„Vorösterliche Zeit als ein Heraustreten aus unserer Finsternis verstehen“

Lie­be Brü­der und Schwe­stern,

mit dem heu­ti­gen Ascher­mitt­woch begin­nen wir die Fasten­zeit, die ein Weg der Hoff­nung ist. Wir kön­nen die­se vor­öster­li­che Zeit als ein Her­aus­tre­ten aus unse­rer Fin­ster­nis hin zum Licht des auf­er­stan­de­nen Chri­stus ver­ste­hen.

Sie bie­tet uns Gele­gen­heit, unser Tauf­be­kennt­nis zu erneu­ern, wie­der neu „von oben“ – von der Lie­be Got­tes – gebo­ren zu wer­den (vgl. Joh 3,3). Inso­fern ist die Fasten­zeit ihrem Wesen nach Zeit der Umkehr und der Hoff­nung. Der Aus­zug des Vol­kes Isra­el aus Ägyp­ten ist ein Bei­spiel für den Weg der Hoff­nung. Geführt von Mose bricht es aus einer Situa­ti­on der Knecht­schaft auf. Gott gibt den Israe­li­ten das Gesetz, damit sie ihn, ihren ein­zi­gen Herrn, zu lie­ben ler­nen und auch unter­ein­an­der Lie­be üben. Trotz der Prü­fun­gen auf dem Weg macht das Volk immer wie­der die Erfah­rung, dass Gott die Sei­nen in das Land der Ver­hei­ßung füh­ren will. Auch das Pas­cha­op­fer Jesu, sein öster­li­ches Lei­den und Ster­ben, ist eine Art Aus­zug, ein Exo­dus. Um die­sen Weg zu gehen, hat er sich ent­äu­ßert, er ernied­rig­te sich und war gehor­sam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz (vgl. Phil 2,7–8). Damit hat er uns von der Knecht­schaft der Sün­de befreit. Dank ihm kön­nen wir die Wüste des Bösen durch­que­ren und in das Reich sei­nes Frie­dens gelan­gen. Doch dazu bedarf es auch unse­res „Ja“: Durch das Gebet, den Emp­fang der Sakra­men­te und unse­re Hil­fe gegen­über den Bedürf­ti­gen neh­men wir teil an die­ser Geschich­te der Lie­be zwi­schen Gott und den Men­schen.

Mit Freu­de hei­ße ich die Pil­ger deut­scher Spra­che will­kom­men. In die­ser Fasten­zeit wol­len wir den Spu­ren Jesu kon­kret fol­gen mit unse­rem Ein­satz für die bedürf­ti­gen Brü­der und Schwe­stern. So erfah­ren wir uns mit kind­li­cher Freu­de und Hoff­nung wirk­lich als Volk Got­tes. Der Hei­li­ge Geist beglei­te euch auf die­sem Weg der Fasten­zeit!