Die amerikanischen Gegner von Papst Franziskus

Papst Franziskus und seine "Gegner": Umbau der Kirche durch Bischofsernennungen
Papst Franziskus und seine "Gegner": Umbau der Kirche durch Bischofsernennungen

(Rom) „Die ita­lie­ni­schen Bischö­fe befin­den sich inzwi­schen ganz unter der Kon­trol­le Ber­go­gli­os. Die hart­näckig­ste Oppo­si­ti­on kommt aber aus Über­see.“ So kom­men­tiert der bekann­te Vati­ka­nist, San­dro Magi­ster, die jüng­sten per­so­nel­len Umbe­set­zun­gen auf der Apen­ni­nen­halb­in­sel. Die Füh­rungs­spit­ze der in der Welt­kir­che wich­ti­gen Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz besteht nur mehr aus „Ber­go­glia­nern“. Ein sol­cher ist auch der neue Vikar, der die Auf­ga­ben des Pap­stes als Bischof von Rom wahr­nimmt. Welt­weit sieht die Sache aber anders aus. Hin­ter dem argen­ti­ni­schen Papst ste­hen vor allem die erlahm­te west­eu­ro­päi­sche Orts­kir­chen, wäh­rend die vita­len Kir­chen die Ber­go­glio-Linie nicht unterstützen.

Franziskus‘ Umbau der italienischen Kirche

Mit der Wahl von Papst Fran­zis­kus wur­de all­ge­mein damit gerech­net, daß die Stun­den von Kar­di­nal Ange­lo Bag­nas­co, Erz­bi­schof von Genua, als vom Papst – aller­dings Bene­dikt XVI. – ernann­ter Vor­sit­zen­der der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz gezählt sind. Fran­zis­kus woll­te es nach sei­nem irri­tie­ren­den Pon­ti­fi­kats­be­ginn ver­mei­den, sich zu vie­le Fein­de auf ein­mal zu schaf­fen. So beließ er Kar­di­nal Bag­nas­co über­ra­schend im Amt, was nach außen als beru­hi­gen­des Signal gewer­tet wur­de – und auch so beab­sich­tigt war. Statt des­sen ersetz­te er den Gene­ral­se­kre­tär, von dem in der Regel nur Insi­der wis­sen, wie er über­haupt heißt. Aus­ge­stat­tet mit dem Man­dat des Pap­stes, wur­de der neue Gene­ral­se­kre­tär, Bischof Nun­zio Galan­ti­no, jedoch zum eigent­li­chen star­ken Mann der Bischofs­kon­fe­renz, wäh­rend Kar­di­nal Bag­nas­co nur mehr die Fas­sa­de bildete.

Papst Franziskus mit Bischof Galantino
Papst Fran­zis­kus mit Bischof Galantino

Drei Jah­re spä­ter ersetz­te Fran­zis­kus nun auch Kar­di­nal Bag­nas­co, was nie­mand mehr auf­regt. Denn drei Jah­re nach Beginn eines Pon­ti­fi­kats gilt das als Rou­ti­ne. Mit der Ernen­nung von Kar­di­nal Gual­tie­ro Bas­set­ti, Erz­bi­schof von Perugia, zum neu­en Vor­sit­zen­den hat Papst Fran­zis­kus „die vol­le Kon­trol­le über die Ita­lie­ni­sche Bischofskonferenz“.

Obwohl erst vier Jah­re und zwei­ein­halb Mona­te im Amt wur­de ein gan­zes Drit­tel der ita­lie­ni­schen Bischö­fe bereits von Fran­zis­kus ernannt. Dar­un­ter befin­den sich auch drei der bedeu­tend­sten Bischofs­stüh­le, näm­lich Bolo­gna, Paler­mo und Rom. In allen drei Fäl­len, der jüng­ste, Rom, erst ver­gan­ge­ne Woche, ernann­te Fran­zis­kus ein­deu­ti­ge „Ber­go­glia­ner“, Prie­ster „von den Rän­dern“, „der Peri­phe­rie“, „Stra­ßen­prie­ster“ mit „dem Geruch der Scha­fe“. Bald wird das wich­tig­ste Bis­tum fol­gen: Am 7. Novem­ber voll­endet Kar­di­nal Ange­lo Sco­la, der Erz­bi­schof von Mai­land, bereits sein 76. Lebens­jahr. Im Herbst 2016 reich­te er, wie es das Kir­chen­recht vor­sieht, mit dem 75. Geburts­tag sei­nen Rück­tritt ein, über den Fran­zis­kus noch nicht ent­schie­den hat. Es ist daher denk­bar – und wird von vie­len auch so erwar­tet, daß der Papst sei­nen Gegen­spie­ler im Kon­kla­ve jeder­zeit abbe­ru­fen könnte.

Je bedeutender der Bischofssitze, desto progressiver der neue Bischof

Kar­di­nal Sco­la hat­te neben Fran­zis­kus im Kon­kla­ve 2013 die mei­sten Stim­men erhal­ten. Es ist ein offe­nes Geheim­nis, daß der argen­ti­ni­sche Papst für sei­nen Kon­kur­ren­ten von damals kei­ne beson­de­re Herz­lich­keit emp­fin­det. Sco­la erfüll­te für Papst Bene­dikt XVI. eine dop­pel­te Auf­ga­be. Der ehe­ma­li­ge Patri­arch von Vene­dig, den Bene­dikt auf den Bischofs­stuhl des Kir­chen­va­ters Ambro­si­us ver­setz­te, soll­te im Erz­bis­tum Mai­land mit der Ära von Kar­di­nal Car­lo Maria Mar­ti­ni auf­räu­men, natür­lich nicht abrupt, son­dern ruhig, fast still­schwei­gend, wie es Bene­dikts Art war. Zudem brach­te er Kar­di­nal Sco­la als „Papa­bi­le“ und mög­li­chen Nach­fol­ger in Stel­lung. Bene­dikt XVI. hat­te jedoch die Rech­nung ohne den von Kar­di­nal Mar­ti­ni gegrün­de­ten Geheim­zir­kel der Grup­pe Sankt Gal­len gemacht.

Papst besucht Mailand und sitzt vor dem Allerheiligsten
Papst besucht Mai­land und sitzt vor dem Allerheiligsten

Nach­dem Kar­di­nal Sco­la gegen Fran­zis­kus im Kon­kla­ve geschei­tert war, erwies er sich als loya­ler Kir­chen­mann. Kri­tik wur­de aus dem Mund des Ober­haupts der Ambro­sia­ni­schen Kir­che nicht laut. Viel­mehr lud er Fran­zis­kus sofort und mehr­fach nach Mai­land ein, was der neue Papst aber prompt und kon­se­quent aus­schlug. In zu gro­ße, sicht­ba­re Nähe zum Gegen­spie­ler woll­te sich Fran­zis­kus nicht bege­ben. Erst nach vier Jah­ren des Pon­ti­fi­kats nahm er im ver­gan­ge­nen März die Ein­la­dung an.

Aus den Bischofs­er­nen­nun­gen, die Fran­zis­kus in Ita­li­en vor­nahm, läßt sich ein Muster able­sen. Je gewich­ti­ger ein Bischofs­stuhl ist, desto pro­gres­si­ver ist der neue Bischof, den Fran­zis­kus ein­setzt. Dazu San­dro Magister:

„Die Ernen­nun­gen sind ein Schlüs­sel­ele­ment der Stra­te­gie von Jor­ge Mario Ber­go­glio. Es genügt zu schau­en, wie er das Kar­di­nals­kol­le­gi­um, das in der Zukunft sei­nen Nach­fol­ger wäh­len wird, nach sei­nen Vor­stel­lun­gen umbaut. Nach der jüng­sten Bekannt­ga­be von Pur­pur­ver­lei­hun­gen, die für Ende Juni ange­kün­digt wur­den, rückt die Even­tua­li­tät, daß der näch­ste Papst eine Rück­kehr in die Ver­gan­gen­heit voll­zie­hen könn­te, immer wei­ter in die Ferne.“

BRD, Österreich, Belgien – im Rest der Welt sieht es anders aus

Papst Fran­zis­kus genießt unter den Bischö­fen der Welt­kir­che aber kei­nes­wegs jene Zunei­gung und Unter­stüt­zung, wie sie ihm von welt­li­chen Medi­en ent­ge­gen­ge­bracht wer­den. Das gilt in erster Linie nur für jene Bischö­fe und Kar­di­nä­le, die er selbst ernannt hat. Zuver­läs­sig stüt­zen kann sich Fran­zis­kus der­zeit nur auf die Bischofs­kon­fe­ren­zen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, von Öster­reich und Bel­gi­en und nun auch von Italien.

Die ein­zi­gen Bischofs­kon­fe­ren­zen, die Fran­zis­kus bedin­gungs­los fol­gen, betref­fen jene Län­der, die ihn auf den Stuhl des Petrus geho­ben haben. Zwei von vier Papst-Machern des Team Ber­go­glio kamen aus Deutsch­land, einer aus Bel­gi­en. Die eif­rig­sten Unter­stüt­zer im Epi­sko­pat fin­det der Papst in Län­dern West­eu­ro­pas, in denen es mit der Kir­che nicht zum Besten bestellt ist. Hier wirkt die Kir­che erstarrt, trä­ge, ver­bü­ro­kra­ti­siert, satt und ohne den bren­nen­den Glau­bens­ei­fer des Hei­li­gen Geistes.

Ganz anders sieht die Situa­ti­on in den wirk­lich vita­len Kir­chen aus, beson­ders in Afri­ka. Die­se leben­di­gen Kir­chen haben sich in den bei­den Bischofs­syn­oden über die Fami­lie geschlos­sen auf die Sei­te der kirch­li­chen Tra­di­ti­on gestellt und gegen das zeit­geist­durch­tränk­te, west­eu­ro­päi­sche Wohl­stands­chri­sten­tum – und damit auch gegen die von Papst Fran­zis­kus gewoll­ten Neuerungen.

Blickt man über den west­eu­ro­päi­schen Tel­ler­rand hin­aus und nimmt die gesam­te Welt­kir­che als Grund­la­ge, sieht die Gesamt­si­tua­ti­on für Papst Fran­zis­kus ziem­lich ungün­stig aus.

Nordamerika und das „Referendum“, das Franziskus verloren hat

In Kana­da, wo Papst Fran­zis­kus sich bei den ukrai­nisch-unier­ten Bischö­fen über die Mög­lich­keit eines ver­hei­ra­te­ten Kle­rus erkun­dig­te, haben die Bischö­fe des Staa­tes Alber­ta in einem Hir­ten­brief der Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner zur Kom­mu­ni­on ein kla­re Absa­ge erteilt. In den USA sieht es nicht anders aus. Aus­nah­me bil­den auch dort nur jene, noch weni­gen Bischö­fe, die Fran­zis­kus ernann­te. Die Bischofs­kon­fe­renz der USA bewegt sich nicht auf Ber­go­glio-Linie. Erst im ver­gan­ge­nen Novem­ber wähl­te sie Kar­di­nal Dani­el DiNar­do zum neu­en Vor­sit­zen­den, einen der drei­zehn Kar­di­nä­le, die im Okto­ber 2015, am Beginn der zwei­ten Bischofs­syn­ode über die Fami­lie, den Pro­test­brief an Fran­zis­kus schrie­ben, weil sie sich hin­ter­gan­gen fühl­ten. Sie beklag­ten dar­in den Ein­druck, vor voll­ende­te Tat­sa­chen gestellt zu wer­den, als sei die Syn­ode nur mehr eine Far­ce und sie die Sta­ti­sten dazu. Sie äußer­ten die Ver­mu­tung, daß hin­ter den Kulis­sen längst alles ent­schie­den sei und zwar zugun­sten eines inak­zep­ta­blen Bruchs durch Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner zu den Sakramenten.

Der Pro­test­brief schlug wie eine Bom­be. Als vier nam­haf­te Kar­di­nä­le ihre Beden­ken zum Syn­oden-Ergeb­nis, dem umstrit­te­nen nach­syn­oda­len Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia, in Form von Dubia (Zwei­feln) vor­leg­ten, „koch­te der Papst vor Zorn“. Nicht viel anders war die Stim­mung bereits ein Jahr zuvor wegen des Pro­test­brie­fes der drei­zehn Kardinäle.

Die US-Medi­en beob­ach­te­ten die Wahl des Vor­sit­zen­den der Ame­ri­ka­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz als eine Art Refe­ren­dum über Papst Fran­zis­kus. Eine Abstim­mung, die für Fran­zis­kus ein­deu­tig ver­lo­ren­ging. Im Sep­tem­ber 2015 hat­te Fran­zis­kus den US-Bischö­fen bei sei­nem Besuch in den USA eine „Kurs­än­de­rung“ ange­ord­net. Die Auf­for­de­rung war weni­ger eine höf­li­che Ein­la­dung, son­dern ein wenig ver­hüll­ter Befehl. Der Papst woll­te die Bischö­fe der USA auf Linie brin­gen – auf Bergoglio-Linie.

Im Früh­jahr 2016 tausch­te er den Apo­sto­li­schen Nun­ti­us in Washing­ton aus, um offen­bar noch kon­se­quen­ter bei den Bischofs­er­nen­nun­gen durch­grei­fen zu kön­nen. Zuvor hat­te die­ser Nun­ti­us, der in Mexi­ko tätig, im Zusam­men­hang mit Papst Fran­zis­kus bereits den Ärger der mexi­ka­ni­schen Orts­kir­che auf sich gezogen.

Die päpst­li­chen Ernen­nun­gen in den USA wei­sen jeden­falls in eine kla­re Rich­tung. Das gilt vor allem für den Para­de­fall des Erz­bi­schofs von Chi­ca­go, wo er den pro­gres­siv­sten Außen­sei­ter, Bischof Bla­se Cup­ich, ernann­te und zum Kar­di­nal mach­te. Inzwi­schen sind bereits eine gan­ze Rei­he sol­cher Ernen­nun­gen erfolgt. Auch im Kar­di­nals­kol­le­gi­um bau­te Fran­zis­kus die US-Ver­tre­tung mit Eifer um. Inzwi­schen sit­zen bereits drei US-Kar­di­nä­le im Kir­chen­se­nat, die sich als eif­ri­ge, ja eif­rig­ste „Ber­go­glia­ner“ zeigen.

Bei sei­nem Ernen­nungs­tem­po scheint aller­dings alles nur eine Fra­ge der Zeit zu sein. Bleibt Fran­zis­kus aus­rei­chend Zeit, könn­ten sich auch die Mehr­heits­ver­hält­nis­se in der US-Bischofs­kon­fe­renz nach deut­schem und bel­gi­schem Muster ver­schie­ben. Hin­ter den Kulis­sen soll Fran­zis­kus im engen Mit­ar­bei­ter­kreis sei­nem Ärger Luft gemacht haben, über die „Anti-Bergoglio“-Führung, die sich die US-Bischö­fe gaben.

Drang zu linken Politikern — Verärgerung unter Bischöfen

Erstaun­li­cher ist, wor­auf Magi­ster hin­weist, daß Fran­zis­kus auch unter Latein­ame­ri­kas Bischö­fen nicht son­der­lich beliebt ist. Jeden­falls gilt das für Kolum­bi­en wo die Bischö­fe den Papst ihre Anti­pa­thie auch spü­ren lie­ßen. Der Grund ist in der päpst­li­chen Ein­mi­schung in innen­po­li­ti­sche Fra­gen zu suchen. Fran­zis­kus unter­stütz­te, wegen sei­nes Han­ges zu lin­ken Bewe­gun­gen, mas­siv das Frie­dens­ab­kom­men zwi­schen Regie­rung und der mar­xi­sti­schen Nar­co­gue­ril­la FARC. Die Bischö­fe des Lan­des lehn­ten das Abkom­men aus guten Grün­den ab. Es hät­te die Ter­ro­ri­sten, die das Land jahr­zehn­te­lang mit gro­ßem Leid über­sä­ten zum aner­kann­ten poli­ti­schen Gesprächs­part­ner gemacht.

„In Boli­vi­en ertra­gen die Bischö­fe ganz und gar nicht die demon­stra­tiv freund­schaft­li­che Bezie­hung, die Ber­go­glio mit dem ‚Cocalero‘-Präsident Evo Mora­les pflegt, der ihr erklär­ter Feind ist, seit sie die ‚hohen Struk­tu­ren‘ des Staa­tes beschul­dig­ten, Ver­bin­dung mit dem Dro­gen­han­del zu haben“, so Magister.

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Papst Franziskus mit Venezuelas Präsident Nicolas Maduro
Papst Fran­zis­kus mit Vene­zue­las Prä­si­dent Nico­las Maduro

n Vene­zue­la sieht es nicht anders aus. Papst Fran­zis­kus unter­stützt das real­so­zia­li­sti­sche Regime von Nico­las Madu­ro, des­sen Macht­er­halt er offen­bar för­dern will. Für die Bischö­fe des Lan­des ist jede neue Par­tei­nah­me des Pap­stes für Madu­ro und sei­ne „Boli­va­ri­sche Revo­lu­ti­on“ wie ein Dolchstoß.

Magi­ster lenkt den Blick zudem auf die Ukrai­ne. Dort fühlt sich die seit 420 Jah­ren mit Rom unier­te ukrai­ni­sche grie­chisch-katho­li­sche Kir­che von Fran­zis­kus ver­ra­ten. Die­se Orts­kir­che beruft sich auf die Kir­chen­ein­heit zwi­schen West- und Ost­kir­che, die 1439 auf dem Kon­zil von Flo­renz erreicht wer­den konn­te, deren Umset­zung aber durch die isla­mi­sche Erobe­rung Kon­stan­ti­no­pels 1453 nicht umge­setzt wer­den konn­te. Papst Fran­zis­kus traf sich im Febru­ar 2016 mit dem rus­sisch-ortho­do­xen Patri­ar­chen von Mos­kau, und das aus­ge­rech­net auf Kuba, wo der Pal­men-Sozia­lis­mus die Kir­che unter­drückt. Die bei­den Kir­chen­ver­tre­ter unter­zeich­ne­ten eine Gemein­sa­me Erklä­rung, die für die ukrai­ni­schen Unier­ten wie ein Schlag ins Gesicht war. Kaum war das Flug­zeug mit dem Papst in Havan­na abge­ho­ben, rela­ti­vier­te Fran­zis­kus, auf die Ukrai­ne ange­spro­chen, das soeben unter­schrie­ben Doku­ment, was den Gesamt­ein­druck eher ver­schlech­ter­te als ver­bes­ser­te. Die ukrai­ni­schen Unier­ten füh­len sich mit­nich­ten beruhigt.

Gegen­über der Volks­re­pu­blik Chi­na ver­folgt Fran­zis­kus einen Kurs, der bereits als „Neue Ost­po­li­tik“ bezeich­net wird. Der Papst beton­te mehr­fach, daß es in der kom­mu­ni­sti­schen Dik­ta­tur im „Reich der Mit­te“ mög­lich sei, die Reli­gi­on zu prak­ti­zie­ren, was den wirk­li­chen Ver­hält­nis­sen Hohn spot­tet. Prak­ti­zie­ren kön­nen die regi­me­hö­ri­gen Katho­li­ken. Die rom­treu­en Bischö­fe und Katho­li­ken sind in der soge­nann­ten Unter­grund­kir­che orga­ni­siert und wer­den „ver­folgt und ein­ge­sperrt“, so Magister.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: L’Espresso/vatican.va (Screen­shot)

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2 Kommentare

  1. Papst Fran­zis­kus will eine ande­re Kir­che. Er dul­det das Erstar­ken der Tra­di­ti­on. Er will die­se Ent­wick­lun­gen aber kon­trol­lie­ren. Er erhofft sich mit pro­gres­si­ven Bischö­fen und Kar­di­nä­len ein Kir­che zu schaf­fen, die er für rich­ti­ger und zeit­ge­mä­ßer erach­tet. Seit fünf­zig Jah­ren haben wir die­se Ent­wick­lun­gen mit den bekann­ten Ergeb­nis­sen. Er hält an Ideen der spä­ten sech­zi­ger fest und will eine viel pro­gres­si­ve­re Kir­che, obwohl es bis­her nicht funk­tio­niert hat. Ich ver­ste­he die­se Logik nicht.

  2. Bei etli­chen alten Men­schen über 75 Jah­ren habe ich es erlebt, dass sie nicht mehr über Feh­ler oder Sün­den ihres bis­he­ri­gen Lebens reflek­tie­ren kön­nen und nicht ande­res wahr­neh­men wol­len. Statt sich so kurz vor dem Grab wie­der dem Herrn zuzu­wen­den leh­nen sie dies vehe­ment ab, denn dann müss­ten sie einen gro­ßen Teil ihres Lebens (z. B. fünf „Lebens­ge­fähr­tin­nen, selbst, wenn es von denen kei­ne mehr gibt) als falsch erklä­ren und dies scheint unmög­lich zu sein. Eeben­so ist es mit vie­len „Alten“, die auf jeden Fall wei­ter CDU wäh­len, denn dies haben sie ihr gan­zes Leben getan oder die „Alten“, die wei­ter grün wäh­len, weil sie von ihrer Mei­nung, dass die Grü­nen „für die Bäu­me gut sind“ auf kei­nen Fall abzu­brin­gen sind. Viel­leicht ist es beim Papst genau­so, ein Leben in Süd­ame­ri­ka lässt im Alter viel­leicht nur noch die sozia­len Pro­ble­me und die Befrei­ungs­theo­lo­gie sehen, viel­leicht auch des­we­gen die schwar­zen Schu­he, der Klein­wa­gen und das sil­ber­far­be­ne Kreuz.

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