„Mano cornuta“ bei Papstmesse — Infiltrierter mit Satanistengruß? Nein, ein Priester „von den Rändern“

Der "inflitrierte" Priester mit "mano cornuta" bei der Papstmesse in Mailand.
Der "inflitrierte" Priester mit "mano cornuta" bei der Papstmesse in Mailand.

(Rom) Ein AFP-Pho­to­graph, Giu­sep­pe Cacace, ver­ewig­te am Ran­de des Papst-Besu­ches in Mai­land eine bizar­re Sze­ne: einen Prie­ster, der die Mano cor­nu­ta zeigt. Die „gehörn­te Hand“ gilt in Ita­li­en als ziem­lich vul­gä­re Geste, um jemand ande­ren zu belei­di­gen, hat aber noch wei­ter­ge­hen­de Bedeu­tun­gen bis hin­ein in den Sata­nis­mus.

Der „selt­sam geklei­de­te Typ mit bun­ter Schie­ber­müt­ze“ (Cor­rie­re del­la Sera), der vor Beginn der Hei­li­gen Mes­se, die Papst Fran­zis­kus in Mai­land zele­brier­te, die Mano cor­nu­ta zeig­te, ist kein Sata­nist, der sich in den Prie­ster­block ein­ge­schli­chen hat­te, son­dern  ein Prie­ster und heißt Don Luca Rai­mon­di. Don Rai­mon­di, der durch sei­ne auf­fäl­li­ge Hal­tung „ent­schie­den aus dem Kreis der anwe­sen­den Prie­ster her­aus­fiel“ (Cor­rie­re), ist Pfar­rer im Bis­tum Mon­za (Kir­chen­pro­vinz Mai­land).

Die Bedeu­tung der abschät­zi­gen Geste kann zahl­rei­che Bedeu­tun­gen haben. In Ita­li­en will sie dem Gegen­über sagen, daß ihm sei­ne Frau/Freundin untreu sei, Hör­ner auf­setzt (Ehebruch/Seitensprung). Die Geste kommt auch im Aber­glau­ben vor, als Abwehr­ge­stus gegen ein Unglück oder eine Unglücks­bot­schaft.

Die Hand­stel­lung gilt aber auch als Sata­ni­sten­gruß, als Gestus der Anru­fung oder des Bekennt­nis­ses zu Satan. Eben­so gebräuch­lich ist die Mano cor­nu­ta als sze­ne­ty­pi­sche Hal­tung in der Hard­rock-Sze­ne, dort bekannt als Devil horns oder Metal­hand.

Der Bud­dhis­mus kennt sie eben­falls in Form einer Mudra (Hand­ge­ste). Die­se „Ban­nungs- oder Abwehr- und Ver­wün­schungs­ge­ste“ (Kara­na) ist auch in das Yoga ein­ge­flos­sen. „Mit den Hör­nern eines wil­den Yak geht der Adept gegen den Dämon oder den Geg­ner vor.“ Dabei han­delt es sich um eine ver­stärk­te „Droh­ge­ste“ (Tar­ja­na), die nur mit erho­be­nem Zei­ge­fin­ger gegen einen Dämon oder einen Geg­ner gerich­tet wird.

Don Luca Rai­mon­di gilt als „Prie­ster an den Rän­dern“. Er betreut vier Pfar­rei­en einer Pasto­ral­ein­heit, die drei Orte in der Bri­an­za umfaßt.

Durch die Ver­öf­fent­li­chung des Bil­des mit der unge­wöhn­li­chen Geste und den dar­auf fol­gen­den Sturm der Empö­rung sah er sich zu einer Erklä­rung gezwun­gen. Gestern recht­fer­tig­te sich der Pfar­rer in der Hei­li­gen Mes­se vor sei­nen Gläu­bi­gen mit einer Geschich­te, die so unglaub­wür­dig ist, daß er sie sich bes­ser gespart hät­te.

Die Kurz­fas­sung: Es sei eine Stun­de vor Meß­be­ginn gewe­sen. Es habe eine hei­te­re, fröh­li­che Stim­mung geherrscht. Er befand sich bereits im Prie­ster­block. Da rief ihn am Han­dy eine Frau an, die sich ihm aus der Fer­ne aus einem für die Gläu­bi­gen reser­vier­ten Abschnitt zu erken­nen gab, mit ihm über sei­ne Schie­ber­müt­ze scherz­te und sag­te, die­se haben zu wol­len. Er habe nein gesagt und das mit dem erho­be­nen Zei­ge­fin­ger bekun­det. Als die Frau insi­stier­te, habe er auch den Klei­nen Fin­ger zum Nein erho­ben. „Das sind die Risi­ken der Kom­mu­ni­ka­ti­on“, mein­te Don Rai­mon­di dazu. Wer’s glaubt. Selbst wenn das Geschicht­chen so stim­men wür­de, blie­be die Fra­ge unbe­ant­wor­tet, wie sich einem Prie­ster so locker­leicht und ohne Zusam­men­hang die Hand zur Mano cor­nu­ta formt.

„Wich­ti­ger ist, daß ich 200 Leu­te nach Mai­land gebracht habe“, so Don Luca. Er habe sich nur vor­her wegen der „Hit­ze“ die Ärmel des Meß­ge­wan­des hoch­ge­stülpt. Es habe eine „hei­te­re, aus­ge­las­se­ne Stim­mung geherrscht“, so der Prie­ster. Es sei nur eine „scherz­haf­te Geste“ gewe­sen. Das AFP-Pho­to scheint das aller­dings nicht gera­de zu bestä­ti­gen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Corriere.it (Screen­shot)

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14 Kommentare

  1. Müt­ze, Hand­hal­tung und hoch­ge­stülp­te Ärmel wegen der Hit­ze (heu­te hat Mai­land 14 Grad Cel­si­us)

    Wie beglei­tet der Bischof denn sei­ne Prie­ster?

  2. Für eini­ge mag dies eine unbe­deu­ten­de Rand­sze­ne sein, für mich ist es ein spot­light auf den Zustand der römi­schen Kir­che. Wohl noch nie in der zwei­tau­send­jäh­ri­gen Geschich­te haben sich so vie­le Prie­ster in allen Rän­gen auf die Sei­te Satans zie­hen las­sen und ihren Herrn ver­ra­ten. Die Sze­ne ist fin­ster und laut wie ein Tri­umph­ge­brüll — ohne das Ver­trau­en auf die Macht Chri­sti, der die Schlan­ge zer­tre­ten wird, echt beäng­sti­gend und ver­stö­rend.

  3. Es ist doch so offen­sicht­lich, wer oder was da am Werk ist.
    Mir geht es nur nicht auf, was sich Gläu­bi­ge alles vor­ma­chen las­sen, alles schlucken und baga­tel­li­sie­ren.

  4. Hei­ter, aus­ge­las­se­ne Stim­mung? Ist das die Ein­stim­mung auf das Süh­nop­fer, die hl. Mes­se? oder eher auf eine Par­ty.…

  5. War­um soll­te er denn nicht die Waht­heit sagen in die­ser wich­ti­gen Sache, er ist ein Prie­ster ! Man kann immer auch viel in Alles hin­ein inter­pre­tie­ren. Beten wir für die Prie­ster, aber über­mä­ßi­ges Miss­trau­en gera­de auch dem geweih­ten Stand gegen­über spielt eher dem Geg­ner in die Hän­de. Ich kann den Bericht aber gut nach­voll­zie­hen.

  6. Von wegen hoch­ge­stülp­te Ärmel: — Das sieht doch ein Blin­der mit Krück­stock und Hör­ge­rät, dass sei­ne Albe kurz­är­me­lig ist!!!
    Viel­leicht bedeu­tet sei­ne Geste ja auch das berühm­te „ich lie­be euch“.

    • Das mit dem hoch­ge­stülp­ten Ärmeln ist tat­säch­lich nicht ganz klar, das Hemd scheint kur­ze Ärmel zu haben.
      Aber das Hand­zei­chen des Prie­sters mutet wirk­lich befremd­lich an; bil­lig und oben­drein miss­ver­ständ­lich.

  7. Ein Zei­chen der Zeit das nicht unter­schätzt wer­den soll­te.
    Das Gestas-Hand­zei­chen, die Satans-Fork,
    ist das was den Kin­dern heu­te an Stel­le des Kreuz­zei­chens bei­gebracht wird
    und ist das Hand­zei­chen der neu­en Kul­tur (Alei­ster Crow­ley, wiki­pe­dia).
    Men­schen geben mit sol­chen Hand­zei­chen, zu mei­ner Ver­wun­de­rung,
    ger­ne ihre Gesin­nungs­ge­mein­schafts­zu­ge­hö­rig­keit kund,
    wie zum Bei­spiel das Vic­to­ry-Zei­chen,
    aber auch ande­re mit dem gan­zen Arm usw.

    • Gleich wie Gesin­nungs­ge­mein­schafts­zu­ge­hö­rig­keit zei­gen mit dem Hit­ler-Gruß mit aus­ge­streck­tem Arm,
      mein­te ich.
      Irgend­wie haben man­che Men­schen anschei­nend eine Nei­gung dazu, ihre Geg­ner­schaft gegen­über Chri­stus durch gemein­schaft­li­che Zei­chen­set­zung zu demon­strie­ren.
      Bei Hit­ler war es das „Heil Hit­ler“ statt dem „Grüß Gott“, das schon vor­her, poli­tisch moti­viert, bewusst durch das „Guten Tag“ oder „Freund­schaft Genos­se“ ersetzt wur­de.
      Wären alle beim „Grüß Gott“ geblie­ben, wäre der Welt viel erspart geblie­ben.

  8. Das Schlim­me an der Sün­de ist nicht ein­mal das Bege­hen der Sün­de an sich (obwohl es hier schon schlimm genug ist), son­dern das Ver­leug­nen und das Beschö­ni­gen mit deko­ra­ti­ven Wört­chen, sodaß man die Sün­de spä­ter noch leich­ter erneut bege­hen kann.
    Schä­bigst.

  9. Der Kerl lügt (der Teu­fel ist ja auch der Vater der Lüge). Denn der Kerl redet von einem Han­dy­ge­spräch, hat aber über­haupt kein Han­dy in der Hand. Von „hei­te­rer, aus­ge­las­se­ner Stim­mung“ und von einer „scherz­haf­ten Geste“ kann ange­sichts sei­nes Gesichts­aus­drucks auch kei­ne Rede sein. Ver­mut­lich wur­de er wegen sei­ner unan­ge­mes­se­nen Klei­dung ange­spro­chen, ermahnt, was ihn zu die­ser absto­ßen­den Geste bewog.

  10. Gestas mit der Satans-Fork(Mano cor­nu­ta) Rich­tung Jesus Chri­stus zei­gend, ist zum Bei­spiel bei einer jahr­hun­der­te­al­ten Kreu­zes­grup­pe mit Dis­mas, Jesus Chri­stus und Gestas, bei einer klei­nen Wall­fahrts­kir­che, in der Nähe von Kreisch­berg, gegen­über der Stolz­alm in der Stei­er­mark, zu sehen und die­ses Hand­zei­chen hat seit den 50er Jah­ren mit den Rock­kon­zer­ten auch bei uns mas­siv Ver­brei­tung gefun­den.
    Ich habe das immer als Grup­pen­iden­ti­fi­zie­rung mit Gestas und Sym­bol für Anti­christ sein bis in den Tod gese­hen, was ja auch so kom­mu­ni­ziert (latei­nisch com­mu­ni­ca­re = gemein­schaft­lich tun und mit­tei­len, allen oder meh­re­ren gemein­sam, all­ge­mein) wird.

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