wie der drei Erschei­nun­gen eines Engels des Frie­dens, der sich in einer zwei­ten Erschei­nung als „Schutz­en­gel Por­tu­gals“ bekann­te. Die Kin­der emp­fin­gen die­se drei Engels­er­schei­nun­gen, die den 6 Mari­en­er­schei­nun­gen vor­her­gin­gen, 1916, und drei wei­te­re ande­rer Engel, unter ihnen 1917 die eines Stra­fen­gels mit gezück­tem Schwert.  Der Inhalt aller Engel und Mari­en­er­schei­nun­gen, wie auch Berich­te über die­sel­ben, wer­den vom Autor akri­bisch genau prä­sen­tiert.

Dabei berück­sich­tigt Lou­vencourt nicht nur die schrift­li­chen und münd­li­chen Zeug­nis­se der Hir­ten­kin­der, sowie die schrift­li­chen und münd­li­chen Aus­sa­gen von Zeu­gen, wel­che eini­ge der wun­der­ba­ren Ereig­nis­se, wie den drei­ma­li­gen „Son­nen­tanz“ (S. 82 ff., 434–440), sel­ber mit­er­lebt haben, son­dern dar­über hin­aus auch die kri­ti­schen kirch­li­chen Stel­lung­nah­men und Zwei­fel sowie die Geschich­te der end­gül­ti­gen kirch­li­chen Aner­ken­nung der Erschei­nun­gen und der vie­len in Fati­ma gesche­he­nen Wun­der, ins­be­son­de­re des Son­nen­wun­ders und diver­ser Kran­ken­hei­lun­gen. Die wun­der­ba­re Lebens­ret­tung Papst Johan­nes Paul II am 64. Jah­res­tag der ersten Erschei­nung in Fati­ma und die Vor­ge­schich­te des Atten­tats stellt der Autor in deren fak­ti­schem Ver­lauf sowie den ver­mu­te­ten Hin­ter­grün­den aus­führ­lich dar, und sieht einen engen Bezug die­ses Ereig­nis­ses zum „drit­ten Geheim­nis“.

Beson­ders her­vor­zu­he­ben ist die umfas­sen­de Bil­dung und der tief­gläu­bi­ge Geist des Autors, der sich im Werk nie­der­schlägt und dem Leser den Sinn der drei Engels­er­schei­nun­gen des Jah­res 2016 und der wei­te­ren drei 2017, und vor allem der sechs Mari­en­er­schei­nun­gen und der in ihnen gespro­che­nen Wor­te der Jung­frau in sehr ori­gi­nel­ler und biblisch begrün­de­ter Wei­se nahe­bringt.  Das in dem Buch — unter ande­rem durch Par­al­le­len zwi­schen den Erschei­nun­gen des Alten Bun­des und den von den Kin­dern emp­fan­ge­nen Erschei­nun­gen — erreich­te tie­fe­re Ver­ständ­nis der­sel­ben und des Glau­bens sel­ber ist ohne Zwei­fel einer der wert­voll­sten Aspek­te des Wer­kes.

In die­sem Zusam­men­hang sind die frap­pie­ren­de Par­al­le­le zwi­schen dem Bericht der Engels­er­schei­nung vom Juli 1917 mit fast buch­stäb­lich glei­chen Beschrei­bun­gen von Engels­er­schei­nun­gen aus dem Alten Bund (S.61) und die noch erstaun­li­che­ren Par­al­le­len zwi­schen dem Bericht der Kin­der über die erste Mari­en­er­schei­nung vom 13. Mai 1917 und dem bibli­schen Bericht über die Ver­klä­rung Jesu auf dem Berg Tabor (S. 63), oder jene zwi­schen den Mari­en­er­schei­nun­gen der Kin­der im all­ge­mei­nen und dem bibli­schen Bericht der Jakobs­lei­ter (S. 70), sowie zwi­schen den Stel­len des Evan­ge­li­ums über die Höl­le und der Höl­len­vi­si­on der Kin­der her­vor­zu­he­ben. (All die­se und zahl­rei­che ande­re Par­al­le­len zwi­schen Fati­ma und der hl. Schrift wer­den vom Autor durch eine Rei­he von neben­ein­an­der gestell­ten Tex­ten belegt). Die­se engen Par­al­le­len betrach­tet der Autor mit Recht als ein wich­ti­ges, viel­leicht das wich­tig­ste, Kri­te­ri­um der Echt­heit der Erschei­nun­gen von Fati­ma, wenn man nicht das in den Augen des Autors des ersten Buches über Jacin­ta (1938) und des Bischofs José Alves Cor­reia de Sil­va aller­tief­ste Kri­te­ri­um der Hei­lig­keit der Kin­der noch dar­über­stel­len möch­te. Msg. José Alves schreibt in sei­nem Vor­wort vom 13. Mai 1938 zu dem Buch, daß das inne­re Leben der klei­nen Hir­ten „der uner­schüt­ter­li­che Beweis für die Echt­heit der Erschei­nun­gen“ ist (S. 420).

Sowohl die ver­schie­de­nen Pha­sen des Son­nen­wun­ders als auch eine Rei­he von ande­ren Wun­dern, ins­be­son­de­re Kran­ken­hei­lun­gen, die auf die Für­spra­che der bei­den hei­li­gen Geschwi­ster und ihrer Cou­si­ne Lucia hin gescha­hen, wer­den genau geschil­dert.

Jacinta Marto
Jacin­ta Mar­to

In der Geschich­te der Aner­ken­nung der über­na­tür­li­chen Natur und Echt­heit der Mari­en­er­schei­nun­gen in Fati­ma durch die Päp­ste ragt ins­be­son­de­re der Fati­ma-Besuch des hl. Pap­stes Johan­nes Paul II. her­aus, der der Mut­ter­got­tes in Dank­bar­keit für die Ret­tung sei­nes Lebens am 13. Mai 1981, die er durch vie­le Ein­zel­hei­ten des gegen ihn ver­üb­ten Atten­tats und sei­ner Ret­tung bestä­tigt sah, die Kugel über­brach­te, die Maria, so war er über­zeugt, in wun­der­ba­rer Wei­se Mil­li­me­ter an sei­nem Her­zen vor­bei­gelenkt hat­te und die damals den zahl­rei­chen und kost­ba­ren von den Gläu­bi­gen geschenk­ten Edel­stei­nen ihrer Kro­ne hin­zu­ge­fügt wur­de.

Das vor­lie­gen­de Werk ist trotz sei­ner histo­ri­schen Akri­bie kein pri­mär histo­ri­sches Werk über Fati­ma und die neu­en Hei­li­gen, son­dern ein im eigent­li­chen Sin­ne des Wor­tes reli­giö­ses Buch, aus dem auf jeder Zei­le der tie­fe katho­li­sche Glau­be des Autors bewe­gend zum Leser spricht. Hier sei beson­ders das wun­der­ba­re 10. Kapi­tel erwähnt: „Zu den Gip­feln der Lie­be“. In des­sen erstem Abschnitt „Die Freu­de der Lie­be“ wird die Lie­be im Leben der bei­den hei­li­gen Kin­der und ihrer Cou­si­ne Lucà­a ergrei­fend dar­ge­stellt, aus­ge­hend von dem Aus­ruf Luci­as: „Wäre ich doch ein Sera­phim, um euch zu sagen, was die Lie­be ist!“ Der über­na­tür­li­che Cha­rak­ter die­ser Freu­de der Lie­be tritt im dar­auf fol­gen­den Abschnitt (268–273) beglückend her­vor. Der Rest des Kapi­tels schil­dert mit tie­fer Ein­füh­lung in die Ver­schie­den­heit Fran­cis­cos und Jacin­tas ihre Lie­be zu Gott und die aus die­ser Got­tes­lie­be quel­len­de Lie­be zu den Men­schen als Kern ihrer Hei­lig­keit.

Ein beson­de­rer Vor­zug des vor­lie­gen­den Wer­kes liegt dar­in, daß es die unbe­que­men und von einer Mehr­zahl der Prie­ster, Bischö­fe und höch­sten geist­li­chen Ver­tre­ter der Kir­che unter den Tisch gekehr­ten, „schreck­li­chen Wahr­hei­ten“, die das Evan­ge­li­um und die Bot­schaft der Engel und der Jung­frau Maria in Fati­ma so dra­stisch leh­ren, nicht weg­dis­ku­tiert oder abschwächt, son­dern in einer an den herr­li­chen Trak­tat der hl. Katha­ri­na von Genua über das Fege­feu­er, den der hl. Franz von Sales allen sei­nen Geist­li­chen anbe­fahl, bevor sie von die­sen Geheim­nis­sen spra­chen, gemah­nen­den Wei­se dem Leser nahe­bringt. Ich mei­ne die Geheim­nis­se des Fege­feu­ers und der Höl­le.

Der Abschnitt über das Fege­feu­er (156–163) im sech­sten Kapi­tel gehört zu den schön­sten des Buches. Er geht von dem erschrecken­den, wenn­gleich ein­zi­gen Satz der Mut­ter Got­tes in Fati­ma über das Fege­feu­er aus, in dem Maria Jacin­ta Mar­to auf deren Fra­ge, ob Ame­lia (ein 20jähriges Mäd­chen aus dem Freun­des­kreis) schon im Him­mel sei, ant­wor­te­te: „Sie wird im Fege­feu­er sein bis zum Ende der Welt“. Lou­vencourt ent­fal­tet, gestützt auf Tex­te der hl. Katha­ri­na von Genua, Sua­rez, der hl. Fausti­na, Papst Bene­dikt XVI., u.a. eine sub­li­me Schau des Fege­feu­ers als Fol­ge der Lie­be Got­tes und der Lie­be zu Gott, in dem die See­le unsag­ba­re Qual und gleich­zei­tig unsag­ba­re und stets wach­sen­de Lie­be erlebt.

Eben­so tief­sin­nig, und der Wahr­heit den Vor­rang vor dem Applaus der Men­schen gebend, sind die Aus­füh­run­gen des Autors über die Höl­len­schau der Kin­der, deren Grau­en ihnen im direkt danach auf­ge­nom­me­nen Foto (S. 567)  ins Gesicht geschrie­ben steht. Der Autor zögert nicht, die aus der Hei­li­gen Schrift, den Kon­zi­li­en und dem Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che und dem Zeug­nis vie­ler Hei­li­ger deut­lich her­vor­ge­hen­de Leh­re von der Wirk­lich­keit und Ewig­keit der Höl­le zu beken­nen und damit auch das Zeug­nis der Jung­frau von Fati­ma und ihrer kind­li­chen Zeu­gen zu bekräf­ti­gen. Der Autor hält sich von moder­nen theo­lo­gi­schen Inter­pre­ta­tio­nen fern, deu­tet sie weder um noch leug­net er sie weg, noch bezeich­net sie auch nur als ver­mut­lich leer, was direkt der Schau der Kin­der und der Bot­schaft sowie dem Auf­ruf zum Gebet der Jung­frau Maria wider­sprä­che.

Francisco Marto
Fran­cis­co Mar­to

Zugleich sieht Lou­vencourt, wie die Kin­der von Fati­ma sel­ber, das uner­gründ­li­che Myste­ri­um der Höl­le und unse­re drän­gen­de Fra­ge, wie die so deut­lich von Gott geof­fen­bar­te Wirk­lich­keit und Ewig­keit einer kei­nes­wegs lee­ren Höl­le mit der unend­li­chen Barm­her­zig­keit und Lie­be Got­tes, und die Won­ne des Him­mels mit dem Anblick der Qua­len der Ver­damm­ten in der Höl­le ver­ein­bar sein kön­nen. Er ver­sucht kei­ne bil­li­ge Auf­lö­sung die­ses Geheim­nis­ses, son­dern endet mit dem­sel­ben Auf­ruf zum inni­gen Gebet und Opfer für die Bekeh­rung der Sün­der und die Ret­tung ihrer See­len, die zum ewi­gen Leben bestimmt sind, den Maria an die drei Kin­der und die­se an alle ihre Ange­hö­ri­gen und Freun­de rich­te­ten. Wie die hl. Kin­der Fran­cis­co und Jacin­ta, macht sich auch Lou­vencourt das Wort der hl. Tere­sa von Avi­la zu eigen, die nach ihrer Höl­len­schau sag­te, sie wür­de ger­ne 1000 Tode ster­ben, um auch nur eine ein­zi­ge See­le vor dem Grau­en der Höl­le zu ret­ten.

Trotz der Fröm­mig­keit des Autors, die das Buch prägt, ist Fran­cis­co und Jacin­ta kein blo­ßes from­mes Andachts­buch, son­dern ein apo­lo­ge­ti­sches  kri­ti­sches Werk, in dem der Glau­be des Autors an die unzwei­fel­haf­te Echt­heit der Erschei­nun­gen der Mut­ter Got­tes in Fati­ma dem nach­denk­li­chen Leser durch über­zeu­gen­de Grün­de  glaub­haft gemacht wird.  Zu die­ser Rol­le der Ver­nunft zur Ver­tei­di­gung der Echt­heit der Höl­len­schau, des Son­nen­wun­ders und der maria­ni­schen Bot­schaft und Erschei­nun­gen in Fati­ma gehört auch eine Aus­ein­an­der­set­zung mit zahl­rei­chen Ver­su­chen einer psy­cho­lo­gi­schen, natur­wis­sen­schaft­li­chen und ande­rer reduk­tio­ni­sti­scher und natu­ra­li­sti­scher Umdeu­tun­gen der Erschei­nun­gen und Wun­der von Fati­ma.

In unge­wohn­ter Ver­bin­dung mit den genann­ten Vor­zü­gen ist das Buch leicht les­bar, poe­tisch und über­aus span­nend geschrie­ben, sodaß es sich strecken­wei­se wie ein Kri­mi­nal­ro­man liest, wie es ja auch den Mord­dro­hun­gen, Ent­füh­run­gen und Ver­fol­gun­gen, durch wel­che die dama­li­gen por­tu­gie­si­schen Auto­ri­tä­ten die Kin­der gequält haben, sowie den Machen­schaf­ten hin­ter dem Atten­tat auf Papst Johan­nes Paul II., das so eng mit Fati­ma ver­quickt ist, ent­spricht.

Die Hei­lig­keit der Kin­der geht bewe­gend aus dem unglaub­li­chen Mut drei­er Kin­der zar­ten Alters her­vor, mit dem die­se auf die bru­ta­len und psy­cho-ter­ro­ri­sti­schen Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che und Angrif­fe der Behör­den geant­wor­tet haben. Fran­cis­co und Jacin­ta gel­ten als die jüng­sten hei­lig­ge­spro­che­nen Kin­der, die nicht als Mär­ty­rer gestor­ben sind. (Sie sind kei­nes­wegs die ein­zi­gen, wie man­che behaup­ten. Man den­ke an die seli­ge Lau­ra Vicuña in Chi­le oder den hl. Dome­ni­co Savio und vie­le ande­re). Obwohl Fran­cis­co und Jacin­ta als die jüng­sten hei­lig­ge­spro­che­nen Kin­der sind, die nicht als Mär­ty­rer gestor­ben sind, kann man sie den­noch auch als der Kro­ne der Mär­ty­rer wür­dig erach­ten. Denn sie blie­ben dem Befehl der Jung­frau treu trotz Ver­si­che­rung der Auto­ri­tä­ten, daß sie bei leben­di­gem Leib in sie­den­dem Öl gesot­ten wür­den, wenn sie die Geheim­nis­se der Jung­frau nicht offen­bar­ten. Ja es wur­de ihnen gesagt, daß das erste bzw. die ersten bei­den ins Ver­hör geru­fe­nen Kin­der schon getö­tet wor­den sei­en und doch blieb auch noch das letz­te Kind stand­haft trotz der Ankün­di­gung eines grau­en­vol­len Mar­ty­ri­ums.

Das Buch ver­fügt fer­ner über einen umfas­sen­den Schatz histo­ri­scher, bio­gra­phi­scher und pho­to­gra­phi­scher Doku­men­ta­ti­on.

In die­sem Zusam­men­hang sind beson­ders die 7 Anhän­ge her­vor­zu­he­ben:

Der erste ent­hält eine umfas­sen­de Chro­no­lo­gie des Lebens der bei­den hei­li­gen Seher­kin­der und der Zeit­span­ne bis zur Selig­spre­chung Fran­cis­cos und Jacin­tas im Jahr 2000 und dar­über hin­aus bis nach dem Tod Luci­as 2005, ja bis zum Jahr 2013.

Der zwei­te Anhang bie­tet eine ein­ge­hen­de Beschrei­bung des Son­nen­wun­ders  und des Berich­tes von Augen­zeu­gen.

Die Originalausgabe
Die Ori­gi­nal­aus­ga­be (2010)

Der drit­te ent­hält eine ziem­lich voll­stän­di­ge Samm­lung der Tex­te, in denen die Päp­ste der Bit­te der Jung­frau, Ruß­land und die gan­ze Mensch­heit dem unbe­fleck­ten Her­zen Mari­as zu wei­hen, nach­ge­kom­men sind. 1942, zum 25. Jubi­lä­um der letz­ten Erschei­nung,  voll­zieht Papst Pius XII die­se Wei­he in einem fei­er­li­chen und bewe­gen­den Gebet an die Rosen­kranz­kö­ni­gin, das, wie ande­re Gebe­te, in Fran­cis­co und Jacin­ta voll­stän­dig abge­druckt ist (S. 441–442). Am 8. Dezem­ber des­sel­ben Jah­res wird die­sel­be Wei­he fei­er­lich wie­der­holt.  Am 7. Juli 1952, dem Fest der Sla­wen­apo­stel Cyrill und Method, wen­det sich Pius XII. direkt an die Völ­ker Ruß­lands und weiht in beson­de­rer Wei­se „alle Völ­ker Ruß­lands“ dem Unbe­fleck­ten Her­zen Mariä, zwar nur im „Ein­zel­gang“, for­dert aber danach alle Bischö­fe auf, die­se Wei­he in Ein­heit mit ihm nach­zu­voll­zie­hen. Auch eini­ge Wei­he­tex­te Papst Paul VI., Johan­nes Paul II., sowie die im Namen von Papst Fran­zis­kus auf des­sen aus­drück­li­che Bit­te hin vom Kar­di­nal von Lis­sa­bon 2013 voll­zo­ge­ne Wei­he sei­nes Pon­ti­fi­kats  an das Unbe­fleck­te Herz feh­len nicht. Schon im 7. Kapi­tel „Pro­phe­ten des Unbe­fleck­ten Her­zens Mariä“ (4. Auf dem Weg zum Tri­umph des Unbe­fleck­ten Her­zens), wer­den die Wor­te der Schwe­ster Lucia wie­der­ge­ge­ben, die mehr­fach schrift­lich und münd­lich bestä­tigt hat, daß der am 25. März 1984 fei­er­lich vom Papst Johan­nes Paul II. voll­zo­ge­ne Wei­he­akt der gan­zen Welt an das Unbe­fleck­te Herz Mariä die Bit­te Mari­as in Fati­ma erfüllt habe, auch wenn der Papst nament­lich Ruß­land nur „in pec­to­re“ genannt habe. Der Papst hat­te zuvor allen Bischö­fen der Welt geschrie­ben und sie gebe­ten, sich die­sem Wei­he­akt anzu­schlie­ßen. Auf die­se und ande­re Wei­sen wider­legt das Buch die immer wie­der­keh­ren­de Behaup­tung, der in Fati­ma ver­lang­te Wei­he­akt Ruß­lands an das Unbe­fleck­te Herz Mari­ens durch den Papst habe nie statt­ge­fun­den. (S. 189–199).

Anhang 4 infor­miert ein­ge­hend über die enge Bezie­hung aller Päp­ste ab Bene­dikt XV. zu Fati­ma und ent­hält vie­le ein­drucks­vol­le Wor­te der Päp­ste, Berich­te, sowie eine detail­lier­te Chro­no­lo­gie.

Anhang 5 schil­dert die Bezie­hung einer Rei­he von Hei­li­gen zu Fati­ma.

Anhang 6 berich­tet über die vie­len Kir­chen, Kapel­len, Stra­ßen­na­men, Reli­qui­en etc., die mit Fran­cis­co und Jacin­ta ver­bun­den sind.

Anhang 7 ent­hält diver­se Gebe­te, die sich auf Fati­ma und die bei­den hei­li­gen Kin­der bezie­hen: die bei­den von dem Engel gelehr­ten Gebe­te (das zwei­te ent­spricht fast buch­stäb­lich dem von Schwe­ster Fausti­na inspi­rier­ten Süh­ne­ge­bet im Rosen­kranz der Barm­her­zig­keit), sowie die bei­den die Kin­der von Maria gelehr­ten Gebe­te. Dazu noch eine Rei­he ande­rer Gebe­te, etwa Tex­te aus der hl. Mes­se der Selig­spre­chung der Hir­ten­kin­der.

An die­se äußerst wert­vol­len Anhän­ge schließt eine sehr umfas­sen­de und gewis­sen­haft nach den Quel­len doku­men­tier­te Samm­lung von Fotos an.

Im Hin­blick auf alle genann­ten und vie­le unge­nann­ten Vor­zü­ge kann man das Werk Lou­vencourts allen Lesern, sei­en die­se schlich­te und ein­fa­che Gläu­bi­ge oder gelehr­te Theo­lo­gen, wärm­stens emp­feh­len.

Jean-François de Lou­vencourt: Fran­cis­co und Jacin­ta — Seli­ge Kin­der von Fati­ma. Mit einem Geleit­wort von Dr. Gre­gor Maria Hanke OSB, Bischof von Eich­stätt, über­setzt von Joa­chim Volk­mann. Patri­mo­ni­um-Ver­lag, Mainz, 2017). Kau­fen bei falkmedien.de — Part­ner­link.

Text: Prof. Josef Sei­fert, Gra­na­da, IAP-IFES, Spa­ni­en
Bild: Patrimonium-Verlag/Vatican.va/Editions de l’Em­ma­nu­el (Screen­shots)

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2 Kommentare

  1. Lei­der hat der Wei­he­akt, wie vom Him­mel ver­langt, tat­säch­lich nie statt­ge­fun­den. Sogar Kar­di­nal Bur­ke äußer­te sich jetzt in die­se Rich­tung:
    https://onepeterfive.com/breaking-cardinal-burke-calls-consecration-russia-immaculate-heart-mary/
    Hier ein Kom­men­tar des Chef­re­dak­teurs von One­Pe­ter­Fi­ve:
    https://onepeterfive.com/is-fatima-a-distraction/

    Hier ein Bei­trag von Life­Si­teNews:
    https://www.lifesitenews.com/news/catholic-historian-we-need-consecration-of-russia-to-save-the-church

  2. Scha­de, daß das anschei­nend lesens­wer­te Buch in der kata­stro­pha­len Fehl­ein­schät­zung und Miß­in­ter­pre­ta­ti­on kul­mi­niert, wonach „alles rite et rec­te“ voll­zo­gen sei, was die Got­tes­mut­ter ver­langt habe. Dann fragt man sich, war­um die Got­tes­mut­ter den Päp­sten das Schick­sal der fran­zö­si­schen Köni­ge pro­phe­zeit hat, die sich wei­ger­ten, die Herz-Jesu-Wei­he für ihr Land zu voll­zie­hen und eben­so schaut man ver­geb­lich nach der Bekeh­rung Ruß­lands aus, wel­ches heu­te mehr denn je durch die Pere­stro­j­ka sei­ne Irr­tü­mer über die Welt aus­brei­tet. Scha­de!

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