[Update] Vorzeitige Emeritierung des Erzbischofs von Lipa wegen der „Marienerscheinungen“?

Erzbischof Ramon Cabrera Argüelles von Lipa wurde gestern vorzeitig von seinem Amt entbunden, offenbar wegen seiner Haltung zu kirchlich nicht anerkannten Marienerscheinungen.
Erzbischof Ramon Cabrera Argüelles von Lipa wurde gestern vorzeitig von seinem Amt entbunden, offenbar wegen seiner Haltung zu kirchlich nicht anerkannten "Marienerscheinungen".

(Mani­la) Papst Fran­zis­kus nahm gestern das Rück­tritts­ge­such von Erz­bi­schof Ramon Cabre­ra Argüel­les von Lipa auf den Phil­ip­pi­nen an, wie es im Tages­bul­le­tin des Vati­kans heißt. Gleich­zei­tig ernann­te er mit Msgr. Gil­bert Garce­ra einen Nach­fol­ger, den er vom Bischofs­sitz von Daet nach Lipa ver­setz­te.

Die Eme­ri­tie­rung von Erz­bi­schof Argüel­les erfolg­te vor­zei­tig. Der Erz­bi­schof ist erst 72 Jah­re alt. Der Hin­weis auf Canon 401,2 gibt kei­ne Aus­kunft, ob er auf­grund von gesund­heit­li­chen Pro­ble­men zurück­ge­tre­ten ist, oder wegen einer schwer­wie­gen­den Ver­feh­lung abge­setzt wur­de. Eine ent­spre­chen­de Prä­zi­sie­rung des Kodex des Kano­ni­schen Rechts wur­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mehr­fach ange­regt.

Kirchlich nicht anerkannte „Marienerscheinungen“ von Lipa

Erz­bi­schof Ramon Argüel­les erlang­te in der Ver­gan­gen­heit inter­na­tio­na­le Bekannt­heit, als er 2015 die Echt­heit angeb­li­cher Mari­en­er­schei­nun­gen von Lipa für „glaub­wür­dig“ erklär­te und bekannt­gab, daß er vom „über­na­tür­li­chen“ Cha­rak­ter des Phä­no­mens über­zeugt sei.

Der Erzbischof mit einer Marienstatue, die 1948 der Karmelitin Teresita Castillo erschienen sein soll.
Der Erz­bi­schof mit einer Mari­en­sta­tue, die 1948 der Kar­me­li­tin Tere­si­ta Castil­lo erschie­nen sein soll.

Bereits 2009 hat­te der Erz­bi­schof das nega­ti­ve Urteil einer Kom­mis­si­on von Bischö­fen auf­ge­ho­ben. Anfang der 50er Jah­re waren meh­re­re phil­ip­pi­ni­sche Bischö­fe mit der Unter­su­chung des Phä­no­mens beauf­tragt wor­den. Die Kom­mis­si­on gelang­te am 11. April 1951 zum Schluß, daß die angeb­li­chen Erschei­nun­gen „nicht über­na­tür­li­chen Ursprungs“ sind. Eine Ent­schei­dung, die von Papst Pius XII. appro­biert wur­de.

Im dama­li­gen Kar­me­li­tin­nen­klo­ster von Lipa soll der Novi­zin Tere­si­ta Castil­lo am 18. August 1948 die Got­tes­mut­ter Maria erschie­nen sein. Ins­ge­samt sei es, laut Tere­si­ta, in der Fol­ge zu 19 „Erschei­nun­gen“ gekom­men, bei denen es im Klo­ster­gar­ten Rosen­blät­ter mit hei­li­gen Dar­stel­lun­gen vom Him­mel reg­ne­te. Auf den Rosen­blät­tern, die in Lipa auf­be­wahrt wer­den, sind das Jesus­kind, der hei­li­ge Joseph, der seg­nen­de Jesus, die hei­li­ge Fami­lie, der Hei­li­ge Geist, der Gekreu­zig­te, das Letz­te Abend­mahl und wei­te­re Moti­ve zu sehen. Bei der letz­ten Erschei­nung habe sich Maria als „Mitt­le­rin aller Gna­den“ vor­ge­stellt.

Phänomen nur „vorgetäuscht“ — Bischof, der an Echtheit glaubt, abgesetzt

Der dama­li­ge Bischof von Lipa, Msgr. Alfre­do Ver­zo­sa y Flo­ren­tin, war von der Echt­heit über­zeugt, nach­dem ihm zum Beweis ein gewünsch­tes Wun­der gezeigt wor­den sei. Rom war jedoch skep­tisch und setz­te eine Theo­lo­gen­kom­mis­si­on ein, die 1949 ein nega­ti­ves Urteil fäll­te. Das Phä­no­men von Lipa sei von Tere­si­ta nur „vor­ge­täuscht“ und wer­de dar­in von der Prio­rin „unter­stützt“.

Bischof Ver­zo­sa wur­de von Rom abge­setzt. Unter dem von Pius XII. ein­ge­setz­ten Apo­sto­li­schen Admi­ni­stra­tor wur­de die erwähn­te, von meh­re­ren phil­ip­pi­ni­schen Bischö­fen gebil­de­te Kom­mis­si­on aktiv, die eben­falls zu einem nega­ti­ven Urteil gelang­te.

Bischof Verzosa, hinter ihm die Oberin, links stehen Teresita Castillo (Lipa 1948)
Bischof Ver­zo­sa, hin­ter ihm die Obe­rin, links ste­hen Tere­si­ta Castil­lo (Lipa 1948)

Daß es den­noch in Lipa zu Bekeh­run­gen und Hei­lun­gen kam, inter­pre­tier­te die Kom­mis­si­on mit den geweck­ten Erwar­tun­gen, die Men­schen für Got­tes Wir­ken öff­ne“.

Bischof Ver­zo­sa wur­de vor­zei­tig eme­ri­tiert, sein Weih­bi­schof, die Prio­rin und die Sub­prio­rin des Klo­sters ver­setzt. Die Sta­tue der „Erschie­ne­nen durf­te nicht mehr öffent­lich gezeigt wer­den. Der Kar­me­li­tin­nen­kon­vent wur­de auf­ge­löst, das Klo­ster aller­dings spä­ter wie­der besie­delt.

Anerkennung durch den Erzbischof — Einschreiten Roms

Der Pil­ger­strom nach Lipa riß trotz der Ver­bo­te nicht ab, son­dern nahm im Lau­fe der Jah­re sogar zu. Zum 60. Jah­res­tag der „Erschei­nun­gen“ pil­ger­te 2008 auch die dama­li­ge phil­ip­pi­ni­sche Staats­prä­si­den­tin Glo­ria Maca­pa­gal-Arro­yo nach Lipa.

Das Bis­tum Lipa wur­de 1972 zum Erz­bis­tum erho­ben. Erz­bi­schof Maria­no Gavio­la, der Vor­gän­ger von Msgr. Argüel­les, erlaub­te 1992 wie­der die öffent­li­che Aus­stel­lung der Sta­tue und lei­te­te neue Unter­su­chun­gen des Phä­no­mens ein. Die­se ver­an­laß­ten Erz­bi­schof Argüel­les 2009 das nega­ti­ve Ver­dikt von 1951 auf­zu­he­ben. 2013 wur­de das Selig­spre­chungs­ver­fah­ren für Bischof Ver­zo­sa ein­ge­lei­tet. 2015 erklär­te Erz­bi­schof Argüel­les das Phä­no­men für „glaub­wür­dig“ und von „über­na­tür­li­chem“ Ursprung.

Noch im sel­ben Jahr griff jedoch die römi­sche Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on ein und erklär­te am 15. Sep­tem­ber 2015 die Ent­schei­dung des Erz­bi­schofs für „null und nich­tig“. Die Ent­schei­dung von 1951 sei defi­ni­tiv. Dem Erz­bi­schof ste­he kei­ne Ent­schei­dungs­be­fug­nis mehr zu. Das ent­spre­chen­de römi­sche Doku­ment wur­de dem Erz­bi­schof am 30. Mai 2016 aus­ge­hän­digt. Am 16. Novem­ber 2016 starb die Kar­me­li­tin und „Sehe­rin“ Tere­si­ta Castil­lo im hohen Alter von 89 Jah­ren. Gestern wur­de Erz­bi­schof Ramon Cabre­ra Argüel­les eme­ri­tiert.

[Update] Franziskaner der Immakulata

Erz­bi­schof Argüel­les, der im Gefol­ge des Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum auch in der über­lie­fer­ten Form des Römi­schen Ritus zele­brier­te, war noch in einem ande­ren Punkt in Rom „nega­tiv“ auf­ge­fal­len. Im Juli 2013 wur­de der tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne jun­ge Orden der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta von der Ordens­kon­gre­ga­ti­on mit Zustim­mung von Papst Fran­zis­kus unter kom­mis­sa­ri­sche Ver­wal­tung gestellt. Ein Grund für die­se Zwangs­maß­nah­me wur­de bis heu­te nicht genannt. Wegen des direk­ten Angrif­fes gegen das Orden­scha­ris­ma, die Tra­di­ti­on und den über­lie­fer­ten Ritus ver­such­ten Ordens­an­ge­hö­ri­ge nach Aus­we­gen aus der Zwangs­la­ge zu suchen. Erwo­gen wur­de unter ande­rem die Neu­grün­dung als alt­ri­tu­el­ler Orden, der nicht mehr der Ordens­kon­gre­ga­ti­on, son­dern der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei unter­stellt wäre. Der Vati­kan lehn­te jedoch ab und ver­bot den Ordens­an­ge­hö­ri­gen den Orden zu ver­las­sen.

Auch auf den Phil­ip­pi­nen wur­den ins­ge­samt sechs Prie­ster des Ordens sus­pen­diert, weil sie eine Neu­grün­dung des Ordens ver­such­ten. Am 28. Juni 2014 war in der Erz­diö­ze­se Lipa die Aner­ken­nung einer öffent­li­chen Ver­ei­ni­gung von Gläu­bi­gen erfolgt, wie damals Ripo­ste Catho­li­que berich­te­te. Die Aner­ken­nung wur­de als Vor­stu­fe zu einem Neu­grün­dungs­ver­such des geschun­de­nen Ordens der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta gese­hen. Dem­entspre­chend scharf reagier­te der Apo­sto­li­sche Kom­mis­sar, P. Fidenzio Volpi, und sus­pen­dier­te die dar­an betei­lig­ten Ordens­prie­ster. Als die Sache publik wur­de, gab der Kom­mis­sar eine öffent­li­che Erklä­rung ab, die in einem spöt­ti­schen Ton von „ultra-tra­di­tio­na­li­sti­schen“ Krei­sen sprach, aber zu den angeb­li­chen „Ver­feh­lun­gen“ der Prie­ster, die ihre Sus­pen­die­rung recht­fer­ti­gen wür­de, nur vage blieb.

Erz­bi­schof Argüel­les erteil­te den fünf phil­ip­pi­ni­schen Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta, die sus­pen­diert wor­den waren, das Celeb­ret in sei­nem Erz­bis­tum. Damit mach­te er sich in bestimm­ten römi­schen Krei­sen kei­nes­wegs beliebt. Kurz nach dem Vor­fall auf den Phil­ip­pi­nen droh­te Kom­mis­sar Volpi den ita­lie­ni­schen Bischö­fen, falls sie Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta in ihren Bis­tü­mern auf­neh­men soll­ten. Zugleich behaup­te­te der Kom­mis­sar allen Ern­stes, die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta woll­ten Papst Fran­zis­kus „stür­zen“.

Das vor­zei­ti­ge Ende sei­ner Amts­zeit wird auf den Phil­ip­pi­nen im Zusam­men­hang mit sei­ner Hal­tung zu den Ereig­nis­sen von Lipa gese­hen. Ein Zusam­men­hang mit den Fran­zis­ka­nern der Imma­ku­la­ta ist nicht aus­ge­schlos­sen. Der Erz­bi­schof hat­te sich in Rom nicht beliebt gemacht.

Laut Berich­ten von Mes­sa in Lati­no habe Erz­bi­schof Argüel­les aus dem Inter­net von sei­ner Abset­zung erfah­ren. Von einem Rück­tritts­ge­such, das vom Papst „ange­nom­men wur­de“, wäre dann kei­ne Rede. Im Tages­bul­le­tin gilt eine feste Sprach­re­ge­lung, die nichts über die Hin­ter­grün­de aus­sagt. Erz­bi­schof Argüel­les hät­te damit den „barm­her­zi­gen“ Arm von Papst Fran­zis­kus zu spü­ren bekom­men wie 2014 Bischof Rogelio Livie­res von Ciu­dad del Este in Para­gu­ay. Unter einem Vor­wand war Msgr. Livie­res nach Rom gelockt wor­den, wo ihn Papst Fran­zis­kus vor ver­schlos­se­nen Türen war­ten ließ, wäh­rend zu Hau­se die Schlös­ser der bischöf­li­chen Resi­denz aus­ge­tauscht wur­den. Trotz aller Insi­stenz des Bischofs wei­ger­te sich Fran­zis­kus, den von ihm abge­setz­ten Bischof, zu emp­fan­gen und anzu­hö­ren. Bischof Livie­res wur­den weder „Dia­log“ noch „Barm­her­zig­keit“ zuteil. Die „Schuld“ von Bischof Livie­res bestand dar­in, zu tra­di­ti­ons­ver­bun­den und mit sei­nem Prie­ster­se­mi­nar, das fast drei­mal soviel Semi­na­ri­sten zähl­te als alle ande­ren Diö­ze­sen des Lan­des zusam­men, zu erfolg­reich gewe­sen zu sein. Er war zum „Stö­ren­fried“ in einer latent befrei­ungs­theo­lo­gisch aus­ge­rich­te­ten Bischofs­kon­fe­renz gewor­den.

Über der Eme­ri­tie­rung von Erz­bi­schof Argüel­les scheint auch ein Schat­ten zu lie­gen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: PCN/Katholisches.info

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

25 Kommentare

  1. Es wäre gescheit gewe­sen, das auch in Amster­dam und beim soge­nann­ten Barm­her­zi­gen Jesus der Sr. Fausti­na so zu hand­ha­ben. Auch da gab es bereits nega­ti­ve Voten des Hl. Offi­zi­ums.

  2. Wes­halb ist man so aggres­siv gegen Erschei­nun­gen? Ich freue mich wenn ich von Wun­der oder Erschei­nun­gen hoe­re.

        • Wahr­schein­lich brennt es am Dach und dazu gilt es zu war­nen und immer wie­der zu war­nen, und das nervt die Hohen­prie­ster im Vati­kan, weil die Got­tes­mut­ter sich nicht direkt an den Stell­ver­tre­ter wen­det, son­dern dies.…In jener Zeit sprach Jesus: Ich prei­se dich, Vater, Herr des Him­mels und der Erde, weil du all das den Wei­sen und Klu­gen ver­bor­gen, den Unmün­di­gen aber offen­bart hast. Und die Hohen­prie­ster maßen sich an, zu ent­schei­den was Gott will und was nicht!

  3. Ich den­ke, solan­ge es auf der Welt tief­gläu­bi­ge, from­me, beten­de Katho­li­ken gibt, wird es auch Erschei­nun­gen, etwa von Maria, geben.

  4. Das Up-date dürf­te den wah­ren Grund für die Amts­ent­he­bung die­ses Bischofs benen­nen. Die ber­go­glio­ni­sche FSSPX-Heim­ho­lung, so sie statt­fin­det, dient für all die­se Vor­gän­ge nur als Fei­gen­blatt, nach dem Mot­to: ein Papst, der sich mit den Lef­eb­v­re-Brü­dern aus­söhnt, der kann so schlimm nicht sein, der wird schon sei­ne trif­ti­gen Grün­de für son­der­ba­re Aktio­nen gegen Bischö­fe wie die­sen und gegen Orden wie die der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta oder der Mal­te­ser und gegen Kar­di­nä­le wie Bur­ke haben; der Mann ist in Wahr­heit Lehr­amts­treu und sei­ne Pre­digt-Per­len und Lehr­schrei­ben wer­den ledig­lich falsch inter­pre­tiert…

  5. Wenn die­ser Vor­gang mit der Hil­fe für die Fran­zis­ka­ner der Imma­cu­la­ta zu tun haben soll­te, sprä­che das zu Gun­sten des Bischofs. Aller­dings war er dann mehr als unklug, sich befür­wor­tend zu einer Erschei­nung geäu­ßert zu haben, die bereits nach seriö­sen, vor­kon­zi­lia­ren Kri­te­ri­en nicht als echt aner­kannt wor­den ist.

      • Die Kir­che lehrt, daß mit dem Tod des letz­ten Apo­stel die Offen­ba­rung abge­schlos­sen ist. An Pri­va­tof­fen­ba­run­gen (inkl. Fati­ma) darf man glau­ben, wenn sie nicht der gött­li­chen Offen­ba­rung (Bibel, Über­lie­fe­rung) wider­spricht, muß man aber nicht.

        Med­jug­or­je usw. sind offen­sicht­lich kei­ne tat­säch­li­chen Pri­va­ter­schei­nun­gen der Mut­ter Got­tes, da zahl­rei­che „Bot­schaf­ten“ der gött­li­chen Offen­ba­rung wider­spre­chen.

        Tat­säch­li­che Pri­va­tof­fen­ba­run­gen der Mut­ter Got­tes ergän­zen auch nicht die gött­li­che Offen­ba­rung, son­dern bekräf­ti­gen nur die gött­li­che Offen­ba­rung.

        • Wenn sovie­le Miss­fal­lens­be­kun­dun­gen auf eine voll­kom­men kor­rek­te Aus­sa­ge fol­gen, beweist das nur, wie unin­for­miert und unse­ri­ös bestimm­te, „from­me“ Erschei­nungs­krei­se inzwi­schen sind. Nicht weni­ger unka­tho­lisch als der Moder­nis­mus. Nur auf eine ande­re Wei­se.

        • Wenn es tat­säch­lich so wäre, dass es in Med­jug­or­je offen­sicht­li­che Irr­tü­mer gäbe, hät­te die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on längst ein Urteil gefällt. Sie über­se­hen, dass es auch bei den von Ihnen posi­tiv her­vor geho­be­nen Erschei­nun­gen zum Teil sehr lan­ge gedau­ert hat, bis die­se aner­kannt wur­den. Mar­ga­re­ta Maria Ala­co­que, Hei­lig­stes Herz Jesu starb 1690; kirch­li­che Aner­ken­nung 1856, Lour­des 1862, Fati­ma 1930 vom Orts­bi­schof aner­kannt.

          • Zu Med­jug­or­je sind alle not­wen­di­gen Ent­schei­dun­gen der Ver­ant­wort­li­chen gefal­len, so daß jeder gut­wil­li­ge Gläu­bi­ge sich dar­an ori­en­ti­ern kann: Es ist ein gro­ßer Betrug.

            Emp­feh­len kann man u.a. die­ses Buch: Med­jug­or­je ver­ste­hen. Himm­li­sche Visio­nen oder from­me Illu­si­on? https://www.falkmedien.de/Medjugorje-verstehen-Himmlische-Visionen-oder-fromme-Illusion

            Wir haben auch zahl­reich berich­tet: https://www.katholisches.info/?s=Medjugorje

            Der gan­ze „Erscheinungs„wahnsinn ist eine Fol­ge der tie­fen Kri­se in der sich die Kir­che seit Jahr­zehn­ten befin­det. Bischö­fe und Prie­ster unter­rich­ten und füh­ren die Gläu­bi­gen nicht mehr, so daß Leu­te die berech­tigt nach Ori­en­tie­rung suchen auf Betrü­ge­r­ein wie Med­jug­or­je rein­fal­len. Vor­wer­fen muß man den Leu­ten, daß Sie weder ihren Kate­chis­mus voll­stän­dig ken­nen noch die abge­schlos­se­ne Offen­ba­rung Got­tes.

            Med­jug­or­je, „Die War­nung“ (https://www.katholisches.info/2013/12/12/warnung-vor-der-warnung/) sind die Eiter­beu­len die sicht­bar machen wie krank die Kir­che ist.

          • Ganz genau­so ist es. Und die Wei­ge­rung, die Voll­stän­dig­keit der Offen­ba­rung Got­tes mit dem Tode des letz­ten Apo­stels zu akzep­tie­ren, ist die ganz ent­schei­den­de Gemein­sam­keit mit dem Moder­nis­mus, der nicht eine bestimm­te „Spiel­art“ des Katho­li­zis­mus ist, son­dern ein eigen­stan­di­ger Wider­spruch zum katho­li­schen Glau­ben, noch am ehe­sten von der Gno­sis der frü­hen Jahr­hun­der­te her­rüh­rend.

          • Mit dem letz­ten Apo­stel mag die Offen­ba­rung abge­schlos­sen sein, aber wei­te­re Aus­füh­run­gen dazu darf der Him­mel doch wohl bit­te­schön dazu geben!!

            Dass vie­le (auch gute) Gläu­bi­ge die Spra­che des Him­mels nicht mehr erken­nen kön­nen, ist sehr trau­rig. Ich den­ke, es liegt auch dar­an, dass christ­li­che Mystik nicht mehr gelehrt wird! Man muss mit dem Her­zen hören um zu mer­ken, ob was von oben kommt, oder nicht. Dazu ist Demut und die abso­lu­te Hin­ga­be in den Wil­len des Schöp­fers not­wen­dig.

          • Natür­lich, aber die­se „Aus­füh­run­gen“ kön­nen die Offen­ba­rung nicht ergän­zen, indem sie etwas hin­zu­fü­gen und kön­nen nicht „echt“ sein, wenn sie im Wider­spruch zur Offen­ba­rung ste­hen.

          • Ken­nen Sie denn ihren Kate­chis­mus voll­stän­dig? Und wie wol­len sie anhand eines Buches, also einer Fremd­mei­nung, wis­sen ob Erschei­nun­gen vom Him­mel echt sind? Es gab Hei­lun­gen von schwe­ren Lei­den, Kno­chen­krebs z.bsp, die sicher nicht zufäl­lig vom Him­mel gefal­len sind.
            Und wie wol­len sie behaup­ten, dass die Offen­ba­rung Got­tes abge­schlos­sen wäre? Das ist eine aben­teu­er­li­che, selbst­er­he­ben­de Behaup­tung von Ihnen. Ich emp­feh­le Ihnen drin­gend mehr Unab­hän­gig­keit in ihrem Den­ken.

          • Es wird kei­ne ande­re Offen­ba­rung mehr geben

            66 „Daher wird die christ­li­che Heils­ord­nung, näm­lich der neue und nun end­gül­ti­ge Bund, nie­mals vor­über­ge­hen, und es ist kei­ne neue öffent­li­che Offen­ba­rung mehr zu erwar­ten vor der glor­rei­chen Erschei­nung unse­res Herrn Jesus Chri­stus“ (DV 4). Obwohl die Offen­ba­rung abge­schlos­sen ist, ist ihr Inhalt nicht voll­stän­dig aus­ge­schöpft; es bleibt Sache des christ­li­chen Glau­bens, im Lauf der Jahr­hun­der­te nach und nach ihre gan­ze Trag­wei­te zu erfas­sen.

            67 Im Lau­fe der Jahr­hun­der­te gab es soge­nann­te „Pri­va­tof­fen­ba­run­gen“, von denen eini­ge durch die kirch­li­che Auto­ri­tät aner­kannt wur­den. Sie gehö­ren jedoch nicht zum Glau­bens­gut. Sie sind nicht dazu da, die end­gül­ti­ge Offen­ba­rung Chri­sti zu „ver­voll­komm­nen“ oder zu „ver­voll­stän­di­gen“, son­dern sol­len hel­fen, in einem bestimm­ten Zeit­al­ter tie­fer aus ihr zu leben. Unter der Lei­tung des Lehr­am­tes der Kir­che weiß der Glau­bens­sinn der Gläu­bi­gen zu unter­schei­den und wahr­zu­neh­men, was in sol­chen Offen­ba­run­gen ein ech­ter Ruf Chri­sti oder sei­ner Hei­li­gen an die Kir­che ist.

            Der christ­li­che Glau­be kann kei­ne „Offen­ba­run­gen“ anneh­men, die vor­ge­ben, die Offen­ba­rung, die in Chri­stus voll­endet ist, zu über­tref­fen oder zu berich­ti­gen, wie das bei gewis­sen nicht­christ­li­chen Reli­gio­nen und oft auch bei gewis­sen neue­ren Sek­ten der Fall ist, die auf sol­chen „Offen­ba­run­gen“ grün­den.

            Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che, R. Olden­bourg, Mün­chen 1993.

          • Aber die soge­nann­te „Gos­pa“ hört nicht auf, zu erschei­nen. Wäre sie wirk­lich die Mut­ter­got­tes, so wüß­te sie, daß ein kirch­li­ches Urteil erst mög­lich ist, wenn ein angeb­li­ches der­ar­ti­ges Phä­no­men (Erschei­nung oä) abge­schlos­sen ist.

          • Als Mut­ter der Kir­che sorgt sie sich jeden Tag um Ihre Kin­der, denn auf den Fel­sen, der, scheints, von tief unter­halb aus­ge­he­belt wird, ist kein Ver­lass mehr. Und „welt­li­che“ Urtei­le abzu­war­ten und sich ihnen zu beu­gen, ist Sie doch sicher erha­ben. Und wenn Jesus, das gei­sti­ge Haupt, ver­spro­chen hat, jeden Tag bis zum Ende bei uns zu sein, (auf wel­che Wei­se, müs­sen wir Ihm überlassen)so ist es doch sicher legi­tim, wenn er sei­ne und unser aller Mut­ter als Mitt­le­rin sen­det.

      • Wun­der wer­den „eli­mi­niert“. Dar­um wird in der neu­en, nun gül­ti­gen Über­set­zung das Wort „Wun­der“ gestri­chen und durch „Macht­ta­ten“ ersetzt. (!)

        • Obgleich Wun­der gött­li­che Macht­ta­ten sind, glau­be ich auch, dass der durch­ge­hen­de Ersatz des Wor­tes Wun­der durch Macht­tat ratio­na­li­stisch moti­viert ist.

      • Rich­tig, Feu­er und Flam­me!
        Gott ist für die Men­schen aller Zei­ten immer ein Myste­ri­um. (= Geheim­nis). Des­halb betet der Prie­ster wäh­rend der Wand­lung: „Geheim­nis des Glau­bens“.

Kommentare sind deaktiviert.