„Maria erscheint in den Evangelien als die Schweigende, die nicht alles versteht“


Lie­be Brü­der und Schwestern,

in der heu­ti­gen Kate­che­se wol­len wir auf Maria als die Mut­ter der Hoff­nung schau­en. Schon in ihrer Jugend zeigt sie die Bereit­schaft, alles mit Gott­ver­trau­en anzu­neh­men. Ihr Ja zur Bot­schaft des Engels ist der erste Schritt, um sich auf Got­tes Plä­ne ein­zu­las­sen, mit Mut und in Demut. 

Maria erscheint in den Evan­ge­li­en als die Schwei­gen­de, die nicht alles ver­steht, was in ihrem Umfeld geschieht, aber jedes Wort und jedes Ereig­nis erwägt sie in ihrem Her­zen (vgl. Lk 2,19). Sie bleibt wäh­rend des Wir­kens Jesu im Hin­ter­grund, doch ist sie im ent­schei­den­den Augen­blick zuge­gen, bei sei­ner Kreu­zi­gung. Die Jün­ger sind fast alle geflo­hen, Maria aber steht beim Kreuz. Sie ist ein­fach da. Sie bleibt als Mut­ter ihrem Sohn auch im Lei­den nahe. Sie hält aus in ihrem Schmerz, der kei­nem ande­ren gleich kommt. Maria ist auch zuge­gen am Pfingst­fest inmit­ten der Schar der Jün­ger, die sich als so wan­kel­mü­tig erwie­sen haben. Sie beglei­tet die frü­he Kir­che, die vom Licht der Auf­er­ste­hung umstrahlt wird, aber auch in ihren ersten Schrit­ten in der Welt immer wie­der zit­tert. Maria lehrt uns die Tugend des Nahe­seins, des Bei­stands, selbst wenn es kei­nen Sinn mehr zu haben scheint. Sie bleibt immer zuver­sicht­lich gegen­über dem geheim­nis­vol­len Han­deln Got­tes, auch in der schein­ba­ren Aus­weg­lo­sig­keit. Jesus hat uns Maria zur Mut­ter gege­ben. Sie möge unse­re Wege immer behüten.

Einen herz­li­chen Gruß rich­te ich an die Pil­ger und Besu­cher deut­scher Spra­che, beson­ders an die ver­schie­de­nen Schü­ler­grup­pen. Nut­zen wir die­sen Monat Mai, um Maria, unse­rer Mut­ter, öfter im Gebet zu begeg­nen. Sie führt uns zu ihrem Sohn Jesus Chri­stus und ist uns mit ihrem müt­ter­li­chen Schutz nahe. Ich lade euch ein, mit mir gemein­sam für mei­ne Pil­ger­rei­se nach Fati­ma zu beten.