Online-Umfrage: 84 Prozent vermissen Benedikt XVI. als Kirchenoberhaupt

Die Tageszeitung "Libero" führt seit gestern eine Online-Abstimmung durch mit eindeutigem Ergebnis. Im Bild Papst Benedikt XVI. als Kardinal.
Die Tageszeitung "Libero" führt seit gestern eine Online-Abstimmung durch mit eindeutigem Ergebnis. Im Bild Papst Benedikt XVI. als Kardinal.

(Rom) Die ita­lie­ni­sche Tages­zei­tung Libe­ro führt seit gestern eine Online-Abstim­mung durch. Die Fra­ge lau­tet: „Fehlt Ihnen Ratz­in­ger als Ober­haupt der Kir­che?“

Das derzeitige Abstimmungsergebnis
Das der­zei­ti­ge Abstim­mungs­er­geb­nis

Es ist nur eine ein­ma­li­ge Stimm­ab­ga­be mög­lich. Die Stim­me wird nach weni­gen Sekun­den gezählt und das aktu­el­le Ergeb­nis in Pro­zen­ten ver­öf­fent­licht. Nicht bekannt ist, wie vie­le Leser sich bis­her an der Abstim­mung betei­ligt haben. Das Abstim­mungs­er­geb­nis wird lau­fend aktua­li­siert und fällt ein­deu­tig aus. Am heu­ti­gen 13. April, 8.57 Uhr sah es wie folgt aus:

84 Pro­zent der Libe­ro-Leser haben geant­wor­tet: Ja, Ratz­in­ger fehlt mir als Kir­chen­ober­haupt. Ledig­lich 16 Pro­zent haben bis­her die Fra­ge ver­neint.

Für die Tages­zei­tung Libe­ro schreibt der bekann­te ita­lie­ni­sche Jour­na­list Anto­nio Soc­ci, der eine betont kri­ti­sche Hal­tung gegen­über dem amtie­ren­den Papst Fran­zis­kus ein­nimmt.

Die Kom­men­ta­re zur Online-Abstim­mung geben die Stim­mung unter den Abstim­men­den wie­der. Eini­ge Bei­spie­le:

Ein Fran­co Ranuz­zi­ni schrieb:

„Ratz­in­ger sprach von Gott und zitier­te häu­fig die Bibel, aber von Ber­go­glio ver­steht man nur, daß er Papst ist, weil er weiß­ge­klei­det ist, anson­sten wür­de man ihn eher für einen Poli­ti­ker hal­ten.“

Ein Fran­ces­co Cen­a­tiem­po füg­te als Reak­ti­on auf den Kom­men­tar von Ranuz­zi­ni hin­zu:

„Nein, Ber­go­glio ist der Imam des Vati­kans.“

Ein Ric­car­do Caval­li schrieb:

„Der Papst ist Bene­dikt XVI. Ber­go­glio über­tritt in sei­nen jüng­sten Pre­dig­ten die Gren­zen. Er hat gesagt, daß Jesus sich zum Teu­fel mach­te! Und sich zur Schlan­ge mach­te! Gibt es da noch Zwei­fel dar­über, wer Ber­go­glio ist und wer Papst ist? Lest die Visio­nen von Emme­rich und auch von Neu­mann. Blei­ben wir der immer­wäh­ren­den Leh­re und dem bestän­di­gen Lehr­amt der Kir­che treu!

Gior­gio Col­la­rin schrieb:

„Ein Hoch auf den eme­ri­tier­ten Papst. Alles Gute zum Geburts­tag!“

Die Reprä­sen­ta­ti­vi­tät der Umfra­ge kann bezwei­felt wer­den, wie ins­ge­samt bezwei­felt wer­den kann, ob sich ein katho­li­sches Kir­chen­ober­haupt in Umfra­gen mes­sen las­sen soll. Die Libe­ro-Initia­ti­ve macht jeden­falls einen Teil der Stim­mung im Volk sicht­bar, der einen Kon­tra­punkt zur Likely-Hal­tung der Leit­me­di­en gegen­über Papst Fran­zis­kus dar­stellt.

Ob es auch damit zu tun hat, daß 84 Pro­zent Bene­dikt XVI. gera­de in die­sen Tagen als Papst ver­mis­sen, weil Papst Fran­zis­kus sich am Grün­don­ners­tag, dem ersten der hei­li­gen drei Tage, vor der Kir­che „unsicht­bar“ macht und das Letz­te Abend­mahl nicht in der Late­ran­ba­si­li­ka mit sei­nem Bis­tum und der Welt­kir­che, son­dern unter Aus­schluß der Öffent­lich­keit zele­briert?

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Libe­ro (Screen­shots)

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9 Kommentare

  1. Bin immer noch der Mei­nung, Bene­dikt XVI. hät­te nie zurück­tre­ten dür­fen, den­ke er hat einen gro­ßen Feh­ler gemacht. Er ist vor den „Wöl­fen“ geflo­hen. Der Nie­der­gang der Kir­che nimmt unhalt­sam sei­nen Lauf.

    • Bin im ersten Teil der­sel­ben Mei­nung.
      Lei­der haben ihn die Wöl­fe mit ihrem Hass der­art gehetzt, bis er nicht mehr konn­te. Sei­ne Unter­stüt­zer haben die Hein­tücke der Wöl­fe lei­der zu spät bemerkt, um ihn ver­tei­di­gen und stüt­zen zu kön­nen.
      Aber: jetzt kommt die Wahr­heit ans Licht.

  2. Ist allen Lesern der Sach­ver­halt bekannt, oder war­um fragt kei­ner nach einer ver­läss­li­chen Quel­len­an­ga­be für nach­fol­gen­des Zitat?

    „Der Papst ist Bene­dikt XVI. Ber­go­glio über­tritt in sei­nen jüng­sten Pre­dig­ten die Gren­zen. Er hat gesagt, daß Jesus sich zum Teu­fel mach­te! Und sich zur Schlan­ge mach­te!“

    Ich bit­te also um eine nach­prüf­ba­re Quel­len­an­ga­be!

  3. Die Fra­ge­stel­lung „Ver­mis­sen sie den Vor­gän­ger?“ hal­te ich im gewis­sen Sin­ne für unfair. Man kann hier­auf nicht ant­wor­ten, ohne jemand zu ver­let­zen. Ant­wor­tet man mit nein, ist es unhöf­lich gegen­über dem Vor­gän­ger. Ant­wor­tet man mit „ja“ ist es unhöf­lich gegen­über dem Nach­fol­ger.

  4. In wel­cher sei­ner Pre­dig­ten soll Fran­zis­kus gesagt haben, dass Jesus sich zum Teu­fel und zur Schlan­ge gemacht hat?

  5. Erneut bit­te ich um die gebo­te­ne katho­lisch-treue Objek­ti­vi­tät, will man über Bene­dikt XVI., sowie sein Pon­ti­fi­kat urtei­len. Aus­drück­lich ersu­che ich, eige­ne Befind­lich­kei­ten, Gefüh­lig­kei­ten und Emo­tio­nen etc. bei­sei­te zu las­sen, was natür­lich auch des­we­gen nicht schwer­fal­len mag, sobald man sich sei­nen Nach­fol­ger vor Augen führt. Stich­wort Abtrei­bung: Papst Bene­dikt XVI.’s Hal­tung war da ein­deu­tig, kom­pro­miß­los und rich­tig; Fran­zis­kus mein­te, man müs­se auf dem The­ma ja nicht per­ma­nent her­um­rei­ten. Trotz alle­dem: Papst Bene­dikt XVI. soll an sämt­li­chen Früch­ten gemes­sen wer­den, die er getra­gen hat.

    Es tut mir ja leid für all jene, die ihn „ver­mis­sen“: Als Kar­di­nal Ratz­in­ger hat er unter Papst Johan­nes Paul II. nichts unter­las­sen, um die Hei­li­ge Tra­di­ti­on aus­zu­lö­schen. Jah­re­lang hat er die FSSPX am aus­ge­streck­ten Arm buch­stäb­lich ver­hun­gern las­sen, mit der Zusa­ge eines eige­nen Bischofs – irgend­wann halt. Am Sankt Nim­mer­leins­tag. Viel­leicht… Die Bio­lo­gie hät­te das „Pro­blem“ mit S.E. Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re doch bit­te­schön in Bäl­de defi­ni­tiv lösen mögen.

    S. E. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re wur­de nicht jün­ger und spür­te sei­ne Kräf­te schwin­den, und getreu dem Mot­to, „damit Glau­be und Kir­che“ fort­be­stün­den, sowie ein­ge­denk der Sen­tenz aus der Philíppika Sankt Petri an die Juden in der Apo­stel­ge­schich­te, man „müs­se Gott mehr gehor­chen als den Men­schen“, weih­te der Erz­bi­schof im Akt der Not­la­ge und des prag­ma­ti­schen Unge­hor­sams, jedoch getreu der Dok­trin, jene vier Bischö­fe. Wie­der­um war es Kar­di­nal Ratz­in­ger gewe­sen, der sofort die dar­auf fol­gen­de Exkom­mu­ni­ka­ti­on der FSSPX betrieb.

    Auf dem Fischer­thron hob er jene Exkom­mu­ni­ka­tio­nen A.D. 2009 wie­der auf. Unzäh­lig vie­le hat­ten ihm dank­bar applau­diert, ohne etwas kri­ti­scher nach­zu­den­ken. War­um eigent­lich? Ledig­lich die Auf­he­bung jener Exkom­mu­ni­ka­tio­nen bedeu­te­te ja gleich­zei­tig, daß sie A.D. 1998 völ­lig zurecht ergan­gen wären. Genau das war aber nie­mals der Fall gewe­sen; auch laut kano­ni­schem Recht muß man einem Delin­quen­ten a) exakt das Ver­ge­hen dar­le­gen, b) ihn zur Sache anhö­ren, sowie c) ihm erläu­tern, war­um wel­che Stra­fe ver­hängt wird. Nichts davon war jemals gesche­hen, wes­we­gen jene Exkom­mu­ni­ka­tio­nen latae sen­ten­tiae völ­lig zurecht als Akte der Will­kür und des Unrechts zu cha­rak­te­ri­sie­ren waren; völ­lig zurecht und kon­se­quent hat­te sie auch S.E. Erz­bi­schof Mar­cel Lef­eb­v­re als „von Anfang an Null und Nich­tig“ bezeich­net.

    Hät­te es Papst Bene­dikt XVI. also nun­mehr ehr­lich gemeint gehabt, hät­te er ent­spre­chend reden und han­deln müs­sen: a) Er hät­te erklä­ren müs­sen, wes­we­gen sie der­einst ver­hängt wor­den waren und jetzt aber zur Ver­blüf­fung aller wie­der auf­ge­ho­ben wer­den soll­ten, sodann b) um Ver­ge­bung für sein eige­nes, dama­li­ges Fehl­ver­hal­ten bit­ten müs­sen, sowie sie c) als eben von Anfang an null und nich­tig erklä­ren müs­sen – allein, nichts davon hat er aber jemals getan!

    (Fort­set­zug folgt…)

    • Lie­ber Car­los­mi­guel
      Sie grei­fen da ein „hei­sses“ Eisen auf. Nicht alles, was glänzt, ist Gold, sagt der Volks­mund. Auch bei Papst eme­ri­tus Bene­dikt XVI. gibt es lei­der (!) gro­sse Unge­reimt­hei­ten, qua­si „fau­le Eier“, die nicht auf­ge­ar­bei­tet wor­den sind.

      Um mich nicht falsch zu ver­ste­hen: Ich schät­ze Papst Bene­dikt XVI. und für mich ist er nach wie vor der recht­mä­ssi­ge Papst; bei Papst Fran­zis­kus muss man ein gro­sses, dickes Fra­ge­zei­chen machen. Das soll aber den mün­di­gen, ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten Katho­li­ken nicht vor der Pflicht ent­bin­den, ganz genau hin­zu­schau­en, mit kri­ti­schem, ana­ly­ti­schem Blick, ohne aber zu kri­ti­sie­ren! Wir sind alles nur schwa­che, sünd­haf­te Men­schen.

      Trotz mei­ner eher gerin­gen Kennt­nis über das Leben und Wir­ken der Päp­ste muss ich lei­der fest­stel­len, dass bei den letz­ten Päp­sten stets Hand­lun­gen voll­zo­gen wor­den sind, die gänz­lich unbe­greif­lich und nicht nach­voll­zieh­bar sind; Stich­wor­te Assi­si, Fati­ma, inter­re­li­giö­se und öku­me­ni­sche Tref­fen, Kom­pro­mis­se und Kon­zes­sio­nen im Bereich des Glau­bens und der Lit­ur­gie.

      Dies ist für einen gläu­bi­gen, prak­ti­zie­ren­den Katho­li­ken ein regel­rech­tes Ärger­nis, ein Ver­rat am Glau­ben von höch­ster Stel­le.

      Viel­leicht hat Kar­di­nal Ratz­in­ger als Papst eine Wand­lung durch­ge­macht und ihm wur­de so eini­ges bewuss­ter. Wie auch immer. Ich weiss nur eines: die katho­li­sche Kir­che muss und wird von Gott durch­ge­schüt­telt und gesiebt wer­den, so dass schliess­lich und end­lich nur die „Guten“ hän­gen blei­ben, ganz nach dem Mot­to: Die Guten ins Töpf­chen, die Schlech­ten ins Kröpf­chen. Alles, was faul und maro­de ist und stinkt, wird mit eiser­nem Besen hin­aus­ge­kehrt wer­den müs­sen. Doch zuerst müs­sen die Guten lei­den und geläu­tert wer­den. Der Drei­fal­ti­ge Gott, auf die Für­bit­ten unse­rer Got­tes­mut­ter Maria und allen Engeln, ste­he uns und der gan­zen Chri­sten­heit bei und schen­ke uns den benö­tig­ten Mut, eine bestän­di­ge Lie­be und die not­wen­di­ge Beharr­lich­keit, allen Wider­wär­tig­kei­ten zu strot­zen, in Demut und kind­li­chem Ver­trau­en. Denn allei­ne stün­den wir auf völ­lig ver­lo­re­nem Posten.

  6. Fort­set­zung:

    Mit dem Juden­tum woll­te er enge Kon­tak­te pfle­gen, aber die eige­ne Tra­di­ti­on, in der zumal er selbst und sein älte­rer Bru­der auf­ge­wach­sen und katho­li­siert wor­den waren, in der auch meh­re­re Vor­fah­ren aus sei­ner Fami­lie zu Prie­stern geweiht wor­den waren und die ja auch sei­ne eige­ne Fami­lie über Genera­tio­nen hin­weg lie­be­voll gehegt und gepflegt hat, bekämpf­te er vehe­ment und ver­bis­sen. Seit Kon­zils­zei­ten hat Joseph Ratz­in­ger mei­nes Wis­sens nach kein ein­zi­ges Mal mehr die Hei­li­ge Triden­ti­na zele­briert – kein ein­zi­ges Mal! Ein­mal hat er als Papst in der Six­ti­na im Vati­kan wohl den Novus Ordo auf Latei­nisch und Ver­sus Dómi­num zele­briert; zudem soll­ten die wah­ren Wand­lungs­wor­te, sowie die Mund­kom­mu­ni­on im Knien welt­weit wie­der zum Ein­satz gebracht wer­den. Das alles taugt ledig­lich als System-Kos­me­tik, zum Kaschie­ren und Retou­chie­ren – zu mehr aber auch nicht. Wie soll das alles denn bit­te­schön katho­lisch zusam­men­pas­sen? Wie? Nein, das ent­behrt jeder Kohä­renz, jeg­li­cher Logik. Cui bono?

    Nein, theo­lo­gisch betrach­tet paßt zwi­schen Bene­dikt und Fran­zis­kus kein Blatt; Joseph Ratz­in­gers Theo­lo­gie ist die Kon­zils-Theo­lo­gie, und die taugt nicht viel, etwa, wenn er doziert, Jesus Chri­stus sei „der per­fek­te Mensch“ — und nicht etwa Got­tes Sohn. Die Hei­li­ge Kir­che war­te­te ja nun kei­nes­falls auf einen neue Defi­ni­ti­on – ein fal­sche zumal! — der Per­son Jesu Chri­sti. Hät­te Ratz­in­ger bei Sankt Tho­mas von Aquin in der „Sum­ma Theoló­gi­ca“ nach­ge­schla­gen, hätte’s bei ihm ja womög­lich „Bingo!“gemacht: Jesus Chri­stus ist eine Per­son mit zwei Natu­ren; mit der gött­li­chen und der mensch­li­chen. Q.e.d.

    In Cri­sto per Mari­am +

    Car­los­mi­guel

  7. Man mehe­re Aspek­te ein­be­zie­hen. Bene­dikt XVI. war loy­al gegen­über der Hirar­chie. D.h. er führ­te vor allem das aus, was von ihm kon­kret und mit vol­ler Auto­ri­tät ver­langt wur­de, zumin­dest solan­ge er selbst nicht Papst war.

    Der so. inter­re­li­giö­se Dia­log ist eine kon­kre­te For­de­rung der UN, EU und der Mäch­ti­gen die­ser Welt, die welt­weit, mög­lichst schran­ken­los wirt­schaf­ten wol­len. Das geht nur, wenn mög­lichst alle Bar­rie­ren abge­baut wer­den. Zudem dient es dem Frie­den, wenn alle mit­ma­chen, ver­steht sich. Ich klam­me­re bewusst mal die wich­ti­ge Fra­ge aus, ob man sich für Ver­stän­di­gung gleich ande­re Posi­tio­nen selbst zu eigen machen, und ein­ver­lei­ben muss. Doch ist es schon so, daß die Kir­che, im Gegen­satz zum Luther­tum, immer die Tat­ge­rech­tig­keit (zehn Gebote)auch für heils­re­le­vant hielt. Inso­fern sie eine (unvoll­stän­di­ge) Teil­ha­be am Wesen Got­tes über die zehn Gebo­te dar­stellt. Der inter­re­li­giö­se Dia­log ver­ge­gen­wär­tigt die­se (aus christ­li­cher Sicht ergeb­nis­of­fe­ne Werk­ge­rech­tig­keit )als Teil­ha­be ande­rer Reli­gio­nen am Wesen Got­tes, über ihre gott­ge­fäl­li­gen Wer­ke, die in den jewei­li­gen Reli­gio­nen grund­ge­legt, ihren Gläu­bi­gen über ihre Gewis­sens­bil­dung zuteil wer­den kön­nen.

    Man muss heu­te mehr denn je erken­nen, dass ein Papst nicht mehr (nur) voll­stän­dig Glau­bens­leh­rer und Glau­bens­hü­ter sei­ner
    eige­nen Her­de ist. Viel­mehr sind der Reli­gi­on, um wei­ter­hin in der Welt von Heu­te akzep­tiert zu wer­den, von aussen Auf­ga­ben gestellt wor­den, die inter­re­li­gi­ös sind. Man erwar­tet von der Reli­gi­on heu­te einen völ­ker­ver­stän­di­gen­den Impuls, eine Initia­ti­ve für den Aus­gangs­punkt der „Gleich­heit aller Men­schen“ in ihrer grund­sätz­li­chen Wür­de. All die­se Din­ge, las­sen es nicht mehr zu, dass ein Papst sich nur noch um sei­ne
    Her­de küm­mert. Zugleich sind in die­ser „Auf­ga­ben­stel­lung“ bereits Rela­ti­vie­ri­un­gen impli­ziert, die selbst­zer­stö­re­ri­sche
    Impul­se auf­wei­sen. Besorg­nis­er­re­gend ist die Umwer­tung aller Wer­te, bis hin ins Gegen­teil. Doch hal­te ich der­ar­ti­ge inter­re­li­giö­se Ver­an­stal­tun­gen inzwi­schen für die Erfül­lung kon­kre­ter For­de­run­gen, ohne die auch in Euro­pa das Chri­sten­tum einer mas­si­ven Ver­fol­gung aus­ge­setzt sein könn­te. Und zwar, von
    den eige­nen Eli­ten.

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