Maria, Unsere Liebe Frau von Fatima, schütze unseren Papst Franziskus!

1917-2017: 100 Jahre Marienrscheinungen von Fatima
1917-2017: 100 Jahre Marienerscheinungen von Fatima

Unser Gast­kom­men­ta­tor Dr. Mar­kus Büning möch­te den Papst-Besuch in Fati­ma, am Vor­abend des 100. Jah­res­ta­ges der ersten Mari­en­er­schei­nung in der Cova da Iria zu einer per­sön­li­chen, ver­söhn­li­chen Stel­lung­nah­me nüt­zen. Sei­ner Bit­te um Ver­öf­fent­li­chung wol­len wir uns nicht ver­schlie­ßen.

Gast­kom­men­tar von Mar­kus Büning*

Nach vie­len Kon­tro­ver­sen über die­ses Pon­ti­fi­kat ist es mei­nes Erach­tens Zeit, inne zu hal­ten. War­um? Mor­gen schaut die katho­li­sche Welt nach Fati­ma. Fati­ma ist für mich im Kern die Wie­der­ho­lung des Her­ren­wor­tes: „Kehrt um und glaubt an das Evan­ge­li­um!“ (Mk 1,15). Und, hier sind auch die­je­ni­gen gefor­dert, die viel Kri­tik, sicher auch berech­tig­te, an die­sem Pon­ti­fex geübt haben, mich ein­ge­schlos­sen. Aus mei­ner Sicht habe ich zu Amo­ris Lae­ti­tia alles gesagt, was zu sagen ist. Sicher war manch ein Satz sehr zuge­spitzt. Auch ich habe mei­ne Gren­zen und es kann sein, dass ich hier eini­ges nicht rich­tig ver­stan­den habe. Ande­rer­seits gibt es gute Argu­men­te, hier kri­ti­sche Fra­gen zu stel­len.

Eines muss ich die­sem Papst aller­dings las­sen. Er hat gro­ßen Mut! Ja, das mei­ne ich ganz auf­rich­tig. In den letz­ten Tagen hat er in einer Pre­digt zutref­fend von der Pro­zess­haf­tig­keit unse­rer Wert­maß­stä­be gespro­chen. Hier ein Zitat dar­aus.

„Den­ken wir an die Skla­ve­rei: Als wir zur Schu­le gin­gen, haben sie uns da erzählt, was man mit den Skla­ven mach­te. Wie man sie fing, sie ver­kauf­te, auch in Latein­ame­ri­ka. Das ist eine Tod­sün­de – heu­te sagen wir das. Damals sah man das anders. Damals sag­ten eini­ge: Das ist erlaubt, weil die­se Leu­te ja gar kei­ne See­le haben. Man muss­te erst wei­ter­ge­hen, um den Glau­ben und die Moral bes­ser zu ver­ste­hen. – Oh, Pad­re, gut, dass es heu­te kei­ne Skla­ven mehr gibt! – Doch, die gibt es, sogar mehr noch als frü­her! Aber wenig­stens wis­sen wir heu­te, dass das eine Tod­sün­de ist. Wir sind vor­wärts­ge­gan­gen. Das­sel­be gilt für die Todes­stra­fe, die frü­her mal nor­mal war. Und heu­te sagen wir, dass sie nicht zuläs­sig ist!“

Und schon geht die unsach­ge­mä­ße Kri­tik wie­der los: Der Papst wider­spre­che dem Kate­chis­mus. Aber: Auch im Kate­chis­mus kön­nen Din­ge ste­hen, die schlicht­weg falsch sind und zwar even­tu­ell dann, wenn sie nicht unmit­tel­bar das Dog­ma betref­fen. Da stand und steht natür­lich auch viel Zeit­be­ding­tes drin, was wir so heu­te in der Tat nicht mehr sagen kön­nen. Recht hat er, wenn er den Lebens­schutz auch für die Men­schen ein­for­dert, die in schwe­re Schuld gefal­len sind, ja auch für die, die gemor­det haben. Jeder Mensch hat das Recht zur Umkehr und jeder Mensch ist ein Abbild des Schöp­fers. Und dar­um gilt unbe­dingt: Du sollst nicht töten! Dan­ke Papst Fran­zis­kus für die­sen kla­ren Impuls.

Der Papst freut sich auf Fati­ma: Am Mitt­woch­abend hat er schon mal eine Video­bot­schaft nach Por­tu­gal geschickt. Hier­in hat er einen Satz gesagt, der mich zutiefst bewegt. Da sagt der Papst einen zutiefst katho­li­schen Satz:

„Ich kom­me als Hir­te der Welt­kir­che zur Jung­frau Maria, um ihr die schön­sten ‚Blu­men‘ anzu­bie­ten, die Jesus mei­ner Sor­ge anver­traut hat – näm­lich die Brü­der und Schwe­stern aus der gan­zen Welt, die er ohne Aus­nah­me los­ge­kauft hat durch sein Blut. Ich brau­che Sie alle an mei­ner Sei­te, ich bit­te um Ihre (phy­si­sche oder geist­li­che) Anwe­sen­heit, damit ich Sie alle der Jung­frau anver­trau­en kann.“

Hier spü­re ich eine tie­fe geist­li­che Sicht, die er von sei­nem Amt hat. Ja, hier erah­ne ich, wie sehr er auch die Last die­ses Amtes erfah­ren muss. Groß­ar­tig ist es, dass er uns alle nach Fati­ma mit­nimmt. Und auch an uns Kri­ti­ker ist die­ses Wort gerich­tet: Ich brau­che Sie alle! Ja, hier möch­te ich dem Hei­li­gen Vater ant­wor­ten: Wir brau­chen auch dich! Wir brau­chen den Papst, der die Kir­che lei­tet und mit uns den Weg der Pil­ger­schaft als Stell­ver­tre­ter des guten Hir­ten geht. Die­se Sehn­sucht möch­te ich am Vor­abend des hun­dert­jäh­ri­gen Jubi­lä­ums von Fati­ma deut­lich zum Aus­druck brin­gen. Möge Fati­ma uns allen neu bewusst machen, dass wir – bei aller Mei­nungs­ver­schie­den­heit – zusam­men­ge­hö­ren und ein­an­der wirk­lich brau­chen. Für die­sen ver­söh­nen­den Impuls des Pap­stes bin ich heu­te sehr dank­bar, ins­be­son­de­re auf den Hin­weis der erlö­sen­den Kraft des kost­ba­ren Blu­tes Jesu Chri­sti. Hier ist der Papst ganz im Zen­trum unse­res Glau­bens!

*Mar­kus Büning, gebo­ren 1966 in Ahaus (West­fa­len), stu­dier­te katho­li­sche Theo­lo­gie und Phi­lo­so­phie in Mün­ster in West­fa­len und Mün­chen sowie Rechts­wis­sen­schaf­ten an den Uni­ver­si­tä­ten von Kon­stanz und Mün­ster; 2001 Pro­mo­ti­on zum Dok­tor der Rechts­wis­sen­schaf­ten, zunächst Assi­stent an den Uni­ver­si­tä­ten Kon­stanz und Mün­ster, dann Ein­tritt als Jurist in den Ver­wal­tungs­dienst. Der aus­ge­wie­se­ne Kir­chen­recht­ler ver­öf­fent­lich­te zahl­rei­che Publi­ka­tio­nen zu kir­chen­recht­li­chen und theo­lo­gi­schen The­men und über Hei­li­ge. Dr. Mar­kus Büning ist ver­hei­ra­tet und Vater von zwei Kin­dern.

Bild: MiL

7 Kommentare

  1. Unam sanc­tam eccle­si­am! Welch ein hoff­nungs­vol­ler Bei­trag, aus dem Her­zen geschrie­ben.

  2. Zu Brü­nings Bemer­kung, alle Leh­ren des Kate­chis­mus, die „nicht unmit­tel­bar das Dog­ma betref­fen“, könn­ten „schlicht­weg falsch“ sein bzw. „Zeit­be­ding­tes“ ent­hal­ten, vgl. die dem Kate­chis­mus vor­an­ge­stell­te Apo­sto­li­sche Kon­sti­tu­ti­on Johan­nes Pauls II. „Fidei Depo­si­tum“, in der der Papst aus­drück­lich fest­stellt: „Ich erken­ne ihn (den Kate­chis­mus) … als siche­re Norm für die Leh­re des Glau­bens.“ Unter letz­te­rer (Leh­re des Glau­bens) ist ein­deu­tig nicht etwa nur das­je­ni­ge zu ver­ste­hen, was „unmit­tel­bar das Dog­ma“ betrifft: dies erhellt nicht nur aus dem all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch, son­dern auch aus der Tat­sa­che, daß es offen­sicht­lich absurd wäre, in viel­jäh­ri­ger Arbeit einen volu­mi­nö­sen Kate­chis­mus zu erstel­len und dann als ver­bind­lich zu pro­mul­gie­ren, in dem prin­zi­pi­ell alles — außer den defi­nier­ten Dog­men und dem unmit­tel­bar dar­aus zu Fol­gern­den — „schlicht­weg falsch“ oder „zeit­be­dingt“ sein könn­te.

    Im übri­gen wäre es tat­säch­lich wirk­lich „schlicht­weg falsch“, zu behaup­ten, die Todes­stra­fe sei immer und abso­lut unan­ge­bracht (intrin­se­ce malum). Eine sol­che The­se dürf­te kaum — vor­sich­tig for­mu­liert- von Häre­si­e­nä­he bzw. Irr­tum frei­zu­spre­chen sein.

    Die betr. Äuße­rung des regie­ren­den Hl. Vaters könn­te nun auch in dem Sin­ne ver­stan­den wer­den, daß die Todes­stra­fe in der heu­ti­gen Zei­ten nicht mehr ange­bracht sei. Dann blie­be die Aus­sa­ge zwar pro­ble­ma­tisch, aber wenig­stens wür­de ein offe­ner Wider­spruch zur Leh­re sowohl der Hl. Schrift, als auch zu den ein­schlä­gi­gen Aus­sa­gen des päpst­li­chen Lehr­am­tes prak­tisch der gesam­ten Kir­chen­ge­schich­te ver­mie­den.

    Schließ­lich sei dar­auf hin­ge­wie­sen, daß es kaum ange­bracht erscheint, ange­sichts des Besuchs des Hl. Vaters in Fati­ma ein­fach alles aus­zu­blen­den, was er nun ein­mel in den ver­gan­ge­nen Jah­ren an schwer­wie­gen­den Pro­ble­men geschaf­fen hat — und die fort­be­stehen, auch über den heu­ti­gen 13. Mai und die Pil­ger­fahrt des Hl. Vaters nach Fati­ma hin­aus.

    Lei­der kann die Fest­stel­lung nicht ver­mie­den wer­den, daß Brü­ning mit sei­nem Bei­trag ein Bei­spiel für einen bedenk­li­chen Irra­tio­na­lis­mus gelie­fert hat, der mit der dem Ober­haupt der Kir­che geschul­de­ten Ehr­furcht nichts zu tun hat. Etwas der­ber könn­te man — mit Ver­laub — sagen: Nur weil der Papst nach Fati­ma gereist ist, soll­ten einem nicht gleich alles Siche­run­gen durch­bren­nen.

  3. „Ich kom­me als Hir­te der Welt­kir­che zur Jung­frau Maria, um ihr die schön­sten ‚Blu­men‘ anzu­bie­ten, die Jesus mei­ner Sor­ge anver­traut hat – näm­lich die Brü­der und Schwe­stern aus der gan­zen Welt, die er ohne Aus­nah­me los­ge­kauft hat durch sein Blut. Ich brau­che Sie alle an mei­ner Sei­te, ich bit­te um Ihre (phy­si­sche oder geist­li­che) Anwe­sen­heit, damit ich Sie alle der Jung­frau anver­trau­en kann.“
    Die­ser Satz gilt offen­kun­dig nicht für die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta, die sich dem unbe­fleck­ten Her­zen Mari­ens voll­stän­dig geweiht hat­ten. Die­se hat er ver­folgt und deren Spi­ri­tua­li­tät zer­stört.

    • Wes­halb? Er gibt den inne­ren Wider­spruch der Wor­te Ber­go­gli­os zu sei­nen Taten tref­fend wie­der. Ich selbst hat­te lei­der das zwei­fel­haf­te Ver­gnü­gen die­sen Wider­spruch am eige­nen Leib zu erfah­ren.

      • Es ist kaum zu glau­ben, wie gewis­se Halb­kon­ser­va­ti­ve sofort auf die Knie fal­len, wenn ihr „Papst“ ein­mal aus­nahms­wei­se etwas halb­wegs Katho­li­sches sagt. Bünings Kom­men­tar ist ein Beweis dafür. Im übri­gen wur­den die Neger­skla­ven von Ber­go­gli­os gelieb­ten Moham­me­da­nern ein­ge­fan­gen und durch sei­ne eben­so ver­ehr­ten Pro­te­stan­ten in Nord­ame­ri­ka wie Tie­re ver­kauft. Die­ses The­ma eig­net sich als nicht für Ber­go­gli­os übli­ches Katho­li­ken­bashing. Im übri­gen ist die Ver­hän­gung der Todes­stra­fe durch die recht­mä­ßi­ge Auto­ri­tät durch­aus legi­tim, ob sie immer ange­bracht ist, ist ein ande­res The­ma. Typisch für Ber­go­glio: Unschul­di­ge Kin­der, die im Mut­ter­leib ermor­det wer­den, sind ihm egal, zum Tode ver­ur­teil­te Mör­der hin­ge­gen nicht. Was für ein ein­zig­ar­ti­ger Hei­li­ger Vater, der auch vor Gott nicht kniet, aber dafür vor den Got­tes­mör­dern und Moham­me­da­nern!

        • Wun­dern Sie sich dar­über ?
          Maria in La Salet­te:
          „Die Kir­che wird ver­fin­stert wer­den. Rom wird den Glau­ben ver­lie­ren und Sitz des Anti­chri­sten wer­den.“

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